• Auf Stundenbasis sieht es jetzt erstmal für wenigstens ein bisschen Zurueckkommen aus.


    Wenn ich jetzt Arias waere wuerde ich jeden Tag was Positives melden, auch wenn es wenig relevant ist.



  • Kurz gesagt: Ja – Managementfehler waren ein wesentlicher Faktor.

    Aber es war kein einzelner Fehler, sondern eine Kette aus strategischen Fehlentscheidungen, die durch den Vanadium-Zyklus brutal offengelegt wurde.

    Ich ordne das strukturiert ein.

    1. Ausgangslage: LGO war kein schlechtes Asset

    Wichtig vorab:

    • Maracás war eine der besten Vanadiumminen der Welt

    • Cash-Kosten im unteren Quartil

    • 2018–2019:

      • sehr hohe Vanadiumpreise

      • starker Free Cashflow

      • historische Chance, die Bilanz zu härten

    ➡️ Das Asset war gut. Das Problem war die Kapitalallokation.

    2. Der Kernfehler: falsches Verhalten im Hochzyklus

    Keine echten Rücklagen gebildet

    • Statt:

      • Cash-Puffer aufzubauen

      • Schulden aggressiv zu tilgen

      • antizyklisch zu denken

    • Wurde:

      • Geld in neue Projekte umgeleitet

      • Dividenden-/Buyback-Disziplin vernachlässigt

      • von „dauerhaft hohen Preisen“ ausgegangen

    ➡️ Klassischer Rohstofffehler:

    Man behandelte einen Peak wie ein neues Normal.

    3. Zweiter großer Fehler: gleichzeitige Großbaustellen

    Largo hat sich gleichzeitig auf zu viele Dinge eingelassen:

    1. Vanadium-Basisbetrieb

    2. Ilmenit / Titan-Nebenprodukte

    3. Pigment-/TiO₂-Projekt

    4. Minenlebensdauerverlängerung

    5. VRFB-Story (Vanadium Redox Flow Batteries)

    ➡️ Jedes Projekt für sich nicht absurd

    ➡️ In Summe für ein Mid-Cap-Unternehmen zu viel

    Das führte zu:

    • dauerhaft hohem CAPEX

    • steigender Komplexität

    • Kapitalbindung genau dann, als der Zyklus drehte

    4. Dritter Fehler: Finanzierung zur falschen Zeit

    Als die Vanadiumpreise fielen:

    • Statt früh:

      • Kosten aggressiv zu senken

      • Projekte einzufrieren

      • Produktion strikt cash-flow-orientiert zu fahren

    Wurde:

    • weiter investiert

    • mit Schulden gearbeitet

    • später verwässerndes Eigenkapital aufgenommen (am Tief)

    ➡️ Finanzierung prozyklisch, nicht antizyklisch

    Das ist einer der teuersten Managementfehler im Rohstoffsektor.

    5. Governance & Anreizproblem

    Ein strukturelles Problem:

    • Management wurde für Wachstum & Projekte belohnt

    • nicht primär für:

      • Free Cashflow

      • Bilanzstärke

      • Zyklendisziplin

    ➡️ Klassischer Konflikt:

    Zitat
    „Mehr Projekte = mehr Relevanz = mehr Rechtfertigung für Managementgröße“

    Für Aktionäre war das wertvernichtend.

    6. War es Pech? Teilweise – aber nicht überwiegend

    Ja:

    • Vanadiumpreis ist brutal zyklisch

    • China / Stahlindustrie schwach

    • Energiepreise in Brasilien gestiegen

    Aber:

    • Zyklizität ist bekannt

    • Andere Vanadium-Produzenten haben überlebt

    • Einige sogar Cash aufgebaut

    ➡️ Der Zyklus erklärt den Schmerz – nicht die Verwundbarkeit.

    7. Zusammengefasst – warum es so weit kommen konnte

    In einem Satz:

    Zitat
    Largo hat im Hochzyklus wie ein Wachstumsunternehmen agiert, obwohl es ein zyklischer Cash-Flow-Produzent ist.

    Oder noch klarer:

    • ❌ falsche Kapitalallokation

    • ❌ zu viele parallele Projekte

    • ❌ keine Bilanzdisziplin

    • ❌ Finanzierung zur falschen Zeit

    • ❌ unzureichende Risiko-Puffer

    8. Wichtigste Lehre (und Ausblick)

    Die Ironie:

    • Das operative Herz (Maracás) funktioniert

    • Bei normaler Bilanz wäre LGO heute profitabel

    Was jetzt entscheidet:

    • ob Investitionen radikal priorisiert oder gestoppt werden

    • ob Cash heute wichtiger ist als Visionen von morgen

    • ob das Management aus dem Zyklus gelernt hat

  • Der Verantwortliche ..

    Arias ist seit 2010 in Largo investiert, also vor dem Bau der Maracás-Mine.

    Er trat 2011 dem Board of Directors bei.

    Seit 2019 war Arias als Non-Executive Chairman tätig und ist seit November 2025 als Executive Chairman und Co-CEO aktiv.

  • „Kann LGO sich aus eigener Kraft wieder herausarbeiten – oder braucht es einen Reset (Asset-Sale / Übernahme)?“

    Das ist die richtige Schlüsselfrage.

    Ich beantworte sie ohne Hoffnung, ohne Storytelling, nur mit Logik und Zahlen.

    Kurzantwort

    Ja, LGO kann sich aus eigener Kraft herausarbeiten –

    aber nur unter engen Bedingungen.

    Wenn diese nicht erfüllt werden, ist ein Reset (Asset-Sale oder Übernahme) wahrscheinlicher und rationaler.

    1. Der „Eigenständiger-Turnaround“-Pfad

    (machbar, aber fragil)

    Voraussetzungen (alle müssen erfüllt sein)

    1️⃣ Vanadiumpreis ≥ 6,5–7,0 USD/lb

    • Unter 6 USD: nur Überleben

    • 6–6,5 USD: Cash-neutral

    • ab ~7 USD: echter Schuldendienst + Rücklagen

    ➡️ Ohne Preisunterstützung kein Spielraum.

    2️⃣ Produktion stabil ≥ 7.000 t V₂O₅

    • Nicht 9.000 (zu ambitioniert kurzfristig)

    • Nicht 5.000 (zu wenig Cash)

    ➡️ Das erfordert:

    • ausreichend Working Capital

    • keine weiteren Projektablenkungen

    • Fokus auf Maracás

    3️⃣ Investitionsdisziplin (entscheidend!)

    • Ilmenit / Pigment: einfrieren

    • nur Maintenance-CAPEX

    • kein Wachstum auf Kredit

    ➡️ Hier entscheidet Management-Glaubwürdigkeit.

    4️⃣ Keine weitere Verwässerung

    • Kapitalerhöhung am Tief = Turnaround tot

    • Iron-Ore-Calcine-Deal hilft nur, wenn Cash früh kommt

    Ergebnis, wenn alles klappt

    • Operativer Cashflow: 20–35 Mio USD/Jahr

    • Schuldenabbau in 2–3 Jahren möglich

    • Eigenständigkeit bleibt erhalten

    • Aktie hätte substanzielles Re-Rating-Potenzial

    Aber:

    ➡️ Das ist ein Narrow Path Scenario

    ➡️ wenig Fehlertoleranz

    ➡️ stark preisabhängig

    2. Der „Reset“-Pfad

    (wahrscheinlicher, rationaler, weniger Risiko)

    Ein Reset heißt nicht Insolvenz, sondern:

    Variante A: Asset-Sale (Teilverkauf)

    Beispiele:

    • Ilmenit / Titanrechte verkaufen

    • Iron-Ore-Calcine komplett monetarisieren

    • Royalty / Streaming auf Vanadium

    ➡️ Ziel:

    • Schulden sofort senken

    • Komplexität reduzieren

    • Fokus auf Kernbetrieb

    Sehr realistisch.

    Variante B: Übernahme (Full Take-Out)

    Warum LGO attraktiv ist:

    • Weltklasse-Asset

    • bereits gebaut

    • politisch relativ sicher (Brasilien)

    • heutige Bewertung extrem niedrig

    Wer käme infrage:

    • asiatische Stahl-/Vanadium-Player

    • integrierte Metallkonzerne

    • Private Equity (mit Zyklenerfahrung)

    ➡️ Ein Käufer:

    • hat günstigere Finanzierung

    • kann Zyklus aussitzen

    • braucht keine Börsenstory

    Für Aktionäre oft besser als jahrelanges Durchwursteln.

    3. Welche Richtung ist wahrscheinlicher?

    Meine nüchterne Einschätzung:

    SzenarioWahrscheinlichkeit
    Eigenständiger Turnaround~40 %
    Teil-Reset (Asset-Sale)~35 %
    Übernahme~25 %

    ➡️ Reset-Varianten zusammen: ~60 %

    4. Der entscheidende Trigger (sehr wichtig)

    Die nächsten 6–12 Monate entscheiden alles.

    Achte auf:

    • Wird CAPEX wirklich gekürzt?

    • Wird Cash priorisiert?

    • Kommt Iron-Ore-Cash früh oder spät?

    • Kommt nochmal Eigenkapital?

    Zitat
    Eine weitere Kapitalerhöhung wäre faktisch ein Eingeständnis,

    dass der Eigenständigkeitspfad gescheitert ist.

    5. Klare Schlussfolgerung

    • Ja, LGO kann sich aus eigener Kraft retten

    • Aber nur bei:

      • Disziplin

      • Fokus

      • etwas Preisglück

    Ohne das:

    ➡️ Reset ist nicht Scheitern, sondern die logischere Lösung.

  • Ich gucke auf den Chart... getreu der Erkenntnis: im Preis bilden sich alle Informationen ab -… Anmelden oder registrieren

    Das Publikum... wendet sich von dem Gebrauche des durch die Umlaufmittelvermehrung kompromittierten Geldes ab, flüchtet zum ... Barrenmetall, zu den Sachwerten, zum Tauschhandel, kurz, die Währung bricht zusammen. (Ludwig von Mises)

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