Beiträge von Pauli

    Nachtrag: Eben hat mmnews dieses Thema auch gefunden und gleich noch weitergedreht: http://www.mmnews.de/index.php…ienpaket-verschollen.html

    Zitat

    Doch das ist nur Theorie, denn tatsächlich kann Arnold derzeit über seine Aktien nicht verfügen, weil sie bei Lehman lagern und dort geht nichts mehr. Olivant-Chef Luqman Arnold ist perplex: «Wir wissen nicht einmal mehr, wie viele Aktien wir besitzen.» Resultat: Das Stimmrecht ist nicht nutzbar.


    Doch es kann auch schlimmer kommen. Theoretisch ist es denkbar, dass die Aktien von Olivant in die Konkursmasse von Lehman eingehen. Das liegt an komplizierten angelsächsischem Recht.


    => "Aktien sind Sondervermögen?!" In den USA offenbar nur bedingt!! Jeden Tag eine neue Unglaublichkeit!
    => mmnews bringt den Versuch einer juristischen Erklärung, der aber nicht wirklich überzeugen kann. Nebenbei führt der Fall Lehman nach mmnews auch noch dazu, dass über 40 Mrd. $ an HF-Kapital derzeit gesperrt ist! 8o

    Erstaunlich, erstaunlich, was bei einer Banken- bzw. PrimeBroker-Inso wie bei Lehman so alles ans Tageslicht kommt:
    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…erschollen/story/16124715

    Zitat

    UBS-Aktienpaket im Wert von 1,5 Milliarden verschollen 8o 8o
    Die Pleitebank Lehman sorgt für eine weitere böse Überraschung: Wertschriften verschiedener Hedge-Funds sind weg. Auch der UBS-Grossaktionär Olivant ist davon betroffen.
    Luqman Arnolds Beteiligungsgesellschaft steckt in einer eigenartigen Situation. Eigentlich verfügt sie über 2,78 Prozent der UBS-Aktien. Doch an der ausserordentlichen Generalversammlung von morgen Donnerstag wird Olivant ihr Stimmrecht nicht ausüben können. Warum nicht? «Weil wir nicht wissen, wo sich diese Aktien befinden und wer sie hat», lautet Arnolds verblüffend einfache Antwort. «Wir wissen nicht einmal, wie viele UBS-Aktien wir im Moment besitzen, obwohl wir nichts verkauft haben.»


    => Ist das nur ein Chaos, das der Insoverwalter noch nicht durchschaut? Oder hat hier jemand ungefragt/unerlaubt UBS-Aktien aus diesem Bestand entliehen, um illegal zu shorten? Nachdem man die Banken nicht mehr nackt verkaufen darf, leiht man sie sich eben ungefragt?? X( Merkt ja keiner, wenn, ja wenn nicht zufällig der PrimeBroker mitten in der Leihe pleite geht... Überall herrscht Sodom und Gomorrha! Aber das ist natürlich mal wieder alles nur morgendliche Pauli´sche VT...

    Trichet ist gestern als "Banker of the Year 2007" ausgezeichnet worden!
    Er kann sehr bald beweisen, dass er diese Meriten verdient...

    Anders bilanzieren heisst ja nur anders abwaegen, die realen Verluste aber bleiben. Bedeutet das nicht, dass die Banken immer weiter Leveragen ?


    => Klar die Verluste bleiben erstmal in den Bilanzen. Sie werden aber nicht aufgedeckt, da eben NICHT mehr marked-to-market bilanziert wird und damit eben nicht nach dem kaufmännischen Niederstwertprinzip, falls die Marktwerte tiefer als die Buchwerte liegen, was sie derzeit tun! Und wenn sie nicht AUFGEDECKT werden, gibt es eben auch keinen Grund, auf die WAHREN Verkehrswerte ABZUSCHREIBEN! Und damit werden diese AfAs eben NICHT sofort gewinn (bzw. verlust)-wirksam.
    => Und DAS ist der ganze Überlebenstrick: Wenn man erst in 10 Jahren (oder nie) marktgerecht bepreisen muss, muss man 10 Jahren nicht abschreiben und somit 10 Jahre keine Verluste ausweisen.
    => VOR ALLEM aber muss man aktuell nicht abschreiben, denn die extrem hohen Verluste des toxic waste würden bei vielen Banken unweigerlich das EK aufzehren => Game over wg. Überschuldung!


    Und daher ist dieses Moratorium gegen Mark-to-market, das nun von den Republikanern ins Spiel gebracht wurde, zwar völlig ungeeignet, die realen Verluste zum Verschwinden zu bringen - aber wunderbar geeignet, die kurzfristige Todesdrohung von den Banken zu nehmen!!


    EDIT: Wie ich eben sehe, hat unser Freund Weissgarnix rettet die Welt diese "Lösung" schon vor Tagen vorgeschlagen - und nun wird er erhört. In diesem Artikel beschreibt er genau das nun vermutlich umgesetzte Moratorium gegen M-t-m, auch wenn er das Wort gar nicht in den Mund nimmt. Vielleicht sollte er Politiker werden - und die sind ja auch mehrheitlich Debitisten. Gelöst wird hier gar nichts. Aber die Probleme werden in die kommende Legislaturperiode verschoben. ;( Trotzdem: KURZFRISTIG ist es eine rationale und vermutlich funktionierende Lösung!


    Tollar: Moral Hazard Gefahr durch weiteres Leveraging der Banken?? Ich bitte Dich - das sind doch Kinkerlitzchen in diesen Zeiten. Wir müssen die Welt retten!

    Habe ich schon verstanden, aber was nuetzt mir z.B. ein Versicherungsvertrag, wenn die vereinbarte Versicherungssumme die Kapazitaet des Versicherers deutlich ueberschreitet. Die mir gegebene Sicherheit besteht doch nur in den realen Moeglichkeiten, alles andere ist doch Augenwischerei.


    => Du hast ja recht. Aber darum geht es IRL kurzfristig nicht. Die wollen nur die Panik verhindern. Es ist alles Psychologie. 400 Mrd EUR klingt so gewaltig, dass der irische Bürger eben gar nicht erst in Panik seine Guthaben abhebt. Soweit der Plan.
    => Das ist ja in unserer gemanagten Papiergeldfinanzwelt auch alles nicht neu: Das gesamte fractional banking system basiert auf dem Betrug Prinzip, dass man als Bank nicht alle Forderungen (=Sparguthaben / Guthaben) einlösen können muss, weil ohnehin praktisch nie alles gleichzeitig eingefordert wird. Die ZINSEN auf das multipliziert kreierte Geld kassiert aber die Bank!
    => Auf dem gleichen Prinzip haben doch auch seit Jahren die amerikanischen "Monoliner" (Kreditversicherer) basiert. Nicht ANSATZWEISE hatten diese tollen Institute genug Kapital, um alle geplatzten Kredite abzudecken!


    Das ganze Finanzsystem basiert letztendlich nur auf Vertrauen und damit auf Psychologie. Zahlen über 400 Mrd EUR sollen psychologisch sedieren und so Vertrauen zurückbringen.


    Got Gold? ;)


    => Ja, das wird vermutlich durchgesetzt. Den Abgeordneten soll die Zustimmung erleichtert werden, daher solche Zugeständnisse, die ausnahmesweise mal nicht den BANKEN, sondern den Bürgern zugute kommen. Die bereiten den Grund, dass das Paket bei der zweiten Abstimmung durchgeht.
    => Das heißt natürlich nicht, dass die Banken nichts mehr abbekämen: Man strebt offenbar die Aufhebung der sog. Mark-to-market-Regeln für die Banken an, was deren Bilanzen auf unbestimmte Zeit von extrem hohen Abschreibungen entlasten würde! Citygroup ist alleine auf dieses Gerücht hin heute 20% gestiegen! Sowas rettet die Bankbilanzen vor der Insolvenz! Der Form halber sollte man allerdings nicht vergessen zu erwähnen, dass Mark-to-market eine seit Jahren im Rahmen von IFRS auf amerikanischen Druck eingeführte Bilanzregel war! Tja, wer die Regeln kennt, darf sie verletzen. Und wer die Regeln schafft, darf sie auch wieder abschaffen. X(

    Nachtrag zu oben: Die HRE hatte angeblich zum Zeitpunkt des gestrigen Kollapses 42 Mrd EUR Forderungen an ÖFFENTLICHE GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN, die aber von der EZB nicht als Collateral anerkannt worden sind! Wären sie das, hätte ein HRE-Bailout mit hoher Sicherheit nicht stattfinden müssen. Trichet wird in den kommenden Wochen (Monaten??) analog zur Fed andere Sicherheiten akzeptieren müssen. Dem Druck dieser Forderung wird er nicht entgehen können.


    Um nicht missverstanden zu werden: Es hätte nie soweit kommen dürfen und die Fehler des fractional reserve banking mit minimalsten EK-Quoten haben wir hier tausendfach diskutiert. Aber DA wir nun einmal auch in Europa vor dem Liquiditätsabgrund stehen, müssen wir nun nicht auch noch freiwillig ohne Fallschirm abspringen. Sonst werden Institute abgestraft, die eigentlich keine schlechten Risiken auf den Büchern haben (wie die ganzen US-Hypoleichen), sondern nur Opfer komplett unmöglich gewordener ReFi-Möglichkeiten geworden sind. Nach einiger Recherche vermute ich, dass im Falle der HRE der Bailout wohl KEIN liquidtätswirksames Zuschussgeschäft für den Staat werden wird. Man wird sehen.

    Woher will die irische Regierung diese Summe nehmen ? Da kann doch gleich jede Regierung fiktive Betraege auf Buergschaften ausstellen.


    => Hm - ich relativiere ja nur ungern all die Ungeheuerlichkeiten der letzten Monate. Aber hier muss man auch mal konstatieren, dass diese Summe natürlich nur im Falle eines generellen und allgemeinen Bankentotalschadens und einem dann unvermeidlichen realwirtschaftlichen Katastrophe (dann auch nicht auf IRL begrenzbar) fällig würde.
    Diese Maßnahme hat IRL m.E. nicht in totaler Not, sondern prophylaktisch-offensiv getroffen.
    => Ganz unabhängig vom Casus IRL gibt es speziell in Europa derzeit einen ABSOLUTEN Liquiditätscrunch. Die Geldmärkte Europas sind heute derart tot und schockgefroren, dass nur noch die EZB die Temperatur wieder über den absoluten Nullpunkt bringen kann.
    => Trichet wird in den nächsten Wochen nicht um Maßnahmen herumkommen, die in ganz ähnliche Richtungen wie in den USA gehen. Paulson wird in der einen oder anderen Form (per Gesetz übers Treasury oder ohne Gesetz über die Fed) seine 700+ Mrd in den Markt bekommen. In Europa ist Stand heute noch niemandem klar, wie man aus der Schockstarre kommen soll. Die Börse hat das bereits heute vorweggenommen und den Dollar ggü. dem EUR um fast 5 (!!!!) Cent hochgeschossen.
    => Niemand sagt, dass all das "moralisch" OK (Sozialisierung von Verlusten, Inflationspotenzial) oder sonstwie nachhaltig ist. Aber die Börse ist hier in Ihrer Denke rational. Dem EUR und den europ. Banken und Börsen stehen harte Wochen bevor, auch wenn langfristig der Dollar Toast ist. Gegen GoldSilber ohnehin. Aber kurzfristig sieht es anders aus...

    Ich würde mal Pauli als den zukünftigen Chef vorschlagen ... wie es scheint, hält der sich aber grad zurück, schreibt allerdings auch nicht im Eldoforum.


    => Stimmt Milly. Zurückhaltung ist das Gebot der Stunde, auch wenn die Wirtschaftslage hier nach dem Gegenteil verlangte. Schlechter Zeitpunkt für einen Streit - und eine echte Chance für die Forenkonkurrenz, dem GSF-Marktführer "Marktanteile" abzuluchsen...
    => Danke für Deinen Vorschlag, den ich zu schätzen weiß, denn auch wir hatten ja schon "intensive" Diskussionen, weil wir letztlich auch beide impulsiv sein können. ;)
    => Mehrere Issues aber dabei:
    a) Muss ein Thread wirklich einen "Chef" haben? Ich neige zwar aus Ordnungsgründen zur Ansicht "Ja" - aber ich bin sicher, dass Du hier Widerspruch ernten würdest von vielen "basisdemokratisch" und pluralistisch veranlagten Mitgliedern...
    b) Ein Pauli hat hier Freunde - aber auch Feinde. Nicht nur unter den Trollen, die alle Goldbugs nerven wollen, sondern auch ein paar bei den anderen. Ich konnte mich in den vergangenen 4 Jahren nicht aus allen Streits raushalten - und das hat sicher ein paar Schrammen bei Usern zurückgelassen (von denen mir einige, wenn auch nicht alle leid tun)...
    c) Vielleicht das wichtigste: Ein ThaiGuru oder Eldo haben ja praktisch nur im Forum gelebt. Rein quantitativ könnte ich trotz durchschnittlich 3h Arbeitseinsatzes fürs Forum pro Tag diese EXTREM arbeitsintensive Dauerarbeit hier nicht leisten! No way. Man mag zu den Inhalten und Überzeugungen dieser Mitglieder stehen wie man will. Aber schon die Such- und Verlinkungsarbeit sowie als Bonus noch die Einordnungs- und Kommentierungsarbeit TAG FÜR TAG und ÜBER JAHRE ist bewundernswert, geldwert und enorm zeitsparend (wisst Ihr was ein guter Clippingdiesnt kostet, dann noch ergänzt um Realtime-Kommentare?!)!


    Man muss seine Grenzen kennen. Falls es hier wieder normal werden sollte, konzentriere ich mich vielleicht mehr als bisher auf EINEN Thread - aber eher als inoffizieller "Sponsor", denn die "Chefs" werden -wie wir gesehen haben- zur Zielscheibe der SIE-ller und "Piccolomini (d.Ä.)" hier im Thread und anderswo. Das brauche ich nicht. Mal schauen, welche Selbstreinigungskräfte das GSF so hat.

    Eine Handlungsempfehlung gefunden bei der Neuro-System AG im Zuge der 'Fortis-Gerüchte'


    [i]" Aus Sicherheitsgruenden werden die Oelzertifikate von ABN Amro auf den Emittenten Goldman Sachs umgeschichtet. ... [/b]Fortis: Eine auesserst negative Entwicklung gegen den derzeitigen Trend
    entwickelt Fortis S.A. Das Unternehmen beteiligte sich letztes Jahr an der damals teuersten Bankuebernahme. Gemeinsam mit der Royal Bank of Scotland und der Santander Bank wurde fuer 71,8 Mrd. Euro die ABN Gruppe uebernommen.


    Was meint ihr?


    => Olorin, Nach meinem Verständnis ist der für die ABN Zertis relevante ABN-Unternehmensteil durch die RBS übernommen worden. FALLS dies korrekt ist (bitte ggf. richtigstellen), dann ist Fortis für die Bonität und Liquidität der ABN Zertis irrelevant und alleine die RBS relevant. Bislang hört man bei RBS noch von keiner kritischen Verwicklung in die Finanzkrise. Auch hier: Bitte posten, falls es hier neue Infos geben sollte. MErci.

    Der schnelle Notverkauf an JPM war nötig um die FDIC wenigstens vorläufig zu schützen. Die Rücklagen der US-Einlagenversicherung betrugen Ende Juni nur noch 45,2 Mrd. Dollar. Bei einer Pleite von WaMu hätte die FDIC mit über 130 Mrd. Dollar einspringen müssen, denn bei der FDIC sind alle Konnten der WaMu bis zu einer Höhe von 100000 Dollar versichert.


    => Versuchen wir doch mal einen Überblick über die (Teil)rettung der WaMu zu geben (soweit ich das bislang verstehe):


    a) 16 Mrd an Sparareinlagen sind in nur 9 Tagen abgezogen worden. Dieser prozentual noch überschaubare Bankrun i.H.v. knapp 10% der Einlagen hat ausgereicht, um die Bank illiquide zu machen. Das kann JEDER Bank passieren. Selbst sie "besten" der Welt könnten max. 10-15% der Einlagegelder sofort auszahlen.
    b) Die Aktionäre sind fast zu 100% enteignet. Der Kaufpreis, den JPM zahlt, wird die Aktie fast auf Null bringen, was ja "marktwirtschaftlich" auch in Ordnung ist.
    c) Interessant ist, dass nach dem Deal die "Gläubiger" ebenfalls leer ausgehen! Das dürften (weltweit verstreut, Deutschland?!) in erster Linie Institutionelle sein - aber u.U. auch Zertifikatebesitzer der WaMu - weiß nicht, ob die das im Retail-Geschäft auch an Privatkunden vertickt haben. Das wird man alles sehen und es könnte durchaus weitere Banken weltweit in große Schwierigkeiten bringen!
    d) NICHT betroffen sind wohl die "kleinen" Sparer (die es in den USA offenbar noch gibt), deren Einlagen bis $100.000 an JPM verkauft wurden und nun von JPM auszuzahlen sind bzw. für die nun JPM haftet. Allerdings besagen die Meldungen, dass der US-Einlagensicherungsfonds FDIC durchaus wohl auch noch irgendwie mithaftet, aber (solange nicht JPM fällt nicht direkt ZAHLEN muss). Das wäre auch bitter geworden, denn die WaMu-Spareinlagen waren 3x größer als der FDIC...


    Fazit:
    - Ein klassischer Bankrun, bei dem Massen von Kleinsparern vor verschlossenen Türen stehen, wurde gerade noch einmal vermieden.
    - Den Bankrun müssten nun eher die "GLÄUBIGER" (ex Kleinsparer) der WaMu machen, die echte Totalverluste ihrer vermutlich auch nicht groß versicherten Forderungen gegen die WaMu haben!
    - Juristisch wird m.E. interessant, ob diese enteigneten Gläubiger den Deal mit JPM anfechten können, denn die haben ja (nach den Berichten!) offenbar alle Aktiva (Gebäude, Infrastruktur, Kundendatenbanken, Kundenkonten) von WaMu übernommen - es aber irgendwie mit den Behörden ausgedealt, dass die Gläubigerforderungen eben NICHT mit übernommen werden mussten ?) ?) Nach deutschem Konkursrecht m.E. nicht nachvollziehbar / legal. Und vielleicht stimmen auch die Meldungen nicht. Aber WENN sie stimmen, wird das ein Fest für Anwälte.
    - JPM HAT wohl die (zT notleidenden CDO-etc.-) Assets der WaMu mit übernommen. Hierauf dürften die noch ganz erhebliche Abschreibungen auf Ihre JPM-Bilanz nehmen müssen. Aber das kann JPM über die Zeit spielen und zudem bekommt man ja abermilliarden aus dem 700Mrd-Bailout-Programm, so dass diese AfAs vermutlich eher der Steuerzahler tragen wird! X(
    - Immerhin aber hat JPM schon für heute eine 8Mrd-Kapitalerhöhung angekündigt, was erheblich über den 1,4 Mrd Kaufpreis liegt. Ein wenig ahnt man also wohl, dass da direkt erst einmal Mehrkosten auf JPM zukommen.


    Spannend - aber es ist ein Zeichen, wie "kreativ" diese Bailouts ablaufen können. Wir werden ähnliche Vorgänge noch bei ALLEN notleidenden Banken der USA sehen, die für too-big-to-fail erklärt werden. Einige kleinen Banken werden evtl. auch weiterhin Konkurs gehen dürfen.


    Noch "spannender" wird es international, wenn im Zuge dieser Forderungsausfälle weltweit Banken in Schwierigkeiten kommen werden! Es wird hier Konkurse und wohl auch (Retailkunden)Bankruns geben, weil ja nicht überall der Steuerzahler einspringen wird (oder doch, Herr Steinbrück?? ).


    Man muss vermuten, dass am Ende ein kleines Oligopol an Riesenbanken übrig bleiben wird. Marx bekommt recht - wenn auch 150 Jahre später als gedacht.


    Und die Börse? Nun, die handelt heute vielleicht sogar rational, wenn sie Angst aus dem System nimmt, denn offenbar darf es keine flächendeckenden Bankruns mit revolutionärem Wutpotenzial der Kleinsparer geben. Damit wird das System vermutlich überleben. Vermutlich, weil man sehen muss, ob das Ausland bei dieser Inflationsorgie mitspielen wird.


    Darum fallen heute GoldSilber erstmal. Angst weicht vorläufig aus dem System. Vielleicht kommt sie wieder zurück, dann steigt Gold wieder. Falls nicht, kommt jedenfalls in wenigen Wochen der Dollarsinkflug und die Inflation dann in ein paar Monaten.


    Got GoldSilver?

    nanina: Ich weiß mangels Aktivität dort nicht genau, wie das Politikforum bei diesen Themen so drauf ist. Aber erfahrungsgemäß wirst Du eine Menge Widerstand und Widerspruch gegen einen Goldstandard erfahren. Die meisten Argumente sind Müll bzw. widerlegbar ("Es gibt zu wenig Gold", "Wir hätten sofort Deflation und Rezession") oder aber irrelevant ("Wie sollten wir denn die Sozialprogramme finanzieren?"). Allerdings gibt es auch ein oder zwei harte Nüsse, die zB ich auch nach jahrelanger Beschäftigung mit und Diskussion über die Materie für mich selbst nicht lösen konnte. Hier im Thread ist das off-topic und wir hatten auch im GSF schon öfters lange und intensive Diskussionen über den Goldstandard. Daher nur andeutungsweise: Das ZINSproblem ist auch in einem Goldgedeckten-System nicht wirklich gelöst. Es tritt nur langsamer und später auf, weil der Goldstandard die Zinsen tendenziell tief hält. Im Prinzip kann DAlUERHAFT (= über Jahrhunderte) auch ein Goldgeldsystem nur funktionieren, wenn man entweder die Zinsen abschafft (schwierig...) oder jegliche Verschuldung (und damit Geldmengenerhöhung) aus dem System verbannt. Das Goldgedsystem des 19. Jhdts. hat vermutlich nur deshalb funktioniert, weil die Goldfördermenge (etwa +2-3% p.a. bezogen auf den vorhandenen Goldbestand - übrigens ähnlich wie heute) in etwa dem Wirtschaftswachstum entsprochen hat. Zudem war damals (was heute oft vergessen wird) in keinem einzigen Land eine 100%ige Deckung der umlaufenden Notengelds erreicht. 40%-50% war zB im Dt. Reich die absolute Spitze, erreicht soviel ich weiß 1907. Bekanntermaßen hat WK I die Goldgeldexperimente ja gewaltsam beendet. Aber meine These wäre, dass es nicht länger als vielleicht 150 Jahre gut gegangen wäre. Immerhin VIEL besser als heute und ich bin und bleibe ein Fan der Idee. Aber wenn Du im Politikforum ernsthaft darüber diskutieren willst, musst Du Dich fürher oder später dem Zinsproblem stellen. Und dann wird es tricky...
    @GB: soviel zu diesem off-topic hier. Ich beende das hier wieder... Gerne weiter zum GEC.

    nanina


    Wir hatten hier irgendwann ja schon mal unsere (allerdings rel. harmlosen) Differenzen.


    Aber Dein 100. Beitrag ist SEHR gelungen! Wunderbar dargestellt. Diese wirtschaftsphilosophische Basis sollten wir im Tagesgeschäft nicht vergessen! :love: :)

    zK: Leitkommentar des Wirtschaftsteils der heutigen SZ (Printausgabe)


    http://www.sueddeutsche.de/finanzen/555/311476/text



    Dies http://www.spiegel.de/wissensc…tur/0,1518,579630,00.html wollte ich Euch nicht vorenthalten. Peak Gold - oder sogar End Gold?

    Zitat

    Meteoriten sollen Edelmetalle zur Erde gebracht haben
    Eigentlich dürfte es Gold, Platin und andere Edelmetalle gar nicht an der Erdoberfläche geben - jedenfalls nach den gängigen Theorien zur Bildung der Erdkruste. Forscher glauben, dass kosmischen Altmetalltransporter die komplette Menge der wertvollen Elemente zu uns gebracht haben. Ehering aus Gold? Autokatalysator mit Platin-Elementen? Edel-Sonnenbrille mit UV-Filter aus Iridium? Das dürfte es eigentlich alles gar nicht geben. Schuld daran sind die Vorgänge bei der Entstehung unserer Erde vor gut viereinhalb Milliarden Jahren - und die chemischen Präferenzen bestimmter Stoffe. Metalle wie Gold, Platin und Iridium verbinden sich unter bestimmten Bedingungen sehr gern mit Eisen. Deswegen sind sie auf der Ur-Erde im geschmolzenen Zustand in den eisenreichen Kern gewandert - und müssten deswegen von der Oberfläche unseres Planeten komplett verschwunden sein. Dass es dort trotzdem immer einmal wieder Vorkommen der raren Metalle gibt, dafür machen Wissenschaftler seit jüngstem Meteoriten verantwortlich. Sie sollen die preziöse Fracht auf die Erde gebracht haben. Der Mainzer Forscher Gerhard Schmidt stellte am Montag eine Studie vor, in der er das gesamte oberflächennahe Vorkommen der Edelmetalle auf der Erde mit Meteoriteneinschlägen erklärt...


    =>The End is nigh! Got GoldSilver? ;)

    Pauli
    Beziehst du die Zahlen der ZKB-ETFs auf deren website (ich finde dort nirgendwo Informationen) oder bekommst du die Zahlen "intern" zugespielt? Ich kenne nur die Mitteilungen auf der silberinfo.com-website und danach soll der ZSIL ca. 6% in der Unzenzahl zugelegt haben in den letzten 2 Wochen.


    => Henry hat es ja schon beantwortet: plus knapp 6% auf nun 26,3 Mio Unzen bzw. nun 818 Tonnen. Das ist noch nicht der von mir als möglich vermutete Rush in diesen ETF. Aber es ist ein überdurchschnittlicher Zuwachs. Die Info kommt (jedenfall bei mir - Henry?? ) aus einem Email-Verteiler der ZKB, der eigentlich mehr oder weniger öffentlich ist. Man kann sich da in den Verteiler setzen lassen - schreib die mal an. Kann aber sein, dass sie eher Instis reinsetzen.

    Ich habe Angst, dass die Kohle einfach weg sein könnte, war zwar nicht sooo viel, dennoch.
    GoldBaerchen


    => Goldbärchen: Vorweg gesagt: Die Lage bei ETFS war vorige Woche kritisch - aber Dein Geld dürfte derzeit nicht weg und derzeit auch nicht direkt gefährdet sein!


    Die Sachlage ist folgende: ETFS hatte ja sehr viele Commodity-ETCs emittiert und war damit in den vergangenen Monaten vor allem bei Öl- und Edelmetall-ETCs SEHR erfolgreich. Viele Milliarden institutioneller und privater Gelder sind da rein, die alle in Rohstoffe investieren wollten und das über Futures oder Zertifikate nicht tun wollten oder konnten. Entgegen der eigenen Namensgebung hat ETFS eben keine ETFs, sondern ETCs (also Inhaberschuldverschreibungen, nicht ETFs, die ja Fonds wären) emittiert.


    Am Dienstag / Mittwoch voriger Woche kam es dann zum Eklat: AIG war insolvent bzw. in massiver Schieflage und es stellte sich heraus, dass die meisten (nicht alle) ETFS-ETCs im Hintergrund durch AIG besichert waren. Zwar nur gegen das Beschaffungsrisiko der Futures (weil physische Rohstoffe natürlich NICHT Grundlage der ETF-ETCs waren) - aber es genügte, um eine Handelsaussetzung zu bewirken. Diese hält meines Wissens zwar noch immer an - aber vermutlich ist im Einzelfall kein Schaden eingetreten und die Dinger werden irgendwann wieder handelbar.


    Der CEO von ETFS musste sich bereits vorige Woche in 2 sehr intensiven Conf Calls den kritischen Fragen der investierten Instis stellen. Die hatten alle keine Ahnung, was sie da eingekauft hatten und dass AIG irgendwie involviert sein könnte. [Soviel zur Empfehlung der Bankster an die Privatkunden, nur Produkte zu kaufen, die sie verstehen...].


    OHNE GEWÄHR meine Prognose: Du wirst die ETFS-ETCs vermutlich bald wieder handeln können, denn AIG hat in diesem Fall nach meinem Verständnis kein Ausfallrisiko besichert, das sich nun materialisiert hätte. Da die Welt noch nicht zusammengebrochen ist, wird es vermutlich keinen Schaden bei den ETCs geben. Falls das ein Experte im Forum anders sehen sollte, soll er mir bitte widersprechen.


    In jedem Fall sollte die vorige Woche uns alle gelehrt haben, dass Zertifikate im worst case des allgemeinen Meltdowns nicht nur nicht mehr HANDELBAR, sondern WERTLOS sind. Hier bei ETFS diesmal aber (hoffentlich für Goldbärchen) noch nicht.

    ...es wird gemunkelt, dass es sich um geistige mini-nukes handelt, die man Goldseitenlesern geben wollte. Bestimmte Kreise in den limbischen Untiefen -ich nenne keine Namen, aber jeder kann sich selbst vorstellen, wer das alles sein könnte- drehen eben momentan komplett durch, die gehören normal eingesperrt. SIE WOLLEN GROßES CHAOS. Der Anschlag in die Tastatur steht damit im direkten Zusammenhang, weil eine "Kraft" diese Übergabe verhindern wollte. Leider sind, so munkelt man, einige Beiträge unversehrt geblieben.
    preussengold


    Preussengold: :thumbup:


    BAAL: Du lebst heute mal wieder Deinen Abbinder und beweist, dass Du "weißt, dass Du mehr weißt als Du weißt [und vor allem sagst]". Mag ja stimmen und ab und zu verlinkst Du ja auch wirklich Lesenswertes. Aber Deine ständigen ANDEUTUNGEN (mittlerweile fast schlimmer als damals bei heinzelmann) diskreditieren Deine Sache - welche auch immer das ist... Insbesondere dann, wenn auf völlig berechtigte Rückfragen von Dir nur derart dünnes Ge-"Munkel" und gar wieder mal Beleidigungen zurückkommen.

    Deutschland beteiligt sich nicht am Rettungsplan der US-Regierung ? 10 Mrd haben die deutschen Steuerzahler hier schon mal gespendet. Bald kommt Ackermann und Konsorten und fordern Stuetzungen fuer ihre Verluste...alles natuerlich nur um Arbeitsplaetze und den Finanzstandort Deutschland zu sichern.


    => So ist es. Merkels rhetorischer Widerstand wird rhetorisch bleiben. Das ist nur für die Wähler. Hinter den Kulissen wird bereits um Quoten gerungen, mit denen auch die europäischen Banken und die europäischen Staaten bzw. Steuerzahler und die Inflationsgeschädigten am 700+ Mrd $ RTC-Misthaufen partizipieren "dürfen"!


    => Ich stelle mir die Verhandlungen des Treasurys mit den Banken und Staatschefs ungefähr so vor:

    Nein, das weiß ich nicht, erkläre es doch mal bitte, aber nicht verschlüsselt oder mit lauter Rätseln, sondern einfach und klar.


    => privileg: Du nimmst mir meine EXAKTEN Worte aus dem Mund. Dabei gibt es hier im Forum doch so einige, die Schäuble und seine perfiden Ideen gut kennen. Aber Baal hat mal wieder etwas aufgetan, was der Community neu ist. Nur leider ist es ihm wieder mal zu dumm, die Community an seinem überreichlichen Wissen in einfachen und klaren Worten teilhaben zu lassen. Oder Baal? Bitte bitte - wir hatten diese Bitte um Klarheit doch schon sooo oft...