gestern stand auf bloomberg.com ein artikel in dem eine consulting firma sagte, dass Deutsche in 2009 eta 178 metrische tonnen gold gekauft haben,
reine investment demand, ohne jewelery und industrie.
Xetra Gold hat 38 tonnen gebunkert. Laut statut hat xetra gold das Gold, was sie nicht physisch haben als Lieferverpflichtung von Umicore,
d.h. die nicht von einem windigen Comex partner sondern von einer Raffinerie.
Wenn man mal schätzt, dass Deutsche Privatanleger außerdem ca. 20-40 Tonnen bei anderen ETFs gebunkert haben
kommt richtig was zusammen.
Ich war auf diversen Flohmärkten in Südfrankreich: anders als vor 4 Jahren liegt da massenweise Goldschmuck, auch ziemlich billig - ohne Prüfung kann man allerdings nicht kaufen. auch aus Italien wird berichtet, dass Italiener sich massenhaft von ihren Pretiosen trennen.
In euro umgerechnet ist das alles wenig: was sind schon 3-4 Mrd euro,
wenn man bedenkt, dass deutschland für Griecheland 8 Mrd der 30 Mrd Hilfe zahlen soll,
...jetzt sollen es nach einem Bericht von Bild.de schon 80 Mrd sein, die Griechenland braucht,
das erinnert mich an die HRE....
aber anders als die Mrd mit denen Regierung und Hochfinanz jongliert, handelt es sich bei den 200 Tonnen "deutschem Gold" aus 2009 um größtenteils hart erarbeitetes Geld, dass nun gegenpartfrei gebunkert ist. Es geht also um 3-4 Mrd "echtes Geld"
Das Geld für Griechland soll dagegen NICHT durch eine Bundesanleihe vom Markt eingesammelt werden,
sondern durch einen KfW Kredit "erschaffen" werden.
d.h. die KfW erschafft 8 Mrd Euro aus dem nichts, unterlegt etwa mit 5% eigenkapital.
Der Bund überweist nichts, sondern schreibt nur eine Garantie.
Und theoretisch sollte Griechland in seinem Territorim dann irgendwie versuchen, in den kommenden Jahren 8 Mrd wieder einzusammeln.
Ich weis zwar nicht ob es stimmt, aber ich bin nach längerem Überlegen auf den Gedanken gekommen,
dass die Staatsverschuldung und fractional Resver Banking eine extrem unheilige verbindung gebildet haben.
Ein Großteil der Staatsanleihen wird nicht mehr durch Pensionsfonds gekauft, sondern durch Banken, die Staatsanleihen mit Krediten kaufen,
die nur durch 5% unterlegt sind. Jede so gekaufte Staatsanleihe erhöht die Gesamt-Geldmenge.
In der Privatwirtschaft werden Kredite durch Sicherheiten unterlegt (was die Kreditvergabe limitiert) und sie werden klassischerweise in einen Bereich investiert,
der in sich die Fähigkeit trägt, aus Investments neue Produkte zu schaffen, für die andere Menschen bereit sind, geld auszugeben.
Der Staat gibt nur wenige Prozent der Kredite für Investments aus, der Rest wird schlicht verfrühstückt.
Auch die fehlenden Sicherheiten sorgen dafür, dass es kein Limit für Staatsschulden gibt.
Jedes ernsthafte Zurückzahlen von Staatsanleihen würde zu einer hammerharten Deflation führen, zu einem regelrechten austrocknen der Wirtschaft,
wie man es zu Zeiten des Edelmetallgeldes oft gesehen hat.
Ich habe während meiner Reise in aller Ruhe nochmal den Outlook von Pimcos Bill Gross gelesen:
den meisten ist sicher sein "Ring of Fire" in Erinnerung und die Bemerkung, dass Großbrittaniens Gilts (Staatsanleihen) auf einem Fundament aus Nitroglyzerin liegen.
Ein paar Zeilen weiter zog er diverse Schluffolgerungen, schrieb auch nochmal, wie schwer es ist, richtige Wege zu finden.
Dann schrieb er, in etwa, dass nur eines sicher sei, dass es dramatische Änderungen geben wird und dass alle Modelle , die auf 10 oder 20 oder 30 Jahre zurückblicken, nicht mehr angewendet werden können.
Wenn man gegenüber dem Markt outperformen will, sollte man sich eine Investment Idee suchen, die in schwierigen Zeiten auf Ebene von Hundert Jahren funktioniert hat.
Er zog die Schlußfolgerung: geh dahin wo Wachstum und wenig Schulden sind - und empfahl langfristig, die Schuldverschreibunbgen der G20 Länder unterzugewichten und stattdessen in Schwellenländer papiere und Währungen zu investieren - trotz des geringen Rechtsverständnisses dort.
Wenn man überlegt: er nannte keinen konkreten Beispiele, wie man mit Schuldverschreibungen von wachsenden Volkswirtschaften outperformen könnte.
Die USA wuchs in den 50ern enorm - und entledigt sich gleichzeitig per INflation der Schulden aus dem II Wk.
Das wirkte enorm ausgleichend: mit Arbeit konnte man neue Dollars erarbeiten. Schon 1947 war der Reichtum in den USA gleichmässiger verteilt und nicht mehr wie 1929 in der Hand einiger weniger.
Das was wir machen: Edelmetall Anlage ist eigentlich viel logischer:
keiner weis, ob es gut oder schlecht ist, ABER es ist ein Wertspeicher, der in den vergangenen hunderten Jahren in Krisenzeiten andere Anlageformen outperformt hat.
Ein Investment, dass nur sich selbst erhält und seine "Dividende" nur aus der Inflation zieht, ist natürlich ausserhalb der Denke eines Bond-Investors wie Pimco.