Das letzte Hemd hat keine Taschen und die Chance das Du weit vor deiner Pflegebedürftigkeit das gesparte EM bitter nötig hast stehen nicht schlecht, fürchte ich.
Es gibt keine Rundumversicherung, genau so wenig wie es den idealen oder planbaren "Lebensausstieg" gibt. Wenn ich mit 85 senil bin und mich an die im Keller eingemauerten Krügis nicht mehr erinnern kann, was solls?
Bei dem was unserer Gesellschaft sehr wahrscheinlich bevor steht und was von unserem Gesundheitsystem übrig bleiben wird, dürfte sich die Zahl der hoch betagten Pflegebedürftigen ohnehin wieder nach unten einpendeln.
Irgendwann ist halt schluss und eine Versicherung, dass es einem die letzten Jahre gut geht, gibt es nicht. Nicht mal mit eigenen Kindern kann man sich da sicher sein, es gibt zu viele Familien wo der Nachwuchs zu schrecklichen Arschlöchern mutiert oder sonstwo hin zieht und einen vielleicht zwei mal im Jahr im Pflegeheim besucht.
Vorsorge muss sein, aber ich kann aus diesen Gründen auch Leute nicht verstehen, die sich jetzt ihre EM wirklich vom Mund absparen und ein Leben wie ein Hartz IV Empfänger führen, nur damit sie mit 80 auf einem Goldsack sitzen.
Das ist das andere Extrem zu denen, die zwei Mal im Jahr auf Kredit in Urlaub fliegen.
Es gilt auch beim EM Sparen das richtige Maß und den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg zu finden.
In die eigene Gesundheit investieren ist genau so wichtig.
Mein Opa war bis zum Schluss fit und ist mit 75 morgens einfach nicht mehr aufgewacht. Eine Tante von mir lag 5 Jahre als sabbernder Lappen rum, bis sie sterben durfte.
Ich selber hoffe für mich das ich entweder fit bleibe, oder zumindest den Zeitpunkt nicht verpasse, an dem ich mir noch selber die Kugel geben kann.