Der Ordnung halber - mein Depot

  • Hallo valueman


    Ich habe mir am Wochenende nochmal grundlegende Gedanken gemacht und daraus Schlussfolgerungen gezogen. Konkret bedeutet dies, dass ich meine Öl-Engagements nicht weiter ausbauen und vermutlich nie wieder Minenaktien kaufen werde. Stattdessen werde ich meine Cash-Reserven in Technologie-Aktien stecken, so dass dieser Sektor letztlich ähnlich schwer gewichtet sein wird wie die Ölkonzerne und die Edelmetall-Aktien, wobei letztere dann ausschließlich durch die großen Royalties repräsentiert werden.


    Der Hintergrund: Die vergangenen zwei Jahre haben mit den rasant gestiegenen Preisen für Gold und Silber viel Freude bereitet, auch was Minenaktien betrifft. Die vielen Jahre zuvor waren aber bzgl. Minenaktien enorm anstrengend und mit vielen Rücksetzern behaftet. Vor ein paar Jahren schrieb angesichts der sich nur schleppend entwickelnden Kurse der und vielen enttäuschenden fundamentalen Entwicklungen bei Minenaktien hier im Forum mal jemand: "Man hätte von vornherein nur die Royalties kaufen sollen." Ein anderer Nutzer schrieb, auch vor einigen Jahren: "Die Abwendung von Technologie-Aktien hin zu Edelmetall-Aktien war vermutlich der größte Fehler meines Lebens." Beide Aussagen hätten von mir sein können.


    Meine Überlegungen dazu: Die gestiegenen EM-Preise haben ihren Hintergrund vor allem (auch) in der fallenden Kaufkraft der Papierwährungen - d.h. mit anderen Worten, dass die Förderkosten der Minengesellschaften steigen, was entsprechend die Gewinne schmälert. Von daher ist es kein Wunder, dass diese vielen Jahre so frustrierend waren, dass o.g. Aussagen getätigt wurden. Da musste schon eine extreme Rally her, um mit den Minenaktien ordentlich Gewinne zu machen. Tja - die Minengesellschaften haben eben keine Preissetzungsmacht, sondern sind schlicht und ergreifend von den Marktpreisen abhängig. Die Konsequenz für mich: Ich bleibe nur noch beim Physischen und den Royalties, zumal ich ja ohnehin (Ölpreis usw.) von deutlich steigenden Förderkosten ausgehe. (Es wäre klüger und ertragreicher gewesen, wenn ich das von vornherein so gehalten hätte.)


    Zu den Ölaktien: Hier ist es ähnlich: Die Konzerne haben keine Preissetzungsmacht. Was sie jedoch von den Minenaktien unterscheidet, sind der dem Goldpreis (noch?) hinterherhinkende Öl-Preis und die oft hohen Dividendenzahlungen. Auch kann man Öl im Gegensatz zu Edelmetallen kaum bunkern. Daher bleibe ich den Ölaktien vorerst treu, werde den Bereich aber nicht ausbauen, also auch Equinor selbst dann nicht kaufen, falls sie deutlich zurückkommen.


    Meine Überlegungen zu Technologie-Aktien sind diese: Die neuen Allzeithochs sind m.E. ein Weckruf. Das Thema "Künstliche Intelligenz" ist noch eher am Anfang und beginnt nun erst so richtig, im Alltag der Menschen anzukommen. Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklung viele Geschäftsmodelle durcheinanderwirbeln wird, und zwar auch die so mancher Software-Konzerne - auch wenn es nicht alle gleichstark erwischen wird. Daher bleibe ich ausschließlich bei Technologie-Konzernen, die entweder direkt mit der Ausrüstung und der Bereitstellung der KI-Infrastruktur zu tun haben oder KI auf eine Weise in ihre Geschäftstätigkeit integrieren, die sie zu Profiteuren der KI macht. (Solche Unternehmen herauszufiltern, ist allerdings nicht unbedingt einfach, aber Wolters Kluwer fällt unter diesen Umständen bei mir sofort durch. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich das Unternehmen für "schlecht" halte, aber ich wüsste jetzt nicht, wie sie von KI profitieren sollten.)


    Und noch ein Gedanke zu Technologie-Aktien: Es gibt enorm viele Tech-bzw. Software-Gesellschaften mit sehr hoher Marktkapitalisierung. Ich nenne - nur als Beispiele - Microsoft (MSFT) und Oracle (ORCL). Hinzu kommen viele "ähnliche" Gesellschaften wie z.B. Alphabet (GOOG), Meta Platforms (META) und Co. Falls sich ein neuer Anlage-Trend weg von solchen Gesellschaften hin zu primären KI-Profiteuren entwickelt (was ich vermute), dann können im Rahmen der entsprechenden Umschichtungen von Anlage-Geldern Kurssteigerungen bei den KI-Profiteuren noch so richtig aufsehenerregend werden.


    Vor allem aber ist auch dieser Gedanke wichtig: Im Gegensatz zu Bergbau- und Öl-Gesellschaften verfügen führende Tech-Gesellschaften über Preissetzungmacht.


    Also: Es war, Im Nachhinein betrachtet, ein echter Fehler, viele Jahre lang schwerpunktmäßig Minenaktien im Depot gehalten zu haben. Damit ist nun endgültig Schluss.


    Grüße

    Flenzburg

  • Nebius ist schon ein bisschen volatil, damit wird man aber leben müssen und stört mich nicht, ich denke bei diesem Wert eher mittel- bis langfristig und blende das Tagesrauschen aus. Stärkere Dips würde ich eher zum Zukaufen nutzen, da ich noch keine volle Position habe.Neb

    Ich verstehe unter "mittel- bis langfristig" mindestens mehrere Jahre, und auch ich werde Nebius nicht so schnell aus der Hand geben. (Sollte es aber kurzfristig mal vollkommen überzogene Kurskapriolen nach oben geben, werde ich evtl. ein paar Stücke aus der Hand geben.)


    Vor einigen Wochen hast Du bzgl. Nebius etwas von "ein bisschen Technologie im Depot" geschrieben. Dazu denke ich: Auch ich möchte zwar nicht unüberschaubar viele Positionen in meinem Depot haben. Wenn ich aber einen Sektor grundsätzlich als interessant erachte, dann positioniere ich mich nicht nur einseitig mit einem einzigen Wert, denn egal wie überzeugt ich von einer Aktie bin - sicher ist nichts. In diesem Sinne habe ich auch die bereits erwähnten AMD (AMD), Micron (MU), Hims&Hers (HIMS) sowie Iren (IREN) und IonQ (IONQ) mit ins Depot genommen, wobei IONQ sicherlich die Aktie mit dem spekulativsten Charakter ist. (IREN ist übrigens mit einem Milliarden-Vertrag mit Microsoft verbandelt.)

  • Hallo Flenzburg,

    Du bist in das Thema KI wesentlich tiefer eingetaucht wie ich. Ich denke wir verfolgen da unterschiedliche Ansätze. Mein Depot hab ich die letzten Jahre auf Cashflow ausgerichtet. Das bedeutet wenig Risiko, verlässlicher (Dividenden-) Zahlungseingang. Physisch Gold und ein bisschen Silber dient mir als Speicher für einen Teil meiner Lebensarbeitsleistung....wenn es steigt gut, wenn nicht kann ich auch damit Leben.....langfristig wird es immer steigen als Gradmesser der Währungsentwertung.

    Der Depotteil Aktien besteht größtenteils aus Dividendenwerten nicht zyklischer Branchen, also Langweiler. Ölaktien habe ich aktuell bis auf eine Anfangsposition Shell keine mehr im Depot.

    WPM, Zijin und einen MinenETF, sind meine Edelmetall Engagements.

    Ca. 15% habe ich für Wachstumsaktien vorgesehen.

    Nebius gehört dazu, besagte Wolters Kluwer und letzte Woche habe ich bei Zscaler einen Fuss in die Tür gestellt. Gerade im Depotteil Wachstumsaktien sichere ich meine Gewinne konsequent ab. D.h. ist ein Wert ,mehr als 30% im Plus kann er nie mehr ins Minus gehen, da er sich vorher automatisch verkauft. Das alles aus der Erfahrung heraus, dass ich auch in einem Bärenmarkt ruhig schlafen .

    möchte. Das Thema KI wird die Welt verändern, da gebe ich Dir recht. Das sieht man im Kleinen und im Großen. Wenn ich mit nur selber anschaue, was ich mit ChatGpt oder Gemini alles machen kann ist das schon beachtlich.


    VG

  • Ich denke wir verfolgen da unterschiedliche Ansätze. Mein Depot hab ich die letzten Jahre auf Cashflow ausgerichtet

    So unterschiedlich sind unsere Ansätze nicht, denn auch ich habe mich seit geraumer Zeit deutlich defensiver aufgestellt und lege auf regelmäßige nennenswerte Dividenden wert. Was uns unterscheidet, ist anscheinend mein größerer Anteil an Technologie-Aktien, die von Natur aus etwas spekulativer sind und keine hohen oder gar keine Dividenden bringen. Allerdings sind diese Tech-Aktien ja auch Wachstumswerte, womit wir uns wieder annähern, und selbst wenn Tech-Aktien demnächst vielleicht an die 30% meines WP-Depots ausmachen, so ist ihr Anteil gemessen an den Gesamtersparnissen - vor allem unter Berücksichtigung des Physischen - geringer.


    Ich brauche einfach ein wenig diesen "Kick" und das etwas höhere Risiko, was aber auch wieder mit größeren Chancen verbunden ist. Allerdings denke ich auch, dass ich mir das leisten kann, und - keine Sorge ;) - ich werde mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.


    Übrigens bin ich wieder bei Reconnaissance Energy Africa dabei. Das ist praktisch die einzige Position im Depot, die rein auf Zockerei basiert. Sie sind aktuell mit ihren FlowTests zugange und möchten feststellen, ob das gefundene Öl in ausreichendem Maße - also wirtschaftlich - förderbar ist. Das ist für mich ein reines Pokerspiel: In den kommenden Wochen ist mit entsprechend guten oder schlechten Nachrichten zu rechnen, und ich setze darauf, dass der Kurs in der Zwischenzeit steigt, weil manch einer Sorgen hat, etwas zu verpassen - denn das Potential ist riesig. Falls gute Nachrichten kommen, möchte ich bereits ausgestiegen und nicht mehr dabei sein, denn dann werden anschließend wohl einige Jahre ins Land gehen, in denen hohe Investitionen und Kapitalerhöhungen/Verwässerungen ins Haus stehen. (Für mich wird der Verkauf der Aktien der wohl endgültige Abschied aus Explorations-Unternehmen werden, und ich werde mich wieder ausschließlich der defensiven und dividenden-orientierten Ausrichtung meines Depots einschl. eines großen Schluckes Wachstum/Technologie widmen.)


    Noch zu Zscaler: Das ist ein interessanter Hinweis. Danke dafür! (Auf den ersten Blick: Die Aktie ist deutlich zurückgekommen, die Zahlen sind nicht schlecht, und die Bewertung scheint nicht überzogen zu sein. Auch ist Wachstum erkennbar, und das Thema KI wird anscheinend nicht verschlafen. Die Aktie scheint ein seriöses und nachvollziehbares Investment zu sein - ich werde mich gelegentlich damit beschäftigen (auch mit der Schulden-/Liquiditätssituation u.a.), obwohl IT-Sicherheit eigentlich nicht "mein" Gebiet ist.)


    Grüße

  • eine Untermauerung mittels Chart

    BGInvestor


    Super! Der Chart passt wie die Faust aufs Auge. Danke dafür! (Wenn jetzt also auch noch die Charttechnik mitspielt ... dann "darf" ich noch ein wenig gieriger werden.)


    valueman


    Ich erinnere mich noch an diese Aussage von Dir: "Ich bin nicht gierig." Das ist also noch ein weiterer Punkt, bei welchem wir unterschiedliche "Ansätze" verfolgen. (Spaß beiseite: Manchmal möchte ich - das gehört zum "Kick" dazu - die Sache auch ein wenig ausreizen.)


    Grüße

  • BGInvestor


    Super! Der Chart passt wie die Faust aufs Auge. Danke dafür! (Wenn jetzt also auch noch die Charttechnik mitspielt ... dann "darf" ich noch ein wenig gieriger werden.)

    Hab RECO auf der Watch, ich finde aus charttechnischer Sicht, ergibt sich hier ein super Setup.

    "Das Härteste, womit man jemanden treffen kann, ist die Wahrheit."

  • Heute schreibe ich noch einmal etwas mehr: Ich halte hier an dieser Stelle meine aktuellen Sichtweisen fest, und zwar nicht nur zu Diskussionszwecken, sondern auch, um in ein paar Jahren selbst auf meine heutigen Überlegungen zurückblicken zu können. (Danach werde ich nun wohl erstmal eine Schreibpause einlegen. Weniger ist oft mehr.)


    Grundsätzlich investiere ich nur in bestimmte Branchen und suche dort nach den attraktivsten Kandidaten. Ich käme nicht auf die Idee, in ein Unternehmen zu investieren, dessen Branche mir total fremd ist. Daher sind in meinem Depot nun lediglich drei Branchen vertreten: Edelmetalle, Öl/Gas-Förderer und Technologie.


    Zu Edelmetall- und Öl-Aktien hatte ich mich in den vergangenen Wochen ausreichend geäußert. Diese beiden Branchen sind nun "bedient", und ich werde am aktuellen Bestand nicht so schnell etwas ändern (bis auf RECO.V, die bald rausfliegen werden). Da kommt es praktisch wie gerufen, dass ich mir nun wieder Tech-Aktien "ausgeguckt" habe, von denen mir - vor allem mit Blick auf KI - relativ viele attraktiv zu sein scheinen. (Ich schreibe "wie gerufen", da die erstgenannten Branchen eigentlich total langweilig sind: Jedes Unternehmen ist letztlich auf die Entwicklung des jeweiligen Basispreises angewiesen. Da gibt es nicht viel Spannendes und auch nicht viel zu tun, aber als "eingefleischter Börsianer" möchte ich auch gern etwas "Action" im Depot und etwas zu tun haben - was mir dann auch sicherlich dabei helfen wird, die Unternehmen aus den beiden o.g. langweiligen Branchen in Ruhe zur "Reifung" kommen zu lassen. Tech-Aktien und ihr sehr heterogener Hintergrund bieten da eine schöne Spielwiese, auf der ich mich abreagieren kann.)


    Konkret: Wolters Kluwer und Zscaler sind für mich außen vor: Beides sind reine Software-Anbieter. Ich konzentriere mich aber auf reine KI-Unternehmen (Rechenzentren, Chips ...) und Unternehmen, die keine Software herstellen aber (hoffentlich) KI - und auch Software im weitesten Sinne - erfolgreich nutzen. In KI-Unternehmen sehe ich halt deutlich mehr Potential, und bei reinen Software-Herstellern fällt es mir schwer, eine Einschätzung hinsichtlich der für diese Unternehmen durch KI entstehenden Chancen und vor allem Risiken vorzunehmen. Und: Wenn nun tatsächlich auf breiter Front Umschichtungen von Software-Investments in KI-Investments erfolgen, dann können evtl. sämtliche reinen Software-Hersteller in eine Art Sippenhaft genommen werden und es, was die Aktienkurs-Entwicklung betrifft, gemeinsam schwer haben. Daher habe ich mir auch Zscaler nun gar nicht mehr genauer angeschaut. (Ich stehe mit dem Bereich Cyber-/Daten-Sicherheit auch etwas auf Kriegsfuß: Ich hatte bereits zwei verschiedene Firewall-/Antiviren-Programme installiert. In beiden Fällen versuchten die Anbieter, mich einige Wochen vor Abo-Ablauf zur Abo-Verlängerung zu nötigen, indem ich auf bestimmte Internetseiten (z.B. die meiner Hausbank) nicht mehr zugreifen konnte. Gibt es etwas Unseriöseres? Wie wäre es, wenn man 5 Wochen vor Zahlung des nächsten Versicherungsbeitrages für die Kfz-Haftpflicht mit seinem PKW nur noch 30 km/h fahren und den Wohnort nicht mehr verlassen könnte? Auch habe ich den Eindruck, dass sämtliche Antivirensoftware-Hersteller die Basis-Module eines einziges Produzenten benutzen und nur noch ihre bunten Bildchen drumherum bauen, also selbst praktisch gar keine Antivirensoftware entwickeln. Mich würde es nicht wundern, wenn diese sich stark verbreitenden Viren, die im Abstand von einigen Jahren medial wie die Sau durchs Dorf getrieben werden, von den Antivirensoftware-Herstellern selbst stammen, um das Geschäft anzukurbeln. So etwas wie Zscaler möchte ich daher nicht in meinem Depot sehen, auch dann wenn es - wie ich vermute - ein seriöses Unternehmen ist und auch nicht Privatleute adressiert.)


    Und nun zum eigentlichen Sinn dieser Übung, also meines heutigen Beitrags:

    Meine aktuellen Tech-Favoriten für die nächsten Jahre sind:

    An erster Stelle: NBIS, AMD.

    An zweiter Stelle: IREN, MU, HIMS, HOOD, MELI.

    An dritter Stelle: IONQ, OPEN.


    Festzuhalten ist, dass diese immerhin 9 Unternehmen in meinem Depot insgesamt nicht den Schwerpunkt bilden. Auch sind nur NBIS und AMD relativ schwer gewichtet. Festzuhalten ist ebenso, dass ich mich nicht darauf "festnageln" lasse: Ich kann mir das jederzeit anders überlegen und Käufe/Verkäufe tätigen - natürlich auch, ohne es hier zu schreiben. Es handelt sich also lediglich um eine Momentaufnahme zwecks späteren Nachlesens: Welche Investments waren lohnenswert, welche nicht - welches Investment hat sich als Fehler herausgestellt, welches nicht?


    IONQ und OPEN weisen wohl das größte Risiko auf. HOOD, MELI und OPEN hatte ich noch nie erwähnt, wenn ich mich recht entsinne. Also:

    - MercadoLibre (MELI): Die "südamerikanische Amazon".

    - Opendoor (OPEN): Digitales Kaufen/Verkaufen von Immobilien. Das Unternehmen war bereits in "Schieflage", und Mitbewerber haben das Handtuch geworfen. Carvana (CVNA) hat vorgemacht, wie Gebrauchtwagen erfolgreich digital vermarktet werden können. Einige Konkurrenten von CVNA waren/sind nicht so erfolgreich. Auf diese Weise (digital) den Handel mit Immobilien zu betreiben, dürfte zudem auch eine ganz besondere Herausforderung sein. Nun aber ist K. Nejatian CEO von OPEN. Es war zuvor erfolgreich bei Spotify (SPOT) und Facebook/Meta Platforms (META) aktiv. Nun versucht er, OPEN umzustrukturieren und profitabel zu machen. Wird es ihm gelingen? Das Investment ist insbesondere eine Spekulation darauf, dass er mit seinen Bemühungen zu Erfolg gelangt.

    - Robinhood Markets (HOOD): Ein Finanzdienstleister, der den Handel an den Finanzmärkten per App ermöglicht. HOOD zeichnet sich - kanpp formuliert - dadurch aus, dass die Firma sich nun von einem Broker zu einem Bank-Dienstleister wandeln möchte, also auch Geschäfte rund um Geldanlagen und Kredite anbietet. Das Investment ist eine Spekulation auf ein Gelingen dieser Ambitionen.


    Und hier noch - für einen späteren Vergleich - die Schlusskurse (in USD) von gestern, 21.04.2022:

    NBIS: 156,55

    AMD: 284,49

    IREN: 45,17

    MU: 449,38

    HIMS: 29,76

    HOOD: 86,43

    MELI: 1.854,18

    IONQ: 46,28

    OPEN: 5,45


    Und noch die gestrigen Schlussstände der relevanten Indices, da man ja später auch den relativen Erfolg/Misserfolg einschätzen können möchte (einschl. DAX, obwohl weniger relevant):

    Nasdaq: 24.259,96

    Nasdaq 100: 26.479,47

    S&P 500: 7.064,01

    DAX: 24.270,87

  • Servus Flenzburg,

    ich hatte ja im März und April 2 Nebius gekauft mit einem durchschnittlichen Einstand von 93€ nachdem Du mich auf den Wert aufmerksam gemacht hast. Kursstellung gestern 220,70€., also in 3 Monaten ein Kursplus von round about 136%.

    Die ganze Diskussion hat mich dazu veranlasst das Thema KI für mich neu zu bewerten. Ich nutze KI inzwischen selber intensiv und möchte es nicht mehr missen. Es war für mich früher eher Spielerei, inzwischen nehme ich das Thema extrem ernst. Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema derart präsent wird. Im täglichen Umgang mit KI als Arbeitsunterstützung habe ich festgestellt: Ja, es stimmt, KI wird eine große Anzahl an Arbeitsplätzen obsolet machen. Dachte ich früher nicht, aber jetzt aus der Praxis Sicht ist dies eigentlich unumkehrbar. Das Thema muss man auf dem Schirm haben.


    VG

  • Hallo valueman,


    ich habe selbst auch schon mehrmals feststellen müssen, dass ich Entwicklungen total unterschätzt habe. Dazu ein Beispiel: Die jungen Leute "streamen" anscheinend nur noch. So etwas konnte ich mir damals - in der Zeit der Datenträger (CDs usw.) - nicht vorstellen, weshalb ich auch niemals Netflix gekauft hätte. Ein anderes Beispiel: Man schaue sich an, wieviele Logistik-Dienstleister heutzutage auf den Straßen unterwegs sind. "Zu meiner Zeit" kannte man das praktisch kaum, dass jemand ein Paket ins Haus geliefert bekam.


    Diese beiden Beispiele erscheinen geradezu winzig, wenn man an die Umwälzungen denkt, die vermutlich durch die KI noch entstehen werden. Vor allem wird auch der Arbeitsmarkt davon enorm betroffen sein. Mir fällt dazu ein, dass die Gewerkschaften damals, als in England die Lokomotiven von Kohle- auf Strom-Betrieb umgestellt wurden, durchsetzen wollten, dass der Heizer (also der Kohleschaufler) weiterbeschäftigt wird. Das machte natürlich keinen Sinn. Dieser Fortschritt bedingte natürlich, dass der Heizer fortan einer anderen Beschäftigung nachging.


    Hinsichtlich KI kommt man mit solchen Erkenntnissen natürlich nicht weit, einfach weil viele Bereiche davon betroffen sind und vor allem, weil die Entwicklung so rasant schnell voranschreitet. Außerdem wird die Politik mitmischen, was erfahrungsgemäß immer negativ ist.


    Ich nutze KI mittlerweile auch regelmäßig, indem ich mich über börsennotierte Unternehmen informiere. Allerdings finde ich in den Antworten sehr häufig Fehler, manchmal sogar haarsträubende; man muss alle Antworten gegenprüfen. Nützlich ist die KI für meine Zwecke aber auf jeden Fall.


    Die Liste, die ich am 22.04. gepostet hatte, ist übrigens nicht mehr vollständig, denn ich habe noch weitere Käufe vorgenommen. Es ist aber unter den Zukäufen kein Unternehmen dabei, das mich so sehr überzeugt wie Nebius. Deshalb verzichte ich auch darauf, hier alles zu posten. Einige Positionen habe ich auch reduziert, weil die Kursanstiege einfach zu schnell geschahen. Das ist dann einfach meine Art von "Vernunft", auch mal durch Teilverkäufe Gewinne mitzunehmen. Eine Ausnahme mache ich dahingehend nur bei WPM, FNV und … eben NBIS - bei diesen ziehe ich die Positionen unangetastet durch, auch über viele Jahre. (Nebius hat mein persönliches Kursziel nochnichtmal annähernd erreicht. Man beachte auch den wohl kaum zu übertreffenden "Newsflow".)


    Die o.g. Gewinnmitnahmen durch Teilverkäufe haben ihren Grund auch darin, dass der Sommer vor der Tür steht. Im Sommer gibt es erfahrungsgemäß immer mal wieder nennenswerte Kursschwächen, und da bei den betroffenen Werten enorme Gewinnmitnahmen reizen, können Rückschläge auch mal deutlich ausfallen.


    Insgesamt werde ich mich über den Sommer nun, auf einem schönen Cash-Bestand sitzend, etwas zurückhalten. Wenn der August - und damit die Feriensaison - sich seinem Ende neigt, wird es dann wieder interessanter.


    Übrigens erlaube ich mir erstmalig eine Krypto-Zockerei, die für Dich höchstwahrscheinlich nicht infrage kommt: Hyperliquid Strategies (PURR): Da kann man bei der Krypto-Idiotie (die ist es m.E., aber vielleicht unterschätze ich mal wieder etwas) mitmachen, ohne sich mit diesem Gedöns rund um "Wallets" usw. auseinandersetzen zu müssen. Man kann die Aktie einfach über die Börse kaufen, und da HYPE - anscheinend! - den Krypto-Markt ein wenig von hinten aufrollt, lasse ich mich mal überraschen.


    Grüße

  • Das Thema muss man auf dem Schirm haben.

    Nachtrag: Was Geldanlagen an der Aktienbörse betrifft, so sind bei den durch KI entstandenen "Irritierungen" wohl auch einige Aktienkurse nach unten geprügelt worden, weil die Anleger befürchten, dass durch KI Konkurrenz aufkommt. (Das fiel mir spontan noch zu "auf dem Schirm haben" ein.)


    Beispiele hierfür dürften die deutsche SAP und die US-Firmen ServiceNow (NOW) und Salesforce (CRM) sein. NOW und CRM haben den Weg in mein Depot gefunden, weil ich die Sorgen für überzogen halte: Die Firmen verfügen über einen "Burggraben" - die Firmendaten sind vertraulich, und außerdem ist eine Daten-Migration auf ein anderes System eine höchst komplexe, teure und fehleranfällige Sache. Allein mit "neuer Software, die durch KI-Unterstützung generiert wurde" (kann man das so bezeichnen?!), kommt man da nicht weit. Außerdem habe ich den Eindruck, dass beide Unternehmen von KI eher profitieren dürften. (Eine SAP kaufe ich natürlich nicht, da es ein deutsches Unternehmen ist und die Politik in Deutschland m.E. nicht wirklich unternehmerfreundlich ist bzw. hier immer alles immer umständlicher und komplizierter wird.)

  • Und hier noch - für einen späteren Vergleich - die Schlusskurse (in USD) von gestern, 21.04.2022:

    NBIS: 156,55

    AMD: 284,49

    MU: 449,38

    Hallo valueman,


    ich bin noch immer hochzufrieden mit der am 22. April getroffenen Auswahl an Aktien, die ich für interessant halte. Nicht alle stehen im Plus, aber ich verfolge regelmäßig die Nachrichten rund um diese Unternehmen, und mir ist keine Nachricht über den Weg gelaufen, die mich auch nur dazu gebracht hätte, über einen Verkauf nachzudenken.


    Zu den oben zitierten drei Aktien möchte ich aber kurz etwas schreiben. Hier zunächst die aktuellen Kurse in USD:

    NBIS: 281

    AMD: 521

    MU: 1033


    Diese drei kann man wohl als absolute Volltreffer bezeichnen. Bei AMD und MU war sicherlich auch etwas Glück dabei - das Glück, dass der Markt das Thema Chips/Speicherchips praktisch "zum passenden Zeitpunkt entdeckt und aufgegriffen" hat. (Ärgern kann ich mich ein wenig, dass ich vor einem Kauf von Sandisk (SNDK) zurückgeschreckt war - aber so ist es eben nun.) Jedenfalls habe ich AMD und MU nun vollständig verkauft, nachdem ich vor ein paar Wochen bereits Teilverkäufe vorgenommen hatte. Die Kurse sind mir einfach zu schnell und zu stark gestiegen, und der Sommer steht vor der Tür.


    Trotz des anstehenden Sommers habe ich aber Cerebras (CBRS) in mein Depot aufgenommen, da ich auch nicht ganz ohne Chips dastehen möchte. CBRS ist eine ziemlich teure Aktie, wie ich meine, denn das KUV ist deutlich höher als bei AMD und MU. Jedoch steht das Unternehmen noch relativ am Anfang, nachdem es erst vor ein paar Wochen an die Nasdaq gegangen ist. Vom Höchstkurs bei 385 USD direkt mit dem Börsengang hat der Kurs sich nun etwas beruhigt und liegt nun bei 223 USD.


    Die Gründe für den Kauf von CBRS: Das Unternehmen stellt aus einem Wafer, also einer Siliziumscheibe, nicht viele kleine Chips her, sondern einen einzigen. Das hat den Vorteil, dass Algorithmen nicht auf viele kleine Chips verteilt werden müssen. Außerdem entfällt die entsprechende Kommunikation zwischen vielen kleinen Chips. Bezogen auf die Rechenleistung ist das alles effizienter. (Ein Problem ist allerdings wohl die Wärmeentwicklung auf engstem Raum, aber anscheinend hat man das durch geeignete Kühlungen im Griff.) Die heutige Meldung zum Multi-Milliarden-Vertrag mit Open AI und zur Partnerschaft mit Amazon haben für mich den Ausschlag für ein Investment gegeben.


    Noch kurz zu NBIS: Hier wird nichts verkauft. NBIS ist eine der wenigen Aktien, von der ich so überzeugt bin, dass ich sie kein bisschen trade, sondern langfristig durchziehen möchte. Die zahlreichen positiven Nachrichten aus den vergangenen Wochen werde ich hier jetzt nicht auflisten. Nur diese: NBIS wird in den Nasdaq-100-Index aufgenommen. So etwas hatte ich bereits vermutet, aber ich war doch überrascht, dass es jetzt im Juni bereits soweit ist. Darauf dürften auch die aktuellen Kursgewinne zurückzuführen sein. Die Aktie hat heute wieder ein ATH erreicht. Von der reinen Bewertung her habe ich den Eindruck, dass die Aktie sogar noch deutlich höher stehen würde, wenn es ein US-Unternehmen wäre. "Beobachter" vermuten als Ursache den russischen Hintergrund von NBIS, was allerdings aus meiner Sicht ein Pluspunkt ist. Nun ja, mit der Aufnahme in den Nasdaq-100-Index verschwinden diese Zweifel jetzt vielleicht.


    Die von mir vor ein paar Tagen erwähnte Hyperliquid Strategies (PURR) ist mit Stoploss rausgeflogen. Es verbleibt ein "netter" Verlust. Tja, normalerweise bin ich kein Freund von Stoploss. In diesem Fall habe ich das mal so gehalten, da es ein Hoch-Risiko-Spielchen (Investment möchte ich das gar nicht nennen) war. Und - natürlich - steht der Kurs nun wieder höher. Anscheinend muss das so sein. Wie lautet noch der Spruch - "Shit happens" oder so ähnlich!? (Was heißt das auf Deutsch?)


    Grüße nach München


    Ach so, München: Ich denke derzeit über einen Kauf von Aktien der Münchner Rück (von mir aus auch "Munich Re") nach. Die Aktie ist gut zurückgekommen und würde, auch wegen der Dividende, noch gut in mein Depot passen. Was meint der gelernte Münchner zu diesem Untenehmen?


    Flenzburg

  • Servus Flenzburg,


    nur kurz, weil ich gerade etwas eingespannt bin..... Münchner Rück finde ich auf den aktuellen Niveaus sehr attraktiv........ich habe hier in den letzten Jahren einen nicht unerheblichen Bestand aufgebaut. Bei Schwäche kaufe ich hier gern zu, so geschehen vor ein paar Tagen.....für mich ein No-Brainer. Steigen die Schadensereignisse, steigen die Prämien.

    -Q1 2026 1,7Mrd. nach Steuern

    -Gewinnziel für 26 bestätigt

    -Dividende erhöht

    -Aktienrückkaufprogramm


    Die beste aller Welten für einen Dividendeninvestor.


    Die Aktie hatte die letzten Jahre einen schönen Lauf, da ist nix kaputt.


    Bei mir ist es in der Regel so, dass wenn ich eine Aktie kaufe, diese in 8 von 10 Fällen erstmal ins Minus geht :D :D

    Btw. mit SpaceX hatten wir einen Mega Börsengang, Anthropic möchte auch, ich weis aktuell noch nicht was ich davon halten soll, solche Mega Börsengänge kommen in der Regel erst am Ende einen Zyklus, von daher agiere ich aktuell etwas vorsichtiger......Nebius halte aber auch ich weiter und würde eher bei Schwäche nochmal zukaufen...


    VG

  • Hallo valueman,


    in Kurzform meine Gedanken dazu:


    Münchner Rück betrachte ich exakt genauso wie Du. Der einzige Unterschied: Sie befindet sich noch nicht in meinem Depot.


    Bei mir laufen, am Rande bemerkt, nach dem Kauf erstmal ausnahmslos alle Aktien ins Minus, nicht nur 8 von 10. Jedenfalls ist das gefühlt so. Es gibt da nur wenige Ausnahmen - Börsianer-Schicksal eben.


    Zu den Mega-Börsengängen: Ja, solche Börsengänge sind ein Warnzeichen. Allerdings habe ich nun jüngst schon mehrfach diese Einschätzung gelesen. Wenn es mal so einfach wäre....


    Es gibt auch Einschätzungen, die besagen, dass die durch KI entstehenden Auswirkungen noch immer stark unterschätzt werden. So sind die Aufbau-Investments, die in KI fließen, um ein Vielfaches höher als die Investments, die rund um das Jahr 2000 in den Aufbau des Internets flossen. Und es gibt Stimmen, die besagen, dass die damals aufgebauten Ressourcen nur zum Bruchteil wirklich genutzt wurden, während es jetzt umgekehrt ist: Es gibt nicht genügend Ressourcen, und wir befinden uns bzgl. KI noch immer eher am Anfang. Das spricht eher dagegen, dass wir uns am Ende eines Zyklus befinden.


    Das alles einzuschätzen, ist kaum möglich. Ich warte erstmal die Börsengänge von OpenAI und von Anthropic ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die "Jungs" von der Wall Street diese nicht noch "mitnehmen". Danach schaue ich weiter.


    Noch zu Nebius: Deine Haltung (bei Schwäche zukaufen) dürfte nicht verkehrt sein. Das werde ich aber nicht machen, da Nebius bereits die größte Depot-Position ist. Ich bin mittlerweile zwar verstärkt der Meinung, dass Nebius das Potential hat, zu einem Unternehmen heranzureifen, das mit Alphabet/Google vergleichbar ist, doch bei aller Begeisterung, die ich empfinde, wenn ich sehe, mit welcher Konsequenz und Zuverlässigkeit das Unternehmen seine Ankündigungen umsetzt - es kann immer auch noch einiges schiefgehen, und wenn ein Wert mehr als 10% des Depots ausmacht, dann kaufe ich auch nicht mehr zu.


    Northwise Project hat übrigens in der Nacht zu heute eine neue Einschätzung zu Nebius veröffentlicht: https://northwiseproject.com/nbis-stock-forecast-2030-2/


    Allein der einführende Satz (ins Deutsche übersetzt) "NBIS-Aktienprognose 2030: Das Modell versagte, als das Unternehmen es überholte" sagt so manches aus. Mit "Modell" dürfte die vor einigen Monaten veröffentlichte Analyse gemeint sein. In der Tat ist der Nachrichtenfluss seitens NBIS m.E. mehr als beeindruckend.


    Hier ein Video zu KI-Investments. Darin äußert sich ein Fondsmanager - ab Minute 29:30 - gute 4 Minuten lang konkret zu Nebius. (Der Mann ist Fondsmanger. Das sollte man nicht vergessen.)

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    Im weiteren Verlauf äußert sich der Mann dann auch dazu, dass man bei vielen dieser Investments "gute Nerven braucht". Genau so ist es.


    Schönes WE - Flenzburg

  • Das alles einzuschätzen, ist kaum möglich. Ich warte erstmal die Börsengänge von OpenAI und von Anthropic ab.

    Ist doch ganz einfach!


    Bei den Minen gilt, wenn es sich lohnt, wird das Projekt mit einem Kredit finanziert. Wenn es zu riskant ist begibt man Eigenkapital.


    Da sowohl Spacestar als auch bei OpenAI keinen Gewinn machen, werden Kredite nicht mehr vergeben.

    Die müssen an die Börse gehen und den Hype (=Verwirrung durch Euphorie) nutzen.


    Bei Anthropic wird das Geschäft aus machtpolitischen Gründen staatlich reglementiert.



    LG Vatapitta

    Mir fehlt ein Zertifikat für die österreichische Goldmünze 50 € Johanneum, 2011. Wer kann - gegen Vergütung - helfen?

  • Bei den Minen gilt, wenn es sich lohnt, wird das Projekt mit einem Kredit finanziert. Wenn es zu riskant ist begibt man Eigenkapital.


    Da sowohl Spacestar als auch bei OpenAI keinen Gewinn machen, werden Kredite nicht mehr vergeben.

    Die müssen an die Börse gehen und den Hype (=Verwirrung durch Euphorie) nutzen.

    Hallo vatapitta,


    Ganz falsch ist diese Sichtweise wohl nicht, und die Skepsis ist berechtigt.


    Allerdings: Wir bewegen uns in diesem Forum in … sagen wir mal … Skeptiker-Kreisen. Das Problem daran ist, dass man sich ruckzuck in einem Kreislauf befindet, in dem sich die Nutzer gegenseitig bestätigen. Das aber ist gefährlich, und man sollte sich von diesem Kreislauf nicht "gefangennehmen lassen". Von daher wäre ich, wenn es um die aktuelle Bewertung von Technologie-Aktien geht, mit den Begriffen Hype und Verwirrung vorsichtig.


    Nicht vergessen sollte man eben, dass es - bei allen Bedenken hinsichtlich z.B. der Staatsverschuldung und des Kaufkraftverlustes der Papierwährungen und der hohen Bewertung von Technologie-Aktien - diese Realwirtschaft mit all ihren Entwicklungen und daraus resultierenden Chancen "da draußen" tatsächlich gibt. Und: Rom ist nicht in wenigen Jahren untergegangen, sondern es hat Jahrhunderte gedauert. "Diesmal" wird es vermutlich nicht so lange dauern, aber ein paar Jährchen dürften noch vor uns liegen.


    Warum ich darauf so herumreite: Für mein Dafürhalten hat sich bereits eine Skeptiker-"Industrie" aufgebaut, die die kritischen Menschen bedient. Die Argumente dieser Leute sind zwar nicht falsch, aber einseitig. Vorsicht ist angebracht, weil diese Leute von ihrer - ausnahmslos immer - kritischen Betrachtungsweise leben: Sie müssen skeptisch und kritisch sein und immer die Gefahren hervorheben, da ihnen ansonsten die Leser und damit das Einkommen verlorengehen. (Ich halte es z.B. für offensichtlich, dass Marc Friedrich zu dieser "Industrie" gehört. Neben vielen anderen ist m.E. auch Markus Krall verdächtig.)


    Und was Technologie-Aktien wie SpaceX betrifft: Auch ich vertrete die Ansicht, dass die Aktie derzeit viel zu hoch bewertet ist. Aber: Allein der Blick auf Umsätze und Gewinne im Verhältnis zur Marktkapitalisierung reicht nicht. Da werden z.B. bei Nebius Group (meinem persönlichen Tech-Favoriten) irrsinnig hohe Investitionen getätigt. Allerdings ist das Wachstum auch extrem hoch. Die Investitionen sind begründet, und wenn man sich näher damit beschäftigt, dann versteht man mit der Zeit auch, warum Investoren in dieser Branche gern auf das aktuelle EBITDA anstatt auf die aktuellen Gewinne schauen.


    Meine aktuellen grundsätzlichen Gedanken zu Minenaktien und meiner persönlichen Investitionsweise (auch die Erläuterung, weshalb ich Technologie-Aktien kaufe) findest Du in diesem Thread in den Beiträgen 1.487 vom 19.02.2026 und 1.541 vom 20.04.2026.


    Grüße

    Flenzburg

  • Finanzen  ?)

    USD

    2026 *2027 *
    Umsatz3,44 Mrd.11,2 Mrd.
    Nettoergebnis-461 Mio.-780 Mio.
    Nettoverschuldung15,65 Mrd.29,7 Mrd.

    * Schätzungen Mehr Finanzdaten


    Wenn die Verschuldung um 14 Milliarden $ steigt, will man dann das erwartete Umsatzplus von 7,76 Mrd. $ dazu kaufen?

    Jeder Dollar mehr Schulden erhöht den Umsatz um 0,556 $. 8)



    Insiderhandel?

    Übersicht mit KI


    Bei der Nebius Group (Nasdaq: NBIS) gibt es keinen illegalen Insiderhandel. Allerdings verzeichnete das Unternehmen in den letzten Monaten massive, offizielle Insiderverkäufe. Führungskräfte verkauften zwischen April und Juni 2026 eigene Aktien im Gesamtwert von über 130 Millionen US-Dollar, obwohl die Geschäftszahlen stark ausfielen und die Aktie in den Nasdaq-100 aufgenommen wurde. [1, 2, 3] Zuletzt verkaufte beispielsweise der Aufsichtsratsvorsitzende John Boynton im Juni 2026 Aktien im Wert von rund 1,47 Millionen US-Dollar. Derartige legale Transaktionen von Führungskräften müssen bei der Aufsichtsbehörde gemeldet werden und sind öffentlich einsehbar. [1, 2, 3, 4, 5] Die wichtigsten Fakten und Entwicklungen im Überblick:

    • Massiver Ausverkauf: Innerhalb von 90 Tagen stießen Manager Unternehmensanteile im Wert von über 132 Millionen Dollar ab.
    • Starke operative Zahlen: Der operative Betrieb läuft hervorragend (Umsatzvervielfachung im Q1 2026, neue Partnerschaften mit Nvidia und Meta).
    • Reaktion der Börse: Die Verkäufe der Führungsetage belasteten zeitweise die Stimmung, auch wenn die Aktie im Jahresverlauf stark zulegen konnte und in den Nasdaq-100 aufstieg. [1, 2]
    • Transparenz: Die Trades werden als legale "Director’s Dealings" verbucht und sind beispielsweise auf MarketScreener oder Simply Wall St detailliert aufgelistet.

    Möchten Sie:

    • Die genauen Zeitpunkte der bisherigen Verkäufe einsehen?
    • Eine Übersicht der aktuellen Analystenempfehlungen für die Nebius-Aktie erhalten?

    Lassen Sie mich wissen, wie ich Ihnen weiterhelfen kann.



    Analystenschätzungen


    Verkaufen Kaufen
    Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN [smilie_happy]

    Anzahl Analysten 16

    Letzter Schlusskurs 286,69USD

    Mittleres Kursziel 244,07USD

    Abstand / Mittleres Kursziel -14,87 %



    Die Schuldenflut hebt alle Boote?

    Was wird wohl Fed Chef Warsh dazu sagen?



    LG Vatapitta

    Mir fehlt ein Zertifikat für die österreichische Goldmünze 50 € Johanneum, 2011. Wer kann - gegen Vergütung - helfen?

    3 Mal editiert, zuletzt von vatapitta ()

  • Hallo vatapitta,


    ich mache mir jetzt ausnahmsweise mal die Mühe, auf die einzelnen Punkte Deines Postings zu antworten.


    Dazu noch eine Anmerkung: Ich bitte von vornherein um Entschuldigung, denn es wird wohl das letztemal sein, dass ich auf so ein Posting detailliert antworte. Das klingt vermutlich arrogant und ist es sicherlich auch ein wenig, aber die Art und Weise Deiner Antwort zeigt mir genau diese "Gefangennahme", die ich in meinem vorherigen Posting beschrieben hatte und vor der man sich m.E. hüten sollte. (Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich selbst hatte mich jahrelang - ziemlich einseitig, wie ich nun (jedenfalls aus meiner Perspektive) meine - den Edelmetallen und den EM-Aktien gewidmet.)


    Also, konkret:


    "Wenn die Verschuldung um 14 Milliarden $ steigt, will man dann das erwartete Umsatzplus von 7,76 Mrd. $ dazu kaufen?"

    ===> Die Frage kann ich nicht nachvollziehen. Es handelt sich um Zukunftsinvestitionen, die später zu Umsätzen führen - so wie das bei Investitionen nun mal so ist bzw. sein sollte. Umsätze werden nicht "gekauft".


    "Jeder Dollar mehr Schulden erhöht den Umsatz um 0,556 $. 8)"

    ===> Die Vermutung, dass die Investitionen bereits im nächsten Geschäftsjahr zu einem gewaltigen Mehr an Umsätzen führen müssen, ist eine ziemlich laienhafte Sicht. (Ich verstehe nicht, wie man solche Annahmen tätigen kann. Das ist doch z.B. im Goldminen-Sektor auch nicht so.)


    "Insiderhandel?"

    ===> Die Herrschaften bleiben trotzdem mit dem Großteil ihres Vermögens in Nebius investiert. Insider-Verkäufe können ein Warnsignal sein, müssen es aber nicht; die Gründe für einen Verkauf können mannigfaltig sein. (Ich selbst verkaufe auch immer mal wieder einen Teil einer Position, wenn der Kurs sehr schnell und sehr stark gestiegen ist - auch dann, wenn ich von dem Unternehmen selbst noch immer überzeugt bin.)


    Noch zur KI: Ich erhalte oft (sehr oft sogar) grotesk falsche Antworten. Teilweise sind die KI-Aussagen das genaue Gegenteil des Zutreffenden. Es kommt immer darauf an, wie man fragt. Auffällig ist, dass die KI-Antworten sehr stark (schon auf peinliche Weise stark) eine Lobhudelei gegenüber dem Fragesteller beinhalten. Die KI stellt das immer so dar: "Ihre Frage trifft genau ins Schwarze", "Das haben Sie sehr gut erkannt", "Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen", "Sie haben exakt die Schwachstelle der Argumentation erkannt" usw. usf. Und vor allem: Die KI hinterfragt und reflektiert rein gar nichts. Und sie betrachtet Themen niemals ohne gezieltes Nachfragen aus einer anderen Perspektive. Fazit: Wenn man sich auf die KI verlässt, ohne selbst nachzudenken, hat man von vornherein verloren. Noch mehr: Ich habe sogar den Verdacht, dass Absicht dahintersteckt - nämlich die Absicht, die Menschen zu verdummen: Aufgrund der Art und Weise der KI-Antworten meinen "schwache Gemüter" schnell, sie seien besonders helle im Kopf. Das wiederum führt bei diesen Leuten schnell dazu, dass sie ihre eigenen Ansichten weniger kritisch betrachten. Vielleicht ist die KI auch bereits ein Teil der "Teile und herrsche"-Logik der Regierenden: Wenn nahezu jeder meint, er liege mit seinen Ansichten richtig, halten die Menschen weniger zusammen.


    "Analystenschätzungen"

    ===> So etwas interessiert mich gar nicht, da die "Analystenhäuser" nicht unabhängig sind - m.E. jedenfalls. Es ist doch auch auffällig, wie sie immer wieder der Entwicklung hinterherhinken. Nehmen wir als Beispiel mal Gold: Wenn Gold bei 4.000 steht, dann schwanken die "Analysten"-Vorhersagen für das nächste Jahr irgendwo um 3.700 bis 4.300. Dann gibt es Ausnahmen wie z.B. 3.500 oder 4.500 oder "in zwei Jahren 5.000". Damit kann doch kein Mensch etwas anfangen. Ich selbst ignoriere diese Analysten und mache mir meine eigenen Gedanken. (Man sollte aber Verständnis für diese Leutchen haben: Wenn man ein wenig danebenliegt, dann wird das toleriert. Lehnt man sich weit aus dem Fenster und liegt falsch, dann kann es den Job kosten. Also bleiben die Herrschaften lieber auf dem "Pfad der Tugend". Jaja, sie können einem schon leidtun. Aber ich bin nicht von der Wohlfahrt.)


    "Die Schuldenflut hebt alle Boote?"

    ===> Es handelt sich nicht um Schuldenmacherei in den Nebel hinein. Es handelt sich um gezielte Investitionen, die begründet sind. Und: Nebius erhält für zukünftige Leistungen bereits heute Milliarden-Vorauszahlungen von Kunden. Diese Vorauszahlungen fließen naturgemäß jetzt noch nicht in die Umsätze ein. Wichtig ist, dass sich die Kapital-Verwässerung und auch die mit Zinsen behafteten Schulden in Grenzen halten.


    "Was wird wohl Fed Chef Warsh dazu sagen?"

    ===> Wir befinden uns nicht im Bereich der Staatsverschuldung, wo tatsächlich wahnsinnig viel Geld einfach verplempert wird. Investitionen eines am Markt operierenden Unternehmens kann man damit nicht vergleichen. (Ich betrachte die Fed als Staats- bzw. Politik-Finanzierer; daher passt die Antwort.)


    Ich hatte übrigens in meinem vorherigen Posting auf meine "Beiträge 1.487 vom 19.02.2026 und 1.541 vom 20.04.2026" in diesem Thread hingewiesen. Das mache ich hiermit erneut. (Darin hatte ich die Gründe für meine Sichtweise beschrieben, und ich denke, mit diesem Beitrag ist dann wirklich so ziemlich alles gesagt. Vermutlich werde ich mich zu diesem Thema nicht mehr äußern, denn wir würden uns höchstwahrscheinlich nur im Kreise drehen. Das müssen wir uns nicht antun.)


    Grüße

    Flenzburg

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