Ein geologisch komplexer Erzkörper + ein Management mit „limitierten Fähigkeiten“ führen langfristig meist immer in die Pleite. Natürlich ist es hier noch nicht so weit, da sich WRLG mit der vorgeschlagenen Kreditfinanzierung etwas Luft verschafft. Dennoch löst diese Umschuldung die operativen Probleme nicht. Eine niedrigere Produktion als prognostiziert führt zu höheren AISC und das in einer Zeit in der der Goldpreis (zumindest temporär) sinkt. Der Nebari Kredit kostet 12% Zinsen, der neue Kreditzins von Gunvor könnte bei ca. 9,4% liegen. Knackpunkt in dem neuen Vorschlag zur Kreditfinanzierung ist die Verpfändungsklausel. Und beim Offtake-Agreement könnte sich Gunvor einen Discount auf den Goldpreis heraushandeln.
Ich bin mir nicht sicher, ob das Management im Bereich des operativen Betriebs und der Erstellung von Minenplänen limitierte Fähigkeiten hat. Wobei ich mir jedoch absolut sicher bin, ist dass Shane Williams als CEO und Chairman eine komplette Fehlbesetzung ist. Die Unternehmenskommunikation ist absolut unterirdisch.
Dass die Mine noch nicht so läuft wie von Investoren erwünscht/erwartet, führe ich auch auf die verfrühte Aufnahme der kommerziellen Produktion zurück. Bei WRLG setzte man hierfür das Limit bei 60%. Andere Minen wie Rio2 erklären commercial production erst bei 90%. Durch die zu frühe Erklärung von commercial production stiegen die Erwartungen und nun zahlt die Gesellschaft den Preis für die nicht erfüllten Erwartungen. Übrigens ist Rio2 eine open-pit Mine und nicht eine Untergrundmine wie WRLG, deren oftmals bereits angeschürften Lagerstätten, den Minenbetrieb zusätzlich erschweren.
Wie bereits angetönt, die Kreditfazilität kauft der Gesellschaft Zeit um die Mine richtig zu entwickeln, ohne unter Produktionszwang zu sein aufgrund knapper Liquidität. Würde ich die Aktie nun kaufen? Kaum, aber jetzt betrachte ich einen Kauf aufgrund des Risiko/Ertragsprofils zumindest als wesentlich besser als nach der ersten Gewinnwarnung als die Aktie auf CAD 0.84 fiel.