Während dem Westen die Kosten für die militärisch Ukraine-Unterstützung, aber auch für die eigene Aufrüstung aus dem Ruder laufen und sich Munitionspreise in wenigen Jahren vervielfacht haben, können Russen und Chinesen ihre Stückkosten sogar senken.
Günstige bzw. eigene Rohstoffe, billige Energie und kein Industriekomplex, dem es in erster Linie darum geht, sich die Taschen vollzustopfen.
So kostete eine M795-155mm-Granate 2018 noch etwa 1’000 Dollar pro Stück. Der heutige Preis liegt bei rund 5’000 Euro. (Tschechien hat Ende 2024 angegeben, diese sogar für 8’000 Euro pro Stück einzukaufen).
Auch bei der Gewehrmunition haben sich die Preise in den letzten 5 Jahren gut verdoppelt (NATO 2024).
Diese Kosteninflation ist sowohl bei chinesischen als auch bei russischen Anbietern nicht beobachtbar.
Insbesondere in der russischen Produktion scheinen die Stückkosten sogar – aufgrund von Skalenvorteilen – aktuell deutlich zu sinken (BAIN 2024).
Was ist der Grund dafür? Natürlich gibt es Anbieter, welche die steigende Nachfrage (Ukraine-Krieg) nutzen, um die Marge zu steigern. Aber dies kann die Preissteigerungen nicht ansatzweise erklären.
Im Kern sind wir wieder bei den beiden Faktoren: Energie und Fertigungstechnik.
Vor allem in Europa sind die Energiepreise deutlich angestiegen, verstärkt nach dem Verzicht der EU auf das günstige russische Erdgas.
Erdgas ist die Basis für industrielle Prozesse. Das LNG-Erdgas aus den USA ist gut 3 bis 4 Mal so teuer wie das russische Pipeline-Gas (EWI Köln, Kosten LNG vs Pipeline, 2023).