Zitatquote='wef',
Ich seh schon das Thema interessiert hier (fast) niemanden. Ich werde wohl demnächst dazu einen eigenen Thread aufmachen. Allerdings erst nach dem Urlaub.
Natürlich ist das Thema interessant und ein eigener Thread dazu nur wünschenswert. Dass die Materie aber kompliziert und zeitintensiv ist, steht außer Frage. Bei manchen deiner Einlassungen zum Thema habe ich, bei allem Respekt selbstverständlich, aber den Eindruck, dass sie ein wenig zu sehr aus der Hüfte geschossen kommen nach der gerade erfolgten Lektüre der jeweiligen COT-Daten.
ZitatIn der Zwischenzeit muss ich hier nochmal nerven. Laut aktuellem COT werden etwa 84.000 Spreading Kontrakte gehalten.
Kannst Du so freundlich sein – was überhaupt bei diesen Fragen absolut unerlässlich ist – und einen diesbezüglichen Link bzw. Referenzen einstellen ? Ich erkenne aktuell 47.910 Spreading-Kontrakte nur bei den Futures und 62.414, wenn man Futures und Optionen zusammennimmt.
Futures:
http://www.cftc.gov/dea/futures/other_lf.htm
Futures und Optionen:
http://www.cftc.gov/dea/options/other_lof.htm
ZitatDen Löwenanteil haben dabei 12 (!!) Händler aus dem Bereich Managed Money. Das Managed Money ist ansonsten der grosse Long. 113 Händler halten knapp die Hälfte aller Long Kontrakte. Diese 12 scheinen aber ein ganz anderes Geschäftsmodell zu verfolgen.
Dabei gibt es aber nur 145.000 Kontrakte etwas längere Laufzeit (ungleich Okt und Dez). Ein bedeutender Teil dieser Kontrakte muss zu den "spreading" gehören. D.h. langfristig long oder short ist fast niemand in Gold.
Eine kurzfristige Zunahme der Spreading-Kontrakte würde vor allem auf eine zunehmende Unsicherheit bzgl. der kurzfristigen Währungsentwicklung hindeuten. Was mehr als nur nachvollziehbar wäre angesichts des nahezu täglichen YoYo-Musters zwischen Dollar und Euro.
Wenn die von Dir erwähnten großen Managed Money-Adressen (sie machen immerhin ein sattes Drittel des gesamten Open Interest beim Gold aus) z.B. in Gold-ETF´s für ausländische Kunden investieren und gleichzeitig von einem eher sinkenden Dollarkurs ausgehen, erreichen sie über den Spreading-Kontrakt, dass für ihre Anleger aus der Euro -, Sterling- oder Yenzone der Währungsverlust aufgefangen wird. Umgekehrt kann es geschehen, was jeder einfach physisch investierte Kleinanleger aus der Eurozone ständig mitvollziehen kann, dass ein steigender Goldpreis in Dollar in der eigenen Währung verpufft.
Mich würden die Spreading-Kontrakte der Commercials interessieren, aber die habe ich, anders als jene von Managed Money, noch nie zu Gesicht bekommen. Werden die irgendwo aufgelistet ?
ZitatWarenterminbörsen hätte ich mir immer anders vorgestellt.
Die Comex/CME in New York ist in hohem Grade der Sammelpunkt für allerlei derivative Prozeduren. Beim Gold, das kein Vebrauchsrohstoff ist, trifft das in einem noch größeren Ausmaß zu als bei Verbrauchmetallen und Energie.
Die auf der derivativen Long-Seite daran Beteiligten wollen ihre Gewinne in CASH realisieren. Nicht langfristig, sondern möglichst regelmäßig mit hoher Hebelwirkung und geringem Kapitaleinsatz in einem immer liquider werdenden Umfeld auf der richtigen Seite des Gechäftes sein - darum geht es dabei.
Und das, indem man mit Derivatkonstellationen bis hin zu synthetischen Longpositionen operiert, also z.B. einen Call mit einem gleichzeitigen Verkauf einer Put-Option kombiniert, wobei beide Optionen die gleiche Laufzeit und den gleichen Strike haben. Damit wird eine „richtige“ Future-Position an der Comex bei geringerem Kapitaleinsatz imitiert.
Die angehängte Grafik (nur bis Juni) zeigt, wie ultrabullish das Managed Money schon seit langem ist, mitunter sogar zu 99%. Es gibt Leute, die das jeweilige Verhalten von Managed Money als den besten Indikator für überkaufte oder überverkaufte Situationen ansehen.
So, jetzt muß ich aber schnellstens zum Sport
Grüße
auratico