Die Frage ist ob sie sich wie eine Sinuswelle (Calderas Grafik) zeitlich eingrenzen lassen. Und die zweite Frage ist , @Montgomery, ob ‘Calderas Warnung im letzten Jahr vor tieferen Kursen‘ Zyklen oder (ganz) anderen (Zufalls-) Faktoren geschuldet ist ?
Ich gestehe, daß ich als Ireniker ein bißchen im Faden vermitteln wollte und auf Dein Anliegen zu allgemein eingegangen bin
Aber ich versuche es mal, obwohl ich keine schlagenden Antworten parat habe.
Frage 1 zur zeitlichen Eingrenzung: Bei EW habe ich gelernt, vom Großen zum Kleinen vorzugehen. 1971 (Aufhebung der Goldpreisbindung) und 2001 und stellen markante Tiefs im Goldchart dar. Kann man aus einem 30 Jahre-Intervall schließen, daß damit ein wiederkehrender Zyklus begründet ist? Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ich weiß... aber etwas anderes haben wir als Datenpunkte nicht. Ende 2015 liegt ein weiteres markantes Goldtief (damals hieß es: Goldbullenmarkt setzt sich fort/beginnt), 2008 ein weiteres (der Rückgang fällt arithmetisch mickrig aus, logarithmisch ist er signifikant). Ein Tief 2022 wäre verfrüht ausgefallen, 2023 zeitlich optimal gewesen (oder kommt noch?). Verbindet man die Tiefs mit Hilfe von Bögen, erhält man eine Art Sinuskurve.
Ob sie geeignet ist? Ich würde sagen: erstens ergibt sie sich, sie ist nicht frei erfunden; und zweitens muß man in Rechnung stellen, daß jegliche Modellierungen Abstraktionen sind. Die ausgedehnte Natur kennt keine perfekten geometrischen Figuren, d.h. der konstruierte Chart zeigt in der Tat eine Modellannahme, die in der Natur so nicht vorkommt (daher oft der Einwand, ob längere/kürzere Zeiträume nicht die Theorie über den Haufen werfen).
Ein Haupteinwand dürfte sein: Zykliker machen viele Zusatzannahmen, um ihre Theorie zu retten, wenn die Fakten gegen die Idee laufen. Ich würde sagen: es ist nunmal nicht einfacher. Einerseits entdeckt der Zyklenforscher weitere Zusammenhänge = Theorieannahmen (rt/lt, Symmetrieregel etc.), anderseits wird es naturalmente immer spekulativer, je weiter man in die Zukunft schaut. 30-Jahre-Zeiträume sind keine Tradingzeiträume
, sd. stellen so wie 7,5 oder 15 Jahresintervalle eher Orientierungsmarken dar. Interessant fürs Traden wird es eher unterhalb der 7,5 Jahresschwelle 
Die Bedeutung der Annahme eines 7,5 - 15 - 30 Jahre-Zyklus sehe ich darin, daß die zeitliche Länge eine Rangordnung darstellt. Längere Zyklen dominieren kürzere Zyklen (Alter vor Jugend
). Gäbe es einen 30jährigen Zyklus, dann würde er die Anstiege aus den 7,5 und 15-Jahrestiefs deckeln (fundamental momentan unvorstellbar). Was ich auch noch nicht hinreichend verstehe: die Korrelationen mit anderen Märkten (Währungen, Immobilien) - die EM-Zyklen schweben ja nicht im luftleeren Raum.
Leichte Frage, schwere Antworten... Kurz gefaßt würde ich sagen: ja, die Sinuskurve ist geignet, die zeitlichen Abstände (=Zyklen) abzubilden und nein, sie ist ungeeignet und irreführend, weil sie vertikale Abstände/Preisziele suggeriert, für die Zyklen gänzlich ungeeignet sind (Regel Nr. 1: Zeit, nicht Preis). Dafür gibt es Elliotwellen und klassische Charttechnik 
Frage 2: Die "Henne oder Ei"-Frage... Was ist Wirkung, was ist Ursache? Warum funktionieren Zyklen? Richtet sich die Geldpolitik nach diesen Zyklen? Oder richten sich die Zyklen nach der Geldpolitik? In 2022 waren fundamental tiefere EM-Kurse aufgrund deflationärer Trendenzen erwartbar (obwohl Gold gerade in Zeiten der Deflation laufen sollte) - hatten die Zyklen damit nichts zu tun?
Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Theorien sind plausibel, wenn man die Prämissen teilt. Und ich finde die Prämisse reizvoll, daß Zyklen gegeben sind und wirken. Kann man sie erkennen? Wenigstens annäherungsweise? Ich übe "the benefit of the doubt" und konnte sehen, daß sie Dinge erklären, die anders unerklärlich sind, bzw. einfach funktionieren (mit allen Rückschlägen, wenn man sie praktisch erprobt...). Könnte es eine andere, nichtzyklische Erklärung geben? Vielleicht. Sicherlich! Aber muß sie deshalb den Zyklen widersprechen? Vlt. ist sie sogar in den Zyklen enthalten (ohne daß ich jetzt schon verstehe, wie das sein kann)? 
Denn immerhin haben wir inzwischen nicht die (gemäß Calderas Ansage) eigentlich zu erwartenden zyklischen Tiefs (zumindest fortgesetztem Abwärstrend…das war die ANSAGE!) gesehen, sondern wir sind/waren nahe Allzeit-Hochs . Und vor höheren Kursen hat er nicht gewarnt.
Stimmt. Aber Caldera kennt auch nicht die Zukunft, sd. interpretiert Zyklen. Der Bankenkrach als fundamentales Ereignis hätte einen fear trade in Gold auslösen können, zieht nun aber doch anhaltendere Kreise. Entweder liegt mit Sept. 2022 ein verfrühtes 8Jahres-Tief vor, oder das Tief kommt halt etwas später, wie im Chart eingezeichnet.
Auf die Gefahr hin, daß ich mich mit meinem Halbwissen blamiere, schicke ich diese Gedanken mal ins Exil 