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Erst Silber. Dann Krypto. Gestern hat das Finanzministerium im Bundestag die Haltefrist für Gold ins Spiel gebracht.
Guten Tag,
gestern ist im Bundestag etwas passiert, das Sie kennen sollten. In der Anhörung des Petitionsausschusses zur Krypto-Haltefrist hat der Abgeordnete Heiko Hain CSU gefragt, ob das Finanzministerium bei den erwarteten Mehreinnahmen auch Ausweichbewegungen in Gold eingerechnet hat.
Die Antwort kam vom zuständigen Referatsleiter des Bundesfinanzministeriums. Und sie hat es in sich.
LG Vatapitta
«Wir haben alle Verbände- und Länderstellungnahmen ausgewertet, dass es auch dann eine Möglichkeit gäbe, eher noch Richtung Gold auszuweiten.»
Jan-Peter Wißborn, Referatsleiter im Bundesfinanzministerium · Petitionsausschuss, 12. Oktober 2026
Worin sich Krypto steuerlich von Gold unterscheidet, wollte das Ministerium ausdrücklich nicht erklären. Beschlossen ist noch nichts. Aber Gold steht jetzt im Protokoll, und Ihr steuerfreier Verkauf nach einem Jahr Haltefrist steht damit offiziell auf dem Prüfstand.
Ich würde das gerne als Einzelfall abtun. Nur kenne ich das Muster inzwischen zu gut.
Wie es bis hierher gelaufen ist.
Es ist immer dasselbe Drehbuch. Erst ein Schreiben, dann ein Erlass, dann ein Gesetz. Jedes Mal ohne Vorwarnung, jedes Mal ohne Übergangsfrist, und jedes Mal trifft es Anleger, die geglaubt haben, die Regeln würden bleiben.
Fünf Eingriffe in vier Jahren. Immer dasselbe Muster.
📌 Januar 2023 – Der erste Schlag gegen Silber. Per Schreiben aus dem Finanzministerium wird die Differenzbesteuerung für importierte Silbermünzen für unzulässig erklärt.
📌 Januar 2025 – Das letzte Schlupfloch wird zugemauert. Händler hatten sich über EU-Nachbarländer mit niedriger Einfuhrsteuer beholfen. Berlin schliesst auch diesen Weg. Seitdem gilt für neues Anlagesilber in Deutschland der volle Satz auf den gesamten Verkaufspreis.
📌 9. April 2026 – Der Zollfreilager-Erlass, wirksam am selben Tag. Mit einem einzigen Schreiben kippt das Ministerium den Steuervorteil im deutschen Zollfreilager. Wer Silber, Platin oder Palladium dort liegen lässt, zahlt ab sofort 19 Prozent. Erste Händler stoppen noch am selben Tag ihre Transaktionen. Verschont bleiben nur Schweizer Zollfreilager ausserhalb des EU-Zollgebiets.
⚠️ Gestern, 12. Oktober 2026 – Gold steht im Protokoll. Zum ersten Mal nennt das Finanzministerium Gold im Bundestag offiziell als nächsten Kandidaten. Nicht in einer Pressemitteilung, sondern in einer öffentlichen Anhörung, für jeden nachlesbar.
📌 Morgen, 14. Oktober 2026 – Krypto verliert die Haltefrist. Das Kabinett beschliesst voraussichtlich, Kryptowerte aus der Spekulationsfrist herauszunehmen. Gewinne wären dann immer steuerpflichtig, egal wie lange man hält. Rund 2 Milliarden Euro Mehreinnahmen sind im Haushalt 2027 bereits fest eingeplant.
Vier Jahre lang war Gold die Ausnahme. Jedes Mal verschont, jedes Mal ausgeklammert. Bis gestern.
Was das für Sie bedeutet.
Heute gilt noch die alte Regel. Physisches Gold, das Sie jetzt kaufen und über ein Jahr halten, verkaufen Sie nach aktuellem Recht steuerfrei. Wie lange das so bleibt, entscheidet jetzt Berlin. Wo Ihr Gold liegt, entscheiden Sie.
Wer seine Position aufbauen will, hat also ein Zeitfenster. Und wer sie ausserhalb der EU lagert, hat zusätzlich Abstand zwischen seinem Vermögen und dem Zugriff aus Berlin und Brüssel. Bei Silber ging es am Ende dreimal schneller, als alle dachten. Ich würde bei Gold nicht darauf wetten, dass es langsamer läuft.
🧮 Rechenbeispiel: Was eine 25-Prozent-Regel bedeuten würde.
Aus 10.000 Euro wurden 36.950 Euro. Nach einer 25-Prozent-Regel würde Berlin davon 7.110 Euro kassieren.
Gekauft im Oktober 2016: 8,7 Unzen für 10.000 €
Wert heute: ca. 36.950 €
Gewinn: ca. 26.950 €
Steuer nach heutiger Regel (über ein Jahr gehalten): 0 €
Mit 25 % Abgeltungsteuer: ca. 6.740 €
Inklusive Solidaritätszuschlag (zusammen 26,375 %): ca. 7.110 €
Inklusive Kirchensteuer (zusammen ca. 28 %): ca. 7.500 €
Netto blieben statt 36.950 Euro nur noch rund 29.850 Euro (ohne Kirchensteuer). Der Staat würde sich gut ein Viertel des gesamten Gewinns holen, bei einem Vermögen, das nominal gestiegen ist, real aber zu einem erheblichen Teil nur die Entwertung des Euro abgebildet hat. Inflationsgewinne würden besteuert wie echte Gewinne.
Annahmen: Goldpreis Oktober 2016 rund 1.150 Euro je Unze, heute rund 4.250 Euro je Unze (Stand 13. Oktober 2026). Besteuerung wie Kapitaleinkünfte nach § 20 EStG, gerundet. Der Krypto-Entwurf gilt nur für Käufe ab 2027, Altbestände bleiben dort verschont. Ob eine Regel für Gold genauso käme, ist offen. Das Beispiel zeigt, was eine 25-Prozent-Regel bedeuten würde, und ist keine Prognose.
Rechenbeispiel....
der Ganze Rattenschwanz der Überwachung, Vermeidung, EU - Abstimmung, Schwarzmarkt etc.
Vielleicht sehen wir ne MWST von 5-7% im Verkauf - aber die Gewinne zu besteuern wird schwer!