Beiträge von Mithras

    peter63: Interessanter Aspekt!


    Gegenrechnung: Angenommen, ich hätte 1 kg Gelbmetall genau zum €-ATH gekauft und "müßte" das jetzt wieder verkaufen. Wie hoch wäre dann mein Verlust (inklusive Spread-Differenz, wir rechnen diesbezüglich sogar mal mit - eigentlich viel zu hohen! - 5%).


    Noch Fragen?!? ;)

    Solche Zyklen sind für mich wirklich eher Spökenkiekerei auf "zur in sich abgeschlossenen Theorie aufgeblasenem" Niveau. Soll heißen: Da gebe ich nix drauf. Ich achte mehr auf Fundamentaldaten und versuche aus der Geschichte zu lernen. Und notfalls tun's auch alte, literarische Abenteuergeschichten. Und es stimmt: Seeräuber, die nach "Schatzkisten" voller Schuldverschreibungen, Aktien etc. suchen, kommen da nicht vor. Die suchen immer nur "Gold und Edelsteine". Warum wohl?!? ;)


    Ja, man konnte in Amsterdam mal mit Tulpenzwiebeln "reich" werden. Oder kurz vor der letzten Jahrtausendwende mit "Dot-Com"-Aktien. Und jetzt mit griechischen Staatsanleihen <es_darf_gelacht_werden! ;) >. Temporäre Hypes. Das mit dem Gelbmetall funktioniert erstaunlicherweise seit ca. 5000 jahren. Ist mittlerweile fast ein "Ur-Mem" der Menschheit. Und gegen sowas stemme ich mich nicht - das ist einer der SELTENEN Fälle, wo ich mal "mit dem Strom [der Geschichte] schwimme" (also mich mal durchaus "konservativ-traditionell" verhalte (wobei ich's mit letzterem im aktuell-politischen Sinne allerdings absolut NICHT unbedingt habe)... 8)

    Kämmerer: Erstmal willkommen hier! [smilie_blume]


    Geld sollte man nie als "Rohstoff" sehen. Allenfalls Silber ist eher letzteres.


    Der Preis der gängigen Schuldschein-Lebensmittelmarken (hierzulande "Euro" genannt und vom "Staat" als "gesetzliches Zahlungsmittel" zwangsdefiniert) in Echtgeld schwankt jedoch im Laufe der Zeit sehr und ist derzeit gerade mal gestiegen: Man muß jetzt also mehr g Au für 100 solcher Zetteleinheiten ausgeben. Das finde ich persönlich zwar doof, sehe es aber letztlich nicht sooooo kritisch. :thumbup:

    @Deichkind,
    da Du das mit dem "Hedge" durch den numismatischen (Teil-)Wert genauso siehst wie ich (prima! :) ), ist die derzeit wirklich hohe Volatilität doch nun eher ein sekundäres Problem. Ich kaufe derzeit aber "instinktiv" nur Sachen mit "mittlerem" numismatischem Wert nach: vor allem gute Goldmark (seltenere Jahrgänge, kein "gewöhnlicher" Willy II, am liebsten Hamburg, Sachsen, Hessen, Bayern, 10-M-Stücke...), interessante Sovereigns (junge Viccy, am liebsten mit Schild-Revers :) ), gute LMU (wie Napoleon in Italien, Charles X, Griechenland, etc.). Da kann man nicht allzuviel falsch machen. :D

    @Deichkind: Du willst also NIE MEHR nachkaufen?! ;) (Denn die Unze nochmal unter 1000,- EZB-Zetteleinheiten ist für mich durchaus denkbar - allerdings dann so wie im Herbst 2008: bei ABSOLUT leeren Händlern, also nur rein theoretischer Preis; 500,- kommt aber nie wieder...) Das beruhigt - da bleibt dann mehr für mich übrig... :thumbup:


    Wobei es gestern abend lokal doch fast schon wieder wie "damals" aussah: gähnende Leere. Und ich hatte mich schon gefreut, daß die Goldbären sofort alles aus ihren zittrigen Tatzen geben würden, weil es doch "fällt"... Es gibt wohl noch sehr viel mehr so Langfristdenker wie mich... :thumbup: (Was ja dann mal sogar FÜR bestimmte Deutsche sprechen würde, wenn ich nicht wüßte, daß "meine Hauptkonkurrenten" auf dem physischen Sekundärmarkt vor allem Russen und so sind... ;) )


    Nachher muß ich mich doch mal Spießer verkleiden, damit mich der Lateiner in seine Heiligen Hallen läßt: Vielleicht hat der ja noch was... 8)

    Marbod: :thumbup:


    Vor allem sind diese antiken Hyper-Winzlinge heute ausgemacht selten. Sie wurden ja auch damals schon nur für den oben von mir genannten Zweck geprägt: Als Kurantgeld für kleine Zahlungen auf Reisen.


    Ansonsten war es typisch für den Zahlungsverkehr in ALLEN antiken Kulturen, daß man lokal beim Händler anschreiben ließ, bis dann eine Summe fällig war, die einer "handlichen" Münze entsprach (also in Griechenland einer Drachme, im frühen Rom einem Denar, im Maurya-Indien einer Karshapana ... was jeweils so ca. 3...4 g Ag waren). Man brauchte dieses "Pulver"-Geld ;) also wirklich nur, wenn das mit dem Anschreiben objektiv nicht ging. Und da die Menschen damals nicht so mobil wie heute waren, kam das seltener vor, als wir das heute in unserer immer kleiner werdenden Welt als normal ansehen.


    Das weiteren fällt solcher Kram beim Ausgraben wirklich im wörtlichen Sinne durchs Sieb. Erst mit modernem archäologischem Gerät wird sowas "richtig" gefunden. (Daß der Marktpreis unter Sammlern dann oft nicht so hoch ist, wie es "eigentlich" der rein zahlenmäßigen Seltenheit dieser Winzlinge entsprechen würde, ist 'ne andere Sache, die primär damit zu tun hat, daß "wir" halt "schöne, große" Münzen vorziehen...)


    BTW: Weil das Zeug wirklich unhandlich war (für den Transport vermutet man heute fest schließende Holzkästchen mit entsprechenden Aussparungen, sowie die Verwendung von Pinzetten zum Ergreifen der Mikro-Teilchen ;) ), wurde schon im Hellenismus das Bronzegeld erfunden - also Scheidemünzen als Ersatz für Kleinstsilber; sozusagen der Vorläufer des Papiergeldes. Es sind genug antike Münzgesetze bekannt, die die ZWANGSWEISE Annahme von diesen (nur lokal gültigen) Bronzemünzen vorschrieben, sonst hätte diese Surrogate keiner akzeptiert: http://www.tulane.edu/~august/H310/handouts/Coinage.htm


    Ende von Onkel Mithras' heutiger Geschichtsstunde - zurück zu den Tafelbarren ;) Moooment mal: In der Antike wurden als Kleingeldersatz Münzen durchaus hin und wieder halbiert oder gevierteilt, der Vorläufer der Tafelbarren also... :)

    Tilo: Die Kaufkraft des Ag war in der Antike sehr viel größer als heute. Gaaaanz grob gerechnet: 1 g entsprachen ca. 20,- €. (Und 1 g Au waren etwa 250,- €.) Macht also für so'n Ratti knapp 2,- € ... wie gesagt nur als ungefähre Größenordnung. Langte also für 'ne kleine Mahlzeit zwischendurch. :)

    Für die Nicht-indische-Antike-Freaks: So ein Silber-Ratti ist ein ca. 2 mm winziges Münzlein von nur ca. 0,085 g(!!) Gewicht (40 davon sind eine Karshapana von wie gesagt ca. 3,5 g). Mit das Winzigste, was jemals als Münze geprägt wurde. Typisches Produkt eines Fernhändlervolkes, das auch unterwegs Kleinbeträge in Kurantgeld bezahlen wollte; z.B. einen kleinen Imbiß oder so.... :)

    Der Bürger-König macht's ja schon vor: ChiliCheeseBurger (das einzige Produkt im Zusammenhang mit den "großen" Burger-Anbietern, das mir noch halbwegs(!) schmeckt): glatt 1,50 €.


    Bei MäcWürg: "schnell mal sparen" (... und danach lustig kotzen ... ?!) 1,49 €. Jau, der eine Cent, der macht's dann...

    Don Charmanti: Jetzt stehe ich aber auf'm Schlauch. Was'n an dem Teil hier auf Deinem Link falsch? http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?View…em=110814079474 :hae: Rein nach Foto sieht das Teil doch eigentlich ganz normal aus...


    Was hältst denn Du dann von dem folgenden, SEHR schwach ausgeprägten - aber IMO echten, und gemäß RFA-Test auch aus exakt 89,95%igem Feingold bestehenden - 1882er 20er (jeweils links im Bild, im Vergleich mit einem deutlich schärfer geprägten 1896er)??




    Wie würde sowas eigentlich "gegradet" werden? ?) Ist halt 'ne Umlaufgurke, wo der Prägemeister früh noch vom Besuch im Saloon am Vorabend verkatert war und den Stempel nicht entölt bzw. den falschen Prägedruck eingestellt hat...


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    Marbod: Hallo antikophiler Fachkollege, :)
    "die" kriegen das sogar hin. Neeee, echt Du. Selber gesehen. So einen richtig megaschnuckeligen "Quadrat-Sesterz" der Mariniana im Plastik-Sarg. Nööö, die Dame war für'n "Schneewittchen" wirklich schon zu alt, die mußte also erstmal da raus - DANN war die Münze mit ihrer traumhaften, unbeschädigten Malachitpatina eine Pracht!! Ich finde sowas einfach nur zum Kotzen... :wall:

    Der Onkel Mithras kennt genügend Fälle bei Antiken, wo dezidiert moderne Falsifikate ein korrektes "Grading" erhielten.


    Wird ja mittlerweile schon von professionellen Gaunern ausgenutzt, ihre Produkte "gepflegt" an den Mann zu bringen. Dazu entzieht man die Münze einfach der Möglichkeit, daß der Käufer sie "richtig" angucken kann - eben indem man "Schneewittchen" damit spielt: in einen verschlossenen "Glassarg" legen... :wall:


    Sorry, folks - dieses hochkomplexe Thema gehört aber nicht in EM-lastige Foren, weil's wirklich nur "rein(st)e" Numismatik betrifft. Und selbst in den USA sind dsie Antikenfreaks noch weitgehend radikal gegen diesen Kram. Aber der "Massenmarkt" sind ja Dollar und so ... und die gibt's nur noch "eingesargt", und DAVON haben die Gradingfirmen jedoch auch ECHTE Ahnung!

    Der Alibaba hat insofern recht, als daß das RUNDEN (nicht das generelle AUFrunden - sondern genau das, was auch Dark-End beschreibt), in Griechenland "schon immer" gang und gäbe ist. 1- und 2-Cent-Stücke sieht man "in the wild" dort einfach so gut wie nie. Die kramen 'se nur dann aus der Kasse raus, wenn ein doofer Touri fragend nach dem Wechselgeld die Hand aufhält.


    Das war schon 2001 so - die kleinste Münze waren seinerzeit die 10-Drachmen-Stücke (ca. 3 Cent); und das bei Grundpreisen, die damals in unseren Augen einfach nur skurril waren. Daß eine Flasche Edelwein im Supermarkt einen Betrag von "7013 Dr." kosten kann (einfach Einkaufspreis plust FESTE prozentuale Marge drauf), wäre hierzulande VÖLLIG undenkbar, da stünde dort ein "Schwellenpreis" a la "6999". Allerdings: bezahlt wurden an der Kasse dann eh nur genau 7000 Drachmen, weil keine Kassiererin auf die fehlenden 10 Dr. bestanden hätte. Die wären nur relevant gewesen, wenn man dann noch was für z.B. 184 Drachmen gekauft hätte - dann wären 7200 fällig geworden... :)

    zweifler: Vergiß alles, was in Münzkatalogen zu den Preisen "numismatischer" 2-Peso-Stücke (also von 1919 und 1920) steht - die sind ausgesprochen selten und verdienen HEFTIGSTE Aufschläge auf den Materialwert; wohingegen die Nachprägungen wie gesagt eher ausgemachte Ladenhüter sind und kaum Aufschläge auf den POG rechtfertigen...


    Nachtwächter: Die Zeiten, als indische Karshapanas (4. bis 2. Jahrhundert VOR unserer gewöhnlichen Zeitrechnung; ca. 3,5 g Silber fein) sowie die niedlichen Goldfanams (14. bis 18. Jh.; je ca 1/3 g Au) in größeren Mengen (also gleich z.T. kilogrammweise nach Gewicht) noch nahe Spotpreis gehandelt wurden, sind auch schon LANGE vorbei.... So eine Karshapana bringt jetzt locker mal bis zu 50,- € ...

    Nachtwächter: Ich sehe das genau wie Du. Allerdings haben die gaaaaaaaanz kleinen Dingelchen wie speziell die DOS PESOS, die wenigstens noch eine "gewisse" Dicke haben (verglichen damit sind ja LMU-5er oder 1 US-$ wirklich nur noch geprägte Folien.... ;) ) schon ihren Reiz für ausgemachte EM-Snobs:


    Unsere Dicke sammelt Playmobilfiguren - und der "Pirat" hat seine Schatztruhe bei ihr voller ECHTER "Golddublonen" ... eben 25 * 2-Peso-Nachprägungen, die ich mal bei einem Händler zum Schmelzpreis gekauft habe (genauer: zum Tagespreis eines Centenarios)..... Passen größenmäßig perfekt und sind vor allem stilecht zur Potenz!! :thumbup:

    He, "mein" Bad in erhitzter Salzsäure (Finger weg von Salpetersäure! - Salzsäure gilt sogar in der BRD aber noch als Haushaltschemie...) war aber nur, um ohnehin schon "zu Tode auf 'perfekten Hochglanz' geschrubbte Gurken" wenigstens ANSATZWEISE wieder etwas "Samtglanz" zu geben und zugleich Lötmittelflecken einer Fassungsspur zu beseitigen!! :)


    Dieser Willy hier ist definitiv noch "bankhandelsfähig" (solange Rauhgewicht noch über 7,9 g!). Ich würde diesen "Dreckspatz" aber auf jeden Fall mal 5 Minuten ultraschall angedeihen lassen - wirkt Wunder! So'n Reinigungsgerät gibt's hin und wieder bei Lidl oder Aldi für unter 20,- € - ich putze damit auch täglich meine Brille (die teuren haben nur einen besseren Wirkungsgrad).


    Ansonsten ist es sicher KEIN "Hausmann" ... also WIRKLICH aus Kaiser Wilhelms Zeiten vor über 100 Jahren. Weht einen Goldbug nicht gerde DESHALB so ein Hauch der Geschichte an, der über kleine Macken hinwegsehen läßt?! :thumbup: Ist eben eine "erfahrene" Münze "mit Geschichte", die darauf ihre Spuren hinterlassen hat... ;)

    blinkabrava: Doch, nämlich wenn die Zentral-/Notenbanken beschließen sollten, sich von ihren "barbarischen Relikten" zu trennen (weil sie in die Tresorräume griech. Staatsanleihen oder so reinpacken wollen... ;) ). Dann gibt's sofort ein derartiges Überangebot an Gelbmetall, daß dessen Förderung SCHLAGARTIG auf 0 fällt. Goldschmuck würde sofort sehr preiswert und "Arme-Leute-Kram", der Bedarf der Industrie würde zwar ETWAS steigen (Gold wäre wieder für Zwecke interessant, für die man's heute noch durch anderes substituiert), aber den Goldmarkt wie wir ihn heute kennen, den gäbe es nicht mehr. Eher so wie bis 1970: Ein simpler Goldfuchs von Willy II bekäme plötzlich wieder einen NUMISMATISCHEN Wert von vielleicht 50 und mehr % auf den Materialpreis. Aber Barren und Anlageunzen wären plötzlich uninteressant.


    NUR: Warum sollten die Banken sowas machen?! :hae: Also ist das eben genannte Szenario nur ein Gedankenspiel.... :thumbup: