Otoshi,
es wurde Deregulierung erwähnt. Nur darauf bezieht sich mein Kommentar. Was die letzte Jahre neu reguliert wurde oder nicht, war nicht Teil meiner Antwort.
Mal als konkretes Beispiel der Transportsektor in den USA. LKW Fahrer haben vor der Deregulierung Kaufkraft bereinigt deutlich mehr verdient und gehörten zur Mittelschicht. Das ist schon lange nicht mehr so. Das selbe trifft auch für Mitarbeiter von Fluggesellschaften zu, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Gibt sicher auch Ausnahmen. Aber der Trend ist klar. Arbeitnehmer fallen in den USA und auch in D seit der Deregulierung auf der Einkommensseite zurück. Im Beitrag 12249 habe ich einen Link rein gestellt, der das graphisch zeigt.
Letztendlich ist es nicht nur Deregulierung sondern auch der permanente Strukturwandel, der die Arbeitswelt ständig verändert. Neulich lief eine Doku, in der erwähnt wurde, dass 80% der gut bezahlten Mittelstandsjobs in den USA durch Rationalisierungen weg gefallen sind und nur 20% durch Auslagerung in Billiglohnländer. Wenn man sich Fabriken von heute mit denen vor 20 oder 40 Jahren in den USA anschaut, dann wird auch klar warum. Da werden auch in Zukunft keine gut bezahlen Mittelstandsjob wieder kommen. Rationalisierung und Automatisierung werden noch viel Jobs kosten. Irgendwann werden auch LKW´s autonom fahren. Wodurch die Job´s dann auch wegfallen.
Weiter oben wurden 80% erwähnt, die mehr oder weniger abgehängt werden/sind. Ich würde die nicht pauschal als dumm abstempeln. Die Frage ist doch vielmehr, was sollen die ganzen Leute in der neuen Arbeitswelt arbeiten? Die paar Prozent, die z.B. MINT Fächer studieren und dementsprechende Qualifikationen besitzen werden weiterhin ein gutes Auskommen haben. Ebenso die, die auf der Kapitalseite gut aufgestellt sind.
PS: Die prekären Arbeitsverhältnisse in D, nicht nur im Transportgewerbe, sind auch eine Folge von Deregulierung.