Interessierte aufgepasst! Hier mal aus den vielen Beiträgen hier und anderswo eine zusammengetragene Blaupause:
Wichtig: Die nachfolgenden krisentypunterscheidenden Thesen und Empfehlungen gelten ausschließlich für folgende Ausgangssituationen:
- ich habe wenig Geld zur Verfügung bzw. will nur wenig Geld einsetzen (weil ich z.B. einer Versorgungskrise nur eine geringe bis mittlere Wahrscheinlichkeit einräume bzw. bei steigender Wahrscheinlichkeit glaube, noch ganz rasch reagieren zu können (viel Bargeld, ultimative Hamsterkaufmöglichkeit))
- ich habe wenig Zeit zur Verfügung bzw. will nur wenig Zeit einsetzen (weil ich z.B. voll im Berufs- und Familienleben stehe und zur Zeit durch eine aufwändige Beschäftigung mit der Bevorratungsthematik weder Beruf noch Familie vernachlässigen kann (denn sonst gibt es dort „die“ Krise))
- ich habe wenig Platz (Lagerraum) zur Verfügung bzw. will nur wenig Platz einsetzen
Für welchen Krisentypus muss ich also unter obigen Prämissen denn nun ganz konkret was tun?
1. Krisentypus: die kurzfristige Versorgungskrise (wenige Tage bis 2 Wochen)
Ich gehe allenfalls von einer allenfalls kurzfristigen Versorgungskrise (wenige Tage bis 2 Wochen) aus z.B. infollge
- Währungsumstellung
- Naturereignissen
Sodann gehe ich davon aus, dass die Produktion und Verteilung wieder auf einem Niveau anlaufen wird, das die Grundversorgung sicherstellt.
Welche Bevorratung?
Es ist keine Bevorratung erforderlich, solange es Trinkbares gibt, da der durchschnittlich gesunde, erwachsene Mensch bis 2 Wochen ohne Nahrungsaufnahme auskommen kann bzw. das reicht, was an Lebensmitteln vom letzten Samstagseinkauf in der Ecke rumliegt.
2. Krisentypus: die mittelfristige Versorgungskrise (2 Wochen bis 3 Monate)
Ich gehe allenfalls von einer mittelfristigen Versorgungskrise aus infolge
- Währungsumstellung, Finanzcrash, Produktionsausfällen
- Naturereignissen
- Krieg
bis dann wieder Produktion und Verteilung einsetzen wird auf einem Niveau, das die Grundversorgung sicherstellt.
Welche Bevorratung?
Unter obigen Minimalisten-Prämissen (!):
- ewig haltbaren Zucker
- Jahrzehnte haltbare Nudeln und Reis
- Jahrzehnte haltbare Tunfischdosen in Öl (Vorsicht Fukushima)
- alle zwei Tage eine Multivitamintablette aus dem Discounter-Röllchen
Das alles z.B. in einer Tonne licht-, luft-, ungezieferdicht gelagert. Fertig.
Als frische Beikost gibt es im Krisenfall dann Löwenzahn, Brennesseln usw.; als Ballaststoffe steht wie in historischen Hungersnöten die bewährte Baumrinde zur Verfügung
3. Krisentypus: langfristige Versorgungskrise (4 Monate bis mehrere Jahre)
Ich schließe einen völligen Zusammenbruch der hochkomplexen Just-in-time-Wirtschaft infolge Kaskadeneffekten, anarchisch-gewälttätigen Zuständen, keine nennenswerte Energieversorgung (Öl, Gas, Stromnetzausfall) nicht aus. Also eine Beendigung des uns bekannten zivilisatorischen Zusammenlebens wie in den letzten Jahrzehnten gelebt.
Mit Hilfe „von außen“ (Carepakete, Energielieferungen) rechne ich nicht, weil die Krise weltumspannend ist. Die heimisch-regionale Nahrungsmittelproduktion kommt mangels Treibstoff und Ersatzteile für die Monstermaschinen zum Erliegen, das hungernde Industriestallvieh sowie vereinzelte Reitpferde lassen sich nicht vor nichtvorhandene Kleinpflüge spannen, so sie nicht bereits notgeschlachtet und verzehrt wurden, mangels Dünger für die ausgebeuteten Böden, mangels hierfür passendes Saatgut oder wintersaisonal wächst bei weitem nicht ausreichend viel für die Menschenmassen (ca. 235 pro Quadratkilometer). Die Umstellung auf archaisch-manuelle Produktion in Dreifelderwirtschaft o.ä. braucht Zeit und ernährt nur einen Bruchteil der Menschen.
Welche Bevorratung?
Der Optimist hat unter obigen Prämissen die unter 2. beschriebene Bevorratung in Großmengen angelegt, um nicht in Konkurrenz mit abertausenden Hungerenden auf hochgefährliche Nahrungssuche gehen zu müssen und sich somit auf das u.U. wehrhafte Aussitzen und das Studium von archaischen, postindustriellen Nahrungsproduktionsmöglichkeiten für sich und seine Lieben konzentrieren zu können.
Der Realist hält für sich und die seinen noch zusätzlich einen Geigerzähler und letzte Kugeln bereit, weil er weiss, dass im Krisentypus 3 die hunderten AKWs und Kühlbecken fukushimieren werden und es vor der sich einstellenden flächendeckenden Verseuchung viele tausend Jahre lang keine Rettung geben wird.
Achja, wer als Rentner oder aus sonstigen Gründen viel viel Zeit hat, das Eintreten von derartigen Krisen für hinreichend wahrscheinlich hält, der kann natürlich die tollsten Köstlichkeiten mit den tollsten Techniken bevorraten und sich jetzt schon für ein Leben (Vegetieren?) im Krisentypus 3 einrichten.