Entschuldigung für die späte Antwort, will ein paar Dinge nochmal aufgreifen...
es reicht völlig aus, das vertrauen in eine währung zu zerstören. wenn morgen viele menschen dächten, dass der euro bald nichts mehr wert sein wird, dann rennen diese menschen morgen in ein geschäft und kaufen ein. und zwar mit allem was sie haben. so etwas ist sehr schnell ansteckend, denn deren nachbarn wundern sich natürlich und bekommen auf einmal auch zweifel. und schwupps, haben wir eine inflation, die ausschließlich auf höherer geldumlaufgeschwindigkeit beruht. dem sind dann aber, wie die deutsche hyperinflation zeigt, praktisch keine grenzen gesetzt. ich behaupte sogar, hyperinflation ist ohne vertrauensverlust gar nicht denkbar. denn ohne vertrauensverlust besteht gar kein bedraf die geldmenge um tausende prozent zu erhöhen.
genauso sehe ich das auch. Es ist interessant wieviel 'sichtbares Geld' auf dem Markt ist, also wirklich bereit einzukaufen. In dem Fall des Vertrauensverlustes wird mehr Geld benötigt, weil auf einmal viel mehr Dinge monetarisiert werden; wie Du schon geschrieben hast, wird alles benutzt um damit zu handeln. Die einzige Möglichkeit der staatlichen Kontrolle besteht in der Ausweitung der Geldmenge, da sonst eine riesige Schattenwirtschaft entsteht. Geld ist nunmal ein Monopol, ich würde da auch dran hängen
Die Verkaufsbereitschaft, sofern nicht erzwungen, kann sich da noch steigernd auswirken - wie von Dr_Meyer bei den vorweggenommenen Preissteigerungen geschrieben hat... Das spricht auch für eine enorm hohe Bedeutung der Inflationserwartung, die dann die Zahlen macht. Dabei kommen dann die Rettungspakete ins Spiel...
Wenn eine Anleihe uebertragen wird, kommen die Zinsen m.W. dem Halter, in dem Fall der FED, zugute. Die Ueberschuesse der FED wiederum dem Staat. Bei Staatsanleihen kann sich damit der Staat ueber den Umweg Primary-Dealer und FED quasi zu Null-Zins Geld leihen. Allerdings ist dieses Volumen relativ begrenzt.
Bei den Unternehmens-Anleihen war mir das nicht ganz klar, da die Ausleihung imo zeitlich begrenz ist, oder ist das ein richtiger Aufkauf? Bei den Staatsanleihen beruhigt mich das etwas, wenn schon gedruckt werden muss dann wenigstens nicht noch Zinsen dafür zahlen!
Diese Diskussion habe ich auch schon mit Tollar geführt. Ich habe ihn so verstanden, dass die Fed bzw. ihre Hintermänner kein Interesse an der Entwertung ihrer Vermögenswerte hätten und deshalb eine Hyperinflation des Dollars unmöglich sei. Dem kann man entgegenstellen, dass der Staat aber sehr wohl ein Interesse an einer starken Inflation hat, da er sich sonst nicht entschulden kann, zumindest solange nicht, wie der Schulden-Kettenbrief nicht wieder in Gang kommt. Im Gegensatz zu Tollar sehe ich Fed und Staat als "partners in crime", d.h. es herrscht Interessensgleichheit, solange der kapitalische Kettenbrief läuft. Wenn er abbricht, werden aus Partnern Gegenspieler. Der Staat kann nicht ohne Wachstum. Die Fed nicht ohne Staat. Zur Not wird der Staat die Geldschöpfung in die eigene Hand nehmen.
Der Begriff Vermögenswert wird hier im Forum sicherlich sehr unterschiedlich ausgelegt
Die Frage ist doch wer seine Kredite darüber hinaus halten kann und somit seine Sicherheiten nicht verliert... wohin mögen die denn wandern? Und wo wird man sie später mit seinem Kredit zusammen bekommen? Wer glaubt denn wirklich so leicht aus dem Hamsterrad gekommen zu sein? Auch wenn man vielleicht immer größere Hamsterräder als Spielplatz bekommt...
mird wird schon ganz schwindelig, heut drehts sich wieder schnell
Und so sind beide 'partners forever', oder? Das sorgt für die nötige Motivation beim Wiederanlauf, wann auch immer.
Eine Hyperinflation kann im bestehenden System (unter der Annahme es besteht zu den gleichen Bedingungen weiter) gar nicht ausbrechen, weil die Zinssaetze alter Kredite langfristig (auf bis zu 30 Jahre) festgelegt sind. Sollte hoehere Inflation eintreten, muessen die Banken die Zinsen fuer neue Kredite drastisch erhoehen, damit die Bankprofite aus Zinsen im Durchschnitt die Inflation schlagen. Andernfalls kaeme es zu einer realen Dezimierung ihrer Reserven und ausserdem waere die Teilhaberschaft an einer Bank nicht mehr lukrativ. Die Zinserhoehungen wirken aber inflationsbekaempfend, daher ist dieses System gegen Inflation selbstregulierend. In der Erfahrung des Fractional Reserve Banking anglo-amerikanischer Praegung kam es auch nie zu Hyperinflation.
Es gibt jedoch für die Banken Möglichkeiten aus den Krediten herauszukommen, habe da mal was gelesen von Sonderkündigungsrechten bei hoher Inflation bzw. Umschuldungszwang bei zu niedrigen Sicherheiten. Und da greift wohl momentan eine Sachgüter-Deflation zu, jedenfalls bei 'Vermögenswerten' die ohne große Buchverluste verkauft werden können um schöne Zahlen zu haben. Manche Teilnehmer können in bestimmten Situationen nur eingeschränkt agieren...
"unter der Annahme es besteht zu den gleichen Bedingungen weiter"
Ob das so einfach anzunehmen ist...? Die aktuelle Wirtschaftswoche zeigt schon im Intro die Zähne, lesenswert! Auch wenn man die Dicke des Heftes betrachtet (wenig Werbung), habe ich endlich das Gefühl für vernünftige und unabhängige Informationen zu zahlen... Kurz zusammengefasst, wie ich es verstanden habe: die Spielregeln legt genau einer fest, und das macht er wann er will, rückwirkend für eine beliebige Zeit; und man muss froh sein nicht für das Übertreten der Gesetze belangt zu werden... ![]()
Aber nun noch alle möglichen Änderungen zu berücksichtigen geht fast nicht; das wäre ja spekulative Spekulation ![]()
tbc