Mir persönlich haben die Beiträge von Edelweiss - mal abgesehen von den unerträglichen Entgleisungen - schon um Einiges weitergeholfen, denn mir ist plötzlich einiges klar geworden.
Es gibt da draussen nämlich noch eine andere Welt als die unsere:
In der allgemeinen Finanzwelt werden Entscheidungen auf Grund der offiziellen Inflationsraten, Arbeitslosenzahlen und und und getroffen. Und das sind die wirklich mächtigen Spieler, die mit den unendlich tiefen Taschen und den Freunden in der Politik.
Dort werden auch Gewinne gemacht, auf der Habenseite verbucht und das gewonnene Kapital zum Teil verprasst und mit dem Rest wieder vielfach gehebelt die Märkte bewegt.
Und wenn man mit der Nase nur fünf cm vor dem Bildschirm klebt dann kann man in - wenn auch nur nominell 'steigenden' Märkten 'Gewinne' machen, seine Positionen hebeln, seine Profite maximieren und und und.
Aber was ist wenn die zugrundeliegenden Märkte in Wirklichkeit garnicht steigen, sondern REAL - und nicht nur nominell - sich in einem Abwärtstrend befinden ? Wenn auf Grund falscher Signale (gefakter CPI, Arbeitslosenzahlen etc.) Fehlentscheidungen getroffen werden ?
Dann hebeln die grossen Spieler in Wirklichkeit Verlustpositionen - und das ganze funktioniert nur so lange, so lange sich halt ein noch grösserer Dummkopf findet der die überbewerteten Assets übernimmt. Und am Ende fällt das Kartenhaus in sich zusammen, was IMHO passieren MUSS.
----
Es gibt allerdings auch eine andere Perspektive als des abhängigen Börsenhändlers der wie das Kaninchen vor der Schlange auf den Bildschirm starrt.
Nämlich diejenige eines völlig unabhängigen Akteurs der es sich leisten kann sich das ganze Spiel aus der Entfernung anzusehen weil er nur sein ungehebeltes Eigenkapital investiert und daher auch das Privileg eines nicht endlichen - um nicht zu sagen unendlichen - Anlagehorizonts verfügt:
Und aus der unabhängigen Perspektive kann man z.B. erkennen dass das Fundament aktueller Marktentscheidungen völlig falsch ist:
- die USA haben z.B. allein mit China ein Handelsdefizit von 600Mrd. US$ pro Jahr. Was im Grunde bedeutet dass die ohnehin manipulierten US - Inflationszahlen ein Witz sind: Man bekommt allein aus China Güter für 600Mrd$ pro Jahr gegen grüne Scheinchen - also quasi (vorläufig) umsonst (die aber in unseren Märkten produziert ein Vielfaches davon wert wären). Natürlich erhöht das nicht die Auslastung der US - Produzenten und führt gleich zu steigenden Preisen, höchstens dort wo produziert wird. Das Gegenteil ist der Fall - es werden durch billige Importe seit Jahren sinkende Inflationsraten signalisiert und daher sind auch die Zinssätze zu niedrig.
Die Folge seit etwa 40 Jahren ist ein Überkonsum der USA auf Kosten der heimischen Industrieproduktion.
Die richtige Maßnahme wäre schon vor Jahrzehnten eintweder eine interne oder externe Abwertung gewesen - die eben heimische Produktion und Konsum sich wieder annähern lässt. Doch anstatt die interne Abwertung - sprich Deflation, sinkende Löhne etc. zuzulassen und am Ende damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen glaubt man durch Fälschung von Indikatoren und darauf basierenden falschen Maßnahmen eine Besserung herbeiführen zu können.
Insofern bleibt zu den USA nur ein Schluss: Deflation Muss sein weil es die Medizin ist die die USA brauchen. Denial - Leugnung wie von FED und Regierung praktiziert - führt nur zum Zusammenbruch.
Wer also nur den ganzen Tag 5cm vor dem Bildschirm sitzt mag das anders sehen, die Realtät sieht einfach anders aus. Insofern mögen wir EM - Bugs kurzfristig falsch liegen - langfristig ist der Käse in Sachen USA gegessen.
In Europa ist die Sache übrigens etwas anders geartet - hier wird Depression und Bereinigung mancherorts zugelassen, auch wenn man noch nicht völlig konsequent gehandelt hat - insbesonders die Abschreibung nicht einbringbarer Forderungen steht noch aus. Und dabei geht es allen Besitzenden ans Eingemachte.
Daher - und somit zurück zu den Edelmetallen - schliesse ich für mich persönlich:
Die USA müssen durch eine heftige Depression oder werden sogar einen Zusammenbruch erleben, in Europa degegen ist eine mindestens eine finanzielle Bereinigung notwendig.
Vor beidem schützen Edelmetalle - langfristig. Nicht allein - aber als EIN Mittel der Absicherung.
Der Prozess des Niedergangs des derzeitigen Finanzsystems kann sich allerdings noch etliche Jahre hinziehen, zu Kriegen und allerlei unerwünschten Erscheinungen an Nebenschauplätzen führen. Aber das 'big picture' steht fest: Das was uns hier zur Zeit vorgespielt wird ist nicht von Dauer.