Hallo Wayne,
inzwischen gehe ich davon aus dass es in meinem Umfeld (bayrisches Land, 1200EW - Dorf, ringsum Wald und Felder) keine grosse Not geben wird.
Sicher - man wird sich auf das notwendige Beschränken, etliche Häuser werden leerstehen weil die Leute wegen der Energieknappheit wieder zusammenrücken.
Das ist schon im positiven und chancenerhöhenden Sinn ein wenig das stammesgesellschaftliches/großfamiliäre/sippenhafte Leben, das nach einem (gedachten) Industrie-Zivilisationsende und den sich anschießenden Wirren zwangsläufig herausbilden wird. Je früher, desto besser.
Andersherum werden sich nach einem Zusammenbruch schnell neue Strukturen bilden. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein (und alle sind froh drum), man geht im Winter miteinander Holz einschlagen, im Sommer aufs Feld und lässt die Dorfgemeinschaft wieder aufleben.
Siehe oben.
Ich will ja nicht als Romantisierer dastehen - aber ich sehe auch nach einem wirtschatlichen Zusammenbruch Perspektiven, sofern es politisch nicht in die falsche Richtung abdriftet. Und gerade deshalb macht es für mich Sinn sich vorzubereiten - speziell auf einen technischen Stand ala 1920 (Vor - Elektritizitätsära).
Okay, das wäre aus heutiger Sicht die positive Variante. Es gibt intelligente Zeitgenossen, die bedenkenswerte Argumenten auf einen langfristigen Rückfall in jungsteinzeitliches Niveau vortragen.
Auch wenn du vielleicht lachen magst - ich habe sogar schon einige Literatur zur Technik der damaligen Zeit, denn man muss ja das Rad nicht neu erfinden, auch wenn man vieles wieder selbst herstellen muss.
Ich lache nicht - ganz im Gegenteil. Hierzu schicke ich Dir eine Mail.
Die zur Verfügung stehenden Rest - Ressourcen bieten jedenfalls eine ungleich bessere Ausgangslage als zur damaligen Zeit: Ob man jetzt z.B. aus alten Alufelgen neue Gegenstände giesst oder Alteisen wiederverwendet - Rohstoffe haben wir hier in Hülle und Fülle herumliegen. Daraus lässt sich sehr schnell fast jedes Werkzeug der damaligen Zeit reproduzieren...
Auf den ersten Blick ja. Die Schrottverwertung der Zivilisationsreste dürften in diesem Szenario Hochkonjunktur haben. Das hatten unsere Vorfahren nicht zur Verfügung. Allerdings hatten sie den Vorteil einer viel geringeren Fallhöhe mit viel geringeren Abhängigkeiten, einer Selbstversorgungfähigkeit nicht nur bei wenigen einzelnen und einer ethnischen, kulturellen und religiösen Homogenität.
Aber die Schrottverwertung kommt wohl erst in einem zweiten Schritt. Zunächst ist das Hemd näher als die Hose. Wie also die hungernden Menschenmassen satt kriegen/ruhig kriegen/die Verteilungskämpfe/Unruhen in der Notzeit überstehen?
Nein - ganz so pessimistisch bin ich selbst für den Fall eines Totalzusammenbruchs nicht.
Ich sehe das nicht als eine Frage des Pessimus oder Optimusmus an, sondern als eine Frage des Zuendedenkens eines mutig angedachten Szenarios an. Und niemals das Damoklesschwert der Atomanlagen in einem Krisenszenario verdrängen, denn das ist die mit Abstand größte Gefahr im Zusammenbruch, weil absolut unbeherrschbar.
Jetzt aber erstmal eine gute Nacht.