Einzelne Assets haben sich abgekoppelt. z.B. Aktien - ABER! nur kurzfristig.
bin mir da nicht so sicher.
Mal der Reihe nach.
Nach der Definition der Notenbanken ist die Inflation der Preisindex eines Warenkorpes, in vielen Ländern ein Warenkorb ex Energie.
Der Chef der BoE redet immer wieder darüber, dass die Überkapazitäten der Hersteller dafür sorgen,
dass die Inflatio niedrig bleibt.
Eine Inflationsdefinition, die sich dabei aufhält, ob die Hersteller Überkapazitäten haben, ist eine irrige.
In der Tat ist es so, dass bei Nachfrageschwäche die Hersteller die Preise senken.
Eigentlich wollen sie irgendwo weiter unten ausloten, an welcher Stelle wieder vermehrte Nachfrage entsteht.
Die vermehrte Nachfrage soll so stark sein, dass im best case der Hersteller dank vermehrter Nachfrage den Preisnachlass nicht so spürt.
(klassische Positionierung als Discounter)
Die Preis-Absatz-Funktion hat irgendwo ein Umsatz und ein Gewinn-Optimum.
Viele Gewerbetreibende gehen bei Kaufunlust der Kunden im Preis nach unten.
Das ist aber gefährlich, denn die Preis-absatz funktion ist eine quadratische: wer bei 40% weniger Verkäufen dann auch noch den Kaufpreis um 40% senkt,
hat am Ende nicht 40% weniger Umsatz, sondern 64% weniger Umsatz.
Bei zahlreichen Produkten und Dienstleistungen ist es falsch, in der Krise den preis zu senken, da ein geringerer Preis nicht dazu führt, den Umsatz zu stabilisieren.
Im Gegenteil: oft gilt in schwierigen Märkten das Geisel-Prinzip, bekannt aus armen ländern: je weniger potenzielle Kidnapping Opfer es wegen der Verarmung gibt, um so höher werden die Prämien,
d.h. der Gesamtumsatz des Kidnapping Marktes bleibt gleich, aber die verbliebenen "Marktteilnehmer" müssen die Prämien der ausgefallenen Marktteilnehmern mit bezahlen.
Die Inflationsrate der Konsumgüter hängt davon ab, wie smart die Hersteller von Produkten und Dienstleistungen sind.
Zu Beginn jeder Krise ist der Reflex aller Hersteller erstmal, dass sie die Preise senken: aber das ändert sich bald.
Und dann steigt ein Großteil der Preise wieder.
Guter Vergleich ist zwischen Ungarn und Deutschland: die Preise sind fast gleich, auch die Breite, Vielfalt und Qualität der Produkte ist fast gleich,
aber die Menschen in Ungarn verdienen erheblich weniger Geld.
Nicht die Preise unterscheiden sich, sondern die Warenkörbe der Menschen.
Wenn wir alle uns zu 0,3% Dollars von der Fed leihen könnten oder zu 1% von der EZB: dann würden wir im Geld schwimmen und sehr viel Konsum vorziehen.
Derzeit kommt nur ein exklusiver Kreis an die Fleichtöpfe der Notenbanken heran.
Der Kreis dieser Exklusiv Privilegierten Investoren hat keinen Bock, sich Geld zu 1% zu kaufen,
um es dann in VW Polos oder Mallorca Urlaub zu investieren.
Von daher bleibt eine sehr lange Zeit der Kreis der Investoren mit Zugang zu billigen Krediten unter sich und spekuliert mit seinen Blasen-Assets:
Öl, Kupfer, Aktien, Staatsanleihen.
Die Gewerbetreibenden ärgern sich mit den klammen Konsumenten rum, die Investoren mit Zugang zu billigem Geld machen ihr Ding.
aber irgendwo sind beide Systeme miteinander durch dicke Schläuche verbunden: Immobilien ( die für beide Gruppen interessant sind)
und Rohstoffe ( die für beide Gruppen interessant sind) und Staatsanleihen.
Teure Rohstoffpreise erhöhen irgendwann die Kalkulationsgrundlage der Hersteller von Produkten.
Und bei den Staatsanleihen ist es ja so, dass in den Industrieländern langsam 40% des Haushaltes durch Schulden gedeckt werden,
d.h. mit geborgtem Geld werden Gehälter, Subventionen etc. unters Volk gebracht.
Anhand der griechischen Anleihen kann man sehen, wer die Besitzer waren: Banken
Die haben die Anleihen nicht mit echtem vorhandenen Geld bezahlt, sondern zum größten teil mit erschaffenem Giralgeld.
Ich habe irgendwo gelesen, dass Banken bei AAA Staatsanleihen nur 5% eigenes Geld nehmen müssen, wenn sie Staatsanleihen kaufen.
Den rest des Kaufpreises können sie am Computer erschaffen.
(und nach dem Zurückzahlen der Staatsanleihen wird dieses Geld wieder vernichtet). Übrig bleiben die Zinsen auf das zwischenzeitluch erschaffene und dann wieder vernichtete Geld.
Falls der Staat tatsächlich irgedwann versuchen würde, seine Schulden zurückzuzahlen, würde das deflationär wirken,
denn er müsste wie ein Stabsaueber übers Land gehen und Liquidität aufsaugen, um die Zinsen zu zahlen.
So lange die Staaten Staatsanleihen ausgeben und das z.T. von Banken erschaffene Geld wie betrunkene Seeleute ausgeben,
wirkt Staatsverschuldung stark inflationär.
Eine der Kernfragen ist also: wieviel Prozent der Staatsanleihen werden mit echtemn Geld gekauft, d.h. mit Ersparnissen und wieviel Prozent werden durch Banken gekauft, die das Geld durch fractional reserve banking selbst erschaffen können.
In der Geldmenge M3 kann man das wohl eher nicht ablesen:
wenn verantwortlich arbeitende Firmen ihre Kredite zusammenstreichen und zurückzahlen und gleichzeitig genau so viel M3 Geld durch Banken geschaffen wird, um damit Staatsanleihen zu kaufen, dann bleibt die Geldmenge M3 gleich.
falls Griechenland wirklich seine Schulden abstottert: dann würde das in Griechenland eine deflation auslösen.
statt dessen wird das Geld aber wohl durch Kredite der KfW bereitgestellt, die per fractional reserve banking geld aus dem Nichts erschafft,
damit griechische staatsanleihen kauft - und der griechische Staat schüttet es an seine 60+ Renter aus, die
98% ihrer letzten Bezüge bekommen und ohne erbrachte Arbeitsleistung an frisch erschaffene Giralgeld euros herankommen.
dass end game müsste eigentlich deflationär sein. da aber am ende die Notenbanken als lender of last resort des fehlende Geld per Druckmaschine bereitstellen
und die Banken neu kapitalisieren, halte ich ein end game mit Währungsreform und(oder Inflation für einen Tick wahrscheinlicher als eine Deflation.