Hallo Krösus,
Man kann selbstverständlich Jim SInclair persönlich fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat....er schreibt das ausdrücklich auf der Website. Er wünscht e-Mail mit Schriftgrösse 24 und auf keinen Fall die Meinungen der "Goldexperten", weil es ihm dann übel wird und er auf die Tastatur bricht
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Ich musste mich selber etwas an die Gedankengänge gewöhnen, weil ich ja nicht EM-Händler bin und im Futures-Handel keine Erfahrung habe...Aber dass jemand mit einer Riesenschatulle GZ ins Blaue hinaus Unmengen an nackten Metallfutures verhökert, das wollte mir nie recht in den Sinn. Hatte öfters schon hier gefragt 'Sind die Bulllionbanks nicht auch Metall long?'. So wird ein Schuh draus: Spread-Trading mit physischer Deckung.
Auf jeden Fall ist das jahrelange Gerede über die gigantischen Shortpositionen, welches von den diversen Experten, auch hier auf GS im redaktionellen Teil öfters aufgetischt wird, nicht den Tatsachen entsprechend.
Die Händler (d.h. die Goldbanken) haben immer zu mindestens 75 % Spreads offen UND eine physische Deckung aus den Lieferverträgen mit den Minen.
Spread bei Futures: die müssen auf verschiedene Liefermonate lauten, sonst sind sie technisch nicht möglich, d.h. sie neutralisieren sich gegenseitig (ausser sie wären über verschiedene Handelskonten der gleichen Firma kontrahiert worden)
Also z.B. die Bank ist n Kontrakte long September und ist 1.2 n Kontrakte short Dezember. Im September liefern kontrahierte Minen Metall an. Gleichzeitig steigt der Metallpreis. Nun schliesst die Bank die long-Kontrakte und streicht einen deftigen Gewinn aus dem Futures-Verkauf (Glattstellung) ein. 50 $ pro Kontrakt heute, 50 cents zu Sinclair's Zeiten. Sie ist dann netto short, aber gedeckt.
Wenn der Metallpreis wieder gefallen ist, werden die Shorts mit Gewinn zurückgekauft und same procedure as last month (as every month, James!). Die Smartbank ist dann den COT-Exegeten immer eine Nasenlänge voraus und macht auf long wie short (wohl meistens) einen schönen Gewinn.
Es gibt natürlich unzählige Varianten betreffend Anzahl Kontrakte, Fälligkeitsmonate und physischer Deckung für solche Spreads und deren eindampfen. Und dann haben diese Banken natürlich die allerbesten Beziehungen zu FED und Treasury (Chefs hockten auf der selben Schulbank), so dass in Zusammenhang mit Aktionen der FED und der Treasury alle möglichen Kungeleien möglich sind und gleichzeitig schauen die Regulatoren weg.
Ich kann mir vorstellen, wie das Pokerspiel läuft, könnte aber nicht morgen an einen Händlerdesk stehen, wenn einer wegen Grippe ausfällt...
Auf jeden Fall könnten diese Leute die Strategie auch umdrehen, sollte es opportun werden, indem sie immer wieder mal zuerst die Shorts zurück kaufen, die Longs stehen lassen und zusehen, wie der Preis steigt...
Wer zu diesem hoch interessanten Einblick, den Jim gegeben hat, weiteres beitragen kann, gern!
Gruss!
Lucky
Da du ein Kroesus bist, überlegen wir uns das Ganze mal und treten dann gemeinsam gegen die Bullionbanken an!??
Strategie umdrehen...