Wie oft muss denn das irrige Narrativ der Zinssensitivität des Goldes noch widerlegt werden?
Haben wir den fulminanten Ausbruch über 2000$ am temporären Zinshoch, oder am Zinstief gesehen? Und jetzt sage bitte keiner, Gold hätte die bislang erfolgten 100 Basispunkte Zinssenkung antizipiert und explodierte deswegen um 85%. Es ist auch 2022 von 1600$ aus angestiegen, obwohl dort das Zinstief war!
Abgesehen von kurzfristigen Gefühlsausbrüchen, meist nur intraday, folgt der Preis tendenziell schon dem zinsbasierten Spielgeldmarkt. Der Zins ist dabei aber nur der Trigger, also eher eine Art Symptom bzw. ein sichtbarer Auslöser der Krankheit. Mittel- und langfristig folgt er der Geldmengeninflation, so wie alle Preise sämtlicher Waren der Inflation folgen, schlicht weil sie es müssen. Die fatalen Ausschläge sind stets Zeichen von Spekulationen aufgrund Krisen und echter Nachfrage, wobei die Drückerei immer länger anhält, da das Zeug während Zeiten geringer Nachfrage einfacher und öfter hin- und hergeschoben werden kann.
Der Zins ist eben lediglich ein Faktor unter vielen, nur eben ein ziemlich offensichtlicher, der, sofern der Zins nachhaltig fällt, impliziert dass langfristig viel billiges Geld auf dem Markt landen wird und in dem Zuge der steigende Pegel alle Boote heben wird. Allerdings nur wenn der Umstand eine gewisse Zeit lang bestehen bleibt. Auf fallenden Zinsen hin in EMs zu investieren ist somit eine mittelfristige Wette auf weiterhin tiefe Zinsen und folglich anhaltende Steigerung der Geldmenge. Langfristig gesehen ist diese Werte auch immer aufgegangen, weil ein QT immer die Gefahr birg eine Rezession oder gar Depression auszulösen, welche von den Börsen nicht gewollt ist.