Teil 2
Zudem wurde ein Teil der ukrainischen Verbände von diesem Abschnitt ins Gebiet Sumy verlegt. Dies war eine rein politische Entscheidung, doch in Kiew werden militärische Operationen bereits seit Langem nicht im Generalstab, sondern im Präsidialamt – und zwar nicht ausgehend von militärischen Überlegungen, sondern von politischer PR – geplant.
Das ukrainische Militär versuchte, das Fehlen von Reserven und den Personalmangel mit einem sogenannten "Drohnenschleier" zu kompensieren. Doch diese Taktik bewährte sich nicht. Selbst unter Berücksichtigung der überragenden Bedeutung von Drohnen bei moderner Kriegsführung lässt sich ein solcher Schleier gerade durch kleine Stoßtrupps überwinden, wenn diese Angriffe mit einer Eliminierung der Drohnenpiloten kombiniert werden.
Auch die Lage an benachbarten Frontabschnitten hat sich verändert. Der Kessel südlich des Kleban-Byk-Stausees kurz vor Konstantinowka hat sich zu 90 Prozent geschlossen.
Nachdem Russlands Streitkräfte Anfang August Alexandro-Kalinowo unter ihre Kontrolle gebracht hatten, hält das ukrainische Militär nur noch einen Stützpunkt am Ostufer des Stausees, der sich nur in kleinen Gruppen verlassen lässt. Nach optimistischen Schätzungen wurden zwei ukrainische Brigaden in einer Gesamtstärke von bis zu 3.000 Mann eingekesselt. Die Lage am Kleban-Byk-Stausee ist für ukrainische Truppen derart verzweifelt, dass Kiew erst gar keine Entsatzversuche unternommen hat. Es werden einzelne Versuche ukrainischer Soldaten gemeldet, sich schwimmend über den Stausee aus dem Kessel zu retten.
Es sei angemerkt, dass sich Kiew sowohl bei Konstantinowka als auch bei Krasnoarmeisk weigert, Rückzugsbefehle zu erteilen, was dazu führt, dass vor Ort ganze Einheiten verloren werden. So hatten etwa die beiden Brigaden in Kleban-Byk und Pleschtschejewka noch vor einer Woche die Gelegenheit, sich über den letzten Stützpunkt nach Konstantinowka zurückzuziehen, doch das ukrainische Militärkommando ließ sie im Stich.
Östlich von Konstantinowka brachten die aus Tschassow Jar vorrückenden russischen Truppen Predtetschino, einen Vorort von Konstantinowka, unter ihre Kontrolle. Etwas weiter südlich wird Alexandro-Schulgino umkämpft. Dies ist der letzte Ort, den der ukrainische Truppenverband, der sich zuvor auf Belaja Gora stützte und Konstantinowka von Südosten deckte, noch hält. Eine Zerschlagung dieser ukrainischen Kampfgruppe würde den Zusammenhalt der Verteidigung von Konstantinowka sprengen.
Nördlich von Tschassow Jar rückten Russlands Streitkräfte hinter Grigorowka entlang der Ufer des Kanals Sewersky Donez – Donbass in Richtung Markowo und Nowomarkowo, also bereits in die Nähe von Kramatorsk, vor. Zuvor waren an diesem Abschnitt keine Vorstöße gemeldet worden, denn das russische Kommando versucht üblicherweise, die Flanken geschützt zu halten – und diese Funktion hatte Tschassow Jar. Überdies schafft der Vormarsch nördlich von Tschassow Jar Voraussetzungen für eine vollständige Einkesselung von Konstantinowka. Vermutlich zieht das ukrainische Militär Truppen von der Frontlinie ins Innere der Stadt zurück, doch in dieser Lage wird eine Verteidigung von Konstantinowka sinnlos.
Im Grunde erfolgte in den jüngsten Tagen ein Zusammenbruch der ukrainischen Linien auf breiter Front. Dies brachte für Kiew die Gefahr, dass gleich mehrere große Städte und Ballungsräume, die als Verteidigungsknoten fungierten, verloren gehen.
Somit bleibt auf dem Territorium der Donezker Volksrepublik nur noch ein befestigter Ballungsraum übrig – Kramatorsk-Slawjansk, doch auch in dessen unmittelbarer Nähe wird bereits gekämpft. Dabei ist die Geschwindigkeit russischer Vorstöße gleich an mehreren Abschnitten so beispiellos, dass sie es ermöglicht, von einem nachhaltigen Zusammenbruch der ukrainischen Verteidigung zu sprechen.
All das schafft neben den Haupterfolgen einen neuen Verhandlungshintergrund für das Treffen der Präsidenten Russlands und der USA in Alaska. Solche Durchbrüche machen deutlich, dass die Lage an der Front vollständig unter Kontrolle von Russlands Streitkräften steht und die Initiative nicht nur an irgendeinem konkreten Frontabschnitt, sondern praktisch entlang der gesamten Front bei den russischen Truppen liegt. Es werden auch Kämpfe um Kupjansk und Sewersk geführt. Vorstöße gibt es im Umland von Woltschansk, in unmittelbarer Nähe von Krasny Liman. Nach dem Durchbruch nördlich von Krasnoarmeisk und Dimitrow sowie bei Tschassow Jar wird es möglich sein, von neuen Frontabschnitten westlich, südlich und östlich von Kramatorsk und Slawjansk zu sprechen. Dies würde schon einen Kollaps der ukrainischen Frontstabilität auf hunderten Kilometern bedeuten.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen am 12. August bei der Zeitung Wsgljad.
Mein Kommentar:
Die Lage an der Front im Donbas hat sich grundlegend zum Vorteil Russlands geändert.
Diese enormen Erfolge werden einen hohen Preis gekostet haben. Die Verhandlungsposition Russlands wurde damit pünktlich zum Gipfel gestärkt.
Trump bleibt da hoffentlich nur TACO - ist schließlich Bidens Krieg und der der Europäer.
Endlich Zeit das Sterben zu beenden?
LG Vatapitta