Zitat von »chefboss«
Der Ultraschall-Test misst nur, ob der Barren homogen ist bzgl. der SchallGeschwindigkeit ...
==> Ein gewievter Gauner kann das evtl. mit beruecksichtigen ... ...
Am besten ware m.E. Granulat: Umruehren & dann e. Stichprobe analysieren, und schon ist klar, ob echt oder nicht ...
Hallo chefboss,
darum eben auch die Messung von Dichte UND Ultraschallgeschwindigkeit (mit dem AuroTest-Prüfset ). Die Beschreibung zum Ablauf der Prüfung läßt in der Beziehung auch eigentlich keine Fragen offen, oder? Gleich beide Materialgrößen bei einer Fälschung zusammen auf die entsprechenden Werte von reinem Gold mit nicht-radioaktiven Elementen zu bringen, ist bisher noch niemandem gelungen; weder durch Legieren, noch durch die Herstellung von Verbundwerkstoffen (inklusive porösem Material). Es geht dann entweder bei der Prüfung der Dichte schief oder aber beim Vergleich der Schallgeschwindigkeit. Da ich mich mit Metallphysik schon mehr als 20 Jahre beschäftige, kann ich das mit einiger Festigkeit behaupten. Die bisher besten Fälschungen (Wolframkerne) werden aus 95 % Wolfram und max. 3..5 % Rhenium hergestellt und haben selbst bei einer geringen Restporosität von 1..2 % nach dem Sintern immer noch die Dichte von gegossenem Gold. Sie sind auf Grund des vergleichsweise hohen Rhenium-Preises allerdings in der "Oberklasse der Fälschungen" zu finden. Der gegenwärtige Rhenium(pulver)preis liegt bei ca. 6450 USD/kg, davon entsprechen 30..50 g für den 3..5 % Anteil einem Aufpreis von 200..300 USD pro Kilobarren "Falsch-Gold". In USA wissen einige kommerzielle Hersteller von Wolfram-Sinterkörpern, wovon ich spreche. Allerdings werden diese sich dazu nicht freiwillig äußern (Stichwort 400 oz. Barren).
Gegossenes Gold besitzt häufig eine Dichte von kleiner als 19,28 g/cm³ (meist im Bereich von -0,1 bis -0,2 g/cm³ zum Idealwert). Mit einer ausschließlichen Dichtemessung kommt man bei solchen "Oberklasse-Kernen" im Vergleich nicht weiter, allerdings ist dann bei diesen die gemessene Schallgeschwindigkeit entweder wegen Reflektion am Wolfram(-Rhenium)-Kern oder - bei einem Verbundwerkstoff zwischen Wolfram/Re/Au - wegen des höheren Elastizitätsmoduls deutlich höher als bei reinem Gold (>4500 m/s).
Sollte nun umgekeht die Anpassung der Fälschung auf die longitudinale Schallgeschwindigkeit von Gold vorgesehen sein (in den Bereich von 3200 bis 3300 m/s für gegossenes Gold) hat man die undankbare Aufgabe, ein Material zu finden, mit gleicher oder auch kleinerer Schallgeschwindigkeit als Gold. Dabei ist man dann auf Zinn, Antimon, Cadmium, Blei, Thallium und Quecksilber (inkl. Amalgame) angewiesen. Die Verwendung solcher (Halb-)Metalle und deren Legierungen resultiert aber in einer zu kleinen Dichte des hergestellten Barrens, auch wenn jetzt die Schallgeschwindigkeit stimmt. Da hilft dann auch kein Verbundwerkstoff weiter. Man kommt damit nicht in die Nähe der Dichte von Gold. Ein Verbund z.B. aus Wolfram und Blei erreicht bestenfalls eine Dichte von 15 g/cm³ bei gleicher Schallgeschwindigkeit wie Gold.
Uranbarren haben zwar näherungsweise die Dichte und die Schallgeschwindigkeit des Goldes, sind aber auf Grund der mittels Geigerzähler feststellbaren Gammastrahlung für den Kundigen auch außen vor. Außerdem dürften zivile bzw. nichregierungsgebundene Fälscher etwas Mühe haben, an gut aufbereitetes Uran zu kommen. Auch eine Lichtbogen- oder Induktionsvakuumschmelzanlage für das schwierig zu handhabende Uran wird dann fällig (Stichwort: Uran ist pyrophor).
Also wer uns einen nachprüfbaren Vorschlag macht, wie er die Dichte und die Schallgeschwindigkeit eines stabilen Goldimitates auf den Wert von reinem, gegossenem Gold bringen kann, ohne radioaktive "Zutaten" und ohne daß die Herstellkosten über dem Metallwert von Gold liegen (z.B. durch Verwendung von Platin) - der kann sich bei Aurotest eine Prämie von EUR 500.- verdienen! (Hinweis: Platinamalgame sind nicht stabil!)
Zusammenfassung: Entweder fällt die Fälschung eines Goldbarren bei der Dichteprüfung auf oder aber spätestens bei der Messung der Schallgeschwindigkeit. Wir hoffen die Ausführungen waren jetzt technisch genug.
MfG Epoxy
P.S.: Das Resumé von Kati zur ihrer Inspektion der Barren" war: "Wenn diese Barren gefälscht sind, dann sind es hunderte anderer ebenfalls - es scheint besser, dies nicht weiter auf seinen Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen."
Kommentar: Dies macht die bisher bestehende Ohnmacht der Goldbarrenbesitzer leider wieder einmal deutlich. Wir glauben aber, das dies nicht so bleiben muß.