Morris Hubbart, na ja.
Wenn man sich einfach mal die Charts dreier großer Senior-Produzenten (in USD) anschaut und die Kursentwicklung seit dem Jahr 2000 (als Gold sein Tief markierte) mit der Entwicklung des Goldpreises vergleicht, dann kommt man zu diesem Resultat:
- Agnioco Eagle: Die Aktie hat sich deutlich besser als der Goldpreis entwickelt.
- Newmont: Bei Newmont wird das gegenüber Gold schon knapp - trotz der Dividenden
- Barrick: Trotz der Dividenden war Gold die deutlich bessere Wahl
Na gut - hier geht es nun also um Junior-Aktien. Ich mache mir jetzt nicht die Mühe, Juniors bzw. ehemalige Explorer rauszusuchen, die seit dem Jahr 2000 nicht übernommen wurden und - darauf kommt es an - auch überlebt haben. Was ich damit sagen will: Massenhaft Junioren und Explorer haben es nicht geschafft, die hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen. Und das hat u.a. auch damit zu tun (und deshalb schreibe ich diesen Beitrag überhaupt), dass mit der allgemeinen Inflation natürlich auch die Förderkosten steigen, was entsprechend auf die Gewinne und auf die Kurse drückt.
Wir alle haben doch hier erlebt, wie enttäuschend die Kurse vieler Minenaktien sich über längere Zeiträume entwickelten, obwohl Gold stark war. Eine solche Phase kann durchaus wieder bevorstehen. Sollte der Goldpreis jetzt erstmal für ein paar Jahre seitwärts tendieren (was dann wohl nicht überraschend sein dürfte), dann wird es mit den Kursen der Minenaktien sicherlich nicht einfach so weiter aufwärts gehen.
Konkret gehe ich sogar davon aus, dass Gold der Preisentwicklung an den Märkten (und auch der Gelddruckerei seitens der Notenbanken) vorausläuft. Und da bereitet mir der Ölpreis gewisse Sorgen: Sollte er deutlich steigen, dann könnte die Party hier recht schnell vorbei sein, denn das Bergbaugeschäft ist energieintensiv. (Hinweis: Ich bin stark in Ölaktien investiert und habe den Bestand an Edelmetallaktien stark reduziert, weil ich von einem solchen Szenario ausgehe. Öl ist m.E. einfach derart billig (wenn man den Preis mit anderen Rohstoffen vergleicht), dass es ein Hohn ist. Ich denke doch, dass sich die Verhältnisse in den kommenden zwei bis drei Jahren deutlich angleichen werden.)
Dies sei nur einmal am Rande erwähnt und sollte - bitte - nicht zerredet werden. Ich kann mich da total irren, so dass ich demnächst staune, was ich da mal geschrieben habe. Aber das ist nunmal derzeit meine persönliche Sicht auf die aktuelle Sachlage. (Ich werde sowieso immer skeptisch, wenn ich in guten Zeiten so extrem optimistische - und prozyklische - Vorhersagen wie die von Hubbart lese. Im Normalfall liegt man ja bekanntlich eher falsch, wenn man blind dem Zeitgeist und der großen Masse folgt. Und da hilft es auch nicht, wenn dann - nachträglich natürlich - irgendwelche Aktien präsentiert werden, deren Kurs sich tatsächlich verzwanzig- oder verdreißigfacht hat - denn diese Aktien hatte sicherlich kaum jemand auf dem Radar, UND so gut wie niemand ist dann wirklich billig eingestiegen UND hat die Aktie bis zum Hoch gehalten UND am Hoch verkauft. Wer etwas anderes behauptet, orientiert sich rein an der Theorie und ist eher ein Dampfplauderer.)