GOLD : Märkte und Informationen

  • Hallo Rhein-Main-Gebiet,


    ist denn Harmony wirklich billig? Viele Reserven, vor allem Resourcen, teilweise noch nicht einmal exploriert. Da müßte man nur noch drillen und 40-50 Millionen neue Unzen kämen dazu. Nur ist das alles nicht rentabel, ein Schacht kostet mal schnell 1 Mrd. US$


    Firmen wie Sibanye, Anglogold oder Harmony leben mit 10-20 Schächten also von der Substanz, die Replacement Kosten wären ein Mehrfaches der heutigen market caps.


    Trotzdem: Harmony hat die schlechtesten Reserven, die höchsten Kosten.


    US$ 520 mio market cap. Kosten pro Unze angeblich $1250, nach meinen Berechnungen (= was unterm Strich in der Bilanz ankommt) wesentlich mehr. Reserven 50 mio Unzen, Produktion 1.15 mio Unzen. Von den Reserven sind 20 mio. in derzeit betriebenen Minen, der Rest in tailings bzw. Papua Neuguinea. Macht also $62 pro Reserveunze, ca. $1100/jährlich produzierter Unze. Auf Schulden gehe ich nicht ein.


    Ich habe die Sibanye zahlen nicht mehr im Kopf, dürfte aber ähnlich aussehen mit dem Unterschied, daß bei Sibanye die Kosten erheblich niedriger sind.


    Auf der sicheren Seite ist man in Südafrika wohl nur mit Gold Fields, $2000/produzierter Unze und weniger Probleme mit Gewerkschaften.


    Worauf ich hinaus möchte ist, daß eigentlich alle Minen ähnliche Probleme haben. Die Gewinnexplosion, auf die wir 2000 gehofft hatten, ist gekommen. Nur nicht bei den Minen sondern bei Staaten (Steuern, royalties), Arbeitern (Lohnerhöhungen um mehrere hundert Prozent) etc. Bei einer normalen Entwicklung, wenn die Gewinne wirklich zu den Aktionären durchgekommen wären, hätten wir 2013 das doppelte im KGV und vielleicht das 3-fache bei den Gewinnen gesehen, XAU und HUI hätten beim sechsfachen Stand liegen können. M.E. wurden die Goldmineninvestoren damals um die Früchte der Hausse regelrecht betrogen und verbleiben nun mit irrationalen Vorstellungen wie daß die Minen bei zurückgehendem Goldpreis weniger stark fallen müssten.


    Warum soll denn der Goldpreis bis 2016 nicht auf unter $900 sinken? Auch wenn solche Vorhersagen aufgrund des heutigen Umfelds alles andere als sicher sind, m.E. ist es aber das wahrscheinlichste Szenario. Das andere Szenrario wäre eine Preissteigerung aufgrund externer Faktoren, wo es dann keine Rolle spielen würde ob man Gold, Platin, Silber oder sonstwas gekauft hätte.


    Von den Minen spricht mich derzeit keine so richtig an, im speziellen steht Südafrika vor gravierenden Problemen aufgrund der Gehaltsverhandlungen. Entweder langer Streik oder zu hohe Kosten und langsames Verbluten. Den Goldpreis steuern können die Minen nicht.


    Wenn ich mich dagegen im Platinsektor umsehe:
    -Lohnsteigerungen, über die im Goldsektor verhandelt wird, sind längst durch
    -Platinpreis $1030, impliziert schon längst einen Goldpreis bei ca. $900
    -keine 170000t Bestand vs 2600t Produktion, im Platinbereich gibt es weniger Bestand und jeder Produzent hat erheblichen Anteil ander Weltproduktion, Raffinierung des Endprodukts ist kompliziert und keinesfalls von illegalen Mineuren zu machen -> die Gesellschaften haben wenigstens zu einem kleinen Teil Einfluß auf den Preis


    Eine Lonmin gibt es für $700 mio. Vor gar nicht mal sovielen Jahren wurden nach $10 Mrd. Übernahmepreis als zu gering abgelehnt... M.E. ein weit besseres Investment als jede größere Goldmine.


    Dann gibt es im Goldsektor ja noch die Zwerge. Einige haben geringere Kosten als die üblichen $1000-$1000. Ich habe da z.B. einen im Auge, $75 mio market cap, 1.18 mio Unzen "Reserven" (davon die Hälfte nicht ausgewiesen, aber im Abbauplan enthalten), 130000 Unzen Produktion, durch neue Mine bald 220000 Unzen. $64/reserve ounce, $340/jährlich produzierter Unze, das läßt sich schon besser sehen.
    Und vor allem: produzierende Zwerge ersetzen meist ihre abgebauten Reserven die Exploration.


    Der Goldsektor ist also trotz aller Probleme zumindest interessant, eine Basis für langfristige Anlagen sollte man sich dazu parallel aufbauen, ich habe mich ja wie bekannt für den auch langsam schwächelnden Pachinko Sektor entschieden:
    -6419 (Mars Engineering, Pachinko Kugel Dispenser, steht neben jeder Pachinko Maschine), KGV 10, ca. 90-95% der market cap net cash
    -6257 (Fuji Shoji); KGV 8, 130% der market cap net cash
    -6417 (Sankyo), KGV 40-50, 75-80% der market cap in net cash
    -6412 (Heiwa), KGV ca. 8-9, kein net cash dafür 125 Golfplätze mit je ca. 40ha
    -6889 (Hong Kong stock code, Dynam Holdings), Pachinko Kette mit hoher Dividendenrendite, die aber bald gekürzt werden dürfte nach jüngstem Gewinnrückgang. Wachstumspotential durch neue Filialen, dafür versteckte Schulden wegen land leases
    Alles in einem Land, dessen REER Wechselkurs inzwischen tiefer liegt als 1982.


    Früher oder später werden die Zinsen steigen, noch sparen die Arbeiter der westlichen Welt fürs Alter, aber schon viel weniger als früher. Die Nettoentnahmen in spätestens wenigen Jahren werden für Kapitalvernichtungen und damit höheren Realzinsen führen. D.h. geringere Immobilienpreise (multiples), geringere KGVs bei Aktien. Kurseinbrüche bei Anleihen. Cash gibt es de facto für Großanleger nicht. Kontostände sind Schulden der Banken und Bargeld ist unpraktikabel. Der Cashcharakter von Gold bei steigenden Zinsen läßt mich wenigstens langfristig hoffen.


    Gruß
    S.

  • Rekordnachfrage physisches Gold im ersten Halbjahr 2015, in China wo sonst...


    http://rohstoffaktien.blogspot…er&utm_source=twitterfeed

  • Gibt es das angebliche Geld überhaupt, in dem bemessen Gold angeblich zu teuer sein soll!?


    Privat- Firmen- und Staatsschulden eingerechnet, bewegt sich die Menschheit nicht gerade in die Richtung, die Gold überflüssig oder billiger machen würde. Viele Staaten der wichtigsten Märkte befinden sich in einem "ring of fire", hier schön dargestellt (von 2012):


    http://www.thisismoney.co.uk/m…ritains-debt-problem.html
    [Blockierte Grafik: http://img.thisismoney.co.uk/i/pix/2010/01/ring1_500x377.jpg]



    http://www.nowandfutures.com/
    [Blockierte Grafik: http://www.nowandfutures.com/images/m3b_long_term.png]


    Die Entwicklung mit der Plateaubildung bei M3 der USA auf irre hohem Niveau gleicht dabei allerdings gefährlich der Situation wie in den Jahren 2007 - 2008 ...
    Es wird also womöglich erst noch gewaltig rumpeln ... auch in den USA wieder. Dazu muss man kein Hellseher sein.


    Insgesamt aber sieht es so in den USA aus, aber weltweit nicht viel anders, wenn man allein Japan und Europa sieht ... :


    http://www.theburningplatform.…26/h-l-mencken-was-right/
    [Blockierte Grafik: http://3.bp.blogspot.com/-OfdL-2r1oWA/T5G9NbQ7SJI/AAAAAAAAICc/rjkxEN1vxss/s1600/Total+Credit+Market+Debt+as+Percentage+of+US+GDP.jpg]


    Und da brauche ich dann weissgott keine "offiziellen" Inflationszahlen!!


    Dass man Minenaktien nicht mögen muss ist mir ja noch verständlich. Ich bin selber immer wieder am Abwägen wann Zeit zum Einsteigen und wann Zeit zum Aussteigen ist, denn die Minenmärkte sind sauber zyklisch. Als blind liegende Langfristanlage ist sowas also eh nicht denkbar.


    Aber: Physisches Gold in einem Umfeld wie derzeit nicht als Langzeitanlage zu sehen, nur weil es "keine Rendite" abwerfe, - das ist schon wirklich atemberaubend. ;)
    (Vorsichtig formuliert.)


    Mich interessiert mehr das da:


    https://www.canadianinsider.co…ite-china-and-greece-woes


    Zitat

    Meanwhile, in China it may be too early to tell whether the summer collapse in the stock market signals either a growth or political set back for the world's second largest economy. In particular, China-related margin calls may well have been primarily responsible for the plunge in metals markets last week. It will take some time to see whether there was more to the metals wipe-out than simply the margin clerks at work. - See more at: https://www.canadianinsider.co…woes#sthash.G1SjvMAJ.dpuf


    und das da:


    http://wirtschaftsblatt.at/hom…inesen-heizen-ImmoBoom-im


    Zitat

    "Es gibt große Mengen an Geld in China und voraussichtlich wird viel davon in den australischen Immobilienmarkt fließen", sagt Pallier, Chef der Sydney Sotheby's International Realty. "Viele Chinesen haben ihr Geld bereits von der Börse zurückgezogen, als der Markt zu heiß wurde."


    Was Pallier aus Down Under berichtet, gilt auch für andere Länder. "Es ist ungewöhnlich, dass Chinesen so groß einkaufen", sagt Makler Ed Mead vom britischen Immobilienkonzern Douglas & Gordon. "Das ist eher ein Zeichen für Kapitalverschiebung als dass nur Einzelne nach Parkgelegenheiten für ihr Geld suchen." Seine Firma habe kürzlich Anfragen von zwei chinesischen Investoren bekommen, die ganze Wohnblöcke in London suchten. Auch Alex Newall von Hanover Private Office registriert wachsendes Interesse, vor allem an Spitzenobjekten: "Sie wollen es versuchen und große Mengen Geld anlegen. Ich spreche von 25 bis 150 Millionen Pfund."


    Vor allem aber in Kombination hiermit:


    http://www.boerse.de/geldanlag…te-Hintergruende-/7582760




    Na? ;)



    Gruß,
    gutso


    PPS: Das passt zu dem, was brainwashed oben vor mir gepostet hat. Eben erst entdeckt. :)

  • @ Saccard: danke
    Es stellt sich die Frage, ob die Zukunft ein besseres "Minenklima" aufweist. In Südafrika glaube ich das nicht, von daher würde ich hier auch nicht mehr investieren. Platin kommt für mich daher nur noch physisch in Frage, besser auf den Hebel verzichten und dafür kein Risiko. Zumal ich in SA auch die Verstaatlichung der Minen für nicht völlig abwegig halte ....Folge wäre Totalverlust bei gleichzeitiger Explosion des Pt-Preises ... da bleibt als Aktionär nur der Strick. Lieber ruhig schlafen [smilie_love]
    Dir weiterhin ein gutes Händchen bei Deinen Trades und schreib ab und zu mal wieder was im Forum .... schätze Deine Beiträge sehr [smilie_blume].

  • gutso


    Aber natürlich ist Gold keine Anlage, da eben keine Rendite. Wenn ich Gold langfristig halte, werde ich nicht reicher. Nenne es Spekulation, Währungsspekulation vielleicht.


    Gold bleibt langfristig stabil relativ zu Warenpreisen, das war es auch schon. Reich wird man damit mit Sicherheit nicht.


    Ich denke die Supermarktpreise sind heute so 50-70% höher als vor 15 Jahren. Damals stand Gold bei 300 Euro. Heute wären es so 500-550. Dann noch berücksichtigen , das Gold damals deutlich unterbewertet war und man kommt auf einen vernünftigen, realen Preis.


    Auch im Goldstandard haben Warenpreise im übrigen um den Faktor 3 geschwankt. D.h. der Goldpreis kann auch mal 50% discount oder Aufschlag haben. Spielt langfristig alles keine Rolle, über Jahrzehnte entspricht so etwas 1,x%.


    Gegen richtige Anlagen sieht so etwas sehr schlecht aus. Richtige Anlagen wie z.B. Aktien als Derivat von Produktionsmitteln. Da hatte man langfristig eine interne Rendite von 10% wovon 5% ausgezahlt wurden und 5% reinvestiert wurden. Die Reinvestitionen dienten zu 3.5% dem Inflationsausgleich und Ersatz von obsoleten Anlagen, 1.5% waren Produktivitätswachstum. D.h.nach Inflation bringen Produktionsmittel seit ca. 200 Jahren 1.5% Wertsteigerung, auch gegenüber Warenpreisen und Gold, sowie 5% Ausschüttung zum Verbrauch, die berühmten 6-7% reale Rendite.


    Leider ein permanenter Ritt auf dem Vulkan, denn wenn es nicht min. 20-30 Jahre Stabilität gibt, ist das Kapital weg. Oktoberrevolution z.B.


    Und das ist eben das Problem, wo gibt es denn noch Stabilität?


    Auch meine Pachinko Werte sind keine Anlagen, entweder Cash oder Land.


    Gruß
    S.

    • Offizieller Beitrag

    ....M.E. ist der durch die Verbraucherpreisinflation gerechtfertigte Goldpreis immer noch bei unter 900 US$, da ist noch mehr nach unten drin. Gold ist zuletzt gegenüber Silber und Platin sehr sehr teuer.... .


    Hallo Saccard


    Diese Deine Einschätzung ist nicht neu, hier hattest Du 2014 eine ähnliche Betrachtung aufgestellt : GOLD : Märkte und Informationen


    Darüber läßt sich streiten, es gibt da andere Betrachtungen zu den Geldmengen, die auf ganz andere Goldpreisdimensionen hinzielen. Aber ich denke, die großen Spieler an den Hebeln haben ihre eigenen Vorstellungen : Fedbanken spielen gern mit Shorts, und China steigt bei jedem Dip ein und bildet irgendwo Widerstände im Goldpreisfall. Wo sich das Gleichgewicht einstellt, weiß niemand, das hängt m.E. bestimmt sehr wesentlich von dem ab, was die Achse China / Rußland / BRICS künftig mit Währungsalternativen plant.


    Gold ist m.E.demnach nicht zu teuer, eher könnte man auch sagen: Silber und Platin sind zu billig, was bei Platin auch eher zutrifft, hast du bereits klargestellt.


    ......Dann gibt es im Goldsektor ja noch die Zwerge. Einige haben geringere Kosten als die üblichen $1000-$1000. Ich habe da z.B. einen im Auge ....


    Oh ja, es gibt eine ganze Anzahl erstklassiger Zwerge oder Juniors ! An andere Stelle haben value und ich einige aufgeführt, die bei 1000 $ noch profitabel arbeiten und derzeit um 800 $ AISC haben.


    Das ist auch der Hauptgrund, keinen Senior ausser Franco-Nevada im Depot zu haben, eine Ausnahme als Royalty. Nahezu alle Seniors verbrennen heutzutage gewaltig Geld und werden früher oder später einige der Zwerge mit hochklassigen und hochgradigen Reserven kaufen müssen, um zu überleben.


    Grüsse
    Edel

  • Hallo Edel,


    Rußland und China sehe ich gerade als Problem. Irrsinnige Spekulationen wie über 7 Billionen US$ Zuwachs an market cap in einem Jahr, dann so viele margin credits wie nie zuvor in der Geschichte. Alles um Plastikregenschirmhersteller mit KGVs von 2000 zu kaufen.
    Die Konsumenten schrauben jedenfalls aufgrund der Aktienverluste ihre Käufe zurück. Autoabsatz 2015 wird negativ sein. VW verkauft die Hälfte nach China z.B.


    Ich denke von China wird viel Druck auf Rohstoffpreise kommen. Nachdem China ja auch ein wichtiger Nachfrager im Goldbereich ist, sieht es von dort m.E. schlecht aus.
    Andererseits könnte der monetäre Charakter von Gold zum tragen kommen. Die Chinesen haben nach 2000 durch die hohe Inflation sehr negative Erfahrungen mit Sparprodukten gemacht. Aktien sind nun auch verbrannt. Der Staat wiederum dürfte auch finanzielle Probleme bekommen, hält aber 1.3 Billionen US$ in Treasuries.


    Mir scheint es so als wäre nun der Zug abgefahren. Nur die Richtung ist noch unklar. Im Verlauf des Jahres wird er an Geschwindigkeit zulegen.


    Nach meinen 55000 Lonmins heute werde ich auch noch etwas Goldjuniors kaufen. Noch in der Erwartung fallender Kurse, aber man weiß ja nie...


    Gruß
    S.

  • Reich wird man damit mit Sicherheit nicht.



    Vielleicht ist schon viel erreicht, wenn man nicht arm wird in diesen Zeiten. ;)


    Schön mal wieder von Dir zu lesen. :thumbsup:

    Der Optimist glaubt , dass wir zur Zeit im besten Deutschland aller Zeiten leben. Der Pessimist befürchtet es !

  • So sieht es leider aus woernie.


    Neben Lonmin habe ich heute noch kleinere Positionen Teranga und Golden Star gekauft.


    Ich denke Produktion, niedrige Bewertung und AISC unter $900, eher Richtung $700, scheint der richtige Ansatz zu sein. Dazu am besten noch Explorationspotential, das durch bisherigen Cashmangel nicht genutzt werden konnte.


    Bei Golden Star scheint sich ja viel getan zu haben, genaueres muß ich mir noch ansehen.


    Gruß
    S.



  • Hallo Saccard!


    Mich freut es auch, dass Du wieder einmal mehr substanzielle Sachen hier schreibst! Deine Äusserungen waren für mich immer wieder ein Prüfstein, ob das was ich denke weiterhin für mich Sinn macht, oder nicht.


    So ist es auch dieses Mal wieder. :)


    Was mir an Deiner Argumentation auffällt, ist, dass darin eine starke Trennung zwischen Anlage (mit eher planbarer Rendite verbunden) und Spekulation angenommen wird, die für Gold in Deinem Sinn bedeutet, dass es generell eine im besten Fall währungsähnliche Spekulation ohne Planungssicherheit sei und für konventionelle Aktien, dass es bei der passenden Auswahl der Werte eher um Anlageformen ginge, da hier einigermaßen sicher planbare Rendite möglich oder gegeben sei, - bei Gold dagegen nicht.


    Ich halte genau dieses Argumentmuster für sehr wichtig, da es mir deutlich zeigt, wie grundlegend die letzten 25-35 Jahre das Bewusstsein ökonomisch denkender Menschen durch die Finanzmärkte und die sie in dieser - in meinen Augen extremen - Form ermöglichende angloamerikanische Wirtschaftspolitik beeinflusst und geprägt wurde.


    Gewohnt ketzerisch möchte ich da aber ganz entschieden einwenden, dass umgekehrt die Suche nach und der Erhalt von Rendite eben auch nichts weiter als reine Spekulation darstellt! Die Frage ist für mich also gar nicht, ob Gold Rendite abwirft oder "nur Spekulationsgewinne", sondern, ob nicht Zinsen und sogenannte Renditen eben nichts weiter sind, als von den Umständen begünstige Spekulationsgewinne (in Zeiten, wo das eben schlicht als möglich und sinnvoll erscheinen mag). ***


    Ich denke deshalb auch, dieses - zugegeben einfache - Argument stellt das derzeitige angloamerikanische Ökonomiedenken für mich ausreichend anschaulich vom Kopf auf die Füsse. Denn, wer wirklich ernsthaft glaubt, dass auf dieser Welt das Erhalten von Zinsen, Dividenden und langfristigen Kursgewinnen andauernd möglich sei und deshalb als Anlage auch abgrenzbar gegenüber anderen, größeren Schwankungen unterworfenen Formen, tätigt damit ja erst einmal auch nichts weiter als eine Grundannahme, die von der Vergangenheit geprägt ist und von der weiteren künftigen Entwicklung entweder bestätigt oder widerlegt werden wird. Argumentativ mächtig wird eine solche Grundannahme dann alleine durch die vergangene Entwicklung. Deine Argumentation kommt also dem altbekannten Motto gleich: The trend is your friend, oder anders gesagt, weil es jahrzehntelang so war, wird es wohl auch vorerst so bleiben. Man darf hier durchaus skeptisch sein, vor allem angesichts der weltweiten Ungleichgewichte bei Schulden und Assetpreisen.


    Was mich betrifft: Deshalb kaufe ich ja seit Ende 2014 wieder Edelmetallaktien, und seit Februar 2015 bisher ausschließlich Goldexplorer-Aktien. Bisher hat sich das bewährt, sie sind im aktuellen Umfeld stabiler als die Produzenten.


    Ich denke zudem ganz grundsätzlich, dass die Zeit der seligen Geld- und Schuldenvermehrung sich abermals dem Zeitpunkt der Überspannung nähert und es bei den derzeitigen Kursen am Minenmarkt nicht wirklich falsch sein kann, auf fundamental gute Werte zu setzen (zu den Kriterien siehe unten). Und hier überschneiden wir uns dann wieder ganz kurz ... . Wobei ich eben im Gegensatz zu Dir auf ganz andere Parameter schaue.


    Und ab hier wirds jetzt kurz technisch, alle dies nicht interessiert, weghören. :D Mich interessieren schlicht die Unzen im Boden, der Wert pro Tonne Gestein (bzw. Erz), das vorhandene Cash sowie der absehbare Umgang damit, die Marktkapitalisierung, die Qualität des Managements und die Ore-Grades je nach Oberflächen- oder Tiefenvorkommen gesplittet. Zusätzlich sind dann natürlich auch die absehbaren Kosten für den Bau der Mine selbst wichtig und die Internal Rates of Return bei bestimmten Schwellenwerten im Spotpreis.


    Dafür gibts die geduldigen Tabellenkalkulationen - und schon geht sie eigentlich ab die Luzie. Dargestellt und stabil dokumentiert habe ich das alles seit Monaten im Musterdepot-Teil dieses Forums. ;)


    Momentan schiele ich sogar wieder auf erste Silberminenaktien, allerdings bin ich bei den Werten die mich interessieren nicht sicher genug, wie sie in einem voraussichtlich anstehenden Abwärtssog an den Weltbörsen mitgehen, deshalb habe ich da noch nichts gemacht, sondern stärke erst einmal meine Cashposition dahingehend weiter.



    Grüße,
    gutso


    PPS: *** Mir kam da beim Schreiben das Bild vom Gewimmel von geschäftigen Einzellern in einer Pfütze an einem warmen Sonnentag nach dem Regen. Wenn es zwei Sonnentage sind wird es stärker. Wenn es drei sind noch stärker. Am vierten Tag wird das Gewimmel hazardeurisch. Sollte die Sonne ohne Regen weitere drei Tage scheinen, werden aber nur die überleben, die in der Lage sind radikal andere Zustände auszuhalten.

  • Quelle:
    http://www.gegenfrage.com/gold…e-kaufkraftentwicklungen/


    19. Jahrhundert


    1882 kostete ein Pfund Kalbfleisch 55 Pfennig = 0,2 Gramm Gold


    1882 kostete ein Pfund Schweinefleisch 63 Pfennig = 0,23 Gramm Gold


    1882 kostete ein Pfund Weizenmehl 24 Pfennig = 0,086 Gramm Gold


    1882 kostete ein Zentner Kartoffeln 3,06 Mark = 1,1 Gramm Gold


    20. Jahrhundert
    1900 kostete 1 Liter Milch 0,07 Gramm Gold


    1925 kostete ein Laib Brot 37 Pfennig = 0,13 Gramm Gold


    1930 kosteten 100 kg Weizenmehl 50 Mark (Großhandel) = 17,67 Gramm Gold


    1930 betrug die Monatsmiete für einen 4-Personenhaushalt 24 Mark = 8,48 Gramm Gold


    1930 verdiente ein Maurer pro Stunde 1,37 Mark = 0,48 Gramm Gold


    1930 kostete ein Pfund Rindfleisch 1 Mark = 0,35 Gramm Gold


    1930 kostete ein Pfund Salz 8 Pfennig = 0,03 Gramm Gold


    1930 kostete ein Pfund Kartoffeln etwa 20 Pfennig = 0,07 Gramm Gold


    1933 Durchschnittl. Stundenlohn: 45 Pfennig = 0,2 Gramm Gold


    1933 Kubikmeter Wasser: 19 Pfennig = 0,05 Gramm Gold


    1936 Durchschnittl. Stundenlohn: 50 Pfennig = 0,18 Gramm Gold


    1937 Durchschnittl. Stundenlohn: 60 Pfennig = 0,21 Gramm Gold


    1939 kostete ein halber Liter Bier in einer Bar 39 Pfennig = 0,14 Gramm Gold


    1950 kostete 1 Liter Milch 0,07 Gramm Gold


    1959 kostete ein Liter Benzin 60 Pfennig = 0,13 Gramm Gold


    1959 kostete ein Eigenheim im Durchschnitt 33’000 DM = 7,016 kg Gold


    1960 verdiente ein Arbeiter durchschnittlich monatl. 449.99 DM = 90,71 Gramm Gold


    1965 Müllgebühren pro Gefäß (2-3 Pers.): 16 DM = 3,46 Gramm Gold


    1970 Müllgebühren pro Gefäß (2-3 Pers.): 22 DM = 4,93 Gramm Gold


    1970 kostete ein Liter Benzin 60 Pfennig = 0,13 Gramm Gold


    1975 Kubikmeter Wasser: 2,75 DM = 0,050 Gramm Gold


    1975 Müllgebühren pro Gefäß (2-3 Pers.): 48 DM = 4,02 Gramm Gold


    1984 Kubikmeter Wasser: 4,50 DM = 0,14 Gramm Gold


    1985 Müllgebühren pro Gefäß (2-3 Pers.): 126 DM = 3,88 Gramm Gold


    1990 verdiente ein Arbeiter durchschnittlich monatl. 2325.99 DM = 105,33 Gramm Gold


    1990 kostete 1 Liter Milch 0,06 Gramm Gold


    1990 kostete eine Zigarette 24 Pfennig = 0,01087 Gramm Gold


    1992 kostete ein Liter Benzin 1,33 DM = 0,06254 Gramm Gold


    1993 kostete ein halber Liter Bier in einer Bar 1,12 DM = 0,0755 Gramm Gold


    21. Jahrhundert


    2002 kostete eine Zigarette 15,79 Cent = 0,01353 Gramm Gold


    2003 kostete ein Laib Brot 2,50 Euro = 0,2259 Gramm Gold


    2004 Kubikmeter Wasser: 1,71 Euro = 0,17 Gramm Gold


    2005 kostete ein Liter Benzin 1,25 Euro = 0,119 Gramm Gold


    2005 kostete eine Zigarette 22,35 Cent = 0,02119 Gramm Gold


    2009 verdiente ein Arbeiter durchschnittlich monatl. 2114,29 Euro = 90,26 Gramm Gold


    2010 Kubikmeter Wasser: 1,70 Euro = 0,06 Gramm Gold


    2011 Pfund Schweinerücken: 5,45 Euro = 0,172 Gramm Gold


    2011 Liter Milch: 0,56 Euro = 0,0165 Gramm Gold


    2011 kg Zucker 0,65 Euro = 0,019 Gramm Gold


    2011 kostete ein Eigenheim durchschnittlich 235’000 Euro = 7,2 kg Gold


    2011 kostet ein Liter Benzin 1,64 Euro = 0,051 Gramm Gold




    Sicherlich gab es Zeitpunkte extremer Übertreibungen, wie z.B. das Ende
    von Bretton Woods 1971, die Silberblase 1980 oder die Dotcom-Blase im
    Jahre 2000. Zeitpunkte, an denen sich Preise und Löhne aufgrund
    politischer Interventionen kurzzeitig stark änderten. Solche extremen
    Übertreibungen sind aber nie von Dauer und wurden darum weggelassen. In
    diesem Beitrag geht es um langfristige Entwicklungen. Mit dem Fazit,
    dass Gold als langfristiger Wertspeicher geeignet ist und seine Funktion
    als (bürgerliches) Geld durchaus erfüllt. Legen Sie sich eine Unze Gold
    in die Schublade, wird sich Ihr Ur-Ur-Ur-Urenkel davon in 200 Jahren
    aller Wahrscheinlichkeit nach einen schicken Anzug oder etwas in dieser
    Größenordnung kaufen können. Legen Sie stattdessen 1000 Euro für 200
    Jahre in dieselbe Schublade, bin ich mir dessen nicht so ganz sicher.

    „Am gerechtesten ist der Verstand verteilt auf der Welt, denn jeder ist zufrieden mit dem, was er hat, und außerdem überzeugt, daß er mehr hat als die anderen.“

    ―Robert Lembke

    • Offizieller Beitrag

    Interessant, zoppo.


    Der von mir geschätzte Wirtschaftshistoriker Paul C. Martin hat einmal geschrieben ( als er noch im DGF aktiv gewesen war, es hat dort Sammlungen seiner Texte), dass man "in Geld, gemeint gesetzliches Zahlungsmittel (GEZ), NICHT SPAREN könne" weil das alles eine Riesenkatze ist, die sich schlussendlich ("Schuldenschnitt") in ihren Riesenschwanz beisst. Allegorie nach Lupo's Geschmack...
    Sparen könne man nur in Sachen, die in sich werthaltig seien. GEZ ist eine iuristische Fi(c)ktion, Schuldscheine, die sich letztendlich zu Null addieren. Ein Bonmot von PCM: "Geld ist ein Gefühl, dass der "Andere" bezahle (leistet).


    Gruss!


    Lucky

    "Das einzige Geld, auf das ich mich verlassen kann, ist das Gold, das ich besitze" J.Sinclair
    "Die meisten Politiker sind ja Vollidioten! Schmeißt diese Idioten RAUS!" Marc Faber, Schweizer Finanzanalyst, Thailand, nach einem Bier...
    "The whole game is rigged" Gerald Celente

    Einmal editiert, zuletzt von LuckyFriday ()

  • In der FAZ eine aktuelle Diskussion der unterschiedlichen Geldmodelle unter Bezugnahmen auf den verstorbenen deutschen Ökonomen Wolfram Engels (1933-1995) Zum Gold:


    Welche Geldordnung ist optimal?


    Das Edelmetallgeld


    Die Anhänger der Goldwährung teilen die Verachtung für das ungedeckte Papiergeld; gleichwohl hielt Engels die Goldwährung (bei der eine Emissionsbank Banknoten gegen Golddeckung ausgibt) für untauglich. Hier sind die Gründe: Ein Problem ist, dass Gold keine laufenden Erträge abwirft. Das führt zu der Situation, dass eine Bank, die Banknoten gegen Gold ausgibt, keine Erträge hat. Dafür entstehen Kosten aus der Lagerung des Edelmetalls. Daher betrachtete Engels eine (historisch wohl bekannte) Entwicklung, in der eine Emissionsbank auch ungedeckte Banknoten ausgibt, deren Erlöse sie in zinstragende Aktiva angelegt, für geradezu naturnotwendig: „Sie muss darauf vertrauen, dass nicht alle Inhaber der Banknoten gleichzeitig kommen und ihre Noten in Gold eintauschen wollen … Je höher die Golddeckung ist, um so solventer ist die betreffende Notenbank, um so weniger rentabel ist sie allerdings auch. Sie ist in dem beschriebenen Dilemma, dass sie eine höhere Bonität nur um den Preis einer geringeren Rentabilität verwirklichen kann.“


    Engels nannte einen zweiten Grund, warum eine Goldwährung in einem Wettbewerb unterschiedlicher Geldordnungen keine Chance hätte: „Ein Geld, das an eine Ware gebunden ist, deren relativer Preis stark schwankt, würde von den Wirtschaftsobjekten als ein unsicheres Geld empfunden … Die Stabilität des relativen Goldpreises beziehungsweise relativen Silberpreises im Rahmen von Edelmetallwährungen beruhte überwiegend darauf, dass das betreffende Metall Währungsbasis war, dass seine Verwendung als Währungsbasis also seinen relativen Preis stabilisiert hat. In einer Welt konkurrierender Notenbanken wäre dieser Effekt natürlich weit aus schwächer.“ Zudem ist zu bedenken, dass die Förderung von Gold (oder Silber) Geld kostet und ökonomische Ressourcen bindet. Noch heute gibt es Anhänger des Goldes, die allen Ernstes meinen, die Menschen würden bei freier Wahl eine Goldwährung bevorzugen – ein Ausdruck historisch verklärten Romantizismus.


    http://blogs.faz.net/fazit/201…ordnung-ist-optimal-6087/

  • Trotzdem. Mein Bäcker wollte heute morgen beim Brötchenkauf immer noch kein Gold nehmen...


    Grüße

    DrK



    “If you don’t own gold you neither understand history nor economics.”
    Ray Dalio


    For my money give me gold not dollars.


    „Blinder Glaube an die Regeln ist der schlimmste Feind der Realität."


    „Entferne dich von Menschen, die meinen, bei dir ihren mentalen Müll abladen zu müssen.“
    Dalai Lama

  • Selbst ein Versuch, Gold als Kreditsicherung bei einer deutschen Bank zu hinterlegen, ist fehlgeschlagen.
    Die Banker wollten es einfach nicht haben.


    Grüße

    DrK



    “If you don’t own gold you neither understand history nor economics.”
    Ray Dalio


    For my money give me gold not dollars.


    „Blinder Glaube an die Regeln ist der schlimmste Feind der Realität."


    „Entferne dich von Menschen, die meinen, bei dir ihren mentalen Müll abladen zu müssen.“
    Dalai Lama

  • Selbst ein Versuch, Gold als Kreditsicherung bei einer deutschen Bank zu hinterlegen, ist fehlgeschlagen.
    Die Banker wollten es einfach nicht haben.


    Grüße


    Der Lateiner wirbt regelmässig für den Goldkredit bei einer Sparkasse. IMHO wird das Collateral zu 50% beliehen ... 8) ... eine lausige Quote, aber hinsichtlich des Kursrisikos durch die Comexzockereien nachvollziehbar X(


    Grüße :P

    • Offizieller Beitrag


    Der Lateiner wirbt regelmässig für den Goldkredit bei einer Sparkasse. IMHO wird das Collateral zu 50% beliehen ... 8) ... eine lausige Quote, aber hinsichtlich des Kursrisikos durch die Comexzockereien nachvollziehbar X(


    Diese Quote und Einstellung der Banken ist aber nicht neu: In meiner frühen Börsenphase hatte ich mein Goldepot beliehen, um mit Minen zu spekulieren, das war lange vor den CRIMEX Manipulationen....


    Grüsse
    Edel

    • Offizieller Beitrag

    Den exzellenten Minenfachmann und Geologen Cooke hatte ich kürzlich hier mit seiner persönlichen Entwicklung im Minensektor und momentan finsteren Markteinschätzung :
    GOLD : Märkte und Informationen


    Umso bemerkenswerter, daß er einige Goldexplorer und Juniorproduzenten positiv aus der Masse herausstellt, die bei besseren Rohstoffpreisen "glänzen" werden.


    Es sind einige gute Bekannte darunter, für mich etwas erstaunlich, daß er Guyana Gold / GUY nicht erfaßt, dagegen Columbus Gold und andere. Es ist aber seine Neigung, in dieser Zeit hochgradige Vorkommen zu bevorzugen, unter denen m.E unbedingt Pretium / PVG gehört.
    Im Anhang zeigt Cooke anschließend, welcher 4 der 9 Minen er im eigenen Depot hat.


    "In this interview with The Gold Report, market veteran and Exploration Insights author Brent Cook shares his travel stories and the companies he thinks will shine when the sun returns to commodity prices. ...


    BC: I like companies that are fully funded and building a mine. That includes Asanko Gold Inc. (AKG:NYSE.MKT; AKG:TSX), Guyana Goldfields Inc. (GUY:TSX) and Torex Gold Resources Inc. (TXG:TSX). They're well positioned to be in production when the market turns.


    Further down the line, Dalradian Resources Inc. (DNA:TSX), Midas Gold Corp. (MAX:TSX) and Continental Gold Inc. (CNL:TSX; CGOOF: OTCQX) are drilling out resources that will one day be profitable...


    I just got back from Pilot Gold Inc.'s (PLG:TSX) TV Tower project in Turkey....


    I was also just down in French Guiana visiting Columbus Gold Corp.'s (CGT:TSX.V; CBGDF: OTCQX) Paul Isnard project...


    Richmont Mines Inc. (RIC:NYSE.MKT; RIC:TSX) is an old company that recently discovered considerably more value beneath its Island Gold deposit in Ontario...."


    http://www.theaureport.com/pub/na/16709


    Grüsse
    Edel

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