Das einzige was manche vergessen ist, dieses errungene Glück auch mal zu genießen.. mal hinsetzen und durchschnaufen.
Genau hier machen viele (hier) den entscheidenden Fehler,der sie zum Scheitern bringt!
Die Menschen hier sind sehr fremdenfeindlich, insbesondere gegenüber Einwanderern die mit Geld kommen und "dasitzen und genießen". Die Gesellschaft hier beruht auf Zusammenarbeit und gegenseitigem Austausch (ein Erbe des Kommunismus? ) . Keiner ist dir böse, wenn du Probleme mit der Sprache hast, wohl aber wenn du nichts zur Gemeinschaft beiträgst.
Es Ich üblich, beispielsweise beim Schlachten, den Nachbarn etwas abzugeben, doch das will auch erwidert sein! Selbes gilt bei der Ernte im Garten.
Selbst wenn man sich, wie wir, auf Obst und Gemüse beschränkt, muss das kommuniziert und akzeptiert! werden. Wenn du zB das Haus eines Schweinezüchters kaufst, musst du auch Schweine aufziehen, da führt kein Weg vorbei. Einfach weil die Gemeinschaft diese Leitung benötigt.
Landwirtschaft, vor allem von Hand, auf kleinen Flächen ist harte Arbeit - für mich Erfüllung. Doch dies gelingt auch nur mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrung. Ist der Ertrag zu gering, sinkt dein Beliebtheitslevel ebenso drastisch. Wenn du gefühlt zu wenig tust auch....
Mit der Zeit wächst du in so eine Gemeinschaft und dann kannst du ein wahrhaft erfülltes Leben hier, ganz nahe am Paradies führen Doch der Weg war auch für uns kein Spaziergang.
Gefeiert wird hier oft, viel und ausschwrifend - aber man feiert nur mit Freunden!
Als Außenstehender, von denen es auch hier einige gibt, lebst du wie im Gefängnis und kannst froh sein, wenn dir jemand etwas verkauft. Naja, 20km weiter gibt's Supermärkte, da treffen sich dann "Die Deutschen", "Die Franzosen",...
Wir haben hier über einige Orte eine Gruppe von primär Familien aus Deutschland aufgebaut, die als Anlaufstelle für Neuankömmlinge fungiert. Irre was das für Träumer und Illusionisten kommen.
Ich schätze, dass von den Familien, die aus Deutschland kommen hier 90% im ersten Jahr scheitern. Einige ziehen dann in die nächste Stadt, viele geben aber frustriert auf.
Ich hab hier bei einem Freund die ersten Jahre jeden Sommer in seinen Gärten und auf den Feldern mitgearbritet. Das schafft Verbindungen und man lernt die Böden, Abläufe, Menschen etc kennen. Das ist hier vollkommen anders wie in DE. Während wir in DE alles vorgezogen hatten, wird hier fast alles direkt gesät. Die Sorten sind alt und benötigen eine ganz anderen Umgang , usw.
Ich hab hier auch nur deshalb ein Filetstücken im Ort und viele Vorzüge bekommen, weil ich mir in diesen Jahren einen guten Namen machen konnte. Ohne Offenheit, Freundlichkeit und harte Arbeit wäre das, selbst mit meinen umfangreichen Kenntnissen nicht möglich gewesen.
Doch Du hast recht und heute genieße ich jede Minute hier und bin froh so gut aufgenommen worden zu sein und zur Gemeinschaft zu gehören.