Tja, da geht im späten Handel, kurz vor dem Wochenende, mal wieder die Post Richtung Norden ab.
Einen angenehmen Sommerabend.
normalerweise wird der späte handel von tradern beherrscht. und die müssen haufenweise ihre Positionen liquidieren,
da sie bei Positionen, die sie ins Wochenende mitnehmen, den Margin erhöhen müssen, meist um einen mehrfachen Faktor.
die heftigen Gold-käufe ab dem Nachmittag sprechen für einen deutlichen sentimentwechsel.
zum euro:
Die Verteidigungslinie der EZB ist nicht an ihrer schwächsten Stelle gebrochen, sondern an ihrer stärksten:
beim Wechselkurz zum Schweizer Franken. Das macht den Deichbruch so verstörend.
Hier hatte die Schweizer Notenbank vor 2 Wochen publikumswirksam in den Handel eingegriffen und den Kurs stabilisiert.
Und die Schweizer können beliebig viele Franken drucken, um damit Euros aufzukaufen.
Die Fed hätte bei so massiven öffentlichen Stützungen längst eine Vorladung zum Senat bekommen.
Dass die Schweizer Notenbank auf heimischem Terrain kapituliert hat, bedeutet entweder, dass der Zustrom an Euros irrsining stark wurde
oder dass sie sich mit der EZB gestritten haben.
Franken gegen Euros: das ist keine Bewegung von Spekulanten, sondern Kapitalflucht in des Deutschen liebste Fluchtwährung.
Erst als die Franken-Mauer gebrochen ist, zogen Dollar und Gold an.
Spannend wird die Frage, ob EZB und Regierungen jetzt zusehen, wie der euro bis 1,10 abwertet oder ob es zu Maßnahmen gleich welcher Art kommt.