Und nun schalten wir zwei bis zweieinhalb Gänge runter. Nicht was das numismatische Niveau angeht, sondern nur beim Erhaltungsgrad. Also von St, EA (Größenordnung MS 66) beim Threepence Edward VII auf s-ss und ss.
Augen auf!
Dafür zahle ich keine Aufschläge und ihr solltet das besser auch nicht tun!
Was mich angeht: in meine Sammlung kommen schön bis sehr schön und sehr schön erhaltene Münzen nicht rein. Dass ich ab notfalls "vorzüglich" aufwärts sammeleist mein persönlicher Spleen. So bleibt die Sammlung übersichtlich. Freude ist (für mich) eine Sache der Qualität und nicht der Quantität.
Was euch angeht: von diesen Stücken wird genug angeboten. Wer alternative Nachrichten aus Spanien, Frankreich und Italien kennt, kann sich sein Bild machen, was da los ist und warum die Münzen dort keine Abnehmer mehr über Spot finden! Bitte nicht von Taler- und Kaiserreichprägungen auf Münzen anderer Länder aus dem Zeitraum von 1830 bis 1914 schließen. Das war einmal. Dazwischen haben sich Abgründe aufgetan. Mit Prognosen halte ich mich hier zurück.
Die hier abgebildeten Münzen sind historisch und damit europäisches Kulturgut und sie wurden innerhalb der Zeit geprägt, als Europa im Begriff war, seine Industrialisierung nachzuholen und diesen Prozess so weit abzuschließen um mit Engeland auf Augenhöhe zu gelangen (England war da deutlich früher dran). Wir reden hier von 190 bis 150 Jahre alten, vollwertig ausgeprägten Kursmünzen. Teils werden solche Münzen auch als "ss-vz" oder gar als "fast vz" angeboten und damit man kann sehr viel Geld verlieren, wenn man von Erhaltungsgraden nichts versteht. Durch Alben, Kapseln und erst recht durch "Münzenrähmchen" kann man Politur (Glättung) kaum erkennen. Erst recht nicht, wenn sie durch Albenlagerung mit einem klebrigen Film beschlagen sind. Es gab Zeiten, da kosteten solche Münzen den fünf- bis zehnfachen Silberwert und kürzlich gab es sie bei mehreren Händlern um die 80 bis 90 Prozent davon. Wenn ich sowas in echtem, streng gegradetem, klassischen vz bis vz+ für 150 Euro kaufe, zahle ich zwar heute gut den dreifachen Silberwert, nicht aber das Zehnfache davon! Als ich meinen (Belgien, 5 Francs von 1850. vz+) Mitte des Jahres 2025 für 150 erwarb, war es etwa der fünffache Silberwert. Und seitdem habe ich keinen mehr von denen in echtem vz für 150 € oder weniger gesehen! Ein "vz" darf Abnutzung nur an den erhabenen Stellen haben und es muß dabei noch einiges an echten Prägeglanz aufweisen und ein vz+ sogar noch deuitlich mehr. Totgetaucht, also fast alles, was auf Slabs mit dem Zusatz "Cleaned" bewertet ist Stumpfglanz oder Pocken hat, kann man mit "S" oder "ss" bewerten. Einen vorzüglich erhaltenen Gulden aus Holland von 1847 wurde hier bereits gepostet, ebenso das belgische 5-Franc-Stück (vz bis vz+). Egal, was man euch beim Kauf erzählt: wenn ihr verkauft, wird man euch bei einem "vz" genau das vorhalten.....
PS: für 50 Euro das Stück gibt es sehr große Mengen davon in sge-s zu kaufen. Darunter wird es dann langsam dünn. Aber es gibt auch seriöse Angebote zu 49, 48, und darunter. Rechnen wir mal mit der Einfachheit halber mit 50 Euro für 22 Gramm Silber. Macht etwa 70 Euro je Unze. Nun zu Anlagemünzen. Derzeit (08.01.2026 gegen 17 Uhr) günstigstes Angebot auf einer großen, seriösen Händlerplattform für Edelmetallprodukte: 82,90 Euro je Unze. Macht, beuogen auf 70 Euro die Unze für 900er Silber stolze 17 Prozent Unterschied!
Fazit: "Münzensammeln" kann sich relativ zu Anlagesilber lohnen, wenn man es "richtig" macht.
Seien wir ehrlich: wenn Silber wirklich knapp wird und man uns Preise von 100 und mehr Euro um die Ohren haut, wird auch solches Silber gerne nahe dem Spotpreis, zum Spotpreis oder mit leichten Aufschlägen darauf genommen werden. Die Aufschläge von Anlagesilber zu solchen Münzen werden sich beim Verkauf an Händler mit weiter steigendem Silberpreisen marginalisieren bzw. wenn es kein Anlagesilber mehr geben sollte: sowas gibt es danach noch kurze Zeit und dan ist auch das "Altsilber" weg....