Beiträge von Flenzburg

    Da kommen die Unternehmen mit glänzenden Zahlen, Übernahmen und teils explodierten Gewinnen. Und der Kurs? Zuckt am Tag der Veröffentlichung der Zahlen kurz und 24h später dümpelt er wieder.... 3 Schritte vor, 3 Schritte zurück.

    Polkrich


    Ich gehe davon aus, dass steigende Förderkosten der Hintergrund sind. Die steigenden Kosten werden die Bilanzen belasten. Auch vermute ich, dass Gold und Silber nach diesem sehr starken Anstieg (Gold von 2.000 bis auf 5.600 USD) in kurzer Zeit eine Verschnaufpause einlegen, bevor sie weiter steigen.


    Vermutlich werde ich überhaupt nie wieder Minenaktien kaufen. Ein ausführliche Begründung von mir findest Du hier:


    Und was Technologie-Aktien betrifft: Nvidia beispielswiese hat ein deutlich niedrigeres KGV als Walmart. Und wenn man sich die KGVs auf Basis der für 2027 erwarteten Gewinne anschaut, kommt man aus dem Staunen kaum noch raus. (Ich ärgere mich darüber, dass ich überhaupt jemals Minenaktien gekauft habe.)

    Heute schreibe ich noch einmal etwas mehr: Ich halte hier an dieser Stelle meine aktuellen Sichtweisen fest, und zwar nicht nur zu Diskussionszwecken, sondern auch, um in ein paar Jahren selbst auf meine heutigen Überlegungen zurückblicken zu können. (Danach werde ich nun wohl erstmal eine Schreibpause einlegen. Weniger ist oft mehr.)


    Grundsätzlich investiere ich nur in bestimmte Branchen und suche dort nach den attraktivsten Kandidaten. Ich käme nicht auf die Idee, in ein Unternehmen zu investieren, dessen Branche mir total fremd ist. Daher sind in meinem Depot nun lediglich drei Branchen vertreten: Edelmetalle, Öl/Gas-Förderer und Technologie.


    Zu Edelmetall- und Öl-Aktien hatte ich mich in den vergangenen Wochen ausreichend geäußert. Diese beiden Branchen sind nun "bedient", und ich werde am aktuellen Bestand nicht so schnell etwas ändern (bis auf RECO.V, die bald rausfliegen werden). Da kommt es praktisch wie gerufen, dass ich mir nun wieder Tech-Aktien "ausgeguckt" habe, von denen mir - vor allem mit Blick auf KI - relativ viele attraktiv zu sein scheinen. (Ich schreibe "wie gerufen", da die erstgenannten Branchen eigentlich total langweilig sind: Jedes Unternehmen ist letztlich auf die Entwicklung des jeweiligen Basispreises angewiesen. Da gibt es nicht viel Spannendes und auch nicht viel zu tun, aber als "eingefleischter Börsianer" möchte ich auch gern etwas "Action" im Depot und etwas zu tun haben - was mir dann auch sicherlich dabei helfen wird, die Unternehmen aus den beiden o.g. langweiligen Branchen in Ruhe zur "Reifung" kommen zu lassen. Tech-Aktien und ihr sehr heterogener Hintergrund bieten da eine schöne Spielwiese, auf der ich mich abreagieren kann.)


    Konkret: Wolters Kluwer und Zscaler sind für mich außen vor: Beides sind reine Software-Anbieter. Ich konzentriere mich aber auf reine KI-Unternehmen (Rechenzentren, Chips ...) und Unternehmen, die keine Software herstellen aber (hoffentlich) KI - und auch Software im weitesten Sinne - erfolgreich nutzen. In KI-Unternehmen sehe ich halt deutlich mehr Potential, und bei reinen Software-Herstellern fällt es mir schwer, eine Einschätzung hinsichtlich der für diese Unternehmen durch KI entstehenden Chancen und vor allem Risiken vorzunehmen. Und: Wenn nun tatsächlich auf breiter Front Umschichtungen von Software-Investments in KI-Investments erfolgen, dann können evtl. sämtliche reinen Software-Hersteller in eine Art Sippenhaft genommen werden und es, was die Aktienkurs-Entwicklung betrifft, gemeinsam schwer haben. Daher habe ich mir auch Zscaler nun gar nicht mehr genauer angeschaut. (Ich stehe mit dem Bereich Cyber-/Daten-Sicherheit auch etwas auf Kriegsfuß: Ich hatte bereits zwei verschiedene Firewall-/Antiviren-Programme installiert. In beiden Fällen versuchten die Anbieter, mich einige Wochen vor Abo-Ablauf zur Abo-Verlängerung zu nötigen, indem ich auf bestimmte Internetseiten (z.B. die meiner Hausbank) nicht mehr zugreifen konnte. Gibt es etwas Unseriöseres? Wie wäre es, wenn man 5 Wochen vor Zahlung des nächsten Versicherungsbeitrages für die Kfz-Haftpflicht mit seinem PKW nur noch 30 km/h fahren und den Wohnort nicht mehr verlassen könnte? Auch habe ich den Eindruck, dass sämtliche Antivirensoftware-Hersteller die Basis-Module eines einziges Produzenten benutzen und nur noch ihre bunten Bildchen drumherum bauen, also selbst praktisch gar keine Antivirensoftware entwickeln. Mich würde es nicht wundern, wenn diese sich stark verbreitenden Viren, die im Abstand von einigen Jahren medial wie die Sau durchs Dorf getrieben werden, von den Antivirensoftware-Herstellern selbst stammen, um das Geschäft anzukurbeln. So etwas wie Zscaler möchte ich daher nicht in meinem Depot sehen, auch dann wenn es - wie ich vermute - ein seriöses Unternehmen ist und auch nicht Privatleute adressiert.)


    Und nun zum eigentlichen Sinn dieser Übung, also meines heutigen Beitrags:

    Meine aktuellen Tech-Favoriten für die nächsten Jahre sind:

    An erster Stelle: NBIS, AMD.

    An zweiter Stelle: IREN, MU, HIMS, HOOD, MELI.

    An dritter Stelle: IONQ, OPEN.


    Festzuhalten ist, dass diese immerhin 9 Unternehmen in meinem Depot insgesamt nicht den Schwerpunkt bilden. Auch sind nur NBIS und AMD relativ schwer gewichtet. Festzuhalten ist ebenso, dass ich mich nicht darauf "festnageln" lasse: Ich kann mir das jederzeit anders überlegen und Käufe/Verkäufe tätigen - natürlich auch, ohne es hier zu schreiben. Es handelt sich also lediglich um eine Momentaufnahme zwecks späteren Nachlesens: Welche Investments waren lohnenswert, welche nicht - welches Investment hat sich als Fehler herausgestellt, welches nicht?


    IONQ und OPEN weisen wohl das größte Risiko auf. HOOD, MELI und OPEN hatte ich noch nie erwähnt, wenn ich mich recht entsinne. Also:

    - MercadoLibre (MELI): Die "südamerikanische Amazon".

    - Opendoor (OPEN): Digitales Kaufen/Verkaufen von Immobilien. Das Unternehmen war bereits in "Schieflage", und Mitbewerber haben das Handtuch geworfen. Carvana (CVNA) hat vorgemacht, wie Gebrauchtwagen erfolgreich digital vermarktet werden können. Einige Konkurrenten von CVNA waren/sind nicht so erfolgreich. Auf diese Weise (digital) den Handel mit Immobilien zu betreiben, dürfte zudem auch eine ganz besondere Herausforderung sein. Nun aber ist K. Nejatian CEO von OPEN. Es war zuvor erfolgreich bei Spotify (SPOT) und Facebook/Meta Platforms (META) aktiv. Nun versucht er, OPEN umzustrukturieren und profitabel zu machen. Wird es ihm gelingen? Das Investment ist insbesondere eine Spekulation darauf, dass er mit seinen Bemühungen zu Erfolg gelangt.

    - Robinhood Markets (HOOD): Ein Finanzdienstleister, der den Handel an den Finanzmärkten per App ermöglicht. HOOD zeichnet sich - kanpp formuliert - dadurch aus, dass die Firma sich nun von einem Broker zu einem Bank-Dienstleister wandeln möchte, also auch Geschäfte rund um Geldanlagen und Kredite anbietet. Das Investment ist eine Spekulation auf ein Gelingen dieser Ambitionen.


    Und hier noch - für einen späteren Vergleich - die Schlusskurse (in USD) von gestern, 21.04.2022:

    NBIS: 156,55

    AMD: 284,49

    IREN: 45,17

    MU: 449,38

    HIMS: 29,76

    HOOD: 86,43

    MELI: 1.854,18

    IONQ: 46,28

    OPEN: 5,45


    Und noch die gestrigen Schlussstände der relevanten Indices, da man ja später auch den relativen Erfolg/Misserfolg einschätzen können möchte (einschl. DAX, obwohl weniger relevant):

    Nasdaq: 24.259,96

    Nasdaq 100: 26.479,47

    S&P 500: 7.064,01

    DAX: 24.270,87

    eine Untermauerung mittels Chart

    BGInvestor


    Super! Der Chart passt wie die Faust aufs Auge. Danke dafür! (Wenn jetzt also auch noch die Charttechnik mitspielt ... dann "darf" ich noch ein wenig gieriger werden.)


    valueman


    Ich erinnere mich noch an diese Aussage von Dir: "Ich bin nicht gierig." Das ist also noch ein weiterer Punkt, bei welchem wir unterschiedliche "Ansätze" verfolgen. (Spaß beiseite: Manchmal möchte ich - das gehört zum "Kick" dazu - die Sache auch ein wenig ausreizen.)


    Grüße

    Ich denke wir verfolgen da unterschiedliche Ansätze. Mein Depot hab ich die letzten Jahre auf Cashflow ausgerichtet

    So unterschiedlich sind unsere Ansätze nicht, denn auch ich habe mich seit geraumer Zeit deutlich defensiver aufgestellt und lege auf regelmäßige nennenswerte Dividenden wert. Was uns unterscheidet, ist anscheinend mein größerer Anteil an Technologie-Aktien, die von Natur aus etwas spekulativer sind und keine hohen oder gar keine Dividenden bringen. Allerdings sind diese Tech-Aktien ja auch Wachstumswerte, womit wir uns wieder annähern, und selbst wenn Tech-Aktien demnächst vielleicht an die 30% meines WP-Depots ausmachen, so ist ihr Anteil gemessen an den Gesamtersparnissen - vor allem unter Berücksichtigung des Physischen - geringer.


    Ich brauche einfach ein wenig diesen "Kick" und das etwas höhere Risiko, was aber auch wieder mit größeren Chancen verbunden ist. Allerdings denke ich auch, dass ich mir das leisten kann, und - keine Sorge ;) - ich werde mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.


    Übrigens bin ich wieder bei Reconnaissance Energy Africa dabei. Das ist praktisch die einzige Position im Depot, die rein auf Zockerei basiert. Sie sind aktuell mit ihren FlowTests zugange und möchten feststellen, ob das gefundene Öl in ausreichendem Maße - also wirtschaftlich - förderbar ist. Das ist für mich ein reines Pokerspiel: In den kommenden Wochen ist mit entsprechend guten oder schlechten Nachrichten zu rechnen, und ich setze darauf, dass der Kurs in der Zwischenzeit steigt, weil manch einer Sorgen hat, etwas zu verpassen - denn das Potential ist riesig. Falls gute Nachrichten kommen, möchte ich bereits ausgestiegen und nicht mehr dabei sein, denn dann werden anschließend wohl einige Jahre ins Land gehen, in denen hohe Investitionen und Kapitalerhöhungen/Verwässerungen ins Haus stehen. (Für mich wird der Verkauf der Aktien der wohl endgültige Abschied aus Explorations-Unternehmen werden, und ich werde mich wieder ausschließlich der defensiven und dividenden-orientierten Ausrichtung meines Depots einschl. eines großen Schluckes Wachstum/Technologie widmen.)


    Noch zu Zscaler: Das ist ein interessanter Hinweis. Danke dafür! (Auf den ersten Blick: Die Aktie ist deutlich zurückgekommen, die Zahlen sind nicht schlecht, und die Bewertung scheint nicht überzogen zu sein. Auch ist Wachstum erkennbar, und das Thema KI wird anscheinend nicht verschlafen. Die Aktie scheint ein seriöses und nachvollziehbares Investment zu sein - ich werde mich gelegentlich damit beschäftigen (auch mit der Schulden-/Liquiditätssituation u.a.), obwohl IT-Sicherheit eigentlich nicht "mein" Gebiet ist.)


    Grüße

    Nebius ist schon ein bisschen volatil, damit wird man aber leben müssen und stört mich nicht, ich denke bei diesem Wert eher mittel- bis langfristig und blende das Tagesrauschen aus. Stärkere Dips würde ich eher zum Zukaufen nutzen, da ich noch keine volle Position habe.Neb

    Ich verstehe unter "mittel- bis langfristig" mindestens mehrere Jahre, und auch ich werde Nebius nicht so schnell aus der Hand geben. (Sollte es aber kurzfristig mal vollkommen überzogene Kurskapriolen nach oben geben, werde ich evtl. ein paar Stücke aus der Hand geben.)


    Vor einigen Wochen hast Du bzgl. Nebius etwas von "ein bisschen Technologie im Depot" geschrieben. Dazu denke ich: Auch ich möchte zwar nicht unüberschaubar viele Positionen in meinem Depot haben. Wenn ich aber einen Sektor grundsätzlich als interessant erachte, dann positioniere ich mich nicht nur einseitig mit einem einzigen Wert, denn egal wie überzeugt ich von einer Aktie bin - sicher ist nichts. In diesem Sinne habe ich auch die bereits erwähnten AMD (AMD), Micron (MU), Hims&Hers (HIMS) sowie Iren (IREN) und IonQ (IONQ) mit ins Depot genommen, wobei IONQ sicherlich die Aktie mit dem spekulativsten Charakter ist. (IREN ist übrigens mit einem Milliarden-Vertrag mit Microsoft verbandelt.)

    Hallo valueman


    Ich habe mir am Wochenende nochmal grundlegende Gedanken gemacht und daraus Schlussfolgerungen gezogen. Konkret bedeutet dies, dass ich meine Öl-Engagements nicht weiter ausbauen und vermutlich nie wieder Minenaktien kaufen werde. Stattdessen werde ich meine Cash-Reserven in Technologie-Aktien stecken, so dass dieser Sektor letztlich ähnlich schwer gewichtet sein wird wie die Ölkonzerne und die Edelmetall-Aktien, wobei letztere dann ausschließlich durch die großen Royalties repräsentiert werden.


    Der Hintergrund: Die vergangenen zwei Jahre haben mit den rasant gestiegenen Preisen für Gold und Silber viel Freude bereitet, auch was Minenaktien betrifft. Die vielen Jahre zuvor waren aber bzgl. Minenaktien enorm anstrengend und mit vielen Rücksetzern behaftet. Vor ein paar Jahren schrieb angesichts der sich nur schleppend entwickelnden Kurse der und vielen enttäuschenden fundamentalen Entwicklungen bei Minenaktien hier im Forum mal jemand: "Man hätte von vornherein nur die Royalties kaufen sollen." Ein anderer Nutzer schrieb, auch vor einigen Jahren: "Die Abwendung von Technologie-Aktien hin zu Edelmetall-Aktien war vermutlich der größte Fehler meines Lebens." Beide Aussagen hätten von mir sein können.


    Meine Überlegungen dazu: Die gestiegenen EM-Preise haben ihren Hintergrund vor allem (auch) in der fallenden Kaufkraft der Papierwährungen - d.h. mit anderen Worten, dass die Förderkosten der Minengesellschaften steigen, was entsprechend die Gewinne schmälert. Von daher ist es kein Wunder, dass diese vielen Jahre so frustrierend waren, dass o.g. Aussagen getätigt wurden. Da musste schon eine extreme Rally her, um mit den Minenaktien ordentlich Gewinne zu machen. Tja - die Minengesellschaften haben eben keine Preissetzungsmacht, sondern sind schlicht und ergreifend von den Marktpreisen abhängig. Die Konsequenz für mich: Ich bleibe nur noch beim Physischen und den Royalties, zumal ich ja ohnehin (Ölpreis usw.) von deutlich steigenden Förderkosten ausgehe. (Es wäre klüger und ertragreicher gewesen, wenn ich das von vornherein so gehalten hätte.)


    Zu den Ölaktien: Hier ist es ähnlich: Die Konzerne haben keine Preissetzungsmacht. Was sie jedoch von den Minenaktien unterscheidet, sind der dem Goldpreis (noch?) hinterherhinkende Öl-Preis und die oft hohen Dividendenzahlungen. Auch kann man Öl im Gegensatz zu Edelmetallen kaum bunkern. Daher bleibe ich den Ölaktien vorerst treu, werde den Bereich aber nicht ausbauen, also auch Equinor selbst dann nicht kaufen, falls sie deutlich zurückkommen.


    Meine Überlegungen zu Technologie-Aktien sind diese: Die neuen Allzeithochs sind m.E. ein Weckruf. Das Thema "Künstliche Intelligenz" ist noch eher am Anfang und beginnt nun erst so richtig, im Alltag der Menschen anzukommen. Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklung viele Geschäftsmodelle durcheinanderwirbeln wird, und zwar auch die so mancher Software-Konzerne - auch wenn es nicht alle gleichstark erwischen wird. Daher bleibe ich ausschließlich bei Technologie-Konzernen, die entweder direkt mit der Ausrüstung und der Bereitstellung der KI-Infrastruktur zu tun haben oder KI auf eine Weise in ihre Geschäftstätigkeit integrieren, die sie zu Profiteuren der KI macht. (Solche Unternehmen herauszufiltern, ist allerdings nicht unbedingt einfach, aber Wolters Kluwer fällt unter diesen Umständen bei mir sofort durch. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich das Unternehmen für "schlecht" halte, aber ich wüsste jetzt nicht, wie sie von KI profitieren sollten.)


    Und noch ein Gedanke zu Technologie-Aktien: Es gibt enorm viele Tech-bzw. Software-Gesellschaften mit sehr hoher Marktkapitalisierung. Ich nenne - nur als Beispiele - Microsoft (MSFT) und Oracle (ORCL). Hinzu kommen viele "ähnliche" Gesellschaften wie z.B. Alphabet (GOOG), Meta Platforms (META) und Co. Falls sich ein neuer Anlage-Trend weg von solchen Gesellschaften hin zu primären KI-Profiteuren entwickelt (was ich vermute), dann können im Rahmen der entsprechenden Umschichtungen von Anlage-Geldern Kurssteigerungen bei den KI-Profiteuren noch so richtig aufsehenerregend werden.


    Vor allem aber ist auch dieser Gedanke wichtig: Im Gegensatz zu Bergbau- und Öl-Gesellschaften verfügen führende Tech-Gesellschaften über Preissetzungmacht.


    Also: Es war, Im Nachhinein betrachtet, ein echter Fehler, viele Jahre lang schwerpunktmäßig Minenaktien im Depot gehalten zu haben. Damit ist nun endgültig Schluss.


    Grüße

    Flenzburg

    valueman


    Equinor geht nun bereits seit ein paar Tagen stark gen Süden. Vom Höchstkurs 43,36 USD sind sie nun schon wieder bei 34,60 USD angelangt. Ich finde das doch etwas übertrieben. Mich würde es nicht wundern, wenn sie bei dem Tempo bald wieder bei 30 USD stehen (ich orientiere mich gern an den US-Kursen). Ich denke, ich werde wieder ein paar Stücke kaufen, falls sie tatsächlich die 30 USD erreichen - was dann ungefähr der Kurs wäre, den die Aktie kurz vor Beginn des Iran-Krieges hatte.


    Hast Du auch eine Zielmarke für den Rückkauf von Equinor?


    Die Nasdaq geht heute wieder steil gen Norden. Es ist eigentlich verrückt, aber Börse ist eben gemein. Andauernd passiert das Unerwartete, und eigentlich ist so langsam mal eine Beruhigung fällig. Bis auf HIMS machen "meine" die Bewegung nach oben heute nur leicht mit. Das ist aber vollkommen normal, weil die Themen, die für mich interessant sind, in der jüngsten Zeit genügend durchs Dorf getrieben wurden. Nebius ist heute sogar deutlich im Minus, was mich aber nach der Entwicklung in den vergangenen Tagen nicht wundert und auch nicht stört.

    valueman


    In den USA haben S&P500, Nasdaq und Nasdaq100 heute neue Allzeithochs erreicht. In den vergangenen Tagen war da dermaßen viel Musik drin - es ist erstaunlich.


    Heute ist der 12. aufeinanderfolgende Tag, an dem AMD Kursgewinne verzeichnet. Die Aktie steht heute etwa ein Drittel höher als noch am 31. März. Bei Hims&Hers (HIMS) ist es ähnlich. Es sieht (Stand heute) so aus, als seien meine Einschätzungen zutreffend gewesen.


    Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Noch heftiger sind z.B. die Aufwärtsbewegungen bei drei Quantentechnologie-Werten, die bei mir "auf dem Radar" sind: IonQ (IONQ), D-Wave Quantum (QBTS) und Rigetti (RGTI). Chancen und Risiken für Anleger vereinen sich hier wohl auf einzigartige Weise.


    Warum ich das hier schreibe: Ich habe in den vergangenen Jahren, als mein Fokus auf Edelmetall-Aktien lag, bei Technologie-Aktien wahnsinnig viel verpasst - vor allem, weil es dort viel schneller nach oben (und natürlich auch nach unten) geht. Nochmal passiert mir das nicht, zumal es mit der sich m.E. erst im Start befindlichen KI mit den Kursentwicklungen evtl. noch schneller geht als in der Vergangenheit mit Technologie-Aktien.


    Ich hatte es in den vergangenen Wochen bereits geschrieben: Ich habe den Eindruck, dass die Preise der Edelmetalle erstmal nicht mehr so stark weitersteigen werden wie in den vergangenen zwei Jahren. Auch gehe ich davon aus, dass die Förderkosten deutlich steigen werden, was entsprechende Spuren in den Bilanzen hinterlassen wird. Außerdem ist das Wachstum in einigen Technologie-Bereichen wie z.B. KI so dermaßen stark, dass ich davon ausgehe, dass die Konsolidierung in dem Sektor bald endet. Und genau danach sieht es ja nun mit den neuen Allzeithochs aus. Ich interpretiere diese neuen Hochs als Weckruf und "ahne", dass Nasdaq und Nasdaq100 in den nächsten Monaten und Jahren deutlich steigen werden.


    Aus diesen Gründen habe ich den Anteil an Technologie-Aktien in meinem Depot nochmal nennenswert erhöht. Dafür habe ich die Öl-Investments etwas reduziert. Somit dürfte mein Depot nun auch etwas risikoreicher aufgestellt sein, aber Technologie-Aktien bilden noch immer nicht den Schwerpunkt, so dass ich damit leben kann.


    Grüße

    Gern geschehen!


    Ich war selten von einem Wert so überzeugt wie von Nebius. WPM und FNV sind zwei andere Angehörige dieser "Spezies". Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie ein Geschäftsmodell aufweisen, das mich wirklich überzeugt - wobei ich den "Verdacht" habe, dass die Entwicklung bei Nebius viel schneller ablaufen wird als bei den o.g. beiden.


    Mir scheint es so zu sein, dass Nebius nicht nur die Rechenkapazität samt Software (womit sie sich schon von den Mitbewerbern unterscheidet) anbietet, sondern dass da an einem Konzern gebastelt wird, der vollständige "Rundum"-Lösungen anbietet. Nicht umsonst hält das Unternehmen starke Beteiligungen an z.B. Clickhouse und Toloka. Ich gehe davon aus, dass Nebius gegenüber anderen Tech-Konzernen einen gewaltigen Vorsprung haben wird, da Nebius von vornherein für KI konzipiert wurde - wohingegen andere Konzerne KI erst integrieren müssen. Das ist jetzt vielleicht etwas weit hergeholt, aber wenn ich mich zwischen einer zu einem Sportwagen umgerüsteten Pferdekutsche und einem neuen Porsche entscheiden müsste, dann würde ich wohl den Porsche nehmen - jedenfalls wenn es ums schnelle Fahren und Gewinnen und nicht um Nostalgie geht.


    Noch zu zwei anderen Werten: Ich habe mich vor einigen Tagen während des Rücksetzers für den Kauf des Speicherchip-Herstellers Micron Technology (WKN 869020) entschieden. Das tat schon weh, denn der Jahrestiefstkurs (also die vergangenen 52 Wochen) lag bei knapp 66 USD, während die Aktie nun schon wieder 465 USD kostet. Die Margen des Konzerns sind riesig. Für 2026 (die gesamte Produktion soll bereits verkauft sein) und 2027 werden Umsätze von 108,51 und 164,68 Milliarden USD erwartet, wobei ein Gewinn pro Aktie von 57,8 und 98,16 USD erwartet wird (alles lt. Yahoo Finance). Das wäre also für 2027 ein KGV von unter 5 bei riesigem Wachstum.


    Der Hintergrund für meine Kaufentscheidung: Konzerne wir Nvidia mit ihren irre schnellen Chips sind auf eine ebenso schnelle Versorgung ihrer Chips mit Daten angewiesen - und anscheinend beherrschen lediglich drei Unternehmen die Produktion solcher Spezialchips: Samsung, SK Hynix und eben Micron. Samsung soll Probleme mit der Wärmeentwicklung seiner Chips haben, was ein großes Problem für die Rechenzentren darstellt. Außerdem sind Samsung und SK Hynix Koreaner, und ich kann mir gut vorstellen, dass US-Tech-Konzerne bei der Auftragsvergabe ein US-Unternehmen bevorzugen. Außerdem heißt es, dass Microns Chips 30% weniger Stromverbrauch aufweisen - und der Stromverbrauch ist auch ein riesiges Thema und ein enormer Kostenfaktor. (Der gestiegene Micron-Marktanteil spricht für sich.) Meiner Kaufentscheidung liegt auch diese persönliche Überzeugung zugrunde: Die KI steckt quasi noch in den Anfängen. Firmen, die dabei nicht mitmachen, können sehr schnell ins Abseits geraten. Von daher gehe ich davon aus, dass das KI-Wachstum sich noch beschleunigen wird und die Chips den Herstellern aus den Händen gerissen werden - egal was sie kosten.


    Ich wollte Micron nur mal erwähnt haben, da Du Dich ja über "Horizont"-Erweiterungen freust. Chiphersteller sind jedoch ein Spezialthema: Die Branche ist extrem zyklisch, und daher möchte ich Micron auch nicht so hervorheben wie z.B. Nebius. Auch kannst Du erkennen, dass ich kein "Überflieger" bin - denn ansonsten wäre Micron wohl schon lange im Depot.


    Ein anderes Unternehmen, das ich leider total verpennt habe, ist Sandisk (WKN A411ZM), ein Flash-Speicher-Hersteller. Der Tiefstkurs der vergangenen 52 Wochen lag bei 29 USD. Gestern kosteten sie 944 USD. Was soll man da sagen?! Auch hier ist natürlich KI der Hintergrund.

    Das Unternehmen wurde vor vielen Jahren übernommen und vor einiger Zeit wieder von der Muttergesellschaft getrennt, weil die Überzeugung vorherrschte, dass bei getrennter Bewertung eine Höherbewertung erfolgen würde. Diese Einschätzung war wohl richtig. Hinzu kommt die Aufnahme in wichtige Aktienindizes, so dass Fonds kaufen mussten. Wachstum und Gewinnentwicklung sind ähnlich erstaunlich wie bei Micron. (Sandisk soll nur als Beispiel für die enormen Möglichkeiten dienen. Kaufen werde ich die Aktie nicht, da sie mir in Anbetracht der Zyklizität der Branche zu teuer geworden ist. Außerdem fällt es mir schwer, die zukünftige Relevanz von Flash-Speichern einzuschätzen. Also lasse ich davon lieber ganz die Finger.)

    Den drop bei Nebius am Dienstag hab ich mit einer ersten Position für knapp unter 100€ genutzt. Der Newsflow ist großartig und ein bisschen Tec im Depot sollte schon auch vertreten sein.

    Ich gratuliere zum gelungenen Einstieg. Das kann man ja mit einem Seitenblick auf den aktuellen Kurs wohl nun bereits so sagen, denke ich. (Hast ein feines Näschen für gute Investments und auch für geeignete Einstiegspunkte. Ich wünschte, Letzteres könnte ich auch von mir selbst behaupten.)

    Nach dem erwartbaren Rückgang des Ölpreises kann man wieder einsammeln......ich würde hier dann TPL nehmen und Equinor zurückkaufen.

    Ich habe dahingehend noch nichts entschieden und warte einfach ab. (Trotz einiger Verkäufe bilden Öl-Aktien noch immer den Schwerpunkt meines Depots. Da ich davon ausgehe, dass der Ölpreis dauerhaft auf höherem Niveau als noch vor ein paar Monaten bleiben und mittel- bis langfristig weitersteigen wird, werde ich investiert bleiben, auch wegen der hohen Dividenden. Bei starken Schwankungen nach unten werde ich evtl. noch Equinor und/oder Canadian Natural Resources ins Depot nehmen.)


    Was den Krieg in Nahost betrifft: Es ist doch deutlich erkennbar, dass es für die USA alles andere als gut läuft. Nahezu grotesk ist, dass nun seitens des Westens von einem Waffenstillstand schwabuliert bzw. ein solcher erhofft wird. Das finde ich schon richtig albern, denn die Erfahrung zeigt, dass ein Aggressor einen Waffenstillstand gern dafür nutzt, sich neu zu formieren und zu stärken, um später erneut anzugreifen. Genau davon kann und muss der Iran auch ausgehen. ... Also, wenn ich angegriffen würde und dann plötzlich in der stärkeren Position wäre, würde ich versuchen, den Sack zuzumachen. Allerdings bin ich kein Militärstratege - es sind natürlich noch viele andere Dinge zu beachten (als Beispiel seien - aus Sicht des Iran - nur die eigenen Verluste und Kosten genannt), aber nach dieser "Nummer" (Angriff während laufender Verhandlungen, Ermordung des geistlichen Führers/"Papstes", Ermordung von 160 Mädchen in einer Schule und als "Nachschlag" die Tötung von Angehörigen und Helfern dort, die Bombardierung ziviler Infrastruktur usw.) kann der Iran nur noch konsequent sein und die USA nicht einfach so laufenlassen. Das ist jedenfalls meine Sicht auf diese Angelegenheit.

    valueman

    Von TPL habe ich mich gedanklich bereits verabschiedet. Ich finde das Geschäftsmodell zwar interessant und vielversprechend, aber ich kann das Umsatz-/Gewinn-Wachstum rein gar nicht einschätzen. Und da man ja nicht alles kaufen kann, sondern eine Auswahl treffen muss, ist TPL bei mir "durchgefallen". (Wenn ich TPL kaufen wollte, dann hätte ich keine fixe Marke vor Augen, sondern würde einfach einen kräftigen Kursrutsch abwarten. Den hatten wir ja nun, und vermutlich hätte ich gestern oder heute die erste von zwei Tranchen ins Depot genommen.)


    Zum Nahost-Krieg: Man kann ja mit Händen greifen, dass Trump nach einem Ausgang sucht. Nicht vergessen sollte man auch, dass der Iran BRICS-Mitglied ist und im Januar letzten Jahres eine strategische Partnerschaft mit Russland eingegangen ist, die auch eine militärische Kooperation beinhaltet. Ich finde die Besonnenheit, mit der Putin und Xi agieren, höchst beeindruckend. Auch habe ich den Eindruck, dass Russland und China - im Gegensatz zu den USA und der NATO - grundsätzlich eher an einer Deeskalation interessiert sind. Auch gehe ich davon aus, dass der US-Angriff für den Iran alles andere als überraschend war - und dass die Abwehrstrategien u.a. mit russischer Unterstützung vorab erarbeitet wurden. Meine Einschätzung insgesamt: Der Iran wird seine Interessen i.w. durchsetzen, und der Krieg wird nicht eskalieren. Allerdings möchten die USA ihr Gesicht nicht verlieren - also wird sich das alles noch eine Weile hinziehen. In der Zeit wird der Ölpreis schwanken, aber ich denke, dass zumindest der Großteil der kriegsbedingten Aufwärtsbewegung hinter uns liegt. Deshalb habe ich ja auch in den vergangenen Wochen bereits einige Öl-Aktien verkauft. (Ich gehe aber auch davon aus, dass der Ölpreis im Rahmen von Entspannungs-Zeichen/Kriegsende nicht wieder auf das Niveau von vor dem Krieg sinkt. Daher werde ich bei einem deutlichen Ölpreis-Rückgang wieder Öl-Aktien zukaufen. Der Krieg wird nicht ewig dauern.)

    Hallo valueman,


    gestern herrschte bei mir "Land unter", und ich bin einfach nicht dazu gekommen, eine Antwort zu schreiben.


    Auch ich fahre mein Depot seit geraumer Zeit tendenziell defensiver und mit weniger Risiko. Ich bin eben auch älter geworden und möchte den Stress nicht mehr. Die Erfahrungen, dass man mit mehr Geduld bei gleichzeitig vorsichtigerem Anlegen weiter kommt als mit riskanten Investments, kommen natürlich hinzu.


    Allerdings ist die Börse auch mein Hobby. Ich "wühle" gern rum, lese viel und schauen nach Anregungen. Dementsprechend besteht halt ca. ein Viertel des Depots aus etwas riskanteren Aktien, wozu ich auch Nebius mit seinem starken Wachstum zähle. Auf diese Weise passiert im Depot doch ab und zu mal etwas, und das hilft mir auch dabei, mich nicht um Langfrist-Investments zu kümmern und diese einfach durchzuziehen. So ist das eben bei einem Hobby: Man muss manchmal aktiv werden; ansonsten ist es zu langweilig.


    In den vergangenen Monaten ist es tatsächlich ungewöhnlich gut gelaufen. Zunächst ist der Schwerpunkt EM-Aktien sehr gut gelaufen, und das schrittweise Umschichten von EM-Aktien in Öl-Aktien hat sich viel schneller als erwartet als richtig erwiesen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt: Ich bin davon überzeugt, dass der Krieg in Nahost lediglich der Auslöser für steigende Ölpreise war - ansonsten wäre der Anstieg später erfolgt.


    Dass es so gut gelaufen ist, ist sicherlich auch den langjährigen Erfahrungen geschuldet. Die vielen Jahre Börse waren durch zahlreiche Rückschläge und Fehler gekennzeichnet, und der Irrtum war mein ständiger Begleiter. Das lehrt Demut. Wer da behauptet, er habe immer oder fast immer alles richtig gemacht, ist ein Lügner. Mein Glück und Erfolgsrezept war und ist einfach, dass die groben Weichenstellungen sich als klug erwiesen haben, und diese Weichenstellungen sind einzig und allein meinen eigenen Überlegungen geschuldet. Ich war auf diese Weise immer wieder antizyklisch unterwegs. (Schnell habe ich festgestellt, dass Börsenbriefe nicht viel bringen, da man mit ihnen quasi automatisch prozyklisch unterwegs ist. Anscheinend haben wir beide ähnliche Erfahrungen gemacht - Stichwort "Börsenschreiberlinge".)


    Ansonsten: Ich könnte alles unterschreiben, was Du da geschrieben hast. Überhaupt: Physisches Gold. Allein die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer macht bereits sehr viel aus.


    Und zu den möglichen Gewinnen mit Explorern, Developern und Minenaktien insgesamt: Die o.g. jahrelangen Erfahrungen haben mich zum Aussteigen bewegt. Nach einer so starken Aufwärtsbewegung kommt praktisch immer eine entgegengesetzte Entwicklung, deren Ursache man, wie immer, erst nachträglich sehen kann. Man muss einfach immer mal wieder "Steine" vom Spieltisch nehmen. (Das hatte mich auch zum Ausstieg aus Equinor bewogen, und entgegen meiner ursprünglichen Absicht habe ich gestern doch noch zwei andere Öl-Aktien im Bestand deutlich reduziert, darunter Petrobras. Das ist ein bisschen schade, da ich die Aktie als Dividenden-Vehikel gekauft hatte. Wenn man sich aber mal den Langfrist-Chart und die starken Schwankungen anschaut, dann ist es nicht verkehrt, innerhalb der jetzigen brutalen Aufwärtsbewegung mal wieder ein wenig den Rückwärtsgang einzulegen. Trotzdem sind Öl-Aktien noch immer der Schwerpunkt im Depot.)


    Schön ist, dass ich nun eine hohen Cash-Anteil habe. Ich habe nämlich durchaus den Verdacht, dass die Börsen erst jetzt realisieren, dass der Nahost-Krieg deutlich länger als erwartet dauern dürfte. Es kann also gut sein, dass die kommenden weltwirtschaftlichen Probleme bei den Aktienindizes noch deutlich Spuren hinterlassen werden. Mit einem schönen Cash-Anteil kann man gut von der Seitenlinie aus zuschauen.


    Auch ich habe TPL nicht gekauft, weil sie schon zu hoch steht. Aber ich bin auch vorsichtig, da ich das Geschäftsmodell zwar interessant finde, aber die konkreten Erfolgschancen mir persönlich zu undurchsichtig erscheinen. Von daher fällt die Aktie bei mir ohnehin durchs Raster.


    Gewinnsicherungsstopps bei den Ölaktien sind sehr vernünftig, denn nach so einem starken Anstieg liegen Rückschläge ja beinahe schon in der Luft. Insbesondere bei Petrobras habe ich aber bereits jetzt einen Teilverkauf vorgenommen, weil die Umsätze mit den Originalaktien in Deutschland nicht besonders hoch sind. Mit einer etwas größeren Verkaufsorder kann man leicht den Kurs nach unten ziehen. Da ist es besser, bei guter Stimmung Verkäufe vorzunehmen.


    Zum Silberkauf: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das einmal als Fehler herausstellen wird.


    Ich habe übrigens gestern eine erste Tranche Hims&Hers (Telemedizin, WKN A2QMYY) gekauft. Das Unternehmen hat bereits eine siebenstellige Kundenanzahl und expandiert aggressiv. In den vergangenen 52 Wochen lag das Hoch bei 70 USD. Gestern standen sie bei 22 USD. Der Grund: Das Geschäftsmodell wird angezweifelt, und alles, was mit Technologie zu tun hat, hatte es in den vergangenen Monaten ohnehin schwer. Hinzu kamen Patenstreitigkeiten mit dem Pharmakonzern Novo Nordisk. Es ging um das erfolgreiche Gewichtsreduktionsmedikament ("Abnehmspritze"). Hims&Hers hatte eine Konkurrenzprodukt "zusammengebastelt". Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen war sehr interessant: Der Kurs stieg wegen sehr guter Quartalszahlen stark an, brach aber wegen der Skepsis hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung wieder zusammen. Es wurde die Übernahme des australischen Konkurrenten Eucalyptus verkündet: Der Kurs stieg stark an, brach aber wieder zusammen. Und vor einigen Tagen kam dann diese Nachricht: Die Patentstreitigkeiten mit Novo Nordisk sind erledigt - Hims&Hers kooperiert nun mit Novo Nordisk und vertreibt deren Original-Präparat. Das finde ich genial. Das Management von Hims&Hers ist nicht untätig und scheint fähig zu sein. Ist das bereits ein Meilenstein? Geraten nun andere Pharma-Konzerne unter Zugzwang, ebenfalls Hims&Hers und sein Geschäftsmodell anzuerkennen und mit der Firma zu kooperieren? Wer weiß: Vielleicht wird die Firma die nächste Starbucks. Ich kann mir vorstellen, dass die Sache ähnlich wie mit einer Hausbank verläuft: Erst hat ein junger Mensch ein Girokonto - und wenn es dann später um Kredite und Geldanlagen geht, dann besteht bereits der Kontakt zu dieser Bank, die dann auch gute Chancen hat, diese Angelegenheiten zu übernehmen. Vielleicht läuft es ja bei Hims&Hers mit seinem Abo-Modell ähnlich. Berührungsängste mit dem Thema Telemedizin habe ich nicht, denn die jungen Leute sind es ja gewohnt, enorm viele Dinge online zu erledigen.


    Das wars erstmal. Ich wünsche ein schönes Wochenende!

    skeptisch4ever

    Deine Ausführungen zum Ölpreis: Genau solche Gedanken hatte ich mir auch gemacht. Es sieht so aus, als würde der Ölpreis immer wieder mal (im Abstand von mehreren Jahrzehnten) auf eine ganz andere Ebene gehoben, auf der er dann - unter starken Schwankungen - für Jahre und Jahrzehnte verharrt. Das würde auch mit meinen Überlegungen zum Gold-Öl-Verhältnis von 15 bis 20 korrespondieren, was bei einem Goldpreis von 5.000 USD dann einem Ölpreis von 250 bis 333 USD entsprechen würde.


    Dann würden natürlich wieder alle jammern (Benzinpreise, Konjunktur usw.). Aber es liegt halt nicht in der Verantwortung der Rohstoffe, wenn Gesellschaften bzw. Politik ihre Währungen vor die Wand fahren, sei es durch einen völlig überzogenen Wohlfahrtsstaat, Klientelpolitik, Gelddruckerei, Schuldenorgien etc., wobei das alles natürlich ineinander übergeht. (Und steigende Preise sind ja meistens nichts anderes als ein Ausdruck des Kaufkraftverlustes.)


    valueman


    Von mir gibt es immer mal wieder längere Texte zu lesen. Ich möchte gern einfach meine Überlegungen mitteilen und hoffe auf einen detaillierten Gedankenaustausch. (Oft kommt es auf Details an, die man schnell übersehen kann. Solche Details bieten immer wieder mal tiefere Einsichten und Anlass, unter einem ganz anderen Blickwinkel auf ein Investment zu schauen.)


    WPM ist eine der wenigen in meinem Depot verbliebenen Edelmetallaktien. Ich denke, ich würde bei einem Neueinstieg auch WPM ggü. FNV und RGLD den Vorzug geben. Man kann diese Royalty-Firmen wohl als Kompromiss zwischen physischem Metall und Aktie betrachten. Ich fühle mich da wunderbar aufgehoben, da ich auf diese Weise einerseits weiterhin mit Goldaktien dabei bin, aber mir keine Sorgen wegen der von mir erwarteten Steigerung der Produktionskosten machen muss. (Zijin dürfte i.O. sein. Damit habe ich mich aber nicht intensiv beschäftigt.)


    Und nochmal zum Öl: Ich hatte hier zulasten der Liquiditätsreserven etwas über die Stränge geschlagen und einfach zu viele Öl-Positionen im Depot. Deshalb musste ich aktiv werden. Öl-Konzerne sind aber trotz des Equinor-Verkaufs noch stark im Depot vertreten, allen voran Petrobras.


    Nebius und Tech-Aktien: Ich denke einfach, dass dieser Technologie-Zyklus (Digitalisierung usw.) noch lange nicht am Ende ist. Nun ist also "KI" das nächste Zugpferd. Ich sehe das mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge.


    Das lachende Auge: Man denke daran, dass im Mittelalter ca. 90% der Menschen in der Landwirtschaft tätig waren. Man stelle sich vor, das wäre noch heute so: Dann gäbe es niemanden in der Automobilindustrie, in der Elektrizitätsversorgung usw., und der Lebensstandard wäre entsprechend niedrig. Wenn man es schafft, die durch KI überflüssig gewordenen Beschäftigten anderweitig "schaffen" zu lassen, dann kann der Lebensstandard nochmal einen gewaltigen Schub erleben, evtl. vergleichbar mit der Entwicklung vom Mittelalter bis heute. (Das alles ist natürlich nur möglich, wenn nicht irgendwelche Lobbyisten, Politiker u.a. dazwischenfunken.)


    Das weinende Auge: Die o.g. positiven Aspekte sind graue Theorie. Die Realität wird für unsere Gesellschaften starke "Verwerfungen", teilweise Katastrophen, mit sich bringen - einfach, weil das alles so verdammt schnell geht.


    Ich habe mit der Branche zu tun. Am vergangenen WE habe ich noch mit jemandem telefoniert, der in die USA ausgewandert ist und dort Karriere gemacht hat. Er hat bis vor kurzem meine Ansichten zur KI und zur Arbeit von Informatikern und Ingenieuren i.w. geteilt, nämlich in etwa so: "Es kommt auf die Präzision an, und wenn die KI z.B. das Programmieren übernimmt, dann muss die KI zunächst ganz gezielt mit Informationen gefüttert werden - und dann besteht die Arbeit der Informatiker und Ingenieure eben aus dem Füttern der KI, was dann einfach bedeutet, dass sich das Berufsbild wandelt". Mein Bekannter sieht das nun, nachdem er mit einigen arbeitslosen Kollegen gesprochen hat, nicht mehr so. Er sagt, dass Ingenieure (gute Leute, wohlgemerkt) hundertfach Bewerbungen schreiben, aber trotzdem nichts mehr finden. Der Hintergrund: Die KI beginnt, Kreativität zu entwickeln - das ändert alles und wirft bisherige Überlegungen über Bord. Ich kann seine Argumente nachvollziehen und bin auch dabei, jetzt anders über KI zu denken.


    Wir gehen anscheinend diesen Weg: Rechenleistung ist das neue Gold, und wer noch viele Ingenieure beschäftigt, ist zu teuer. Und Rechenleistung bedeutet: Zugang zu modernen Chips und zu Energieversorgung.


    Ich schreibe an dieser Stelle (auch als Erinnerung für mich - zum Nachlesen in ein paar Jahren) nochmal auf, was mich für Nebius positiv stimmt.

    1. Als eine der wenigen Firmen Zugang zu den neuesten Nvidia-Chips

    2. "Ritterschläge" durch Großkonzerne (Nvidia, Microsoft, Meta)

    3. Verwässerung des Aktienkapitals hält sich in Grenzen, da Kunden Vorauszahlungen leisten

    4. M.E. der wichtigste Punkt: Neben der Rechenleistung wird auch Software angeboten, so dass Kunden "alles aus einer Hand" bekommen können

    5. Nebius hat russischen Hintergrund. (Ich hatte bereits mit Auswanderern aus der Sowjetunion zu tun. Mein Eindruck: Die müssen eine sehr gute Ausbildung genossen haben, denn sie verfügten über fundiertes Hintergrundwissen - sie gehörten zu den Besten.)


    Mein zweiter Tech-Favorit ist übrigens AMD. Dr. Lisa Su ist nicht nur CEO, sondern auch Vorsitzende des Board of Directors. Das ist eher ungewöhnlich und scheint der Firma eine enorme Flexibilität zu verleihen. Immerhin hat sie es geschafft, aus einem Pleite-Kandidatin eine florierende Firma zu machen, die Intel den Rang abgelaufen hat. Ich denke, das kann man so sagen; im Jahr 2000 wäre das wohl undenkbar gewesen. Die Dame ist übrigens mit dem Nvidia-Chef verwandt. Nun ja, und AMD ist Nvidia-Konkurrent. Der KI-Markt dürfte für beide Konzerne genug Futter bieten. (Den Einstieg von Nvidia bei Nebius kann man auch unter dem Aspekt betrachten, dass Nvidia sich damit zukünftige Nachfrage nach seinen Chips sichert - auch wenn diese Überlegung zum jetzigen Zeitpunkt weit hergeholt wirkt.)


    Ich persönlich habe für meine beiden Tech-Favoriten so hohe Kursziele, dass ich sie hier lieber nicht schreibe.


    Du triffst immer wieder eine gute Auswahl, valueman. Das beobachte ich seit Jahren. WPM und Equinor sind da nur Beispiele. Hoffen wir beide mal, dass man das ("gute Auswahl") auch in den Jahren 2030 und 2035 rückblickend bzgl. Nebius (und bitte auch bzgl. AMD) sagen kann.

    skeptisch4ever


    Du schriebst am Freitag: "bin aktuell auf der Suche nach Öl- (und Gas-/LNG-?)Aktien, die NOCH billig sind …".


    Meine Gedanken dazu: Das ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, da "der Markt" nur selten etwas übersieht. (Und wenn etwas "noch billig" ist, dann kann leicht etwas faul sein, so dass Vorsicht angesagt ist.)


    Rastelly


    Auch ich kann zu BlueNord nichts beitragen.


    valueman


    Ich schrieb am 19. Februar, also vor vier Wochen, dass ich mich - mit Ausnahme der großen Royalties - von sämtlichen Gold- und Silberaktien getrennt habe. Einer der Gründe war meine Erwartung steigender Förderkosten, worauf es ja nun anscheinend (man schaue auf den Ölpreis) auch hinausläuft.


    M.E. ist der Krieg USA/Israel-Iran lediglich der Auslöser für steigende Ölpreise. Über kurz oder lang wäre Öl ohnehin teurer geworden, denke ich. Auch gehe ich zwar davon aus, dass es auch beim Ölpreis immer mal wieder heftige Kursrutsche geben kann, aber so niedrige Preise wie 60 USD pro Barrel erwarte ich nicht mehr. Ich denke vielmehr, dass wir uns an ein grundsätzlich höheres Ölpreis-Niveau werden gewöhnen müssen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich jetzt bei tieferen Kursen keine Gold- und Silberminen-Aktien zurückkaufen werde. (Der Markt darf sich jetzt ruhig erstmal auskotzen. Warten wir ab, wie tief es geht. Wie es danach weitergeht, werde ich dann sehen.)


    Von Equinor habe ich mich übrigens heute getrennt. Der Grund ist simpel: Durch die Kursentwicklung der Ölaktien geriet mein Depot aus der Balance. Ich mag es einfach nicht, wenn ich zu einseitig investiert bin. Da hat es nun schweren Herzens Equinor getroffen. Ich danke Dir nochmal für Deinen Hinweis von vor einigen Wochen: Das waren nun 55% Kursgewinn mit einer nicht unbedingt kleinen Position. Manchmal muss man auch Glück haben.


    Richtig atemberaubend finde ich auch die Kursentwicklung von Petrobras. Eigentlich hätte ich davon ein paar verkaufen müssen, aber die Produktionsausweitungen und überhaupt die guten Zahlen und die Erwartung zukünftig wieder steigender Dividenden haben mich dazu veranlasst, dies nicht zu tun. Ich hoffe, dass ich dafür nicht eines Tages noch bestraft werde.


    Insgesamt ist die Entwicklung der Ölaktien einfach brutal, siehe z.B. auch Var Energi, einer meiner Dividenden-Lieblinge. Jemand, der noch nicht dabei ist, dürfte Krämpfe in den Fingern bekommen, wenn er an der Tastatur sitzt und einen Kaufauftrag erteilen möchte.


    Nochmal zu Nebius: Nun hat sich Nvidia an Nebius beteiligt. M.E. ist das ein Ritterschlag. Ein paar Tage später hat Meta einen Großauftrag von bis zu 27 Mrd. USD erteilt. Davon sind 12 Mrd. fix. Die restlichen 15 Mrd. sind Rechenkapazität, die von Meta gekauft werden - "falls Nebius sie nicht an andere Kunden verkauft". Das sieht für mich eher so aus, als hätte Meta gern direkt für 27 Mrd. zugeschlagen, aber Nebius möchte sich auch gern Kapazitäten für andere Kunden freihalten. Nebius wächst so dramatisch schnell, meine Güte. Allein der Meta-Auftrag hat eine Größenordnung von annähernd der Marktkapitalisierung. Die Firma bleibt mein absoluter Top-Favorit unter den Tech-Aktien, zumal sie neben der Rechenkapazität ja auch die benötigte Software bereitstellt. (Der Kapitalbedarf ist natürlich riesig, so dass sie nun doch eine Wandelschuldverschreibung ausgegeben haben.)

    Die Großaufträge seitens Microsoft und Meta dürften richtungsweisend sein. Solche Konzerne stecken nicht Milliarden in irgendwelche Klitschen, die nicht zuvor durchleuchtet wurden.


    Grüße nach München

    So verstehe ich jedenfalls Eure Beiträge. Raus aus den meisten Aktien, Minen, Uranwerten usw., zumindest dann, wenn nur Zukunft gehandelt wird (AYA, UUUU usw.).

    Das dürfte prinzipiell richtig sein.


    Ich denke, dass wir dauerhaft einen deutlich höheren Ölpreis als in den letzten Jahren haben werden. Falls meine Vermutung zutrifft, dürfte das dann zur Folge haben, dass die Inflationsraten und dementsprechend konsequenterweise auch die Anleihen-Renditen steigen werden. Die Konsequenz aus höheren Anleihen-Renditen ist wiederum, dass die bereits hochbewerteten Aktien mit ihren mickrigen Dividenden und hohen KGVs relativ zu Anleihen noch teurer wirken als sie es ohnehin heute schon sind.


    Das alles ist für die Aktien, in denen "nur Zukunft gehandelt wird" natürlich sehr negativ, da einerseits die Kosten steigen (insbesondere der Bergbau benötigt viel Energie), andererseits die für die Zukunft erwarteten Gewinne deutlich stärker abgezinst werden müssen (also praktisch einen niedrigeren Wert/eine niedrigere Kaufkraft haben, um es etwas simpler auszudrücken).


    Ich hatte an anderer Stelle vor ein paar Wochen bereits geschrieben, dass ich aus allen Edelmetall-Aktien (gemeint sind die Förderer, Explorer, Entwickler etc.) ausgestiegen bin und nur noch die drei großen Royalties (WPM, RGLD, FNV) halte, weil diese mit den steigenden Kosten der Förderung nichts am Hut haben.


    Was jedoch auch zu bedenken ist: Steigende Anleihen-Renditen bedeuten gleichzeitig fallende Anleihen-Kurse. Der Anleihen-Markt ist daher innerhalb eines Trends steigender Renditen alles andere als "sexy", da man sich leicht Kursverluste einhandelt - und zwar umso stärker, je höher die Restlaufzeit einer Anleihe ist. Daher fallen Anleihen als Konkurrenz zum Standardaktien-Markt m.E. größtenteils aus.


    Fazit: Ich bin aus o.g. Gründen sehr skeptisch gegenüber EM-Aktien allgemein (mit Ausnahme der Royalties) und auch skeptisch ggü. diesen "Hoffnungswerten", also denjenigen, in denen nur die Zukunft gehandelt wird. Bei soliden Standard-Aktien bin ich, da der Anleihen-Markt eher keine wirkliche Konkurrenz darstellt, gar nicht so skeptisch - es sei denn, sie sind tatsächlich hoffnungslos überteuert. Für Öl-Aktien bin ich logischerweise optimistisch, zumal viele von denen auch sehr schöne Dividenden ausschütten. (Aber auch hier gehe ich Explorern/Entwicklern nun eher aus dem Weg.)


    Ganz anders sieht es übrigens für den Standardaktien-Markt aus, wenn die Anleihen-Renditen - irgendwann - mal wieder einen Aufwärtstrend entwickeln sollten - das würde steigende Anleihen-Kurse bedeuten, und das ist dann evtl. eine brutale Konkurrenz zu hochbewerteten Standardaktien. Ggf. wird es erst dann so richtig gefährlich.


    Noch kurz zum Ölpreis: Historisch lag der Ölpreis typischerweise im Verhältnis 15-20 zu Gold. Bei Gold 5000 würde dies einem Ölpreis von 250-333 USD pro Barrel entsprechen. Ich weiß natürlich nicht, ob wir einen solchen Ölpreis sehen werden, aber wundern würde es mich nicht. (Das hätte natürlich wiederum massive Auswirkungen auf die Konjunktur und die Kosten, was dann wiederum gegen Aktien sprechen würde, auch gegen Standard-Aktien - mit Ausnahme der Öl-Förderer natürlich. Hach, wenn das doch nicht alles so kompliziert und unmöglich vorhersehbar und schwer einzuschätzen wäre.)

    Hallo Polkrich,


    die Fragen kann ich Dir leider nicht beantworten, da auch ich keine Glaskugel habe. Ich kann nur ein paar Namen von Unternehmen, aus denen ich eine Auswahl treffen würde, in den Raum werfen:

    Neben Petrobras und Equinor sind das

    - Var Energi

    - Cenovus Energy

    - Aker BP

    - Suncor Energy

    - Canadian Natural Resources

    - Viper Energy (eine Royalty-Firma)


    In Zeiten von Google und Co. informierst Du Dich am besten selber über Details - so kannst Du dann auch gezielt genau nach den Informationen filtern, die für Dich am wichtigsten sind. (Es macht ja keinen Sinn, wenn ich hier jetzt lange Texte schreibe und nur ein Teil davon für Dich relevant ist.)


    Daneben finde ich noch BW Energy interessant. Die sind ganz gut aufgestellt, müssten m.E. bald mit Dividendenzahlungen beginnen und haben mit ihrer Beteiligung an den Aktivitäten von Reconnaissance Energy Africa so etwas wie einen Lotterieschein in petto.


    Auch finde ich Meren Energy interessant: Die Dividende beträgt derzeit ca. 10%, und es besteht eine Beteiligung an Feldern vor der Küste Namibias, die derzeit - federführend durch Total - entwickelt werden.

    Hallo valueman


    Zu letzterem Punkt ("negativ"):

    Da bin ich tiefentspannt, da Großkunden Vorauszahlungen leisten, wodurch das Wachstum kaum durch Verschuldung/Zinszahlungen oder Kapitalerhöhungen finanziert werden muss.


    Zu den positiven Eindrücken: Die 7-9 Mrd. beziehen sich soweit ich weiß auf 2027, nicht auf 2026.


    Und: Schau Dir mal diese Meldung zur Vereinbarung zwischen Microsoft und Nebius an; es geht allein hier schon um zweistellige Milliardenbeträge in wenigen Jahren:

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1513845/000110465925088312/tm2525580d1_6k.htm


    Auch dies ist interessant (hier einfach mal auf die Aussage von Arkady Volozh achten):

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1513845/000110465925088312/tm2525580d1_ex99-1.htm


    Hier noch die entsprechende Meldung einer Nachrichtenseite:

    Nvidia-Backed Nebius Stock Soars 50% on AI Infrastructure Deal With Microsoft
    Shares of Nvidia-backed Nebius Group soared Tuesday after the artificial intelligence infrastructure provider struck a deal with Microsoft worth up to $19.4…
    www.investopedia.com


    Und hier geht es um eine Vereinbarung zwischen Nebius und Meta:

    https://www.reuters.com/technology/ai-cloud-firm-nebius-signs-3-billion-deal-with-meta-posts-more-than-four-fold-2025-11-11/


    Auf diese Seite hatte ich schon hingewiesen (unter "Research" finden sich Gratis-Analysen, davon viele zu Nebius):

    Northwise Project
    Northwise produces long-form, fundamental research in tech designed to help investors think clearly about businesses, not react to headlines.
    northwiseproject.com


    Die aktuellste Analyse zu Nebius ist von Samstag, allerdings im Premium-Bereich und damit nicht frei zu erhalten. Nur soviel: Northwise betrachtet den aktuellen Kurs als Kaufgelegenheit.


    Ich kann insgesamt nur sagen: Wenn ich die Aktie nicht schon hätte, würde ich sie angesichts der Möglichkeiten zeitnah kaufen wollen. (Selbstverständlich ist auch das nur meine ganz persönliche Ansicht. Ich will hier auch keine Werbung für Nebius machen, sondern schreibe zu dem Unternehmen, weil ich selten ein Investment hatte, von dem ich so stark überzeugt war - und dazu möchte ich mich mit erfahrenen Börsianern austauschen.)

    valueman


    Mir geht es genauso: Ich muss keine Risiken mehr eingehen.


    Und ich habe vor gut 4 Jahren damit angefangen, Schritt für Schritt gezielt konservative Dividendenaktien ins Depot zu nehmen. Das hatte ich mir ca. in 2000 so überlegt, also vor ungefähr 25 Jahren - und je näher ich am Renteneintritt bin, desto konsequenter ziehe ich das durch.


    Es ist ein absoluter Glücksfall für mich, dass einerseits quasi alles total teuer ist (Standardaktien, Anleihen, Immobilien), aber genau das, was wirklich praktisch immer benötigt wird, ist m.E. (noch?) nicht überteuert - nämlich Rohstoffe, und unter den Rohstoffen sind es ausgerechnet Öl und mit ihm die dividendenstarken Öl-Förderer, die in der Preisentwicklung (noch?) nicht so weit fortgeschritten sind, um mal gezielt etwas zu untertreiben.


    Allerdings gehe ich in der Auswahl anders vor: Ich schaue mir nicht Werte an, auf die ich aufmerksam werde, sondern schaue mich nur innerhalb der Branchen um, die ich für investier-würdig halte. Aber Dein Ansatz ist natürlich auch i.O. und führt vermutlich auch zu etwas mehr Ausgewogenheit im Depot. (Das stört mich aber nicht, weil ich mir meinen Ansatz (also mit einigen wenigen Schwerpunkten) leisten kann.)


    Die von Dir erwähnten Carlisle und Amcor kann man sicherlich kaufen, denke ich. Der Charme bei beiden ist, dass sie nicht im Rampenlicht stehen, ihre Produkte aber wohl unerlässlich sind. Das ist also nicht wirklich weit von meinen Überlegungen entfernt. Für mich wären sie evtl. auch interessant, aber irgendwo muss ich auch mal Grenzen ziehen, und ich möchte auch nicht die Übersicht verlieren.


    Neben dieser Dividendenorientierung leiste ich mir aber auch noch den Luxus, eher etwas spekulativere Titel beizumischen, diese aber natürlich mit geringerem Volumen. Daher intereessiere ich mich auch z.B. für KI-Aktien.


    Kurz noch zu KI: Seit einigen Wochen herrscht an der Wall Street Skepsis bzgl. KI. Beispielsweise wird kritisiert, dass die großen Tech-Konzerne enorme Investitionen in KI zu stemmen haben. Auch macht man sich Sorgen darüber, dass der ein oder andere Konzern darunter leiden dürfte, dass KI sein Geschäftsmodell gefährdet. Und heute ist mir beim Betrachten der Kurse das erstemal in diesem Jahr aufgefallen, dass die Nasdaq schwächelt (und mit ihr sämtliche von mir in obigem Zusammenhang beobachteten Tech-Konzerne), während gleichzeitig alle 4 von mir beobachteten unmittelbaren Profiteure der Investitionen in KI, also die KI-Infrastruktur-Unternehmen, im Kurs steigen - nämlich NVDA, NBIS, CRWV und IREN.

    Kann es sein, dass sich so langsam Spreu und Weizen voneinander trennen?


    Insgesamt sind es 3+1 Aktien, zu denen mich Deine Einschätzung interessieren würde: Neben TPL (Texas Pacific Land), NBIS (Nebius) und ZIM (ZIM Integr. Shipping) ist es noch RECO.V (Reconnaissance Energy Africa), zu der ich mich in deren eigenen Thread geäußert hatte.


    Rastelly


    Das heißt wohl, dass Du Royal Gold (RGLD) bevorzugst, richtig?


    In der Übersicht vermisse ich die Reserven bzw. Ressourcen, die die drei über ihre "Beteiligungen" halten. Zu Franco-Nevada: FNV hinkt wegen der Cobre-Panama-Sache hinterher. Das ist also nicht wirklich schlimm, denn einerseits gehe ich davon aus, dass die Mine wieder gestartet werden wird. Andererseits ist es ja einer der Gründe, Royalties zu kaufen: Wenn so etwas passiert, dann steht ein Minenbetreiber evtl. vor dem Abgrund - bei Royalties ist das Risiko gestreut.


    Grüße