Beiträge von Wayne Schlegel


    Ha, grandioser Beitrag im Gelben, der endlich mal auf den Kern des Problems Atomkraftnutzung eingeht, das was ich auch meinte:
    http://www.dasgelbeforum.de.or…egory=0&order=last_answer
    Das einzig wichtige, was er mE nicht erwähnt, ist die unselige Allianz der "Klimaschützer" und AKW-Befürworter.
    Die sollen Betriebshaftpflichtversicherungen abschließen, so wie's jeder Autohalter muß.


    Unlimitierte Haftpflichtversicherungssumme halte ich für übertrieben. Wenn man beim Pkw als Versicherungssumme 1-5 Millionen abschliessen soll, sollten 500 Milliarden pro Reaktor und 1 Milliarde pro Brennstab außerhalb des Reaktors inflationsindexiert reichen. Und natürlich muss darin auch höhere Gewalt versichert sein, denn sonst war nicht der Betreiber und die abstrakte Gefahr, sondern Sonne, Mond, Sterne oder Alkaida schuld.


    Da die deutschen Reaktoren und Anlagen so megasicher sind, dürfte die Prämie, um dieses Risiko abzudecken gering sein. Portokassenkram. Gerne auch Prämiensysteme mit Schadenfreiheitsrabatte. Und natürlich Nachlass, wenn alles nächtens hübsch in eine Garage gestellt wird.


    Einfach euren Abgeordneten über http://www.abgeordnetenwatch.de direkt fragen. Geht ganz einfach. Nach Lust und Laune als 1 oder Mehrzeiler. Denn dafür sind eure Abgeordneten da, dass sie EURE INTERESSEN vertreten. Leider muss man denen das permanent, hartnäckig und Klartext sagen (so soll er sich positionieren, sonst gibt es aus der Familie keine einzige Stimme, die nämlich bei der Konkurrenz landen), sonst bleibt es bei ihren eigenen EURO INTERESSEN.

    1. Atomstrom ist nicht billig. Ganz im Gegenteil. :wall:
    a) AKW's werden beim Bau subventioniert. Diese Kosten tragt ihr als Steuerzahler (andere Energien auch, ich weiss)


    Vor dem Bau muss die ganze Forschung durch den Steuerzahler finanziert werden, die entspr. Fakultäten und die Ausbildung der Ingenieure u. Techniker ebenso.

    b) Dann zahlt ihr den täglichen Strombedarf. Mag sein, sagen wir dieser Preis ist leicht günstiger beim Atomstrom.


    Weil man die exorbitanten Nebenkosten nicht mit dem Stromkunden, sondern "anonym" mit dem Steuerzahler abrechnet.

    c) Nun kommen die Kosten für die Entlagerung. Die sind im Strompreis (b) nicht oder nicht vollständig enthalten. /(z.B. wird Assen war mit unter einem Zehntel der jetzt wohl auftretenden Kosten gedeckt. Den Rest zahlen wir, heute, zusätzlich, ohne Gegenleistung.).


    Genau 200.000 Jahre lang bewachen, messen, umlagern und hoffen, dass da kein Erdbeben, Impakt oder sonstwas passiert. 200.000 Jahre lang.

    d) Nun kommen noch die Kosten für Atomunfälle dazu. Die sind im Preis nirgends enthalten.


    Wenn es eine Haftpflichtversicherungspflicht gäbe und hierfür Beiträge bezahlt werden müssten, liesse sich das leicht quantifizieren. Aber eben deshalb gibt es keine solche Versicherungspflicht, denn der Atomstrompreis wäre um die ein oder andere Potenz höher.

    Also einfach mal überlegen, was kostet wohl die Kilowattstunde Atomenergie in Japan in 2011? Ist sie wohl billig?


    Entweder bezahlt man teuren, wenig gefährlichen Strom mit viel Geld, oder man bezahlt noch teurern, extrem gefährlichen Atomstrom mit noch mehr Geld und mit der eigenen oder der Gesundheit seiner Kinder. So einfach ist die Rechnung, aber nur wenige Menschen kapieren das und betätigen sich auch.


    Na klar, einer muss ja ein bischen optimistisch in die Zukunft blicken, ansonsten kann man uns alle gleich begraben. Natürlich ist diese Katastrophe verherrend, doch halbwegs realistisch betrachtet wird rund um das AKW, ob nun im Radius 50 oder 100 km sei mal dahingestellt, das Leben weitergehen, auch in Japan, nimm Dir einen schwarzen Edding und male rund ums AKW einen großen schwarzen Kreis auf Japans Landkarte, der Rest hingegen wird sich berappeln und seine Lehren hieraus ziehen. Warum sollte es hier grundlegend anders kommen als beim Gau in der Ukraine? Ob diese Zone nun von einem Reaktor unbewohnbar gemacht wurde oder gleich 6-fach unbewohnbar sein wird macht abseits jeder verständlichen Sorge keinen Unterschied. 1 x tod ist bereits mehr als genug, 6-fach höher in der gleichen Zone abzuleben ist, nun ja, bereits nach dem ersten Ableben schon gegessen.
    (...)
    Wünsche
    ...einen goldigen Tag
    Tut


    Servus Tut,
    im Gelben gefunden:


    Folgender, etwas aelterer Artikel berichtet ueber eine NRC-Studie (U.S. Nuclear Regulatory Commission) zu den Gefahren einer Kernschmelze in einem Abklingbecken.
    Study warns of 500-mile radiation spread
    http://www.usatoday.com/news/n…-11-radiation-study_x.htm


    Na klar, einer muss ja ein bischen optimistisch in die Zukunft blicken, ansonsten kann man uns alle gleich begraben. Natürlich ist diese Katastrophe verherrend, doch halbwegs realistisch betrachtet wird rund um das AKW, ob nun im Radius 50 oder 100 km sei mal dahingestellt, das Leben weitergehen, auch in Japan, nimm Dir einen schwarzen Edding und male rund ums AKW einen großen schwarzen Kreis auf Japans Landkarte, der Rest hingegen wird sich berappeln und seine Lehren hieraus ziehen. Warum sollte es hier grundlegend anders kommen als beim Gau in der Ukraine? Ob diese Zone nun von einem Reaktor unbewohnbar gemacht wurde oder gleich 6-fach unbewohnbar sein wird macht abseits jeder verständlichen Sorge keinen Unterschied. 1 x tod ist bereits mehr als genug, 6-fach höher in der gleichen Zone abzuleben ist, nun ja, bereits nach dem ersten Ableben schon gegessen.
    Tut


    Servus,
    nochmals der wirklich freundlich gemeinte Tipp, alle Sachinfos von CrisisMaven zu lesen, das erhellt ungemein, sich mit Strahlungsdosen, Milli- und Mikrosievert eingehend zu beschaeftgen - und dann die Lage einschaetzen.


    Der Realitaet muessen wir frueher oder spaeter ohnehin ins Angesicht blicken.


    Wenn es uebel laeuft - und die Nachrichten, um mit besserer Hoffnung in die Zukunft zu schauen, werden duenner - wirst Du den genannten Edding nicht fuer konzentrische Kreis brauchen, sondern um Japan von der Landkarte zu streichen. Viele gehen davon aus, dass sich Japans Schicksal in den naechsten Tagen entscheidet.

    Also, ehrlich gesagt wirds mir schon mulmig beim Gedanken Pu-Sushi zu verspeisen. Muss man halt mitm Geigerzähler essen gehen. So technikverliebt wie die Japaner sind, sind die mir da dann bestimmt nicht böse, wenn ich das Ding nach Anlegen der Serviette mal so kurz unterm Tisch vorziehe und alles Dargebotene ... - nur ganz flüchtig teste. ... ;)
    Gruß,
    gutso


    Servus,
    CrisisMaven sagt im Gelben, dass man Plutonium-Vergiftung nicht mit dem Geigerzähler erkennen kann. Also solltest Du eine Vorkosterin mitnehmen - demnächst.


    Lebensmittel aus Japan sind in deutschen Supermärkten eher selten. Bei Japans Nachbarn ist das anders. Vor allem Thailand und Südkorea importieren tonnenweise Meeresfrüchte, Obst und Gemüse. Aus Angst vor radioaktiver Belastung kontrollieren die Behörden nun schärfer.


    Servus,
    mag die Ausnahme sein, aber gestern habe ich interessehalber auf die Etikettierung der Aldi-Thunfisch-in-Öl-Dosen geguckt: Fang Westpazifik. Und der Westpazifik wird von Japan aus befischt. Und über dem Westpazif falloutet gerade einiges.

    (...) Egal, bei Euch werden die Atomkraftwerke abgeschaltet laut Merkel und ihr werdet schon sehen wie gesund das wird fuer den Geldbeutel und Luft. Nun noch mehr abhaengig von den Russen, ich gratuliere dazu. :D
    Gruss
    Eldo


    Servus Eldo,
    ist es nicht schnurz, ob wir von den Russen, den Saudis, USrael, ClubMed, den Uranlieferstaaten (den hier waechst kein Uran) abhaengig sind, sprich zur Kasse gebeten werden?

    Servus Tut,
    Dein Optimismus ist herzerfrischend. Und es waere ein riesen Glueck, wenn es nur so eine 50 km Zone gaebe oder noch weniger Territorium verseucht ist/wird. Allein die bereits jetzt mitgeteilten Fakten - und das sind gewiss nicht alle - deuten auf eine ungleich groessere Todeszone hin. Mache Dich mal im gelben Forum kundig (und nicht beim Hosenanzug oder bei Yogeschwar) und Du wirst, so meine Auffassung, Deine jetzige Einschaetzung leider revidieren muessen.


    Ein Strahlungswert von 10 Mikrosievert die Stunde (0,000 010 Sv) ergibt eine Jahresdosis von ueber 80 Millisievert. Der Grenzwert fuer AKW-Personal betraegt 20 Millisievert im Jahr. Ist also dauerhaftes Wohnen in einem Umfeld mit 4facher Strahlungexposition eines AKW-Beschaeftigten moeglich? Ich denke nicht. So hast Du ganz schnell eine Unbewohnbarkeitszone von einigen hundert Kilometer beisammen.


    Wenn es ganz schlimm kommt - und das ist nicht auszuschliessen - kann man Japan von der Landkarte als bewohnbar streichen. Gott moege das verhindern, so er will.


    (...) Auf ebay gibt es sie noch - allerdings mit Standort "Litauen" - und dorthin überweise ich sicher kein Geld ;)


    Versand erfolgt aus Litauen (und nicht aus RUS, wo es produziert wird (http://quarta-rad.ru/de/produc…e8e2aa68d8cfa135f5a46ba74)) - wegen den sonst fälligen EU-Zollgebühren. Der Ansprechpartner und das Geld haben ihren Sitz in D, wie sich das gehört.


    Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich eines vor knapp 2 Wochen bestellt. Jetzt am Samstag ist es eingetroffen. Sollte demnächst mal nach Jülich fahren, um es zu testen, bevor umfangreiches Testmaterial aus Japan frei haus kommt.

    Mir fehlt nur jegliches Verständnis für das schleppende Handeln der japanischen Regierung und der Nachbarländer - Japan ist ein hochnechnologisiertes Land mit einer weltoffenen und sehr disziplinierten Bevölkerung - das ist kein 3. Welt-Land, aus dem unkoordinierte Flüchtlingsströme zu erwarten sind. Seit 3 Tagen wird zugesehen, wie die AKW`s eines nach dem anderen hochgehen - wieviele Frauen mit Kindern und Schwangere hätte man in dieser Zeit aus dem Hochrisikobereich von 250 - 300 km Umkreis evakuieren können ? Vermutlich Millionen. ;(


    Dafür gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten - kann man sich eine aussuchen:
    1. Die Verantwortlichen sind verantwortungslos
    2. Die Verantwortlichen sind verantwortungsvoll, weil
    a) jeder der ein Hirn zum Denken hat seine allerliebsten schon selbst weg bringen kann, ohne staatliche Aufforderung
    b) eine staatl. Aufforderung Massenpanik auslöst und es sofort viele Tote gibt anstatt (spätere) Fötusschäden/-tote
    c) es keinen Unterschied macht, ob man 100 km oder 500 km weg ist, weil das Unglück so massiv ist


    Ich habe es gestern hier schonmal gemailt, dass von einer baldigen UNO-gesteuerten Massenevakuierung Japans auszugehen ist, wenn Plutonium (MOX) im Spiel sein sollte.


    Und verantwortungsvoll wäre es von dem Rest der Welt, bereits jetzt Planungsstäbe für ein solches Szenario einzusetzen - auch wenn man über die Eintrittswahrscheinlichkeit streiten könnte, wobei die Energie nicht für den Streit sondern für die Evakuierungsplanung einzusetzen ist.


    Da kannst auch Du, werter appendix, dich individuell verantwortungsvoll zeigen, in dem Du dir die geringe Mühe machst, Deinen Wahlkreisabgeordneten anzumailen und zu fragen, ob es Notfall-Planungsarbeiten in diese Richtung gibt. Den Samen sähen, denn jeder Tag mehr an Planungsvorlauf rettet im schlimmsten Fall tausende von Leben.


    Und wenn sich alles später doch als unnötige Übertreibung herausstellen sollte, weil irgendwer in nullkommanix einen Sarkophag auf alle strahlenden Atomanlagen stülpt: Prima, dann trinken wir ein Bier drauf und können wie die Japaner auch weiterleben wie bisher.

    Was haltet ihr denn davon, wenn man ein GSF-Spendenkonto einrichtet und wenigstens ein paar Leute "herausholt". Flüge bezahlt und einen Aufenthalt hier organisiert?
    Ich wäre bereit, ein oder zwei Kinder/Jugendliche oder einen Erwachsenen aufzunehmen.


    Meine Einschätzung: das wird in einem größeren Maßstab kommen, wenn tatsächlich Plutonium im Spiel ist und ein nicht unbeträchtlicher Teil von Japan für 48.000 Jahre als unbewohnbar angesehen werden muss. Wenn nichts dergleichen in dieser Dimension passiert und es eine gute Chance auf Wiederaufbau Japans gibt, dann sind die Menschen besser unter ihresgleichen aufgehoben.


    Wenn aber massive Verseuchung, dann wird die UN Länder-Evakuierungs-Aufnahmequoten vorgeben, die Strahlenexposition der Menschen muss bei Evakuierung festgestellt/taxiert werden, die Kostentragung für medizin. Versorgung/Behandlung muss geregelt werden usw. usf.
    Es wird womöglich noch viel Gelegenheit geben, seine humanitäre oder nichthumanitäre Ader zu entdecken - und dabei auf eigenen Wohlstand zu verzichten.


    Nach der bisherigen "uneigennützigen" Zuwanderungspolitik dürften in einem solchen Szenario nach Deutschland dann allerdings überwiegend mittel- bis schwerverstrahlte über 60 Jahre, nach USA, Australien und Kanada un- und leichtverstrahlte unter 30 kommen.

    Wenn man hier manche Beiträge liest, dann bekommt man den Eindruck, als wünschten sich hier einige User die schlimmsten Auswirkungen geradezu herbei.


    Den Eindruck habe ich nicht. Und Menschen mit Todessehnsucht sollte man in einem Goldseitenforum nicht unbedingt erwarten dürfen.


    Als wären die gesicherten Erkenntnisse nicht schon schlimm genug,


    Welche Erkenntnisse sind "gesichert"? Die von Rangar Yogeschwar?


    ... wird plötzlich ein Teil Japans unbewohnbar oder alle Hauptstadtbewohner verstrahlt.


    So sarkastisch das klingen mag, wenn nur das passiert und sonst nichts weiter, hätte die Menschheit nochmal richtig Glück gehabt.


    Hier weiß niemand mehr, als was sowieso über die Agenturen bekanntgegeben wird. Einen AKW-Experten haben wir wahrscheinlich auch nicht in unserer Runde und selbst der könnte auch nur mutmaßen.


    Eben, mutmaßen genau wie ich und Du.

    Beruhigt euch und wartet einfach ab. Ihr könnt sowieso nichts an der aktuellen Situation in Japan ändern


    Aber vielleicht kann man an de hiesigen Situation etwas ändern?


    und auch nicht durch Fantasieren an zusätzliche Informationen gelangen. Alle Infos zusätlich zu den Live-Tickern sind reine Panikmache und Propaganda.


    Recte, fragt sich nur, Propaganda in welche Richtung: verharmlosend oder dramatisierend. Und wenn bestimmte Ablaufsszenarien durch die Realität bestätigt werden, dann sind sie jedenfalls nicht verkehrt gewesen, ob jetzt interessengeleitet oder neutral ausgedacht.


    Wer nicht mehr abschalten kann, sollte vielleicht seinen Kopf mit etwas (Meer-)Wasser abkühlen. Wenn ihr etwas unternehmen wollt, dann spendet für jap. Hilfsorganisationen .


    Keine schlechte Idee, wobei das Spenden ohnehin in Form des Zurkassegebetenwerdens (Dein Name Notopfer spricht Bände) schon noch auf alle Individuen zukommen wird.

    Eine Horde von Rentnern in diesem Land bedeutet auch gleichzeitig eine Horde von Wählern. Man wird die Renten in erwarteter Höhe ausbezahlen. Die Frage ist nur welche Kaufkraft dieses Geld haben wird.


    Richtig erkannt.


    Wer hier im Forum bezweifelt ernsthaft die kommende Inflation, und erwartet eine Deflation? Das würde mich echt mal interessieren. Zuallererst dann mal der Tipp: Du bist im falschen Forum!


    Ich habe Zweifel an einer kommenden (Hyper-)Inflation, da das Spiel vorher schon deflationär beendet sein kann. Ich sage "kann" und nicht "muss". Das bedeutet, dass ich mir nicht sicher bin. Gibt es nicht das Sprichwort, dass nur Dumme ihrer Sache völlig sicher sind?


    Sorry aber die Deflationisten scheinen rein gar nichts verstanden zu haben, und erweisen sich (derzeitige Realinflation) darüberhinaus als chronisch lernresistent.


    Geziemert es sich für Dich, derart abfällig über Andersdenkende zu urteilen?


    Geldmengenschaffung ist Kreditexpansion und damit per Definition Inflation (inflare, aufblasen). Wo die Inflation landet (derzeit: Rohstoffe) ist uninteressant. Diese wird erst exportiert, dann importiert. Wir sitzen alle in einem Boot und die bunten Zettel rotieren weltweit.


    Hier eine gegenteilige Einschätzung in Auszügen (Volltext hier: http://83.169.1.150/wiki/displ…+Kredite+im+Dezember+2010) :


    Wie hier schon öfter mal dargestellt möchte ich Fakten zur Kreditausweitung also die Geldschöpfung darstellen und hier mit das Märchen von der Inflation bekämpfen. Das Bild zeigt die absolute Zu- / Abnahme der Kredite stets in der Betrachtung von Jahr zu Jahr. Also wie viele Schulden (Geld) wurden in dem jeweils zurückliegenden 12 Monaten neu gemacht. Es wird der gesamte Euroraum (linke Spalte) und die einzelnen Euroländer dargestellt.


    (Tabelle)


    Guckt Euch das Bild bitte an. Die Kredite in der Eurozone werden seit November 2008 nicht mehr signifikant ausgeweitet. Ab diesem Monat geht die Neuverschuldung massiv zurück.
    Mit dem roten Rahmen habe ich die eigentliche Infla-Zeit dargestellt, und die lag von 2006 bis Mitte 2008. Und obwohl die Kredite Ende 2008 bereits massiv zurückgingen, lagen die neuen Schulden noch über einer Billion Euro. In der besten Zeit im ersten Halbjahr 2008 wurden Jahr zu Jahr sogar über zwei Billionen neues Geld geschöpft.
    Der Blaue Rahmen zeigt dann die Phase an, in der auf Jahresbasis die Kredite sogar gefallen sind. Das macht sich natürlich stets 12 Monate verzögert bemerkbar.
    Im grünen Rahmen sieht man dann wieder eine leichte Reflationierung. Aber spätestens im Dezember muss man diese Phase als abgeschlossen ansehen. Nur mal zum Vergleich. Nehmen wir mal den besten Wert aus dem Mai 2010 mit Neukrediten von 320 Mrd. Euro auf Jahresbasis. Eine vergleichbar schwache Zahl wurde vor der Finanzkrise nur im Frühjahr 2002 (also nach den Anschlägen vom 11. September 2001) gemessen. Aber selbst da lagen die neuen Kredite auf Jahresbasis im Februar 2003 bei 369 Mrd und im März 2003 bei 394 Mrd. Sonst lag die Kreditschöpfung Monat für Monat über 400 Mrd Euro pro Jahr.
    Was man also klar festhalten kann, es gibt keine Inflation.
    ( ... )

    Servus Tiberius,
    Donnerwetter, da hast Du schon viele Krisen profund miterlebt. Da kann selbst Scholl-Latour nicht mit (Späßle).


    Also eine Krise in der Vergangenheit nennen, in der man trotz Gold verhungert ist? Habe eben bei Jared Diamond (Kollaps) nachgeschlagen, aber auf Anhieb ausser Osterinseln nichts gefunden. Der liebe Gott spricht in seinem Bestseller (Bibel) von Hungersnöten, gegen die nur der feste Glaube hülfe, und nach Betrachtung seines Gesamtwerkes kann man nicht davon ausgehen, dass er damit den festen Glauben an Gold gemeint haben könnte.


    Sonst fällt mir spontan leider nur noch Sahel, Eritrea, ein paar tausend Stadtbelagerungen in Antike und Mittelalter, zehntausende Missernten und hunderttausend Hungersnöte ein, wo dies der Fall hätte sein können, aber wir können nunmal keinen mehr Fragen, der vor Jahrhunderten verhungert ist, ob ihm Gold genutzt hätte oder nicht. Ach ja, da gab es laut den Anthropologen auch Steinzeitleute, die gar nicht wussten, was es mit dem glänzenden Metall in manchen Bachläufen auf sich hat. Da wird schon der ein oder andere im Verlauf von 100.000 Jahren mit Nuggets neben sich verhungert sein. Die gingen davon aus, dass man Gold nicht essen kann. Wie dumm von ihnen.


    In Mexiko soll zu Revolutionszeiten auch ein Gringo mit Gold versucht haben, Brot zu kaufen. Dem wurde der Hals aufgeschlitzt, Steine statt Brot reingelegt und das Gold im übrigen akzeptiert. Okay, er ist nicht mit Gold verhungert, insofern als Beispiel in unserem Fall wohl untauglich. Aber vielleicht kann man bei einer so schwierigen Aufgabenstellung ein Doktorvaterauge zudrücken. Quelle: Karl May. (scho widda a klois Spässle, gell, s'isch Fasnacht).


    Ist aber einerlei und insofern will ich der Fangfrage auch nicht weiter aufsitzen, weil wir nicht in der Vergangenheit leben, sondern in der Gegenwart und unsere Investments zukunftsorientiert ausrichten. Da Zukunftsinvestments nunmal eine Spekulation auf die Zukunft sind, steht es frei, Szenarien auszuschliessen oder einzubeziehen, die eine umfassende Katastrophe/Kollaps/Game Over mit Nahrungsmittelproduktionsausfällen umfassender Art beinhaltet. Nicht vergessen, wir haben Just-in-time-Distribution und immer noch eine jahreszeitenabhängige und vorallem nunmehr eine wenig fehlertolerante Massenproduktion (geh mal in eine moderne, vollklimatisierte Massenmilchkuhmelkfabrik, lasse Dich entkeimen und mit Schutzkleidung ausstaffieren und klatsche drinnen dann in die Hände: 10% der Überzüchtungen fallen vor Schreck sofort tot um, weitere 20% brauchen eine Farbtherapie. Alle miteinander gehen sie innerhalb weniger Tagen ein, wenn die Melkanlage nicht mehr funktioniert, weil der Servicetechniker mangels Gold zum Tauschen auf der Anfahrt verhungert ist. Gäbe zwar viel Notschlachfleisch, aber die Kühlkette, eine Pökelanlage für 1.000 Viecher, der Servicetechniker ... ihr wißt schon.


    Die Läger befinden sich auf den LKWs und was derzeit bei ALDI, LIDL usw. sicht-und essbar ist. Das ist alles. Der Bund hat noch für 2 Wochen eingelagert, aber natürlich nur für seine Leut. Die Wehrmacht dürfte etwas mehr haben, aber wenn die personell schrumpft, schrumpt die Logistik auch mit. Wenn Du natürlich ein Bundeswehrdepot in der Nähe hast und der Wachmanschaft einen Barren zuschiebst, dann rücken die ein paar EPAs raus - vorausgesetzt die haben genug davon und tuen in Chaos und Anarchie ihren Dienst wie eh und je. Oder die haben zuhause Ehekrise und beschützen daher lieber ihre Dienststelle denn ihre Familien. Aber nicht jeder hat so ein militärisches geschütztes Depot um die Ecke, wo sich Plünderer mit nur leichten Waffen nicht rantrauen.


    Und wer sich dann darauf verläßt, mit seinem gehorteten Metall den einen/die wenigen in einer Umwelt in Chaos und Anarchie zu finden, der einen Überschuss z.B. in Form von über Bedarf (!) gehorteten Konserven oder so ein Zeugs vor nicht tausch- sondern raubwilligen Zeitgenossen mit und ohne Migrationshintergrund hat bewahren können, der hat hoffentlich nicht zu einseitig auf diese Spekulation gesetzt. Es geht keiner rum mit nem Plakat "Tausche Bohnen gegen Gold" und meint dabei grüne Bohnen. Und ob es den Bauern gibt, der vor Ort ein volles Lager hat und der lieber Gold als Tauschangebot akzeptiert, als einen Kanister Diesel, weil er seine 500 PS Saat-/Ernte/-Sonstwasmaschine nie wirklich leiden konnte und mit Spaten und Setzholz ja leicht ähnliche Erträge erzielt - oder der PS-Koloss ohnehin eine Schraube locker hat und der Servicetechniker auf der Anfahrt ..., wer weiss das so genau. Ferner ist fraglich, ob besagter Bauer in Gewölbekellerritzen vom Großvater noch ein paar Samen der alten Sorten findet. Denn Terminatorsaatgut bzw. der Genkram, der eine 100%ig exakte Düngermischung und sonstige maschinelle Betreuung braucht, geht auch nicht so toll. Blieben da noch die Schrebergärtner und Doppelhaushälftenvorgartensubsistenzwirtschaftler sowie Fensterbanksprossenzüchterinnen. Wieviele Ernten pro Jahr werden damit benötigt, um ein halbes Regal bei ALDI dauerhaft voll und einige Mäuler gemäß dem üppigen Kaloriengehalt von Gemüse satt zu kriegen?


    Wer an Gott, Allah, Jahwe ... fest glaubt, dem ist dieser Glaube nicht zu nehmen. Wer ferner glaubt, er könne mit Gold jederzeit alles kaufen, dem ist auch dieser Glaube nicht zu nehmen und er darf diesen Glauben selbstverständlich gerne behalten. Wer sich glaubend noch nicht festgelegt hat, hat die Freiheit des Denkens und des Entscheidens der Frage, ob man Gold essen kann oder nicht. Amen.

    Wayne Schlegel:
    Das "Gold kann man nicht essen"-Totschlagargument ist sowas von hohl.


    Servus Frosti, das Argument mag hohl sein, aber es ist wahr. Eine Hohlheitsbehauptung ist für sich übrigens kein Argument, sonderen in der Rhetorik allenfalls eine Totschlags-ebensolches.


    Bedeutung hat es allerdings nur in einer einzigen Extremsituation: man hat Gold, aber nichts zu essen und keiner tauscht sein Essen gegen Gold, weil er selbst nicht genug Essen für sich/seine Allerliebsten hat und davon ausgeht, dass sich diese Mangelsituation auch nicht bis zum Ende des vorhandenen Essens ändert.

    Wenn es nichts zu kaufen gibt, hat auch nichts einen Wert. Also ist Gold wertlos. Genialer Zirkelschluss!


    Die Schlussfolgerung muss wie folgt lauten: Wirklichen Wert hat in dem diskutierten Szenario dann nur Existenzielles. Ist Gold existenziell, hat es einen Wert.

    Die "Es-wird-keinen-Überschuss-in-der-Krise-geben-Theorie" klingt für mich nach einer Entschuldigung bzw. einer Ausrede.


    Es sind Krisen vorstellbar, in der lange keine Überschüsse produziert und/oder verteilt werden können und viele aus ihren Vorräten leben müssen (weil das viele (?) so sehen, legen viele auch Vorräte an, ansonsten wäre das irrational und Geld- pardon Goldverschwendung). Wer davon ausgeht, dass immer Überschüsse produziert werden/verteilt werden können, der ist mit dem Thema natürlich fertig und braucht keinen weiteren Gedanken verschwenden.


    Ich halte die Annahme, es würde in der Krise niemanden geben, der etwas gegen Au&Ag herzugeben hat, für sehr unwahrscheinlich.

    Bezüglich des "Etwas" stimme ich Dir voll zu. Ich sprach aber von Nahrungsmitteln und nicht von "etwas". Es hilft mir in meinem Hunger nichts, wenn ich für eine Unze eine Eigentumswohnung kaufen kann. Die Frage in diesem Sinn ist also, kann ich in den von mir nicht von vornherein ausgeschlossenen Krisenszenarien mit Sicherheit annehmen, dass ich ohne zu große Risiken für mich und die von mir abhängigen eingehen zu müssen mit Metall stehts in ausreichendem Umfang existenzielle Nahrung kaufen kann von jemandem, der im Überfluss hat. Wenn man diese Frage mit ja beantwortet, dann kann man Gold im übertragenen Sinn essen. Wenn die Antwort nein lautet, dann kann man Gold nicht essen.

    Senf erkennt gewisse Probleme des aktuellen Geldsystems, will aber wieder irgendein neues Staatsgeld einführen. Einige Probleme würden dadurch sicherlich gelöst, andererseits neue geschaffen.


    Ich bin für freies Marktgeld. Wär doch schoen zu schauen was sich durchsetzt. Wahrscheinlich Gold und Silber für die meisten Anwendungszwecke. Jeder der möchte, kann sich ja umlaufgesichertes Geld ala Senf zulegen.


    Senf ist - wie alle Professoren - Staatsbediensteter und dürfte schon aus diesen Gründen ein vitales Interesse daran haben, dass es einen Staat mit Staatsgeld gibt, die ihn und seine Zunft alimentieren.


    Soll kein Vorwurf sein, sondern nur eine Faktenbeschreibung. Idealisten, deren Ideen sich gegen die eigene Alimentierung richten, sind halt höchstselten anzutreffen.


    Frosti: Gold bleibt am Ende tatsächlich. Aber eben als schmuckes Metall. Beim Big Bang nutzlos, denn da zählt nur Essbares und wenn es davon keine Überschüsse gibt, wird Nahrung auch nicht gegen alles Gold der Welt eingetauscht.
    Wenn ich nach dem Absaufen der Titanic mit Eichelburg in seinem doppelbödigen Goldrettungsboot allein auf hoher See sitzen würde und besagter mir eines seiner goldenen Paddel anbieten würde im Tausch mit ein paar Schluck aus meiner kleinen Wasserflasche und uns beide das viele Salzwasser sehr sehr durstig gemacht hätte, sollte ich da tauschen? In solchen Situationen ist bei eher materialistischen Charakteren eher die Gefahr, dass der eine dem anderen das Paddel über den Schädel zieht und Wasser und Gold hat. Gegenmeinungen?

    (...) Mein Wunschtraum ist und bleibt ein weitgehend manipulationssicheres, werterhaltendes und nachhaltiges Geld- bzw. Zahlungssystem. Ob es das überhaupt gibt und ob das jemals im großen Stile praktikabel wäre, keene Ahnung. Aber, versuchen können wir es wenigstens ..


    Nachhaltiges Geld- und Gesellschaftssystem?
    Alle Versuche sind bisher gescheitert. Im aktuellen Versuch eines nachhaltigen Geld- bzw. Zahlungssystems (Ziel natürlich ist es, nachhaltig-ewigen, idealerweise bei sich sich vermehrenden Wohlstand zu generieren) stehen wir kurz vor dem Abschluss. Das Ergebnis ist schon jetzt erkennbar. Der Wohlstand wird nur für herzlich wenige nachhaltig sein.


    Die Empirie belegt lückenlos: Es gibt kein weitgehend manipulationssicheres, werterhaltendes und nachhaltiges Geld- bzw. Zahlungssystem.


    Oder verkürzt: Der Mensch kann kein nachhaltiges Geldsystem schaffen (erhalten).
    Die Theorie (kapitalistische, kommunistische, freigeldige ...) arbeitet immer mit dem Instrument "Geld", denn nur mit "Geld" läßt sich eine Staatsmacht und Extrem-Profiteure (Geldmacht) etablieren, und bettet dieses in ihr jeweiliges Menschen-/Gesellschaftsbild ein, damit sich genügend finden, die mitmachen und es als alternativlos/überlegen präsentieren zu können. Auch das funktioniert im Sinne von Nachhaltigkeit nicht mal auf dem Papier.


    An historischen Quellen über geldlosen Gesellschaftssystemen stehen uns, abgesehen von interpretationsfähigen Höhlenmalereien, diverse heiligen Schriften diverser Religionen zur Verfügung. Geldlosigkeit herrschte ausschließlich in dem Gesellschaftssystem "Paradies". Für dieses Gesellschaftssystem läßt sich aber heutzutage niemand begeistern, weil es dort auch keine Schuhgeschäfte, Handys und billigen Sprit gab. Also finden wir uns auch hier damit ab, dass das Geld, wie jede geldwirtschaftende Gesellschaftsform, nach ihrer Blüte (=maximale Wohlstandsverteilung) einfach untergeht. Dieser Untergang kann dabei langsam oder sich schnell und ziemlich brutal vollziehen. Macht aber auch nix, da Brutalität eben auch zur Lebenserfahrung gehört.


    Insofern ist die Beschäftigung mit nachhaltigen Geld- und Gesellschaftsystemen geistig anregend, aber letztlich nutzlos. Schließlich bedeutet nachhaltig auch, dass es kein Wachstum geben darf, denn es gibt außer in der Zahlenmathematik kein unendliches Wachstum. Schwankungen ja, aber eben kein konstantes und schon gar kein exponentielles Wachstum. Auch hier kann es keine Schuhgeschäfte und immer dollere Handys und Autos geben. Da das eben Null-Akzeptanz hat, ohne Wachstum (Wohlstandsmehrung) immer auf einem Level zu verharren, ist der Begriff "Nachhaltigkeit" mit dem Menschsein im heutigen Verständnis nicht vereinbar. Ausnahme: Naturvölker, über deren Lebensform und Riten "wir" uns haushoch überlegen fühlen - und die wir bisher fast komplett ausrotten konnten.


    Helau