Beiträge von Pauli

    @snafu
    OK - jetzt funzt es auch hier wieder. War eben wirklich nicht verfügbar - vielleicht Überlastung des Streaming-Servers beim SF wegen des Miller-Massenmailings kurz davor?!
    Dann gibst Du uns in 50 Minuten doch sicher eine Rezension des Videos ab - DANKE! ;)

    Der exzellente Finanz- und Steuerfachmann Markus Miller schreibt in einer aktuellen Ausgabe seines Börsenbriefs folgendes:


    Edit: erledigt
    => Leider scheint der Film -obwohl die Originalmeldung erst vor wenigen Minuten reinkam- bereits nicht mehr im NEtz zu stehen. Falls jemand einen funktionierenden Link zu dieser SF-Doku reinstellen kann - bitte tun! Merci.
    => Vermutlich war die Zensur des SF schneller, weil der Druck der UBS wohl riesig war, das aus dem Netz zu nehmen. Die UBS-Krise scheint real.
    => Aber das Internet vergisst nichts - irgendeiner wird es ausgraben und in Youtube stellen.

    Alaska @Xray
    Danke für die Hinweise und für den (in diesem Fall wohl objektiven) Wiki-Link. Daraus zitiert:

    Zitat

    Energetische Amortisationszeit von Windkraftanlagen: In der öffentlichen Diskussion um die Nutzung der Windenergie ist oft die Energetische Amortisationszeit von Windkraftanlagen ein Streitthema zwischen Befürwortern ("nur wenige Monate") und Gegnern ("keine energetische Amortisation"). Während erste Untersuchungen aus der Pionierzeit der Windenergienutzung (1970er und frühe 1980er Jahre), beruhend auf unausgereiften Testanlagen, durchaus den Schluss zuließen, dass eine energetische Amortisation kaum möglich ist, belegen zahlreiche Studien seit Ende der 1980er Jahre, dass sich die heutigen, ausgereiften Serienanlagen in wenigen Monaten energetisch amortisieren.


    => Mag also sein, dass ich mit meiner obigen Aussage "keine energetische Amortisation von Windkraftanlagen" einer zu alten Quelle aufgesessen bin. Offenbar sind sich auch die Experten nicht ganz einig. Selbstredend HOFFE ich, dass das mit den wenigen Monaten Amortisationszeit stimmt. Es scheint zumindest unumstritten zu sein, dass sich Solaranlagen (bis zu 40 Jahre Lebenszeit und damit Abschreibungszeit) besser amortisieren als Windanlagen.
    => Ansonsten reden wir hier von STROMerzeugung und nicht von direkter Öl-/Benzin-Substitution. Es bleibt dabei, dass Benzin-Fahrzeuge auf absehbare Zeit nicht gleichwertig und schon gar nicht auf heutigem Kostenniveau durch mit Strom betriebene Fahrzeuge ersetzt werden können. DAFÜR muss Öl noch mind. dreimal so teuer werden und wir müssen die Wasserstoff-Infrastruktur IN DER FLÄCHE (!) erst noch schaffen und/oder die Reichweite von Akkus für Elektroautos ganz erheblich verbessern. 1-2-Tonnen-Autos können heute sicher noch keine 500km weit mit Elektroakku oder Wasserstoffzelle fahren.

    PS:ich glaube das wurde in diesem Thread schon einmal besprochen.


    Stimmt snafu. Der Artikel ist ja auch schon alt (mehrere Jahre - der ist auch älter als von 2007, so wie es der Link suggeriert).Der Prof. Tischler hat ihn im "nexus"-Magazin veröffentlicht. Schaut da mal rein, dann wisst ihr so ungefähr, was da alles veröffentlicht wird.
    => Beides (alt bzw. im "nexus") diskreditiert den Artikel nicht per se. Aber der Tischler ist ein esoterischer emeritierter Prof, der schon seit vielen Jahren zurückgezogen in Südostasien lebt. Er hat mir gegenüber mal behauptet, er trete regelmäßig mit Engdahl zusammen auf. Engdahl kannte ihn auf Nachfrage aber kaum (obwohl er immerhin die abiotische Theorie übernommen hat).
    => Die Theorie selbst mag -wie snafu sagt und wie wir hier bereits oft besprochen haben- uU stimmen. Sie ist aber für die Preisfindungspraxis irrelevant - wg. 85mbpd... s.o.

    Captain: Deine Erinnerung dürfte stimmen. Aber dann hör´ Dir mal im Gegensatz dazu das oben verlinkte Thieme-Interview an. HEUTE heißt es bei Thieme zur damaligen Zeit:

    Zitat

    "1999 hatten wir bei den Aktien eine ähnliche Blase [wie heute bei Öl ;( ]" und
    "ICH habe schon ab 1999 vor einer Blase gewarnt und eine 50%ige Korrektur vorhergesagt. Es ging zwar noch bis März 2000 weiter hoch; dann aber sogar um 80% runter."


    => Wer hat nun das richtige Gedächtnis: Thieme oder der Captain? ;) :hae: :D
    => Got new gurus?

    Während wir hier schon die richtigen und wichtigen Diskussionen führen, sind einige Gurus noch immer in ihren Spurrillen hängengeblieben.
    Wenn ihr Euch also mal wieder neue Varianten der These "Der Ölpreis ist zu mehr als 50% Spekulation - wir müssten bei 50$ stehen" antun wollt, dann hört Euch mal DAS hier an:
    http://www.anleger-fernsehen.d…ick.wmv.asx&partnerid=daf
    => Heiko Thieme versucht sich an Öl; neulich kam im DAF auch Eugen Weinberg mit ähnlichem Tenor ("Alles Spekulation"). Solange SOLCHE Gurus noch immer wieder Bühnen bekommen und mit einer derartigen Selbstüberhebung und faktenfrei berichten dürfen, solange sind wir noch nicht oben. Erst wenn auch Thieme PeakOil erkennt und öffentlich zugibt, sind wir (vorerst) oben. Dauert noch.


    PS: Thieme ist wenigstens konsequent: er empfiehlt derzeit AUTOwerte!

    @skeptisch
    Immer wenn man hier nicht genau genug differenziert, kommt sofort die (berechtigte) 'Korrektur der aufmerksamen Forenkollegen! ;)
    Jep - auch hier liegst Du richtig. Man KANN sich vegetarisch ernähren und so Öl, Bodenverbrauch und Kalorien einsparen und man KANN auch einige teure Grundnahrungsmittel auch durch günstigere substituieren.
    AAABEEER:
    a) zunächst einmal sind es (im Westen) noch nicht viele, die bewusst aus Kostengründen diesen Weg wählen ...
    b) ... bei 100 EUR/kg Rindfleisch sprechen wir uns wieder
    c) die Asiaten essen bis heute zu einem SEHR hohen Anteil NUR pflanzlich (v.a. Reis) - da gibt es nichts zu substituieren ...
    d) ... und zudem geht der Trend gerade bei der stark wachsenden chinesischen Mittelschicht WEG vom Reis und HIN zum Fleisch und zu Milchprodukten
    => Auch hier erwarte ich daher GLOBAL und UNTERM STRICH in den kommenden JAhren KEINE Entlastung auf der NAchfrageseite.

    skeptisch4ever
    Ja Du hast recht. Gemeint war ein Zeitraum von etwa 5 Jahren, in dem wir diese 500$ erreichen werden. Autos werden heute in D im Schnitt etwa 8 Jahre gefahren; Heizöltanks in Häusern dürften etwa 40 Jahre alt werden.
    Trotzdem gibt es natürlich über die Neuzulassungen von Autos und über neugebaute Solar-/Erdwärme-etc-Häuser auch schon kurzfristiger eine Entlastung auf der Nachfrageseite. Zudem liest man derzeit viel über Umrüstung von Autos auf Autogas und es gibt auch schon Anbieter dafür.


    Im Westen zeigen sich auch bereits einige Effekte daraus: D hat 2007 etwa 2-3% (!) weniger Öl und auch weniger Strom als noch ein Jahr zuvor verbraucht. Und kürzlich kam für die USA eine Meldung, dass die gefahrenen km voriges Jahr um ca. 3 ( ? ) % zurückgegangen sind. Aber derzeit wird eben all das massiv überkompensiert durch die Erhöhung der Lebensstandards in den asiatischen Ländern (China, Indien, Russland), was UNWEIGERLICH mit einer Erhöhung des pro-Kopf-Verbrauchs an Öl verbunden ist. Global sehe ich daher noch lange keinen Stop der gesamten Ölnachfrage alleine wegen technologischer Umstellungen. Chinas Niveau ist einfach noch zu tief und die WOLLEN um jeden Preis ihren Lebensstandard erhöhen. Bei 500$/bl sprechen wir uns wieder. Dann wird es wohl auch denen zu teuer (vielleicht...). VÖLLIG preisunelastisch ist die Ölnachfrage natürlich nicht. Aber sie ist wohl nur noch bei Wasser und Sauerstoff und einigen Grundnahrungsmitteln NOCH geringer.

    Hier mal was zum Lachen (oder Weinen, weil die FAZ diesem Geblubber Platz einräumt ? :( http://www.faz.net/s/Rub48D1CB…Tpl~Ecommon~Sspezial.html
    Dieser Artikel "Theorien vom knappen Öl sind Märchen" :hae: gehört selbst in die Kategorie "Märchen aus 1001 Bohrloch". Man weiß gar nicht, wo man hier anfangen soll zu widerlegen und dementieren. Dass die FAZ sowas (wenn auch mit Caveat am Ende) überhaupt druckt, spricht Bände über die Eigenkompetenz und Eigenrecherche der FAZ.

    Die Zahl von 14 Billionen ("trillions") Gesamtreserven der Welt gehört noch nicht einmal in die Kategorie "Märchen", sondern nur noch in "Science Fiction". Der Thesenaufsteller dahinter (denn "Wissenschaft" kann man solche Luftschätzungen nicht mehr nennen) hat wahrscheinlich die Reserven auf dem Mond oder auf der Erde in 50+km Tiefe auch noch mit eingerechnet. Das Standard-Totschlag-Argument dieser Wissenschafts-Prostituierten und Wichtigtuer "Es ist genug Öl da - wenn der Preis hoch genug ist, wird immer noch mehr gefunden werden" kann ich mittlerweile nicht mehr hören. Erstens ist es -wäre es wahr- schon dramatisch genug, denn dann sprechen wir schnell von 500+ $/bl, selbst falls PeakOil noch NICHT erreicht sein sollte. Und zweitens IST es nicht wahr, denn die aktuelle decline rate von 5% p.a. wird auch mit den allergrößten Anstrengungen und einem Preis über 500 $/bl nicht zu kompensieren sein. Irgendwann stößt man an den Punkt, an dem nicht der PREIS, sondern die NEGATIVE ENERGIEBILANZ die Förderung zusätzlicher Barrel aus (absurden) 50+km Tiefen verhindern wird.

    Got oil?

    Eigentlich müsste sich doch aus der Preiselastizität der Nachfrage für verschiedene Verbraucherbereiche, die wir hier ja letztlich diskutieren, und den projezierten Fördermengen grob Ölpreise projezieren lassen für verschiedene Förderszenarien, oder? Die große Kunst in der Wirtschaftswissenschaft ist wohl, die Preiselastizität richtig vorherzusagen......Die Preiselastizität des Angebots darf man ja vernachlässigen, wenn denn PeakOil stimmt......


    @Xray
    => Zum letzten Satz: Zustimmung. Die Preiselastizität des Angebots ist zwar nicht Null (sonst wären solche schwierigen, hochkomplexen, umweltschädlichen und teuren Projekte wie Ölschieferabbau nie gestartet worden), aber auch nicht sehr hoch, wie uns noch immer manche Artikel weismachen wollen (siehe nächstes Posting, kommt gleich).


    => Zur Preiselastizität der Nachfrage: DAS ist die 100 Billionen $-Frage. In der Tat ist diese Elastizität -wie Du schreibst- abhängig von der ART der Verbrauchs. Daher folgendes:
    a) Öl zum HEIZEN: sehr geringe Elastizität - hier werden auch noch 500$/bl bezahlt. Allerdings wird schon heute nur noch etwa 10% des Öls verheizt, so dass selbst eine hohe Elastizität hier keinen großen absoluten Effekt mehr auf die globale Ölnachfrage hätte.
    b) Öl für Verpackungen und Kunststoffe: m.E. ebenfalls eine sehr geringe Elastizität, wenn man in die Supermärkte schaut. Die Alternative sind lokale Wochenmärkte, wo die Waren offen und ungekühlt verkauft werden. Auch hier wird es noch dauern bis etwa $500+/bl, bis das Supermarkt- und Kühlhausmodell abgeschafft wird. In Emerging Markets wird es ganz im Gegenteil derzeit gerade erst gestartet! Heute werden ebenfalls etwa 10% des geförderten Öls in Verpackungen und Kunststoffen verbraucht.
    c) Öl für den Transport von Gütern und MEnschen (also Benzin und Kerosin): Auch hier: eine nur geringe Elastizität, vielleicht geringfügig höher als bei a) und b). Und da hier 70% der Ölförderung verbraucht werden, wird unterm Strich die GESAMTELASTIZITÄT der NAchfrage bei Öl m.E. erst ab 300+$/bl oder mehr wirklich wirksam und die absolute Nachfrage allmählich dämpfen!


    Besonders an b) und c) sieht man, dass hier GRUNDBEDÜRFNISSE der modernen westlichen Welt auf dem Spiel stehen. Wir alle wollen diese befriedigt haben, bis - ja bis es eben nicht mehr geht - und bis dahin wird fast jeder Preis bezahlt! Bevor nicht ein Umdenken in den Köpfen und dann auch in der Realwelt stattfindet, wird der Ölpreis weiter steigen. In der Praxis bedeutet das:
    a) weniger Mobilität
    b) regionalere Aktivitäten
    c) ein 80%iges Ende der Globalisierung mit wenigen Ausnahmen innerhalb der kommenden 20-30 Jáhre! Die Globalisierung i.S.v. massenhafte(!) Verschiffung von Gütern und Menschen über weite Entfernungen (die etwa 1970 begonnen hat) wird damit gerade mal 60-70 Jahre alt werden. Es war ein kurzes Experiment - und es wird ebenso wie die aktuelle Papiergeldepisode beendet werden.
    d) leider auch weniger Menschen, weil wegen der Ölpreisexplosion auch die Nahrungsmittel ständig teurer werden.


    Alles nicht schön. Aber es gibt eben gute Gründe, WARUM Öl so extrem preisunelastisch ist! Wir alle wollen nicht von unserem Lebensstil und damit vom Öl lassen - und werden es doch allmählich tun MÜSSEN. Der Preis ist der einzig wirksame Regulator zum Umdenken und Umsteuern.

    Ohne häretisch werden zu wollen, könnte man (fast) sagen "Es ist vollbracht!". Die IEA wird ENDLICH realistisch. Die Weltpresse hat zwar dieses entscheidende Zitat des IEA-Direktors Tanaka (vom gestrigen Energiegipfel in Madrid) geflissentlich übersehen:


    "Global net decline [of oil supply from existing fields] seen around 5% p.a. [sic!] for 2008-2013"


    Die Welt wird die Folgen daraus aber nicht übersehen können. Weil es nach 10-jährigem Irrflug der IEA so ungewohnt eindeutig und klar ist, hier das passende IEA-Präsentations-Chart dazu:

    Hier steht wirklich PER ANNUM!! Zu der Zeit nach 2013 äußert sich Tanaka wohlweislich gar nicht erst. Das ist wohl ZU beängstigend, denn schon diese 5 Jahre mit je 5% Abfall bedeuten in Summe fast 28% weniger Förderung aus den bestehenden Quellen. Das Chart unterstellt zwar, dass die damit ZUSÄTZLICH neu benötigten 3,5-4 mbpd PER ANNUM (!) irgendwie gefunden werden könnten, so dass NETTO und absolut 2013 immer noch mehr Öl gefördert würde als heute. DAS aber ist wohl wieder eine der gewagten Thesen, von denen die IEA in der Vergangenheit schon viele aufgestellt hat. Hier der Link zur Original-Präsentation http://www.iea.org/textbase/speech/2008/eagles_mtomr2008.pdf von gestern (S. 21ff).


    Got Oil [coal, uranium, solar, etc.]?

    @ juergenlangen In deinem Post vermisse ich nur noch den Satz : und seit der Globalisierung geht es uns doch allen besser.


    => Den nimmt er demnächst als Abbinder. Wäre sehr konsequent. Er glaubt daran auch wirklich. Und vielleicht hat es in den letzten 30 Jahren sogar gestimmt (älter ist die massenhafte Globalisierung de facto nicht). PeakOil wird sie beenden - ob es uns passt oder nicht. Dann erübrigen sich diese etwas undifferenzierten und akademischen Diskussionen über die Vorteile der Globalisierung. Es profitieren von Jahr zu Jahr weniger Menschen davon. Die Unter-und zunehmend die Mittelschicht spürt täglich, was sie an "ihrer" Globalisierung hat. Das ist eine Diskussion mit Verfallsdatum.


    Zitat

    {mesodor} Übrigens: keiner wünscht sich die Krise... aber davon kommt oder geht sie auch nicht. Dafür sind von anderen geschaffene Fakten verantwortlich, auf die wir hier Null Einfluß haben.


    => Genau so ist es. DAS ist der Satz, der eigentlich als automatischer Abbinder vom System unter alle unsere Beiträge in den Crash- und Collapse-Threads gesetzt werden sollte. Dann hörte das naive Geblubber der "Gegenwarts-Extrapolierer" endlich auf und ihre Vorwürfe an uns "Crash-Junkies"

    ETFS Securities wird mit seinen EM-ETCs allmählich zu einem sehr großen Metallpool (oder Papiermetall-Pool, je nach Sichtweise). Will hier an dieser Stelle mal keine vertiefte Wertung abgeben. Aber hier die neuesten Zahlen aus den ETFS-EM-ETCs. Damit ihr mal seht, wo die großen Pensionsfonds- und Fonds- und VV-Gelder, die für den physischen EM-Markt gedacht sind, landen [Unterstreichungen von Pauli]:



    => PS: Ein physisches Auslieferungsrecht gibt es bei ETFS-EM-ETCs nicht.
    => PPS: Der Tresorraum für das EM-Material ist ein HSBC-vault in London, von dem selbst die beiden ETFS-Topmanager die genaue Location nicht kennen und mit verbundenen Augen dahin gefahren werden. Top secret eben... :whistling:

    Die IEA muss sich mal wieder korrigieren:


    Zitat

    1. Juli 2008, 13:29 Uhr
    Prognose (IEA): Energiebehörde rechnet mit knappem Öl bis 2013
    Ein Ende der angespannten Lage bei der Versorgung mit Erdöl ist nach Einschätzung der Internationalen Energiebehörde (IEA) nicht abzusehen. Das Gegenteil ist der Fall. Zwar wird in den kommenden Jahren mehr Öl gefördert werden als bislang, aber weniger als noch vor einem Jahr prognostiziert.
    Die Versorgung mit Öl bleibt nach Einschätzung der Internationalen Energiebehörde (IEA) auch mittelfristig angespannt. Das Angebot werde bis 2013 langsamer wachsen als erwartet, erklärte die Energiebehörde, die 27 Industrieländer in Energiefragen berät. Damit bleibe dem Markt trotz ebenfalls langsamer wachsender Nachfrage wenig Spielraum. Die weltweite Versorgungskapazität werde bis 2012 auf 95,33 Millionen Fass (1 Fass sind 159 Liter) am Tag steigen. Das sind 2,7 Millionen Fass weniger als in der letztjährigen Vorhersage.
    Der jährliche Verbrauch weltweit soll dem IEA-Ausblick zufolge zwischen 2008 und 2013 im Schnitt um rund 1,5 Millionen Fass am Tag steigen. Bis 2010 werde das Wachstum des Angebots damit Schritt halten oder noch darüber liegen. Von 2011 bis 2013 aber werde es unter eine Million Fass fallen. Auch die zusätzlichen Raffinerie-Kapazitäten werden nach Ansicht der IEA hinter den Erwartungen zurückbleiben, was sich angesichts der starken Nachfrage auf die Diesel- und Benzinpreise auswirken dürfte.


    => Die IEA kommt damit der Wahrheit um 2,7 Mio Fass pro Tag näher. PeakOil wird aber noch immer geleugnet. Die absolute Zahl stimmt noch immer nicht. Wir SIND am Peak bei ca. 87-88 mbpd. Die 95,xx mbpd in dieser Meldung wird es nicht geben. Die IEA wird sich noch ein paarmal nach unten korrigieren müssen. Natürlich per Salamitaktik, damit man nicht ganz inkompetent rüberkommt und es nicht so auffällt. Das war die dritte derartige Meldung in weniger als einem Jahr.

    Methan wäre nur eine Verlängerung der Öl/Gas Reserven, es ist eben auch ein aus fossilen Planzen entstandener Kohlenwasserstoff ... ob das wirtschaftlich abzubauen ist, das ist wie bei den Ölschiefern in Canada, eine Frage des Preises .. bleiben die erst mal so hoch wie aktuell, dann wird sich da einiges tuen.


    => Tja JL. Das ist das, was uns die Ölsand-Lobby seit 3 Jahren einredet. Mittlerweile sind die Förderkosten in nur einem Jahr von ca. 25$/bl auf 75$ (!!) gestiegen, Tendenz weiter steigend. Es "tut" sich ja in der Tat viel da: Viele Milliarden $$ werden in Ölsand investiert. Ergebnis: heute 1-2 mbpd Förderung. Das haben alleine Cantarell und Daquin (also 2 große Quellen) in weniger als 3 Jahren an Output verloren. Von der massiven Säurebelastung der kanadischen Umwelt, dem gigantischen Wasser- und Erdgasverbrauch ganz zu schweigen.


    Zitat

    Sicher ist das imho aber nicht .. wirtschaftlich ist die umweltfreundlichere Konkurrenz die direkte Nutzung der Sonnenenergie, mal sehen, ob die bei 140 Dollar / Barrel Öl nicht heute schon wirtschaftlich ist .. ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man aufwändige, exotische Abbauverfahren wie für die Methanhydrate auch "überspringen" kann, sozusagen... ich könnte mir auch vorstellen, das der hohe Preis die Solarenergie
    schneller vorantreibt, als wir denken, möglich aber auch eine grössere Rezession, die Nachfrage und Preis nochmal unter 100 $ fallen lässt ...


    => Vorstellen kann ich mir auch viel und es wäre ja schön, wenn es so wäre. Aber um Deine Visionen mal mit etwas Fakten zu unterfüttern:
    a) Öl kann -preisunabhängig!- nicht 1:1 durch Solar ersetzt werden. SolarSTROM ersetzt nun mal nicht einfach so Benzin. Selbst dann nicht, wenn wir eines Tages alle mit Solarautos rumfahren würden. Jedenfalls nicht ohne KOMPLETTE Umstellung unseres Wirtschaftssystems und unserer Lebensweise. Die Globalisierung mit heute 87mbpd Ölverbrauch kannst Du bei einem Solarszenario abhaken und für immer vergessen (may she R.I.P).
    b) Selbst WENN Strom Benzin ersetzen könnte: Eine KWh Strom aus Solar kostet heute zwischen 20 und 80 (!!) US-Cent. Eine KWh aus Kohle- oder AKW-Erzeugung liegt bei ca. 8 Cent in der Grundlast! Öl wird heute kaum noch verstromt, sonst wären wir da auch im 10-Cent-Bereich. [Quelle: Canadian Energy Research Institute]. Ohne Subventionierung würde heute fast niemand Solarstrom nutzen - und das wird frühestens in 5 Jahren anders, wenn Öl > 400-500$/bl liegt und die Solarmodule wegen Großserienfertigung etwas billiger geworden sind.
    c) Immerhin ist Solar aber eine Langfristoption für STROM. Bei WIND ist nicht einmal das möglich. Windprofis rechnen heute vor, dass das Energieäquivalent, das zur Herstellung eines Windrads benötigt wird, HÖHER liegt als die Energie, die das Windrad über seine ganze Lebensdauer (!!) erzeugt... Das ist ein Subventionsmoloch.
    d) Öl-Preis wieder unter 100$. Ja - Tony Hayward von BP sagt das auch und sein Vorgänger Lord Browne hat bei 60$ noch die Rückkehr zu 25$ vorhergesagt. Du bist mit Deiner Vision also in guter Gesellschaft. Empfehle trotzdem zu weiteren Details und Infos aus der Realwelt den Thread Informationen über Öl


    => Peak Oil is real. Got oil?

    Tony Haywood (CEO, BP) heute auf dem Madrider Ölforum, wo sich alles was im Ölgeschäft Rang und Namen hat, trifft:

    Zitat

    [sinngemäßes Zitat]: "There is no such thing as peak oil. We are only 1/3rd through with the reserves and there might be even more out there. Prices are solely going up due to relentless new demand [from China etc.]"


    => Das gleiche Geblubber also, das schon Vorgänger Lord Browne vor über 2 Jahren gebracht hat, als er einen Rückgang der "extrem hohen Preise" von (damals) 40$/bl auf 20$ vorhergesagt hat! Bei dem Drittel, das angeblich von den Reserven aufgebraucht ist, rechnet er wirklich die letzte Öl-Schieferplatte und das letzte Ölsandkorn mit ein. Noch immer traut man sich also nicht, der Öffentlichkeit und den eigenen Aktionären die Wahrheit zu erzählen!
    => Möchte nicht wissen, was die vielen Geologen und Ölpraktiker im Publikum in diesem Moment über diesen "Oberexperten" von BP gedacht haben! "CEO" = "Chief Excrement Output" [Chef-Exkrement-Ausscheidung] :D


    Die 150$/bl fallen in den nächsten 14 Tagen. Der Markt will sie nun sehen! Short gehen ist noch immer lebensgefährlich!


    Got Oil?

    Peter7
    Ich stimme Dir zu: wenn man vom morgigen Weltuntergang ausgeht, dann muss man sich mit ETF-Feinheiten nicht herumschlagen. Man meidet sie einfach. Da wir nicht allzu viele ETF-Threads hier haben, ist es aber nicht verwunderlich, dass (auch wenn das zugegebenermaßen auch mich manchmal etwas nervt), die GRUNDSATZdebatte, ob ETFs ÜBERHAUPT sinnvoll sind, immer wieder aufbricht. Gerade hier im GoldSilber-ETF-Thread ist das m.E. schon nachvollziehbar. Warum? Weil hier
    a) Anleger einen Crash ahnen und sich daher "physisch" absichern wollen - also mit GoldSilber
    b) die GoldSilber-ETF-Emittenten genau dieses Versprechen abgeben und
    c) leider die meisten Emittenten dieses Versprechen nicht einlösen können oder werden/wollen!



    Bei ÖL ist das völlig anders: KEINE der drei Eigenschaften der GoldSilber-ETFs liegen hier vor:
    a) mit Öl kann man sich nicht gegen den CRASH, sondern höchsten gegen Inflation und Knappheit absichern
    b) Öl-ETF-Emittenten geben kein physisches Versprechen ab und ...
    c) ... können so auch kein Versprechen brechen!


    Bei ÖL-ETFs kann es durchaus um SPEKULATION und um (steuerfreie) GEWINNE gehen - nicht nur ums hedgen. Es gibt nunmal nur Papier-Öl, wenn man keine Ölförder-Aktien kaufen will.


    Wer dagegen in GoldSilber SPEKULIEREN will, hat Hunderte von Zertis und Futures und Optionsscheinen zur Verfügung. Hierfür gibt es viel bessere Tools als ausgerechnet die GoldSilber-ETFs. Darum darf und sollte man m.E. die GoldSilber-ETF-Diskussion nicht nur "nutzwertig", sondern auch grundsätzlich führen. Bei Öl ist das anders - daher empfehle ich hierfür Deinen neuen Öl-ETF-Thread, der hoffentlich sehr nutzwertig werden wird!
    ETFs auf Öl

    Silber ist im Verhältnis zu den Schulden der USA nicht der Rede wert (9.000 Mrd - 17 Mrd.) Kein Wunder, dass Silber nicht ernstgenommen wird.


    => ROFL. You made my day, Panda! :thumbup: Es ist erstaunlich, dass Du Dich immer NOCH weiter in die Lächerlichkeit reiten kannst. :D
    => Alleine DIESER Spruch war es wert, Dich noch nicht wie viele andere es hier ja längst getan haben, auf die "Ignore"-Liste gesetzt zu haben. Nominiere diesen Spruch für den "Dummblubber des Jahres" (hatten wir hier doch mal einen Thread zu?!).


    Got Silver (es wird noch immer nicht ernst genommen)?!! :D