Die Datierung historischer Goldbarren der Frankfurter Scheideanstalt – der späteren Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, aus der der Markenname Degussa hervorging – lässt sich häufig über kleine Veränderungen im Sonne-Mond-Logo einordnen. Diese Änderungen betreffen vor allem Mondform, Anzahl der Sonnenstrahlen und Stärke der Linien.
1873–ca. 1890 (Frühphase nach Gründung der Aktiengesellschaft)
In dieser Phase wird das Sonne-Mond-Symbol als Markenzeichen eingeführt, allerdings noch nicht vollständig standardisiert. Die Stempel variieren stärker und bestehen häufig nur aus einfachen Textpunzen oder frühen Symbolvarianten.
• Einführung des Sonne-Mond-Symbols
• teilweise noch uneinheitliche Punzen
• häufiger Textstempel ohne ausgeprägte Raute
ca. 1890–1915 (Kaiserzeit / frühe Degussa-Raute)
Hier etabliert sich das typische Rhombus-Logo der Frankfurter Scheideanstalt. Diese Variante gilt als die klassische frühe Form und findet sich auf vielen Handels- und Bankbarren der Zeit vor dem World War I.
• schmaler Halbmond
• Sonne meist mit 8 Strahlen
• filigrane Linien im Rhombus
• häufig kombiniert mit „Scheideanstalt Frankfurt a.M.“
ca. 1915–1930er Jahre (spätere Vorkriegs- und Zwischenkriegsvariante)
Das Logo wird grafisch kräftiger gestaltet, vermutlich um eine bessere Sichtbarkeit auf industriellen Produkten zu erreichen.
• breiterer Halbmond
• Sonne oft 10–12 Strahlen
• stärkere Linien, kompaktere Raute
ab etwa 1950 (moderne Degussa-Darstellung)
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Logo stärker standardisiert und erscheint häufig zusammen mit dem Degussa-Schriftzug auf Anlagebarren und Industrieprodukten.
• klar definierte grafische Form
• häufig zusätzlicher „DEGUSSA“-Schriftzug
• Seriennummern und standardisierte Barrengewichte