Beiträge von Minos


    Klar, das Phänomen Japan ist sehr interessant. Aber die Deflation in Japan ist auch nicht wirklich selbstverstärkend geworden, sondern dümpelte eher vor sich hin. Das ging meiner Meinung nach nur, weil der Rest der Welt nicht in die Rezession fiel und Japan eine riesige Exportnation (mit Handelsüberschüssen) war und ist. Japan versorgte die Welt mit billigem Geld (Yen), ohne dass der Yen an VErtrauen verlor. Sagen wir es mal vorsichtig, ähnlich wie Deutschland heute, wenn Deutschland heute nicht von bankrotten Euroländern umgeben wäre und die DM nöch hätte.


    Die USA versuchen, den Japans Weg zu gehen. Die Nummer wird bei der schwachen Wirtschaft und der hohen Verschuldung teuflisch in die Hose gehen. Nur meine Meinung.


    Minos

    Das gilt für die Deflation gleichermaßen oder glaubst Du, wenn die Käufer in Erwartung niedriger Preise sehr viel weniger kaufen, hat das keine Auswirkungen auf die Preise?


    Das ist m.E. nur prinzipiell richtig, denn in der Praxis wird in einer sich wirklich verstärkenden Deflation die Wirtschaft wegbrechen. Die Staatsschulden werden erdrückend. In dem entstehenden Chaos wird Angst entstehen, außerordentlichen Maßnahmen der Zentralbank und des Staates führen dann letztlich sehr schnell zur Kehrtwende, VErtrauensverlust, Flucht aus dem Papier=Hyperinflation.


    Der deflatorische Schock ist also immer nur ein vorübergehendes Phänomen, solange das Vertrauen in Papier noch nicht völlig zerstört ist. Auch ein deflatorischer Schock wird letztlich in eine völlige Entwertung des Papieres führen. Ich würde niemals versuchen, diese nichtlinearen Wellen per trading zu reiten. Das muss misslingen. Daher langfristig auf die Papierflucht=Währungsrefom=Hyperinflation setzten, ohne Schulden wegen der möglichen deflatorischen Schocks.

    ... und wer mir nicht glaubt, der glaubt vielleicht Mr. Black Swan:


    ab Minute 4:00 bringt er es auf den Punkt:


    "Inflation ist eine teuflische Sache. Alles wass passieren muss, ist, dass die Leute denken, dass die Inflation kommt/anhält" Es ist eine Frage der Wahrnehmung!"


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    Schöne Zusammenfassung!
    Es ist alles eine Sache des Vertrauens! Erst wenn die Masse sich der Situation gewahr wird, wird das Unvermeidliche eintreffen.
    Minos


    Im Groben einverstanden:


    Eine kleine Parabel:


    Wenn morgen bekannt würde, dass es einem Alchimisten gelungen ist, Gold herzustellen und dass die großindustriell aufgezogen werden soll, dann würde, wenn die Masse dann auch davon überzeugt ist, der Goldpreis in Richtung Null fallen, ohne dass auch nur eine Unze hergestellt werden müsste.
    Und wenn morgen die FED bekannt gibt, dass sie Dollars bis zum Abwinken drucken und die Masse dann auch davon überzeugt ist, dann wird auch der Dollar gegen Null fallen, ohne dass auch nur eine Dollarnote gedruckt werden müsste.


    (In der Praxis "überzeuge" ich die Masse, indem ich halt mal mit der Herstellung anfange und demonstriere, dass ich es kann ...)


    So schnell kann Inflation und Hyperinflation sein, es ist alles nur eine Frage des Vertrauens!


    Minos

    Es ist schon richtig, die Flucht muss entweder in andere Währungen oder in Sachwerte gehen. Das führt dann rasch zu steigenden Preisen (Crack-up-Boom) in der verweigerten Währung. Kurze Zeit später werden dann überhaupt keine Sachwerte mehr gegen das betroffene fiat herausgegeben, die Währung ist wertlos.


    Dass es auch bei schrumpfenden Geldmengen zu heftiger Inflation kommen kann hat die Geschichte gezeigt:


    In Argentinien ist während der Währungskrise die Pesos-Geldmenge innerhalb von 6 Monaten um 30% geschrumpft. Deflation??? Von wegen! Gleichzeitig sind die Preise in Pesos um 50% gestiegen!!!
    Wie geht das, massive Inflation bei Kollaps der Geldmenge???
    Ganz einfach, die Nachfrage nach dem Pesos sank viel stärker als die Geldmenge, das Ausland flutete den Markt mit geparkten Pesos. Nix wie raus daus dem Peso hieß die Devise. Der Wert des Pesos fiel gegenüber dem US-Dollar ins Bodenlose.


    Übrigens hatte ich einen durchaus intelligenten Kollegen, der mir ein halbes Jahr vor der Argentienienkrise stolz von seinen hochrentierlichen argentinischen Staatsanleihen berichtete. Keiner hat es kommen sehen, es gab nur ein paar Mahner, auf die keiner hörte. Das Gesicht meine Kollegenein halbes Jahr später brauche ich Euch nicht zu beschreiben... ;( Wie gerne wäre er seinen Kredit an Argentinien losgeworden, die schrumpfende Pesosmenge hat ihn herzlich wenig interessiert, wenn der Staat zahlungsunfähig ist...


    Da mag die Geldmenge in den USA meinetwegen auch schrumpfen, die Wirtschaft wird dann kollabieren, die USA als zahlungsunfähig bewertet werden. (Sie sind es ja im Grunde schon.) Wer wird dann noch Dollar halten wollen? Die Flut bricht los. Gegen was der Dollar wohl fallen wird ??? :hae: 8o :thumbup:


    Ok, im Grunde können die USA, die sich ja nur in Ihrer eigenen Währung verschulden nicht zahlungsunfähig werden, sie haben ja eine Druckerpresse. Die Zahlungsunfähigkeit der USA wird also kaum verkündet werden, eher wird ein Abverkauf der Staatsanleihen die wahrgenommenen Zahlungsunfähigkeit der USA signalisieren.



    Vertrauen ist alles, einzig darauf kommt es an!


    Minos

    Unser fiat-System in der heutigen Form wird eine scharfe, sich selbst verstärkende Deflation nicht überleben.
    Es ist doch letzendlich ganz egal wie Inflation und Deflation ineinander verschränkt sein werden und was kommt und in welcher Reihenfolge.


    Die Schulden werden entwertet werden, irgendwie, dabei wird das fiat-System zerstört. Wahrscheinlich wird man für das, was da global auf uns zukommt, einen neuen Namen finden müssen. Ich präge hier schon einmal meine neue Wortschöpfung:


    Fugation [lat. fuga = die Flucht, Scheu, Eile]


    Tatsächlich werden meines Erachtens plötzliche Fluchtbewegungen aus Währungen letztlich das System sprengen, heftige Fugationen eben, und jetzt hoffe ich mit dieser Wortschöpfung in die Geschichte einzugehen. Verwendet das Wort und es wird sich herumsprechen, zum ersten Mal erwähnt im Goldseiten-Forum am 21.06.2009 von Minos. :D


    DAX 6000, "Jetzt wird´s psychologisch!" :D :D


    (Preisfrage: aus welchem Film?)


    Wer bietet mehr fürs Archiv!


    Minos

    Darf ich bitten Minos? Aktualisiere bitte die Portfolio Performance... Ich habe gerade keine Lust ;)


    Wow, habe wohl mit meinem letzten Posting einen Volltreffer gelandet! 8)
    Kein Problem, ich mache den Performance-Vergleich, aber -wie gesagt- erst, wenn DAX/Gold wieder signifikant die Richtung gewechselt hat, aktuell fehlt einfach der Spaßfaktor ...


    P.S.: Und selbst, wenn Du nicht an meine Idee glaubst, wäre es nach dem imposanten Anstieg des DAX gegenünber Gold Zeit für eine deftige Korrektur ...


    Minos


    Warum den so aggressiv und unsachlich? Nur weil der Dow Jones so irrationale Zuckungen nach oben macht?
    Es sind übrigens nur sehr wenige Seiten, die mit etwas Mathematik und Volkswirtschaftskenntnissen leicht zu verstehen sind, auch wenn sie von einem theoretischen Physiker kommen. Der Rest der Seiten sind Tabellen, die wegen einer misslungenen Formatierung so viel Platz in Anspruch nehmen. Von Aktienkursen sagt er gar nichts!


    Jetzt aber eine Korrektur:
    Geirrt habe ich mich erst, wenn g_g die 100-150% im Sack hat und Gold nicht mithält.


    (Vielleicht behalten wir ja beide Recht: Dax+150%, Gold +200% Inflation +200% ... :D :D :D)


    DAX/Gold fällt langfristig weiter, es ist tatsächlich so einfach, dass es keiner glauben will:


    tut.anch.amun Tollar


    Völlig korrekt!
    Das System ist gebrochen, es wird allerdings vermutlich noch einige Zeit und Pleiten dauern, bis sich diese Einsicht allgemein durchsetzt. Wir werden ohne Zusammenbruch nie wieder auf alte "Wachstumspfade" zurückkehren, das geht nicht, prinzipiell nicht!


    In der Tat ist die weitere Aufschuldung der breiten Masse nicht mehr möglich, das renditefordernde Kapital in den Händen weniger akkumuliert. Der Staat als Ersatzschuldner kann den fehlenden Konsum nicht dauerhauft über Schulden finanzieren, die exponentielle Zinslast erstickt diesen hoffnungslosen Versuch.


    Mathematisch makroökonisch hat das der theoretische Physiker Güvenis in einer sehr theoretischen, aber für Naturwissenschaftler sehr interessanten Arbeit hier gezeigt und sogar einen Lösungsvorschlag gemacht, der letztlich auf das Unterbinden der Kapitalanhäufung durch extrem hohe Besteuerung hinausläuft. Dies ist übrigens m.E. tatsächlich die einzig sinnvolle Lösung. Durch Einsetzen der volkwirtschaftlichen Daten (Deutschland, Japan USA) und m.E. mit Unsicherheiten behaftete Extrapolation der historischen Tendenzen kommt er auch auf die kritischen Zeitpunkte:


    Zitat:


    "Alle erwähnten Tendenzen zusammen führen dazu,
    dass das Sparen, die Nettoinvestitionen und das Wirtschaftswachstum im Zeitraum
    von 2003 bis 2011 gegen null streben und ab diesem historischen Nullpunkt der
    Tendenz nach nie wieder in Positive zurückkehren können. Das bedeutet, dass langfristig
    gesehen fast alle bedeutenden Staaten der Welt Bankrott gehen werden und in
    der Folge eine neue Wirtschaftsform entstehen wird, die vom Negativwachstum und
    von schrumpfenden Nettoinvestitionen ausgeht."


    Anm.: Die Staaten müssen bankrott gehen, weil sie durch Schuldenaufnahme die immer größer werdende Lücke ersetzen.


    Minos