Ich habe als Kind und Jugendlicher in der DDR gelebt: dort hat die Rohstoffknappheit das Leben bestimmt:
Milch gab es aus Glasflaschen, die abgewaschen wurden. Alle Glasflaschen waren Pfand. Bierbüchsen odersowas gab es nicht.
Kann mich ebenfalls gut an meine Altstoffsammler-Kindheit in der DDR erinnern. Aber Du wirst stauen, ich mach das hier sogar in den USA. Auf Glas-, und Plastikflaschen sowie auf Aludosen gibt es Pfand. Nicht dass ich es noetig haette, aber von Zeit zu Zeit bringe ich meine Ladung zur Recycling-Station. Wer es nicht fuer noetig erachtet, laesst sammeln - sprich es gibt genug die sich ueber so ein Zubrot freuen. Im Muell landet in den USA sowas nicht.
Man wird zukünftig mit deutlich weniger Rohstoffen auskommen und trotzdem ein gutes Leben führen.
Und bei der Energie, bin ich mir sicher, dass man eine Lösung finden wird.
Ja sicher, da muss es hingehen. Letztendlich muss es zu einer Kreislaufwirtschaft fuehren, in dem der Ressourcenverbrauch gegen Null geht. Aber wie will man Wirtschaftswachstum ohne steigenden Ressourcenverbrauch erzeugen. Das ist ein Unding. Jedes Wachstum fuehrt zu Ressourcenverbrauch. Erst wenn ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum exitieren kann, ist die Kreislaufwirtschaft realistisch. Aber solange wir an unserem exponentialen Schuldgeldsystem festhalten, bleibt die Kreislaufwirtschaft reine Utopie. Da muss sich weltweit einschl. China etwas sehr Grundlegendes aendern.
Europäer und Chinesen werden mit einem Ölpreis von 250 Dollar gut zurechtkommen. Amerikaner nicht.
Warum werden sie nicht ?
1 Mrd Chinesen werden nie so resourcenverschwenderisch leben, wie die Amerikaner heute.
Aber auch die Amerikaner werden in sehr kurzer Zeit schon nicht mehr so resourcenverschwenderisch wie heute leben.
Das ist alles eine Frage der Moeglichkeiten. Die Chinesen traeumen genauso vom SUV und nicht vom neuen Fahrrad. Und wo wird das staatlich geplante 9%+ Wachstum hinfuehren ? Wenn mans ausrechnet, irgendwann zu dem gleichen GDP/Kopf wie in den USA. Das Zweitfahrad fuer jeden Chinesen ist bestimmt nicht ihr Ziel.
Aber da stimme ich Dir zu, die Chinesen werden nicht mehr so ressourcenverschwenderisch leben, wie die Amerikaner heute - nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil es nicht koennen werden. Es ist naemlich nicht mentalitaetsgebunden, sondern wie gesagt ein Frage der Moeglichkeiten. Wenn Du Dir mal meine chinesischen und indischen Gastarbeiter-Kollegen ansehen koenntest, die nach ein paar Jahren dem Ami im Konsum nichts nachstehen, wird Dir das ganz schnell klar.
Vor einer Veränderung des Lebensstandards habe ich überhaupt keine Angst,
aber vor denen, die zu große Flugzeugträger haben und weiter Öl und Kupfer gegen wertloses grünes Papier tauschen wollen, schon
Ich auch nicht. Man koennte viel einsparen ohne etwas zu verlieren. Aber in 20 jahren solltest Du eher vor den Chinesen Angst haben, wenn die ihre 9%+ Wachstum tatsaechlich durchsetzen wollen, denn dann schicken die ihre uebergrossen Flugzeugtraeger um Oel gegen wertloses Papier einzutauschen. Kapital fragt nicht nach ethischen und moralischen Standards eine Volkes, es setzt sich einfach darueber hinweg, sobald es sich dort breit macht und maechtig wird.