Eine einfache Methode eine Himmelsrichtung zu bestimmen, ist, sich an einen Punkt zu begeben, wo man den Sonnenaufgang beobachten kann.
Wenn man das über einen längeren Zeitpunkt macht, seinen Beobachtungspunkt fixiert, die Sonnenaufgangspunkte an der Horizontlinie markiert, erkennt man eine linie, die sich im Laufe der Zeit bildet, auf der die Sonnenaufgangspunkte hin und her wandern.
Teilt man diese Linie genau in der Mitte hat man die Himmelsrichtung Ost. Alle anderen Richtungen ergeben sich durch die rechten Winkel dazu.
In historischen Kartierungen war übrigens die Kartenausrichtung so gestaltet, daß als Grundorientierung Osten immer oben war.
Erst später kam die Richtung Norden nach oben, ich meine Ptolemaios wars, der das gedreht hat.
Wenn man davon ausgeht, daß Menschen dazu neigen, sich niederzulassen, könnte denen aufgefallen sein, daß von ihrem Wohnort aus betrachtet, der Sonnenaufgang sich lokal verschiebt, heißt über verschiedenen Landschaftlichen Bezugspunkten stattfindet und sich das im Jahreszyklus wiederholt.
Die Tatsache, daß der Sonnenaufgang sich verschiebt im Laufe der Jahrtausende hat was mit den Rotationsachsen und Erdbewegungen zu tun, die die Erde relativ gesehen zur Sonne unternimmt.
Die Endpunkte der markierten Linie links und rechts sind übrigens die kalendarischen Sonnenwendpunkte.
Bautechnisch kann man zum Beispiel erkennen, daß Bauwerke regelmäßig eine Ausrichtung haben, Kirchen zB. regelmäßig nach Osten, Bauwerke die auf Licht angewiesen sind entsprechend der Hauptrichtung des Sonnenverlaufs usw.
Rein theoretisch könnte man Altersbestimmungen von sehr alten Bauwerken vornehmen, wenn man deren Abweichung vom Ostgradienten mißt und in Relation zur Wanderbewegung der Sonnenaufgangspunkte setzt.
Grüße Bb