@ mox
Danke für den Heise-Artikel, auch wenn er für mich absolut nichts neues enthält.
Es ist immer wieder ernüchternd (man möchte sich eigentlich weigern es zu glauben) wie verblödet die Massen inzwischen sind.
Das es um die Selbsthilfefähigkeit großer Teile der Bevölkerung schlecht steht ist ja nicht neu, aber wie sieht es mit staatlichen und privaten Hilfsorganisationen aus?
Seit Ende des kalten Krieges hat der Bund (entgegen der üblichen Politiker-Sonntagsreden) mehr und mehr beim Katastrophenschutz eingespart.
Das Rote Kreuz und andere private Organisationen waren ja schon immer Hungerleidervereine, aber bei Polizei, Feuerwehr und THW sieht es nicht besser aus.
Dazu kommt ein in den letzten Jahren durchgezogener massiver Bettenabbau in den Krankenhäusern.
Ich kann in erster Linie für die Feuerwehren sprechen, weil ich damit beruflich zu tun habe, denke aber das es in anderen Organisationen nicht besser aussieht.
Das fängt schon beim Tanken der Einsatzfahrzeuge und Geräte (Stromerzeuger, Kettensägen usw.) an. Früher war es üblich das die Feuerwehren eigene Tankmöglichkeiten hatten. Große Feuerwehren verfügten über eigene Zapfanlagen, kleine Wehren konnten zumindest beim Gemeindebauhof tanken.
Mit Einführung der 24 h Tankstelle und der Tankkarte verschwand das dann nach und nach. Eigene Tankstellen verursachen ja auch Kosten und wer braucht die noch, wenn es nebenan die 24-Stunden Aral gibt...
Heute sind geschätzte 80% der Feuerwehren in Deutschland bei der Kraftstoffversorgung auf ganz normale Tankstellen angewiesen, die ohne Strom nicht funktionieren und wo es bei den wenigsten einen Notbetrieb, bzw. die Möglichkeit Strom aus Aggregaten ein zu speisen gibt.
Und das ist nur ein Punkt von vielen der zeigt, dass auch die Selbsthilfefähigkeiten der Einsatzkräfte heute voll von einer funktionierenden Infrastruktur abhängen.
Passiert heute Nacht irgendwo ein schwerer Verkehrsunfall mit 5 Schwerverletzten, die alle eingeklemmt sind, bringt das (mit Außnahme der Großstädte) Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankenhäuser in den meisten Landkreisen an ihre Belastungsgrenze. In den meisten Fällen muss, spätestens wenn es um Intensivbetten geht, auf die Unterstützung des Nachbarlandkreises zurück geriffen werden.
Und wenn bei denen dann (aufgrund einer größeren Katastrophenlage) auch die Hütte brennt?
So viel zum Zivilschutz in der BRD.