Wer ist der Nächste? Auf den Spuren der blutigen Geschichte von US-Militärinterventionen im Ausland
8. Februar 2026von Dr. Peter F. Mayer
Von den insgesamt 250 Jahren, die die Vereinigten Staaten existieren, waren nur 15 Jahre friedlich. Allein seit dem 2. Weltkrieg wurden dadurch etwa 40 Millionen Tote verursacht, dazu kommen noch 48 Millionen Todesopfer durch das Sanktionsregime der USA und ihrer EU-Vasallen wie ein Lancet Studie zeigt. Was sind nun die nächsten Opfer?
Derzeit führen die USA Kriege in der Ukraine und in Westasien, großteils über die Stellvertreter Ukraine und Israel, aber auch kleinere arabische Diktaturen. Gegen China werden als Stellvertreter Taiwan, die Philippinen und Japan in Stellung gebracht und laufend mit Waffen versorgt. Im Januar wurden die Waffenlieferungen insbesondere an Taiwan und an Israel verstärkt. Das Raketenartilleriesystem Himars wurde im Baltikum nur 50 km vor der russischen Grenze in Stellung gebracht. Auf einer Inselkette vor China wurden mittels Taiwan eine ganze Reihe solcher Angriffswaffen aufgestellt. Und man will gegen China aufrüsten, wie das Fachmagazin meldet:
Mit der Regierung Trump wurde die Zahl der Kriege noch einmal vermehrt, Trump führt den Rekord mit bisher 10 Kriegen in seinen beiden Amtszeiten, Donald Trump behauptet, ein sogenannter „Friedenspräsident“ zu sein, aber er hat mehr Länder bombardiert als jeder andere US-Präsident zuvor.
Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit bombardierte die Trump-Regierung sieben Länder: Iran, Irak, Nigeria, Somalia, Syrien, Venezuela und Jemen. Aus seiner ersten Amtszeit kommen noch Afghanistan, Libyen und Pakistan dazu. Darüber hinaus droht Trump mit Angriffen auf mindestens vier weitere Nationen: Kolumbien, Kuba, Mexiko und Grönland.
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Amerikas Strategie der Tötung von Zivilisten (1945- )
Auf GlobalResearch.ca wurden wiederholt Kriegsverbrechen der USA thematisiert. Seit dem Zweiten Weltkrieg richtet sich die amerikanische Militärstrategie gezielt gegen Zivilisten und „zivile Objekte“ wie Krankenhäuser, Schulen, Kirchen und Wohngebiete. Die Beweise sind erdrückend.
Obwohl diese Praxis als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft wird, wurden die Vereinigten Staaten nie vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angeklagt.
Die Geschichte der von den USA geführten Kriege bestätigt, dass die Ermordung von Millionen von Zivilisten ein fester Bestandteil der globalen Kriegsagenda der USA ist.
Während und seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Vereinigten Staaten mehr als 40 Millionen Menschen in einer Reihe von Ländern getötet, die meisten von ihnen Zivilisten, entweder direkt oder durch ihre Marionettenregime als Stellvertreter – mehr dazu in diesem TKP Artikel.
Tötung durch Sanktionen
Sanktionen haben oft enorme menschliche Kosten. Wissenschaftler haben dies in mehreren bekannten Fällen nachgewiesen, beispielsweise bei den US-Sanktionen gegen den Irak in den 1990er Jahren, die zu weit verbreiteter Unterernährung, Mangel an sauberem Wasser und Engpässen bei Medikamenten und Strom führten. In jüngerer Zeit hat der Wirtschaftskrieg der USA gegen Venezuela zu einer schweren Wirtschaftskrise geführt. Eine Studie schätzt, dass die Sanktionen allein in einem Jahr, von 2017 bis 2018, 40.000 zusätzliche Todesfälle verursacht haben.
Ähnliches trifft auf den Iran zu. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats, dass die „Maximaldruckkampagne” der Trump-Regierung gegen den Iran für den Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes und die Auslösung der Proteste und Unruhen verantwortlich sei, die Ende Dezember begonnen hatten.
„Was wir im Finanzministerium getan haben, ist, eine Dollarknappheit im Land herbeizuführen … Dies gipfelte im Dezember in einem raschen und, wie ich sagen würde, grandiosen Höhepunkt, als eine der größten Banken im Iran zusammenbrach. Es kam zu einem Ansturm auf die Bank”, sagte Bessent.
Und wenn Staaten im Globalen Süden überlegene Waffensysteme kaufen,wie Algerien den russischen Tarnkappen-Jäger SU-57, wird mit ökonomischer Kriegsführung durch Sanktionen bedroht, wie wieder das militärische Fachmagazin gestern berichtete:
Eine Studie über die Auswirkungen internationaler Sanktionen auf die altersspezifische Sterblichkeit erschien im August 2025 in The Lancet. In ihrer zentralen Schätzung kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die seit 1970 von den USA und der EU verhängten einseitigen Sanktionen mit 38 Millionen Todesfällen in Verbindung stehen. In einigen Jahren der 1990er wurden mehr als eine Million Menschen getötet. Im Jahr 2021, dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen, verursachten Sanktionen mehr als 800.000 Todesfälle.
In dem semi-offiziellen chinesischen Online Medium Global Times erschien am 14. Januar 2026 eine Analyse über die Kriegsverbrechen der USA seit 1945. Was der Artikel beschreibt ist außerhalb der USA, der EU und generell im politischen Westen so ziemlich jedem halbwegs politisch interessierten Menschen klar. Der Artikel, der ziemlich genau die Stimmung im Globalen Süden wiedergibt, erschien unter dem Titel:
GT investigates: Who’s next? Tracing US’ bloody trail of foreign military intervention
By Huang Lanlan and Hu Yuwei
Die Flagge Grönlands wird am 8. Januar 2026 in einem Park in Kopenhagen, Dänemark, gehisst. Foto: IC
Für viele Menschen auf der ganzen Welt brachte der Beginn des neuen Jahres nicht nur das Knallen von Feuerwerkskörpern, sondern leider auch Schüsse. Nachdem die USA am 3. Januar den venezolanischen Präsidenten durch eine Militäroperation im Land gewaltsam festgenommen hatten, erneuerte US-Präsident Donald Trump kürzlich seine Drohung, Grönland „auf die eine oder andere Weise“ zu erobern, was Schockwellen durch die NATO-Hauptstädte sandte und Europa zwang, Pläne zu erwägen, die sein Engagement für die Sicherheit in der Arktis demonstrieren könnten.
„Heute ist es Venezuela, morgen könnte es jedes andere [Land] sein“, warnte der chilenische Präsident Gabriel Boric in einer Rede, die er nach dem Vorfall in Venezuela hielt – eine Bemerkung, die die tiefe Besorgnis und die starke Verurteilung der US-Intervention in ganz Lateinamerika und der gesamten internationalen Gemeinschaft zum Ausdruck bringt.
Schlimmer noch: Die militärische Intervention der USA in Venezuela und wahrscheinlich in naher Zukunft auch in weiteren Regionen, darunter Grönland, ist kein Einzelfall, denn ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass militärische Interventionen tief in der politischen DNA und Logik der USA verwurzelt sind. Zahlreiche blutige Tragödien haben gezeigt, dass die militärischen Aktionen des Landes in Übersee den Menschen auf der ganzen Welt großes Leid zugefügt und auch innerhalb der US-Gesellschaft selbst tiefe Wunden hinterlassen haben.
Rückblick: Wie hat die US-Außenpolitik einen Weg beschritten, der von Waffen und Rauch geprägt war? Mit welchen Ausreden und Unwahrheiten haben die USA solche Aktionen schönfärben wollen? Und wer profitiert von den von den USA provozierten militärischen Interventionen und sogar Kriegen? In diesem Artikel untersucht die Global Times die wechselvolle Geschichte der USA, die gängigen Vorwände und die wahrscheinlichen Nutznießer ihrer militärischen Interventionen im Ausland sowie die Regionen oder Völker, die die nächsten Opfer der US-Militärmacht werden könnten.
Eine wechselvolle Geschichte voller Schüsse
Die USA sind „die kriegerischste Nation in der Geschichte der Welt“, sagte der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter laut einem Artikel von NPR aus dem April 2019.
Carters Bemerkung wird durch die derzeitige US-Regierung voll und ganz bestätigt. Allein im Jahr 2025 leitete die Trump-Regierung US-Militärschläge in sieben Ländern weltweit, von den Sandwüsten des Nahen Ostens bis zu den Hoheitsgewässern vor der Küste Venezuelas, berichtete die New York Post am 2. Januar.