Kurzfristig hat das aber wahrscheinlich kaum Einfluß auf den Goldpreis. Was in so einem Fall passiert, haben wir Anfang Mai gesehen: Die für Lieschen Müller und Chantal Meier bezahlbaren Stückelungen sind binnen Stunden ausverkauft und strömen nur langsam nach. Preisbeinflussend kann das nur sein, wennn diese Nachfrage über Monate anhält.
Wenn aber viele Leute der Forbes 500 zu der Meinung kommen, ein paar Tonnen Gold im Keller wären nicht schlecht, dann sieht die Sache schon anders aus. Die nehmen dann direkt die 400-Unzen-Barren. Und wenn der reale Handel einen Einfluß auf den Preis hat, dann nur der mit diesen Dingern.
Ja, genau so sehe ich das auch. Es gibt kurzfristig nicht genügend physisch klein gestückeltes Gold in Deutschland, damit der Goldpreis weltweit bewegt werden könnte. Irgendwo habe ich mal den Vergleich gelesen, wenn jeder Bundesbürger nur 1 Unze Gold besitzen wollte, seien das etwa 2500 Tonnen Gold. (Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet.)
Natürlich würde diese Menge den Goldpreis bewegen können, wie man anhand der Gerüchte um den Verkauf von IWF-Gold in Höhe von 400 Tonnen sehen kann. Aber ich glaube nicht daran, dass 80 Mio. Unzen Gold in Deutschland verfügbar sind. Auch nicht innerhalb Jahresfrist. Wie sollen Kleinanleger also den Goldpreis über physischen Besitz wesentlich beeinflussen können?
Etwas anderes sind ETFs. Als Ausweg, wenn es kein physisches kleingestückeltes Gold mehr kurzfristig gäbe, aber die Krise unmittelbar vor der Tür steht, würden Investoren hier vermutlich ihr Geld anlegen und dadurch den Preis nach oben treiben. So etwas haben wir doch im Mai gesehen.
Hinzukommt: der Goldmarkt ist zu klein, um die Vermögenswerte der Superreichen aufzunehmen, ich glaube Dr._Meyer hatte das in einem seiner letzten Threads dargelegt. Diese investieren vermutlich auch eher in Papiergold, Papierrohstoffen, Immobilien oder Aktien internationaler Unternehmen als in kleine 1 Kilo-Goldbarren.
Es wurde an anderer Stelle auch mal gesagt, dass es auf der Welt immer genug Gold gäbe, der Preis müsse nur entsprechend steigen, damit Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht seien. Halte ich auch für übertrieben bzw. eine Aussage, die am Wesen von Gold vorbeigeht. Gold dient als Wertspeicher. Angenommen die Superreichen dieser Welt wollten einen großen Teil ihres Vermögens in Gold anlegen und die Unze stiege um das Hundertfache im Preis, damit genügend Fiat-Geld in physisches Gold konvertiert werden könnte, dann wäre der Sinn und Zweck des Wertaufbewahrungsmittels konterkariert.
Nach einer Krise bekämen die Superreichen doch lange nicht mehr ihr Vermögen zurück, das sie vor der Krise in Gold investiert hätten. Wer das glaubt, könnte den Superreichen auch eine EM-TV-Aktie auf ihrem Höchststand als Wertaufbewahrungsmittel anbieten. 