Wer sich schuldig fühlt, den Käfer zertreten zu haben
Lieber Darky.... ein Widerspruch in sich.
Absichtsvolles Handeln? Derjenige wird sich nie schuldig fühlen.
Absichtsloses Handeln ....? Dito
Was Deine Erklärung zu Kirchen, Schuld etc. angeht. 100% Hier einmal eine gute Betrachtung (und sry für OT, höre auch auf):
Einer, der die Kirche sehr gut kennt, der ehemalige Dekan der römisch-katholischen Fakultät der Universität Wien und Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek, weist auf die tiefenpsychologische Bedeutung des Kruzifix in der Kirche hin, die eine ganz andere ist als die vordergründige Bedeutung, wonach das Kruzifix auf ein stellvertretendes Sühneleiden von Christus für die Menschheit hinweisen soll. Die Kirchen-Oberen, so Mynarek, ”stellen immerfort den malträtierten, misshandelten, gequälten, blutüberströmten Leichnam dar. Warum? Weil sie eine Religion des Todes und nicht des Lebens sind! Da kann der Papst noch hunderte Male von der Kultur des Lebens sprechen, die die katholische Kirche versinnbildlichte, und sie der Kultur des Todes entgegenstellen. In Wirklichkeit ist die Kirche die Kultur des Todes, des gequälten Leichnams, und glaubt selber nicht an das Leben.”
Man könnte den Gedanken des Religionswissenschaftlers noch weiterführen: Mit dem toten Mann am Kreuz wird womöglich unterschwellig und entgegen den oberflächlichen theologischen Erklärungen etwas ganz anderes symbolisiert. Nämlich: Jesus ist tot, wir haben ihn besiegt. - Religionsphänomenologisch wäre das Kruzifix demnach vergleichbar den barbarischen Ritualen archaischer Kriegsvölker, welche die Köpfe bzw. Skalps ihrer hingerichteten Gegner triumphierend vor sich hertragen. Besonders drastisch veranschaulicht würde diese katholische Dauer-Todesanzeige für Jesus, den Christus, durch das Handkruzifix des Papstes, an dem er den furchtbar gekrümmten Körper des sterbenden Jesus demonstrativ vor sich herträgt.
Wer es so sehen möchte, der erkennt darin eine tiefere Botschaft, die im Gegensatz zur oberflächlich verkündeten Botschaft eines angeblichen Sühneleidens steht: Die Kirche wäre demnach die Gegenspielerin von Jesus. Und sie bedient sich nur seines Namens, um ihr eigentliches Wesen zu verbergen. Es wäre ähnlich, wie es der große russische Literat Fjodor Dostojewski (1821-1881) in seinem Werk ”Die Brüder Karamasov” darlegte, als der Kirchenmann, der Großinquisitor, gegenüber dem wieder gekommenen Jesus erklärte: ”Wir haben deine Tat verbessert.” Und während Jesus nicht vor dem Versucher niederfiel, hat es die Kirche getan und dafür von dem Versucher als Belohnung die irdische Macht erhalten. ”Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde”, so der Großinquisitor, ”sondern mit ihm, schon acht Jahrhunderte lang. Acht Jahrhunderte ist es her, dass wir von ihm das annahmen, was du unwillig zurückwiesest: Wir haben von ihm Rom empfangen und das Schwert des Kaisers und haben uns selbst als die Herren der Erde, als ihre einzigen Herren erklärt.” Und so hat es auch die Kirche zu ihrem ”unfehlbaren” Lehrsatz gemacht, dass sich jeder Mensch und ”alle Völker” dem Stuhl Petri, dem Papst unterwerfen müsse (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 368, 430 und 434).