First Notice Day am 27.02. - Szenarien
Laut einer Schätzung der Gemini-KI liegt der Median der März-Kontrakte bei 78,5$, der gewichtete Mittelwert bei 72$. Bei Aktuell 85$ würden also 240 Mill oz zur Lieferung kommen bei nur 80 Mill oz registered Bestand. Denn keiner wird sich mit 10$/oz weniger abfinden , sondern sich das Zeug nach Schanghai liefern lassen und dort eventuell sogar noch teurer verkaufen.
1. Szenario
Wie in aller Welt soll man 20% einer Welt-Jahresproduktion innerhalb von 3 Wochen auftreiben ?
Da müßte man 200$/oz anbieten um die Menge zusammenzubringen.
Wahrscheinlich wird dies die spannendste Woche des ersten Halbjahres, entweder machen die Shortseller große Verluste oder sie müßen ihre Silbertresore leeren sofern sie physisches Silber haben. Der Silberpreis würde wohl auf ein neues ATH schießen und erneut eine Spekulationswelle lostreten.
2.
Um den nackten Shortsellern zu helfen könnte die COMEX erneut die Margins anheben und zwar wieder brutal von 18% auf 25% oder 27%. In der Hoffnung das sie wieder risikoaffine Longspekulanten aufs Kreuz legen können da diese an der Sicherheitshinterlegung knausern. Das Spiel ist einseitig , eine Bank kann viel leichter Cash nachschießen und ist meist auf der Short-Seite, also viel weniger davon betroffen.
Das wird den Industriekunden gar nicht gefallen, da dies immer mehr Kapital bindet und zu einem Produktionsausfall führen könnte ( mehr Lagerhaltung und Kapitalkosten erforderlich ).
3.
Force Majeure, die billigste Lösung aber mit dem größten Reputationsschaden für die COMEX. Kein ernsthafter Rohstoffkäufer wird sich auf dieses Casino-Spiel noch einlassen, da Zuverlässigkeit und Termintreue für Industriebetriebe höher zählen als Verlust oder Gewinn.
Ich denke Szenario 2 wird kommen, aber selbst das könnte nicht mehr reichen, denn je tiefer der Papier-Silber-Preis am Terminmarkt fällt desto mehr Kaufdruck kommt am Spotmarkt auf und wir sehen wieder riesige Preisdifferenzen. An der Knappheit ändern diese Aktionen ohnehin nichts mehr, langfristig würde der COMEX-Terminmarkt seinem Ende entgegen gehen.