Beiträge von Dr_Meyer

    interessante Frage:
    falls der Schweizer Franken steigt, dann kommt irgendwann die Schweizer Notenbank und wirft frisch erschaffene Franken auf den Markt, da sonst die Schweizer exportwirtschaft zusehr leidet.
    ein steigender Goldpreis hat, anders als ein steigender Platinpreis, Ölpreis oder Frankenpreis keine unmittelbaren negativen Folgen.
    die Folgen sind eher psychologische: die hausse nährt die hausse und ein steigender Goldpreis zeigt selbst dem dümmsten Zeitgenossen,
    das irgendwas im Geldsystem nicht stimmt.


    wenn das in Gold gespeicherte Geld immer mehr wird, dann wir der Volkswirtschaft liquidität entzogen.
    anders als bei sparguthaben, die von den Banken durch zusätzlich geschaffenes Kreditgeld aufgebläht und dann dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden,
    nimmt Gold derzeit nicht am Wirtschaftskreislauf teil (es sei denn, es würde wieder massiv als unmittelbares Zahlungsmittel eingesetzt werden)
    derzeit ist es nur Wertspeicher.

    Herzlich willkommen: gerade mal 2 Posts, aber es sieht so aus, als dürfen wir einen neues Schwergewicht im Forum begrüßen.
    Meine eigenen Beiträge zum Thema inflation / deflation sind schon eine Weile her.


    was ich interessant fand: die Bundesbank hat sich nicht an irgendeiner gefälschten Inflationsstatistik orientiert, sondern an der Geldmenge.


    die gemessene Teuerung zeigt nur, wieviel jetzt gerade die Anbieter von Waren und Dienstleistungen an Preissteigerung am Markt durchsetzen können.


    Es gibt einfach Waren, da lassen sich Preissteigerungen sehr schwe durchsetzen.


    Kaptain Igo hat bei den Fischstäbchen einfach weniger 8% Fisch und mehr Pannade rangemacht: diese 8% kann kein Statistikamt erfassen.


    das schärfste Preismodell habe ich bei den Eishändlern an der Cote d'azur gesehen:
    1 Kugel für 2,25 euro
    2 Kugel für 2,50 euro


    Dieses Preismodell bedeutet übersetzt: sorry, Kunde: mir ist absolut klar, dass der Preis den ich verlangen muss Mist ist und nicht zu Deinem Geldbeutel passt,
    aber unter 2,50 euro kann ich nichts für Dich tun.


    Viele deutsche Anbieter sind so "anständig", dass sie versuchen den Preis niedrig zu halten: wie 1922.
    Wer sich mal in Italien und Frankreich umsieht: da hat die Teuerung viel brutaler zugeschlagen.


    am ehesten kann man die tatsächliche Preissteigerung an den Waren und Dienstleistungen ablesen, wo Preissteigerungen leicht durchsetzbar sind: z.B.
    die Geldstrafen für zu schnelles Fahren: die wurden in deutschland innerhalb von 12 monaten zwei mal erhöht: die alten "Preise" wirkten optisch einfach überhaupt nicht abschreckend.


    --------------


    Für alle, die immer glaubten, die EZB wäre besser als die FED:


    nachdem die EZB früher immer abgestritten hätte, sie würde eine Lex Griechenland einführen, kam nun die Nachricht,
    dass die EZB alle Griechenbonds für repogeschäfte in zahlung nimmt, trotz des Ramschratings.


    was Trichet machen würde, wenn Frankreich in Gefahr wäre, kann ich mir gut vorstellen: Geld drucken.
    Noch nicht jetzt.
    Aber die Leichtigkeit, mit der Grenzen überschritten werden, zeigt dass alles Gequatsche, dass die EZB es anders machen wird als
    die BoE oder die FED nur damit zusammenhängt, dass es den euro ländern noch nicht so schlecht ging wie England und USA

    Hochinteressant:
    vor knapp einem Jahr, als sich Warren Buffet die Eisenbahn samt Liniennetz gekauft hat, da war Peter Schiff bei CNBC "Fast Money":
    er interpretierte den Eisenbahnkauf so, dass Buffet bärish für den Dollar und Papierwährungen ist,
    und deswegen einen Sachwert kauft.
    Die Moderatorin hat sich schlichtweg schlapp gelacht über diese Interpretation.


    Diese aktuellen Worte von Buffet zeigen, dass Schiffs Interpretation richtig war. Wenn man bedenkt, was Buffet für eine Fan Gemeinde hat,
    die ihm folgt und seinen Worten Beachtung schenkt.


    Damals kaufte Indien Gold für ca. 3,5 Mrd (vom IWF) und Buffet sich eine Eisenbahn für ca. 35 Mrd.
    Gold für 10 oder 20 oder 35 mrd ist schlicht nicht auf dem Markt.
    Ein schönes Beispiel um zu zeigen, dass man ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr ins Gold gehen kann, ohne den Preis zu erhöhen.

    Der Goldkurs ist heute aus dem Muster der letzten Tage ausgebrochen: normalerweise hinkte sich der Goldkurs durch den physischen Handel in London (zu wenig Counterparts die zu dem Kurs Material kaufen wollten) und am Nachmittag jagten die geheblten Trader an der Comex den Kurs wieder nach oben,
    meistens nicht sehr nachhaltig: man denke an den tagelangen Kampf bei 1170.


    auffallend bei den Rallys heute, dass nach Erreichen neuer Chartmarken nicht der berühmte sell of einsetzte, sondern die kurse nur extrem langsam abbröckelten.


    Gold hat derzeit sehr viel technisches Momentum: neben echten Käufern zieht dass Trader an, die bis gestern noch Öl, Aktien oder Baumwolle gehandelt haben.
    Trader gehen dahin, wo sich was tut.


    bevor man darüber meckert: Fundamentalisten wollen Gold immer gerne zum Preis von vor 2 Wochen kaufen.
    (das ist vermutlich die bisherige Schwächephase im Londoner Goldhandel)
    Trader sind die, die neue Chartmarken erklimmen.
    Es ist zwar irgendwie hahnebüchen, dass pro aurum eine Unze teurer verkauft, weil gerade an der Comex 2000 trader Blut geleckt haben und der Kurs dann für 2 Stunden oberhalb von 1188 dollar notiert,
    aber so ist halt das Geschäft organisiert.


    ...zu früh gelobt: eben kam der übliche sell off, hat ungewöhnlich lange auf sich warten lassen,
    nichts desto trotz: der Markt ist erkennbar bullish.
    wenn es jetzt eine Nachricht gibt wie damals mit dem Goldkauf durch die indische Notenbank,
    die den anderen Marktteilnehmer "sagt", dass man auch auf derzeitigem Niveau kaufen kann,
    dann sehen wir sehr starke Hausse.


    Falls es bei den üblichen "Staatsbankrott"nachrichten bleibt, läuft es wohl etwas langsamer.

    Na am 21. Mai 2010 macht er doch wieder auf, da wartet er wohl sicher die Währungsreform ab :)


    Ich vermute mal, dass es ihm in den letzten Tagen zu stressig wurde und er kein Material mehr nachbestellen konnte.
    Pro Aurum und andere große Händler finden immer Quellen und haben gute Beziehungen.
    die kleinen Händler sitzen schneller auf dem Trockenen.

    Mal so eine Frage zum aktuellen POG. Es gibt ja die schöne These das 1 Unze über Jahrhunderte einen Herrenanzug kaufen konnte. Vervierfacht haben sich Boss Anzüge nicht in den letzten 10 Jahren oder irre ich? Eine ungesunde Entwicklung?

    Das ist so ein Spruch den alle voneinander abschreiben.
    Historisch gesehen gab es erhebliche Schwankungen der Kaufkraft von Gold und Silber.


    Im Mittelalter gab es einmal einen Fürsten von Timbuktu oder Niger, der mit so viel Gold nach Mekka zog, dass noch 20 Jahre lang später die Kaufkraft von Gold in Ägypten niederiger war.
    Am Ende des Mittelalters war sehr viel europäisches Edelmetall in den Orient abgeflossen - im Tausch gegen Gewürze und Seide.
    Die Eurpäer hatten leider nichts was die Araber gebrauchen konnten: also ging nur Gold.
    In der Folge gab es in Europa eine hammerharte Deflation.
    Am Ende hatte eine Unze Silber die Kaufkraft von 5000 dollar.


    Nach der Enteckung Amerikas und der durch Sklavenarbeit quasi kostenlosen Förderung des Silbers in Potosi und Mexiko, gab es eine Inflation und vor allem Silver verlor an Kaufkraft.


    Auch die Entdeckung der reichen südafrikanischen Vorkommen senkte die Kaufkraft von Gold gewaltig, das war Anfang des 20. Jh.


    Auch Gold und Silber können sich dem Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht entziehen.


    Die Zeiten von Gold oder Silberüberangebot waren aber historisch gesehen eher von kurzer Dauer, so dass sich die Kaufkraft von Gold und Silber wieder einpegelte.


    Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft ab 1920 und dem zusätzlichen Modernisierungsschub ab 1950 (und billigem Öl) wurden wertvolle Lebensmittel wie Weizen zu einer billigen Commodity.
    Ähnlich ist es bei Gold und Silber: es wird seit 1950 mit so viel moderneren Methoden gefördert, so dass heute-wenn ich es recht erinnere - ca. 80% allen Goldes NACH 1950 gefördert wurde.
    Heute gibt es also viel mehr Gold - aber auch viel mehr Menschen und Waren.


    Wie hoch die tatsächliche Kaufkraft zu allen Zeiten war, mag ich nicht errechnen. Interessanter ist eher, dass es nie seine Kaufkraft verloren hat.


    Mehr einmal in einer alten Kiste zwischen Reichsmarknoten von 1914, zaristischen Staatsanleihen noch ne goldene Reichsmarkmünze gefunden hat,
    der weis, was ich meine.

    Da ich nächste Woche einen Platin ETF verkaufen und dafür physisches Gold (nach)kaufen wollte, habe ich mir mal die gängigen Händler angesehen:


    um es kurz zu machen: beim letzten ATH im Dezember war von physischer Knappheit keine Rede.
    Hier im Forum gab es bei jedem neuen Kurs sehr viele Verkäufe, besonders oft 100 e Münzen,
    es gab sogar Angebote, dass man unbeliebe Münzen wie chilenische Pesos knapp unterm Londoner Spottpreis kaufen konnte.


    Dieses Mal ist es anders: Pro Aurum und Goldsupermarkt haben prohibitiv hohe Preise,
    Krügerrand, die von institutionellen oder großen Investoren geordert werden, notieren bei manchen Händlern teuer als andere Unzenmünzen.
    (vor einem Jahr gab es Krügers deutlich billiger).


    Bei Bullionär sind mehrere Standard Unzen Münzen ausverkauft und haben Lieferfrist.


    ich vermute, dass auch andere Online Händler Lieferfrist haben, aber das nicht so sagen.


    Ebenfalls erstaunlich: die Reisebank war vor einem Jahr viel teurer als pro aurum.
    jetzt ist sie billiger.
    das bedeutet, dass pro aurum - um lieferfähig zu bleiben - die Preise erhöht und die Nachfrage gezielt dämpft


    Interessant ist Westgold: die haben einen Top-Einkaufspreis für Standard-größen:
    bei 100 g Barren gibt es nur 2,64 spread.


    Grund zur Panik ist es nicht: von dem Moment wo Münzen knapp werden, bis zu dem Moment wo Barren aller Größen knapp werden, dürften 2-3 Wochen liegen.


    wie weit die physische Knappheit gehen wird, ist schwer zu sagen.

    ist das wirklich der Chart von BMW 1995?
    Das wäre einfach göttlich.
    Die Charts sind sich wirklich sehr ähnlich.


    beim Gold im Dez. 2009 waren so viele professionelle Trader und Banker begeistert von Gold und von der Nachricht, dass erstmals wieder Notenbanken in raueh Mengen Gold kaufen.
    Aber es fehlten dann einfach die Anschlußkäufer.


    Bei den Aktien gibt es einen Spruch:
    denke nicht nur über die Aktie und die Firma nach, sondern darüber, welche Menschen Dir in 2-3 Jahren die Aktie wieder abkaufen sollen.


    Der Dez 2009 war noch zu früh: zu diesem Zeitpunkt gab es Mißtrauen gegenüber Staatsanleihen nur bei Berufsparanoikern wie uns.


    Inzwischen ist das Potential der Anschlußkäufer aktiviert und mit dem weltweiten Staatsanleihemarkt steht ein gigantisches Potenzial zur Umschichtung an.


    was war bei BMW damals der Grund? gab es irgendeine Entwicklung die kurzfrist Trader und Investoren sofort überzeugte, die aber erst nach einer ganzen Weile später sich bei Langfrist Investoren durchsetzte?

    Hallo Grün & Blau,


    ich muss Dich enttäuschen: nimm Dir Zeit, den Artikel nochmal zu lesen: es ging hier NICHT um das Thema Deflation / Inflation.
    Außerdem handelt der Artikel in zwei verschiedenen Zeitebenen: Herbst 2008 (Lehman) und April 2010 (Griechenland/Euro), die Du teils durcheinandergebracht hast.
    Wir sehen uns irgendwann im Thread Inflation/Deflation wieder.
    Gruss, DocMeyer

    der Ausbruch, den ich vor einer Woche vorausgesagt habe, hat stattgefunden.


    Was mich allerdings völlig überrascht hat, war die Rally während des Fed meetings am Montag Nachmittag. Sowas gabs früher nicht.


    Am Dienstag habe ich den Aufwärtstrend von 1160 bis 1171 mit zwei Trades mitgemacht. Nach dem blutigen sell of zum Comex start ging es hoch.


    ich habe das erste mal 1:100 gehebelt getradet und fand es extrem brutal: auch wenn ich letztlich erfolgreich war: davon bekommt man einen nervösen Magen.
    ich wunder mich echt, wie manche das Jahre lang machen können.


    egal:


    hat jemand ne charttechnische oder technische oder fundamentale Erklärung für die ungewöhnlich vielen Anläufe und Rückfälle bei 1170?


    Und dafür, dass diese Woche Gold an der Comex viel stärler war als in London?
    Ich habe so meine Gedanken, ist aber echt nichts spruchreifes.

    Oder wir erleben in den anekdotischen Erzählungen von Dr_Meyer gerade mal wieder ein temporäres Maximum der Emotionen...
    so wie bei Lehman und 1030 USD Goldpreis...
    das dann bei ungefähr 950 € /Oz. AU seinen Höhepunkt sieht, und mit einem Griechen-Bailout in Kürze erst mal wieder abnimmt.

    So lange es nur ein temporäres Maximum der Emotionen ist: das kann wieder abflauen.
    (Das trifft es übrigens recht gut).
    Aber ich möchte nicht wissen, wie viele Leute jetzt ihre Kapita Lebensversicherung kündigen, um damit irgend was anderes zu machen.


    es wäre denkbar, dass die durch die regierung nochmal "gehebelte" Euro-angst zwar das Griechenland-Gesetz durch den Bundesrat bringt,
    aber im geld-und Vermögensdenken der Deutschen eine bleibende Veränderung anrichtet:
    Paradigmenwechsel nennt man sowas.


    In Griechenland brachte ein Volk von 10 Mio Menschen innerhalb von ein paar Wochen 8 Mrd euro außer Landes.


    Was passiert, wenn die Deutschen jetzt 80 Mrd in Gold, Schweizer Franken und Immobilien tauschen wollen, kann man sich vorstellen.


    Und dabei gibt es auch noch sich selbst verstärkende Effekte: Knappheit verstärkt die Nachfrage.


    Wie gesagt: der völlige Ausverkauf einer Standardmünze bei Westgold oder pro aurum o.ä. sollte ein Warnzeichen sein.


    derzeit soll es wohl nur Schwierigkeiten geben, bei Orders größer als 50.000 -100.000 €

    ich werde den Tipp mal weiterreichen: Missbrauch des "vertraulichen Wortes"ist ein feststehender Begriff ?

    man muss eine anlageklasse, in die man investiert, auch verstehen.


    sonst passiert folgendes: man steigt ein, verliert beim Rücksetzer die Nerven, verkauft niederig,
    um dann wieder höher einzusteigen.


    Vielleicht kaufts Du Gold bei 900,
    nach der Bruigung der Lage in 6 Monaten verkaufts Du Gold bei 850 euro,
    um beim nächsten staatsbankrott mit achh und ktrach bei 1200 euro wieder einzusteigen.


    obwohl es blöd klingt: für physischesw Gold ist 3 jahre ein recht kurzer zeithorizont,
    vor allem kann man Geld nicht in Gold "parken".


    dann, wenn es wirjklich hart auf hart kommt, ist eher mit handelsbeschränkungen für Gold zu rechnen,
    d.h. Gold ist eine harte Devise und ein sACHwerrt, der NACH der Krise erst so richtig zur Geltung kommt.


    Um es Bildlich zu machen: 1946 waren Beziehungen und Muskelkraft wichtig,


    1948 wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, um mit ein paar Goldstücken oder schweizer franken eine neue Existenz aufzubauen.


    lies Di rmal das durch:
    Gold aus Sicht eines Aktieninvestors: Die Hausse hat gerade erst begonnen

    Ich sag es mal so:
    Griechenland ist die IKB der Schuldenkrise.


    Erinnert sich noch einer an diese kleine Bank, die sich mit ein paar Milliarden in Amerika verzockt hatte? Nach den Beträgen im Fantastillionenbereich, nach HRE und Lehmann ist die IKB ganz aus dem Gedächtnis verschwunden.


    Zuerst war es damals nur ein Hedge Fond von von Bear Stearns, der geschlossen wurde. Dann war es die Bank, die ausnahmsweise mit Zentralbankgeld übernommen wurde. Dann waren es die Hypothekenbanken mit den lustigen Musical-Namen, dann die Lehmänner, dann war es ein weltweiter Fächenbrand.
    Wir sind derzeit wohl noch am Anfang der Schuldenkrise.


    Andererseits: es gibt so viele Rückkopplungs und Zweitrundeffekte in komplexen Systemen.
    Wer weis, vielleicht ist die völlige Zerstörung des Euro der einzige denkbare Effekt, der dazu führt, dass alles weltweit verfügbare Kapital in den Dollar strömt und FED und US-Finanzelite vor dem Schuldenkollaps rettet. Cui bono – ein Schelm wer arges dabei denkt.


    Und wer weis, was der deutsche Michel noch alles anstellt, wenn schon Notare vor dem Währungsschnitt warnen und unbescholtene freundliche Nachbarn als marodierende Immobilienkäufer alles wegkaufen, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist.


    Fakt ist, dass die Regierung offiziell vor der Instabilität des Euro warnt. – Die Botschaft ist beim deutschen Michel angekommen. Was sie alles an Zweitrundeneffekten generieren wird ist unbekannt.
    Mit 20-30% Wahrscheinlichkeit werden wie eine Zuspitzung der Lage sehen, die zu einer Situation führen könnte, die es schwierig macht, zu reagieren.


    Von daher sollte man die kommenden Tage nutzen um völlig entspannt eigene Vorkehrungen zu überprüfen und zu ergänzen. Ohne Panik.


    Geld und Gold kann man übrigens nicht essen.

    Im Wall Street Journal wurde berichtet, dass sich die Elite der US Hedge Fond Manager in einer privaten New Yorker Wohnung getroffen haben, um darüber zu disktutieren, ob es an der Zeit sei, zwischen Euro und Dollar „Parität“ herzustellen, d.h. „Kurs 1:1“ (Mit dabei übrigens auch der Fond von George Soros, dessen Name üblicherweise schon die Märktze bewegt).

    (Paritär: Das wäre in normalen Zeiten nicht schimm, es gab sogar schon 1$ : 0,80€ )

    Falls so eine Währungsmanipulation aber parallel zu einem Bank Run oder einem Run auf haltbare hochwertige Waren stattfindet, dann ist sehr schnell der Punkt erreicht, die Währung de facto ruiniert ist und die Bundesbank die neuen Scheine aus dem Keller holen könnte.

    Alles, was kommen könnte, ist reine Spekulation.
    Schulden machen, weil die dann ja auch abgewertet werden, lohnt sich kaum: man wird bei einer Währungsreform schon hübsch darauf achten, dass deutsche Banken mit einer guten Grundausstattung werthaltiger Hypothekenkredite starten. Das Thema ist schon oft diskutiert worden. Wer einen Forex-Account hat erlebt sicherlich eine hochvolatile Zeit und kann mit den Wölfen mitheulen und den einen oder anderen Trade machen.

    Ich habe bisher einen geringen Teil meines EM-Investments in ETF-Papieren in Silber und Platin.
    Besonders Platin ist seit einem Jahr gut gelaufen.
    Für mich ist jetzt der Zeitpunkt, dass ich ins Physische gehe, d.h. die ETFs werden zu 80% verkauft und in physisches Gold umgewandelt.

    Ich vermute, dass ich damit noch viel zu früh bin.

    ABER: anhand der oben genannten Fallbeispiele und der objektiven Messung der Suchaufrufe „Währungsschnitt“ ist davon auszugehen, dass unter den Geld besitzenden Deutschen eine Panik entstanden ist, vergleichbar mit der Nach-Lehman Panik.

    Hat die Regierung irgendeine Möglichkeit, diese Panik mit einer Garantieerklärung zu stoppen? Nein.
    Nominale Sparguthaben lassen sich garantieren, Kaufkraft lässt sich nicht garantieren.
    Außerdem hat die Regierung ja de facto offen erklärt, dass die Stabilität der Währung nicht von Berlin abhängt, sondern von Athen, Lissabon, Madrid und Rom.

    Damit sind alle Voraussetzungen gegeben, dass die Panik-Spirale weiterläuft und Zweitrundeneffekte generiert: Bank Run, Goldausverkauf, Run auf haltbare und wertvolle Waren.

    Spätestens, wenn letztgenanntes passiert, entsteht ein Handlungsdruck, dem sich eine Regierung nicht mehr entziehen kann.

    Beim letzten Mal ließ sich der Run auf die Banken nur mit einer Garantieerklärung der Regierung stoppen.
    Dieses mal haben die Leute dass Gefühl, dass es nicht reicht, dass Geld unters Kopfkissen zu legen.

    Wie man sehen kann, machen die Leute das, was sie in den letzten 50 Jahren gelernt haben: Immobilien kaufen, egal was, egal zu welchem Preis.

    Wer Gold hatte, kauft noch mehr. Vielleicht sind auch ein paar neue Käufer mit dabei.

    Es wird zwar immer wieder über Lieferschwierigkeiten gemunkelt, aber bis jetzt gibt es noch alles. Warnsignal sollte sein, wenn bei einem großen Anbieter plötzlich Krügerrands alle sind.
    Die werden auch von reicheren Investoren gekauft.

    Steht denn nun wirklich eine Währungsreform bevor?

    Ich halte das, was bei der Bundesbank gedruckt wurde, für eine Reservewährung „für alle Fälle“, die im Keller lagert und dort auch bleiben soll. Währungsreformen macht man normalerweise erst, wenn eine Währung völlig heruntergewirtschaftet ist.

    Was ist heute? Heute steht die Kanzlerin und sagt, dass der Euro in Gefahr ist – dass aber alles Paletti wird, wenn wir Griechenland 30 oder 80 oder 150 Mrd. Euro geben.

    Viele Leute dachten bisher wohl: was haben die Euros auf meinem Konto damit zu tun, dass Griechenland seine Rechnungen nicht bezahlen kann ?
    (Und damit haben sie auch teilweise recht, die Rolle Griechenlands wird übertrieben).

    Aber jetzt, nachdem ihnen die Bundeskanzlerin und diverse Politiker in Talkshows bestätigt haben, dass Wohl und Wehe des Euros von Griechenland abhängen, sind die Leute in Panik.

    Dass Nahziel hat die Regierung erreicht: ähnlich wie die Rettungspakete für die Banken im Jahr 2008 in den USA und Deutschland durchs Parlament gepeitscht wurden, wird nun die Griechenland Hilfe durchs Parlament gepeitscht. Der Wink mit der „Sicherheit des Euro“ hat gewirkt.

    Aber: die Panik beim Bürger bleibt.