Gold und Silber... Informationen und Vermutungen I

  • Für die Amis herrscht momentan einfach eine komplette Deflation, einschließlich ausländischer Assets, die sie schnellstens loswerden wollen/müssen. Das drückt sich natürlich für uns in einen steigenden Dollar aus. Ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Aktienhausse war z.B. auch von Amerikanern, die nicht mehr wussten wohin mit dem billigen Geld, aufgebaut. Wenn die nun ihre Aktien hier wieder verkaufen, was machen sie? Genau, Dollar kaufen und nach Hause tragen. Selbst Dollar-Konten im Ausland lösen die Amis sicherheitshalber auf und nehmen die Dollars wieder nach Hause. Was muss die ausländische Bank dabei machen? Richtig, Dollar kaufen


    Wenn man beständig in seinen Überlegungen zur Finanzkrise immer nur von den USA ausgeht, besteht die Gefahr, wesentliche Punkte zu übersehen.
    Die gegenwärtige Stärke des Dollar hängt mindestens zur Hälfte gar nicht von US-Investoren ab, die nun ihre ausländischen Assets abziehen und in den Dollar repatriieren.


    Es ist vielmehr so, dass eigentlich erst jetzt, inmitten dieses ganzen Fiaskos, überdeutlich wird, dass sich gerade Fonds und andere Investoren aus UK und Europa für ihre globalen Investments (z.B. Rohstoffe und Schwellenländer) in einem Ausmass per Carry Trade in US-Dollar (und freilich auch in Yen) verschuldet haben, der jeden zuvor vorstellbaren Rahmen bei weitem sprengt. Daten hiezu sind ja kaum zu bekommen, deshalb wohl auch nun die grosse Verwunderung. Nur die allerklügsten Köpfe der Finanzwelt - und davon gibt es eben herzlich wenige - hatten dieses Szenario mitbedacht. Anscheinend sind die Investitionen aus England und Eurozone in den Schwellenländern auf Dollarbasis fünfmal so hoch wie durch US-Adressen selbst.Wenn man sich nur einmal vorstellt, welch unglaublicher Bedarf an US-Dollars dadurch bei erzwungener Glattstellungszwang entsteht !
    Das hätte ich, ehrlich gesprochen, ganz gern schon früher gewusst. Das Ganze riecht schon verdächtig nach "Zurück auf Pari" zwischen Dollar und Euro.


    Die grosse Frage ist nun, ob diese panikartig anmutenden Glattstellungen im Nu vorüber sein werden, oder ob der € weiterhin wie eine Schwellenländerwährung abverkauft wird. Dadurch wird ein immer dickeres Polster unter den US-Dollar gelegt, wenn dort bald einmal die Druckerpressen auf Volldampf laufen sollten. Auch ein möglicher Obama-Bonus nach der Wahl könnte dann eine Rolle spielen.


    Der Goldpreis kann in einer solchen Situation nur dann signifikant sich erholen, wenn es zu einem generellen Misstrauen gegen Papierwährungen kommen sollte. Bis dahin spielt es eigentlich nur die gegenwärtig betrübliche Rolle des € nach, leider. Die grosse Kohle jedenfalls ist im Moment wieder einmal eindeutig auf den Währungsmärkten zu machen . Der Yen ist schon seit Wochen ein "No-Brainer", mit dem dem sich anderweitige Verluste abfedern liessen und weiterhin lassen.


    Die an den Dollar gekoppelten Währungsblöcke von China bis arabischer Halbinsel freuen sich über schöne Überschüsse im kommenden Jahr, das am € orientierte Osteuropa wird heftig bluten.


    grüsse
    auratico

  • auratico


    Danke, sehr "erhellender" Beitrag. ;)


    Mich würde interessieren, wer denn die "allerklügsten Köpfe" waren, die dieses Szenario mitbedacht haben.
    Gelesen habe ich bei Dr. Ehrhardt u. Co. nichts darüber.
    Nur in den letzten Tagen konnte man einiges über Hedge Fonds und CT in diesem Zusammenhang lesen.


    Grüße

  • @ auratico


    Momentan gibt es beim Goldpreis (733,80 $) eine Erholung, die ich – eher eine Abwärtstendenz vermutend – so nicht einbezogen hatte. Scheinbar sind doch Marktteilnehmer unterwegs, die entweder akkumulieren oder ihren Hebel für zukünftige Verkäufe verstärken möchten. Es wird interessant sein, ob es sich hierbei um eine Eintagsfliege handelt oder um einen andauernden Trend. Momentan ist eben nichts sicher – wobei für eine signifikante Verbesserung der Währungsrelation des $ gegenüber € doch einiges spricht, nicht zuletzt ein „New Deal“ durch den (kommenden) Präsidenten Obama. Der € ist leider weiterhin ein Chimäre, beeinflusst durch verschiedene nationalen Interessen. Meiner Einschätzung nach, sind die USA letztendlich beweglicher als „good old Europe“und damit aktuell eher im Vorteil. Zwei auf Sand gebaute Imperien – wessen Fundament erodiert schneller? Und ist Gold die Antwort?


    Gruß


    El Chalten


    "Es ist immer leicht, für gestern klug zu sein."

  • gold+silver stocks sehr stark letzten 2 Tagen und das obwohl der underyling paper dust market nichts macht, heute sogar gesunken. irrbullish sign. nach der Wahl werden alle Minen noch weiter steigen, Gold wird wieder auf 900 zurennen und Silber auf 14-15.


    Langsam zahlt sich Umschichtung von billigst eingeklaubten Minen auf OS aus. Holy Oktober, big mess as always for gold and silver related investments. Nov+Dez most bullish ones. just type in google "silver gold seasonal"


    Ich kann mich noch gut an das US Wahljahr 2006 erinneren. Damals haben sie genau bis zur Wahl die Metalle bis zum Würgen gedrückt, und als dann Gold-bearishe Nachricht rauskam dass der Rumsfeld abdanken muss auf Befehls Mörderschweins Bush (Bugliosi: "Anklage wegen Mordes George W. Bush", reputated US Staatsanwalt, im Buchhandel) explodierte Gold, seit damals weiß ich dass der Goldmarkt manipuliert ist.


    Minen bieten den richtigen Schutz falls der COMEX Markt defaultet. Minen werden dann den physischen Markt als underlying sehen, big repricing = explosion taking place then.
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    So far.


    Silber=money, paper =dirt

  • Ich vermute, daß im Frühjahr 09 die schwachen Hände wieder Gold auf den Markt werfen und wir bessere Kaufpreise haben als momentan...

    Joh. 19, 22
    *********************************************************************************************
    "Als der Teufel das Geld erfunden hatte, konnte er sich getrost zur Ruhe setzen."


  • Sehr gutes Posting.


    Die Edelmetalle sind noch immer sehr stark Spielbälle der Währungskapriolen. Letztlich sind sie die Werte, und die derzeitigen Papiergeldwährungen nur Traumschlösser. Nur sehen das die Märkte noch nicht.


    Meine Vermutung ist, dass der Euro - nachdem wir vorraussichtlich in Europa dem gewaltigen Inflationsruck in den USA verspätet in 2009 oder danach nachgegeben haben werden - Hand in Hand mit dem Dollar abstürzt, gegenüber ausgewählten Waren-Werten.
    Allerdings müssen die Verbraucher das Anfangs gar nicht notwendig merken, die Frage ist ja immer, welche Preise steigen. Die Blase im Derivatebereich hat auch nicht zu Schmerzen im Alltag geführt ... bis sie geplatzt ist.
    Wenn der Goldpreis explodiert, aber kaum jemand Gold hat, kann die Masse das Schauspiel zwar am Bildschirm verfolgen - aber das wars dann auch schon.
    Wenn die Lebensmittelpreise steigen, ... würde mans schon eher merken.


    Derzeit gibt es so viele gegenläufige Verwerfungen, dass Prognosen fast unsinnig erscheinen. Aber eine mache ich dennoch mal:


    Im Markt für Edelmetallminen dürfte sich derzeit für alle Minen mit geringem Cashburn - bzw. mit real oder potentiell niedrigen Produktionskosten und dabei möglichst geringer Kreditabhängigkeit - eine Bodenbildung ereignen.
    Ich werde dieser Tage jedenfalls nachkaufen.


    Oder wie hat Mobius mal in einem Interview neulich gesagt: Man muss kaufen, wenn das Blut in den Strassen steht - auch wenn es das eigene ist. =)



    Gruß,
    gutso


    PPS:


    http://www.ftd.de/politik/international/444083.html


    Zitat

    Rettung des US-Finanzsystems


    700 Milliarden? Ha! Es sind 8500 Milliarden
    von Heinz-Roger Dohms (Hamburg)
    Mit wie viel Geld haftet der amerikanische Staat tatsächlich für das US-Finanzsystem? Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat erstmals alle Fazilitäten, Garantien und Nothilfen addiert - und kommt zu einem unfassbaren Ergebnis.


    Na was heißt schon unfassbar. ... Unfassbar ist eher, dass die Menschen das alles noch mitmachen, ohne zu revoltieren.

  • Zitat

    Im Markt für Edelmetallminen dürfte sich derzeit für alle Minen mit geringem Cashburn - bzw. mit real oder potentiell niedrigen Produktionskosten und dabei möglichst geringer Kreditabhängigkeit - eine Bodenbildung ereignen.
    Ich werde dieser Tage jedenfalls nachkaufen.

    Da mir Firmenbilanzen ein Gräuel sind; plaudere bitte aus dem Nähkästchen :] : Woran erkennt der Fachmann diese? Weiß schon, wird nicht verraten, sonst würden es alle machen.

  • Unfassbar ist eher, dass die Menschen das alles noch mitmachen, ohne zu revoltieren.


    Was sollen die den tun, deiner Meinung nach, für uns auf die Strasse gehen. :wall: Frage doch mal die Contimitarbeiter die jetzt entlassen werden was denen jetzt wichtig ist. Das was wir hier palavern, oder wie sie ihre Familien ernähren könne die nächsten Monate. Die haben alle andere Sorgen, als die unsrige. :hae: Denen ist das sowas von egal, als wenn in China ein Sack Reis umfällt.


    Gruß

    • Offizieller Beitrag

    Die kaufen in einer kleinen Ecke der Schweiz (etwa 1/8 ) von nur einer Bank, von der ich das weiss, wöchentlich 60 kg Gold und lassen sich das physisch ausliefern. Hochgerechnet auf alle Banken und die ganze Schweiz dürfte das eine rechte Menge sein. Es sei ein vielfaches des üblichen Umsatzes.


    Da wundert es nicht, arbeitet eine der grossen Affinerien in der Schweiz Schicht, weil Banken Standardbarren zum Umschmelzen einliefern, während deren reguläres Geschäft mit Grosskunden (über die Hälfte aller auf der Welt geförderten EM werden in der Schweiz affiniert) praktisch zum Stillstand gekommen ist.


    Lucky

    "Das einzige Geld, auf das ich mich verlassen kann, ist das Gold, das ich besitze" J.Sinclair
    "Die meisten Politiker sind ja Vollidioten! Schmeißt diese Idioten RAUS!" Marc Faber, Schweizer Finanzanalyst, Thailand, nach einem Bier...
    "The whole game is rigged" Gerald Celente

    Einmal editiert, zuletzt von LuckyFriday ()

  • Rechtzeitig vor Weihnachten wird ab heute die Höchstgrenze für die zollfreie Einfuhr von Postsendungen aus Nicht-EU-Ländern von derzeit 22 Euro auf 150 Euro je Sendung erhöht.
    Das bedeutet, dass Postsendungen bis zu einem Wert von 22 Euro vollständig von den Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) befreit sind.
    Bis zu einem Wert von 150 Euro fallen keine Zölle an, allerdings müssen diese Sendungen mit dem Einfuhrumsatzsteuersatz von 19 Prozent oder dem reduzierten Satz von 7 Prozent (z.B. bei Büchern) versteuert werden.
    Für Artikel, die innerhalb der EU gekauft werden fallen keine Einfuhrabgaben an.
    Weitere Informationen finden Sie auch auf http://www.zoll.de/index.html.


    Gruss


    alibaba


    :thumbsup:

    " Wo ich willkommen bin' lass ich mich nieder ,ansonsten geh ich wieder "


    " jeden Morgen steht die Lüge als erste auf ,bis die Wahrheit ausgeschlafen hat "


    "Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst"

    NaziKriegsDeutschland = N€IN DANKE KANZLERREGIERUHNG :!:

    KRIEG IST AUS = ASYLANTEN MÜSSEN NACH HAUS :!:

  • -- RETAIL SALES (Schweiz)
    inflation-adjusted, pct change vs yr-ago mth
    Sept 08 Aug 08 Sept 07
    Total 6.4 0.0 3.8
    Food, drink, tobacco 5.3 2.5 3.6
    Clothes and textiles 0.7 -7.4 -4.4
    Others 10.2 1.0 6.2
    =)

    2 Mal editiert, zuletzt von teeri ()

  • (...)


    Frage doch mal die Contimitarbeiter die jetzt entlassen werden was denen jetzt wichtig ist. Das was wir hier palavern, oder wie sie ihre Familien ernähren könne die nächsten Monate. Die haben alle andere Sorgen, als die unsrige. :hae: Denen ist das sowas von egal, als wenn in China ein Sack Reis umfällt.


    Gruß


    Jürgen,


    sage das mit dem Sack Reis nicht so unbedacht: Auch in China fällt derzeit der eine oder andere Sack Reis um.
    Mit dem Unterschied, dass es im Gegensatz zu früher sogar wichtig werden könnte.
    Derzeit sind alle Volkswirtschaften im synchronen Abwärtsstrudel.
    Kippende Säcke allerorten ... . Watch them fall.



    Wenn ich mir den Spotmarkt so ansehe, wie er mit abkippt habe ich das Gefühl wir bekommen jetzt die nächste Abwärtswelle ... .
    Wenn es jetzt wirklich wieder so losgeht, trotz allerlei Konjunkturprogramme, etc. ...
    ... dann geht gerade im Augenblick tatsächlich nicht "nur" das Vertrauen in den Finanzmarkt futsch - sondern bereits auch das Vertrauen in die Regierungen.
    - Warm anziehen also, beim frische Fische fischen. ...


    Nach all den Rüttlern werden allerdings die Edelmetalle übrig bleiben. Egal was dazwischen kommt und wie es kommt.


    Gruß,
    gutso


    4 Mal editiert, zuletzt von gutso ()

  • Jürgen.


    1.) sitze ich bereits
    2.) schlechte Noten sind keine Schande
    3.) glaube ich, dass Du bereits meinen Text gar nicht verstanden hast und deshalb leicht quer dazu argumentierst.


    deshalb habe ich


    4.) nichts weiter darauf gesagt.


    Ja und ...
    5.) habe ich das mit der eigenen Entlassung übrigens 2006 selbst erlebt und weiss was das heisst, monatelang im Ungewissen zu leben, bis man wieder rettendes Ufer erreicht.


    Gruß aus dem Trockenen,
    gutso

    Einmal editiert, zuletzt von gutso ()

  • Die Inflation äußert sich zB. bei Lebensmitteln meist eher in kleineren Packungsgrößen als direkten Preiserhöhungen.....

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