Beiträge von weissgarnix


    Stimme zwar mit seiner Inflationstheorie nicht überein, aber auf der verlinkten Seite die Analyse Rothbards zur "Great Depression" trifft es exakt. Ein tragisches Beispiel, wie wirtschaftliche Depression mit einer Einschränkung der persönlichen Freiheiten und einer Sozialisierung der Wirtschaft einhergeht.


    Ich werde demnächst in meinem Blog ein recht neues Werk zum Thema detailliert besprechen, Amity Shlaes' "The forgotten Man - A new history of the great depression", dass ähnlich wie Rothbard mit den gängigen Thesen zur Weltwirtschaftskrise und dem "New Deal" samt und sonders aufräumt.

    Zitat

    Original von Kellermeister
    Warum hält die EZB relativ gesehen ganz gut dagegen? Ist es nur die "Sorge um Preisstabilität" oder steckt da mehr dahinter. Die FED jedenfalls wird m.E. von der EZB ganz schön im Regen stehen gelassen. Oder seht Ihr das anders?


    Insider berichten schon seit geraumer Zeit von einem ziemlich heftigen Zerwürfnis zwischen FED und EZB. Bereits die TAF-Aktion der FED im Dezember soll Trichet & Co. ziemlich sauer aufgestoßen sein. Im "Gelben" gab es dazu ein ausführliches Posting von dottore, auf das ich ein wenig ketzerisch antwortete, aber im Nachhinein ist klar: er hatte recht und ich nicht. Mittlerweile gibt es sogar Stimmen, die von einer "transatlantischen" Kluft ähnlich der beim Irak-Krieg sprechen.


    Die EZB hat ein deutlich größeres Problem als die FED, denn sie muß gleichzeitig drauf schauen, dass ihr die Inflation nicht davonläuft, dass aber andererseits die einzelnen Eurozonen-Länder nicht zu stark auseinanderdriften. Da der starke Euro einzelnen Ländern arge Schwierigkeiten bereitet (Italien, Frankreich) besteht zudem die Gefahr, dass deren Regierungen den Stabilitätspakt ad acta legen und mal kräftig "fiscal policy" an den Tag legen, sprich ihre Haushaltsdefizite hochfahren. Daher auch Trichets mahnende Worte der letzten paar Tage. Allerdings, sosehr Trichet & Co. auch rechthaben mögen, wenn sie zusehr auf ihrem Kurs beharren und die EU-Konjunktur darob absaufen sollte, dann geht es ihnen mit den EU-Regierungschefs bald so wie kürzlich der Frau Metzger mit ihren SPD-Freunden ...

    Zitat

    Original von Pauli
    Im Prinzip dürfte zwar bereits die TAF seit Dezember 07 ein Vehikel für den direkten Geldzufluss der Fed an Nichtbanken gewesen sein (denn die Empfänger der TAF-Gelder werden nicht offengelegt - ebensowenig die hinterlegten Collaterals) - aber das kann man nicht belegen.


    Vielleicht, aber das wäre nach aktuell gültigen FED-Reglements schon eine ziemlich krasse Vorgehensweise ... meine Vermutung zu den TAF-Mitteln geht eher dahin, dass ganz gezielt einige wenige "Problembanken" darüber finanziert wurden, ohne dass es im Detail publik wurde. Ansonsten hätte es für die Einrichtung der TAF kaum Gründe gegeben, die Fedfunds-rate hätte die FED auch locker für die klassischen Open Market Repos herabsetzen können. Und die "offizielle" Begründung (siehe Bloomberg, etc) für die massive Nutzung der TAF, nämlich dass die fed funds-rate deutlich günstiger wäre als die discount rate, ist samt und sonders Kokolores, weil sich davor kaum jemals eine Bank über das Discount Window finanziert hat (im Dezember 2007 waren es glaube ich 250Mio Dollar in toto).


    Anders gesagt: die TAF ist die (heimliche) US-Version dessen, was die Deutschen mit der IKB relativ öffentlich veranstaltet haben.


    Zitat


    Denn die Banken / Nicht-Banken trauen sich untereinander derart wenig über den Weg, dass die Fed NUR noch den direkten Weg der Monetarisierung jedes Toilettenpapiers (in diesem Fall Fannie-Mae-Anleihen) gehen kann.


    Genauso sieht's aus


    Zitat


    Als Europäer sollten wir uns allerdings mit Kritik ein wenig zurückhalten: die EZB macht mit den spanischen Hypokrediten seit Monaten in riesigen Milliardengrößenordnungen nichts anderes: Diese Titel wären derzeit nicht marktfähig oder nur zu Preisen, deren Abschreibungsfolgen den spanischen Hypobanken SOFORT das Genick brechen würden.


    Ja, im Prinzip ist das das gleiche, wobei ich aber glaube, dass es sich bei den spanischen Papieren um echte Pfandbriefe handelt, also Anleihen, für die immer auch noch die emittierende Bank in voller Länge haftet. Bei den CDOs/CMOs, die über "Conduits" verbrieft wurden, ist das ja bekanntlich nicht so. Daher habe ich bei den spanischen Papieren eher weniger Bauchschmerzen, weil davon auszugehen ist, dass sich die Spanier selbst nicht unbedingt Schrott in die eigene Bilanz laden wollten. Den CMO/CDO-Verbriefern in USA war es hingegen schlicht egal, was sie da verbrieften, denn in ihre eigene Bilanz wurde das eh nie aufgenommen ... (dachten sie zumindest).

    Zitat


    Und so wird eben alles von Fed/EZB monetarisiert und damit implizit verstaatlicht, was ja zum sozialistischen Weg (zumindest der deutschen Parteien) derzeit gut passt.


    Das ist der Kernsatz ... wir haben Stamokap, völlig richtig! Rosa Luxemburg würde es heute bestimmt gefallen, die hätte Stoff für 2 Dutzend weitere Bücher ...


    Zitat


    Das System kann vorerst wohl noch einmal weitermachen - einstweilen wird es eben sehr inflationär.


    Wird man sehen ... denn du weißt ja: diese ganzen Aktionen der FED sind kein "neues Geld", sondern sie schichten nur altes um. Wenn das also wirklich was bringen soll, dann müssen sie die Leutchen schon dazu kriegen, auch weiterhin genauso kräftig zu shoppen, wie bislang ... trotz Rezession, Immocrash, Joblosses und kräftig erhöhten Importpreisen ... da bin ich mal gespannt, ob das funktioniert ... Übrigens: guter Kommentar heute im "Kapital" der FTD, mit ziemlich ähnlichem Tenor.

    Nachdem ich gestern noch geschrieben habe, dass FED als auch EZB der aktuellen Kreditklemme ziemlich machtlos gegenüberstehen und mit Zinssenkungen da überhaupt nichts gegen ausrichten können, holt die FED jetzt gerüchteweise ihren “Plan B” aus der Schublade. Das Wallstreet Journal spekuliert nämlich in der heutigen Ausgabe recht unverblümt darauf, dass die FED bereits in Kürze auch solchen Finanzinstituten direkte Mittel zur Verfügung zu stellen werde, die ausdrücklich keine Banken sind.[Weiterlesen ->]

    Zitat


    aber natürlich ist die umlaufgeschwindigkeit mit entscheidend für inflation.


    Das Konzept der ULG kannst Du getrost beerdigen, gleich neben ihrer großen Schwester, der "Quantitätsgleichung" ...


    Zitat


    es ist doch ein unterschied, ob ich eingenommenes geld aufs sparbuch/unters kopfkissen bringe oder ob ich es wieder ausgebe und der nächste dann auch und der dann wieder... etc.


    Sorry, aber wir sprechen hier über aggregierte Geldbewegungen, i.e. das, was in Summe über alle geschieht, und nicht was Hinz oder Kunz für sich so treiben.


    In Summe gibt es kein "Nettogeld", da steht jedem Guthaben gleichhohe Schulden gegenüber. Ergo ist es völlig schnnurz, was du mit deinem "Guthaben" veranstaltest oder dein Nachbar mit seinem Kontokorrentkredit. Entscheidend ist einzig und allein, dass in Summe ein Netto-Zuwachs an Kredit erfolgt, dann kommt es zu netto zusätzlicher Nachfrage und inflationären Preisbewegungen. Bleibt die Nettozusatzverschuldung hingegen aus, dann haben wir kollektiv fertig ...


    Zitat


    mein geld unterm kopfkissen btw. meine bargeldreserve kann eine inflation nicht in gang bringen. das kann nur geld, welches dauernd im umlauf ist.


    Dein Geld unterm Kopfkissen kann nicht nur nicht eine Inflation entzünden, es kann - stark vereinfacht versprochen - einem anderen, der Schulden hat, das Leben zur Hölle machen. "Geld" sowie du es verstehts, also als Netto-Guthaben, kam im fiat money system mit nur einem einzigen Zweck auf die Welt: eine Schuld zu tilgen. Wenn es also jetzt unterm Kissen gehortet wird, dann "fehlt" dieser Betrag rein rechnerisch. Wie gesagt: das ist stark simplifiziert gesprochen und gilt für fiat money nur theoretisch.


    Wo es hingegen tatsächlich so war, was im Goldstandard: dort wurde von Schuldnern verlangt, in etwas, was nur in endlicher Menge vorhanden war, nämlich physischem Gold, mehr zu leisten, als sie für sich genommen können (wegen Zins bzw. Gewinnen des Kreditors). Ein Goldstandardsystem, dessen Reservemenge an physischem konstant bleibt, funktioniert daher genauso, wie du sagt ... weshalb alle Goldstandardsysteme irgendwann "zu eng" wurden, vor allem dem herrschenden Souverän.

    Zitat


    => Diese Antwort lässt nur drei mögliche Schlüsse zu:
    a) Du kennst ihn WIRKLICH nicht, was ich mir beinahe nicht vorstellen kann: Baader ist vielfacher Buchautor, ein intellektueller Gigant und exzellenter Formulierer und -mit Verlaub- Du KANNST fast nicht an ihm vorbeigekommen sein.


    Tut mir leid, dass ich mich als Ignorant outen muß, aber ich kenne besagten Herrn Baader wirklich nicht.


    Zitat

    => Tja: Sie SOLLTE aber anwendbar sein! Banken wären dann auf ihren ursprünglichen Zweck reduziert, Geldsammelstellen zu sein und nur max. 100% der Ersparnisse einer Gesellschaft über Kredite wieder in Umlauf zu bringen.


    Mag sein, aber aus Hoffnungen, Wünschen und Visionen kann ich die aktuelle Realität nicht erklären. Herr Baader scheint sehr auf die Gleichung abzufahren, was ich aus seiner Sicht auch verstehe.


    Zitat


    Am offensichtlichsten ist das aktuell bei unseren Casionobanken, die sich bei 7% EK-Quote wundern, dass diese 7% schon bei minimalen Subprime-Abschreibungen aufgebraucht sind und dann nach der Politik rufen

    .


    Die Reserven der englischen Banken im Goldstandard des 19. Jahrhunderts waren nur unwesentlich höher, so um die 10-15% ... Goldreserven der BoE bereits miteingerechnet.


    Zitat

    DANN nehmen wir Kommentare von weissgarnix zu diesem Thema auch ernst. Und dann wirst Du auch erkennen, dass Baader NIE die Quantitätsgleichung nutzt (nicht mal implizit), dass er sich nicht als Monetarist versteht, dass Du noch lange nicht seine wesentlichen Gedanken triffst und dass Du da noch viel lernen kannst.


    Bin begeistert ob deiner Euphorie für Herrn Baader, aber wenn er kein Anhänger der Quantitätsgleichung ist, dann müßte mir einer schon mal erklären, wie er ansonsten "Inflation" und "Geldmengenwachstum" gleichsetzen kann, was er in dem verlinkten Artikel ja macht.


    Zitat


    wie Baader oder Mises formulieren würden: "Die Geldmengensteigerungen SIND die Inflation; und Preissteigerungen sind nur die FOLGE der Inflation"!).


    Bin selber großer Fan von Mises und unterschreibe alles, was der Mann geschrieben und gesagt hat, bis auf seine bzw. Mengers Geldmengentheorie, weil die ist falsch. Aber ansonsten hat keiner den Kapitalismus besser beschrieben wie weiland der alte Ludwig und sein Schüler Hayek.


    Zitat


    Du selbst behauptest (siehe Dein eben noch nachgeschobenes Post) eine umgekehrte Kausalität. Well - Aussage gegen Aussage. Belegen kannst auch DU Deine Position nicht, auch wenn Du umgekehrt von mir Belege forderst.


    Du brauchst dir nur das Eröffnungsposting dieses Threads durchzulesen und dann anhand eines x-beliebigen Buches zu Geldschöpfung und Geldmengen prüfen, ob ich technisch den Ablauf richtig beschrieben habe.Falls ja, dann ergibt sich zwangsläufig, das Inflation nicht durch die "Geldmenge" (= vergangen) sondern ausschliesslich durch "Neuverschuldung" (=zukünftig) getrieben wird. Das hat auch nix mit Modellen und Axiomen und dergleichen zu tun.

    Zitat

    Original von egal-ok
    Nein, sie wurden wegen Macht und Besitz geführt.


    Yep, das ist absolut richtig. Um genau zu sein war es der "Machterhalt" um den die Kriege geführt wurden, und das Gold, auf das dabei gezielt wurde, war im Grunde nur Mittel zum Zweck.


    Zitat


    Was früher Gold war ist heute Öl und hat sich als Grund wenig geändert.


    Auch das kann man so sehen. Es war und wird auf jeden Fall ein "monetärer" Grund sein, d.h. etwas was den Aggressor wirtschaftlich besser stellt als vorher. Alexander der Große zog nicht nach Persien, weil er mal wissen wollte, wie es da so ist, sondern weil er auf das persische Gold scharf war und hernach bei sich zuhause Sonderkonjunktur feierte. Herr GWB hatte im Irak wohl ähnliche Pläne, scheiterte aber bis dato an deren Umsetzung ...


    Zitat


    Im Vergleich zu den Weltkriegen, wo ganze Volkswirtschaften auf Krieg umgestellt wurden und auch ganze Volkswirtschaften zerbombt wurden, waren Kriege davor nur Penuts.


    Von der Zerstörung her gesehen vielleicht, aber nicht von der Größe und Schwere des Unterfangens nach damaligenn Verhältnissen ... da waren einige historische Abenteuer durchaus ebenbürtig.


    Zitat


    Mit Gold bezahlt hätte der erste Weltkrieg nichtmal ein halbes Jahr gedauert.


    Hängt stark davon ab, ob und gegebenenfalls wer ihn finanziert hätte, nicht wahr?

    Zitat

    Original von Pauli
    Aber meine Aussage ist lediglich, dass der REfinanzierte Kredit und damit das geschöpfte Geld ja nicht irgendwo "neutralisiert" in der Luft hängen bleibt, sondern dass es sich früher oder später eben in der statistischen Welt der inflationsrelevanten Warenkörbe (sprich: im Butterpreis im Supermarkt) wiederfindet.


    Die Staatsschulden früherer Tage, die da bei der ZB monetarisiert werden, wurden von diesem vor allem für 2 Dinge aufgenommen: 1) seine Beamten zu bezahlen und 2) diverse Sozialleistungen zu erbringen. Was meinst du denn, was diese Leutchen, die von ihm das Geld als Sold und Transferleistungen bekommen haben, damit gemacht haben? Auf die hohe Kante gelegt? Atomkraftwerke und Flugzeugträger gekauft? In Aktien und Zertifikaten spekuliert? - Die simple Antwort lautet: sie haben es verkonsumiert.


    Zu dem Zeitpunkt, wo die Anleihe bei der ZB eingereicht wird, haben die Geldmittel daraus ihren inflatorischen Effekt daher längst hinter sich.


    Zitat


    => Hier sagst Du es ja quasi selbst: Es wird die Möglichkeit geschaffen, ERNEUT und im heutigen perfektionierten fractional reserve banking mit (je nach Land) nur wenigen % Rückbehalt eine x-fache Geldneuschöpfung zu betreiben.


    Für Laien mag es keinen Unterschied machen, aber ein Herr Bernanke und diverse seiner Vorgänger scheiterten ganz fürchterlich an dem Umstand, dass es zur Geldschöpfung immer einen braucht, der sich verschuldet. Fällt der aus, aus welchen Gründen auch immer, dann ist nix mit "Geldschöpfen".
    Auch wenn die FED heute miese Kollateralien annimmt, dann ergibt sich daraus kein inflatorischer Effekt, solange nicht der Nächste um die Ecke kommt, und einen Kredit beantragt, bzw. ihm die Geschäftsbank selbigen auch gibt.


    Zitat


    Selbst in der schlimmsten Liquiditätsfalle sitzend würde ich einen Kredit für 0% annehmen, wenn ihn mir jemand anböte. Und so tun das eben auch Millionen anderer Leute.


    Würdest Du? - Was machst du denn zB. wenn du als Unternehmer merkst, dass die Preise für deine Produkte ständig im Sinken begriffen sind, sagen wir mal um 3-5% p.a., und daher dein Kredit vielleicht nominal mit 0% aber real mit 3-5% verzinst wird? - Und was machst du denn als Arbeitnehmer, wenn du dir nicht mehr sicher sein kannst, dass der Wert deines Hauses stabil und dir daher als Sicherheit für eine Hypothek erhalten bleibt, daher unklar ist, ob du nicht schon in relativ kurzer Zeit "zusätzliche Sicherheiten" bestellen mußt, weil die Bank dich sonst zwangsversteigert? - Dann auch? - Oder wenn es nicht klar ist, dass du deinen Arbeitsplatz und dein Einkommen behältst und du daher auch einen 0%-Kredit nicht in der Tilgung nachkommen könntest?



    Zitat

    Dieser "Irgendjemand" findet sich, wenn man den Kredit nur billig genug macht. Die Fed wird noch 2009 bei unter 1% angekommen sein.


    Werden wir ja sehen. Ich würde jedenfalls keine Wetten drauf abschliessen.


    Zitat


    Bei 2% Hinterlegungsquote und bei der Toilettenpapier-Qualität der Collaterals, die die Fed seit Dezember 2007 akzeptiert, tendiert die Bedeutung dieser Hinterlegung aber mittlerweile stark gegen Null.


    Die "Bedeutung dieser Hinterlegung" ist der Grund, warum die FED seit Dezember 2007 runde 60Mrd Dollar an TAF zur Verfügung stellen und dies kürzlich sogar noch auf 100Mrd aufstocken mußte. Die "gegen Null tendierende Bedeutung" dieser Hinterlegung ist derzeit so zu interpretieren, dass eine Reihe großer US-Banken bereits pleite wären, wenn es diese TAF-Mittel nicht gäbe. Die aktuellen Reserven der US-Banken kommen nämlich samt und sonders aus diesen Mitteln.


    Immer noch der Meinung, dass die Bedeutung "Null" wäre?


    Zitat


    Und daher ist und bleibt es (gerade derzeit und aktuell) eine Monetarisierung von Sondermüll bzw. eine Geldschöpfung "fast" aus dem Nichts![/B]


    Mag sein, aber nur insoweit, als selbiger "Sondermüll" damals überhaupt erst finanziert wurde. Aus der Einreichung von selbst einer Lage benutztem Toilettenpapier ergibt sich kein Inflationseffekt, wenn nicht die damit aufgefüllten Reserven der einreichenden Bank für einen Neukredit herangezogen werden. Der potentielle Neukreditnehmer hat aber mit dem "Sondermüll" oder der gerade eben eingereichten Lage Toilettenpapier vermutlich nicht das geringste zu tun. Entweder wollte er sowieso einen Kredit, dann hätte er ihn auch so bekommen, oder er wollte ihn nicht, dann bleibt die einreichende Bank auf ihren aufgefüllten Reserven sitzen.


    Zitat


    Schau Dir die Grafiken der Geldmengenentwicklungen über lange Zeiträume an (siehe obiges Post). Wer hier keine (zT zeitverzögerte) Korrelation mit der Inflation sieht und wer hier JEDE Kausalität leugnet, ist m.E. ideologisch verblendet.


    Fein, dann nenne mir bitte 1 Autor der nachweisen kann, dass die Inflation eine Funktion der Geldmenge ist. Nur einen.


    Und natürlich sehe ich die Charts auch und auch die Korrelation. Aber ich behaupte, die Inflation läuft der Geldmenge voraus, nicht die Geldmenge der Inflation. Das ist der allesentscheidende Unterschied, der in der Praxis aber leider enorme Kosequenzen birgt. Die Geldmenge ist u.a. eine Funktion der Inflation, nicht umgekehrt.



    Zitat


    Du hast ja recht damit, dass es deflatorisch und irgendwie "schlecht für uns alle" wäre, wenn dieses Spiel nun aufhören müsste. Es WIRD aber aufhören müssen. Nur die Fallhöhe des deflatorischen Crashs ist noch offen und auch, ob wir unsere Papiergeld-Währungen vorher noch durch die Hyperinflation killen.


    Ich behaupte seit Jahr und Tag nichts anderes ...

    Hi,


    weiss zwar nicht, wer Herr Baader ist, habe mir aber trotzdem den Link mit Interesse durchgelesen. Mein Fazit in aller kürze:


    1) Grundsätzlich stimme ich mit ihm überein, dass Staatsinterventionen aller Art absolut abzulehnen sind


    2) Die großen Inflationswellen der Geschichte beruhten meistens tatsächlich auf "Güterknappheit" und keineswegs "Geldmengenausdehnung". Das ist auch aktuell in Zimbabwe so, weshalb mir seine Entrüstung über den zitierten Handelsblattartikel nicht recht nachvollziehbar erscheint


    3) Die Gleichung I=S ist in unserem heutigen Geldsystem nicht anwendbar und falsch. Wer sich auf sie beruft, verwechselt unser Wirtschaftssystem leider immer noch mit "Tauschwirtschaft" und glaubt, Geld existierte "netto". Jede Ausführung, die darauf aufbaut, ist daher ebenfalls falsch. Falls Interesse an einer detaillierten Widerlegung von I=S besteht, kann ich das gerne hier tun.


    4) Dass es zu Zeiten des "Goldstandards" bzw. der Metallwährungen keine Münzverschlechterung durch den Souverän gegeben hätte, meint der Gute hoffentlich nicht im Ernst. Das allersimpelste Geschichtsbuch würde in Lügen strafen. Auch am Referenz-Goldstandard im England des 19. Jahhrunderts ist mehrfach von seiten der Regierung herumgedoktert worden.


    5) Dass es zu Wirtschaftswachstum Inflation benötigt ist Quatsch, da hat er vollkommen recht. Nur benennt er nicht den wahren Übeltäter dahinter, nämlich den Staat. Auch in einem fiat money System wäre Preisstabilität eigentlich die "Normalsituation", wenn es nicht einen gäbe, der mogelte.


    6) Dass es ohne fiat money die großen Kriege nicht gegeben hätte, ist ebenfalls nonsense. Die größten Kriege und Eroberungszüge der Menschheitsgeschichte wurden ausschliesslich ohne fiat money und wegen Gold geführt (Alexander der Große, Kolumbus, Pizarro, Cortez, Napoleon in Italien, ...)


    7) Um es kurz zu machen: Herr Baader trifft meine wesentlichen Gedanken durchaus, outet sich aber mehrfach im Text als Monetarist bzw. Anhänger der Quantitätsgleichung. Diese ist aber falsch. Baader wird es schwerfallen zu erklären, warum empirisch in Zeiten steigender Geldmengen fallende und gleichbleibende Preise ebenso feststellbar waren als man in Zeiten sinkender Geldmengen steigende Preise beobachten konnte. Alles historisch schon dagewesen, nicht einmal, sondern dutzende male.


    Wen's interessiert, im Gelben in der "Sammlung" nach dem Begriff "Quantitätsgleichung" suchen, da gibt es mehrere sehr detaillierte Beiträge zu.

    Zitat

    Wenn die Geschäftsbanken Collaterals hinterlegen und Geld schöpfen, so hat dieses Geld in diesem Moment doch technisch noch nicht gekauft?


    Doch. Ebenjener "Collateral" hat gekauft (= meistens der Staat), zu dem Zeitpunkt, als er selbst die Schulden einging, die nunmehr von der Geschäftsbank der ZB als "Sicherheit" übereignet werden.


    Die Geschäftsbank macht dabei nichts anderes, als diesen ursprgl. Kredit an den Staat zu refinanzieren.


    Was passiert nun als nächstes? - Die ZB bucht der Geschäftsbank den Ankaufsbetrag für die Staatsschuld auf deren ZB-Konto (= die "Reserven"), womit die Geschäftsbank nunmehr wieder Möglichkeit hat, selber Giralgeldschöpfung zu betreiben.


    Sonst passiert da nichts. Wenn also keiner bei der GB vorbeikommt, und einen Neukredit beantragt bzw. abruft, den ihm die GB jetzt dank der zusätzlichen Reserven auch geben könnte, dann bewegen sich da in Sachen Nachfrage, Einkommen, Preise und Inflation die Dinge nicht um einen einzigen Millimeter.


    Zitat


    Du wirst diese Steilvorlage nun zweifellos für eine umfangreiche Antwort zur technischen Geldentstehung nutzen, über die man (wie eingangs in diesem Thread erwähnt) Bibliotheken füllen könnte, ohne sich zu einigen.


    Nein, das obige war doch eher kurz und schmerzlos und kannst du so übrigens bei der EZB selbst oder in jedem besseren Buch zur Geldschöpfung nachlesen. Das ist weder meine "Theorie", noch meine Erfindung.


    Zitat


    Und noch WÄHREND Du es gesagt oder geschrieben hättest, wäre im Hintergrund von den Banken bereits wiederum neues Geld (fast) aus dem Nichts geschöpft worden.


    Banken schöpfen Geld nicht aus dem "Nichts", sondern gegen Kredite des Publikums. Irgendjemand muß also bereit sein, derartige Kredite einzugehen, sonst tut sich da in Sachen Geldschöpfung rein gar nichts.


    Zitat


    => EX POST hat die jeweils neue Delta-Geldmenge IMMER "schon gekauft", um in dieser Modellterminologie zu bleiben. So what? Es entsteht doch noch während diese ex post Analyse läuft schon wieder immer neues Geld, das DANN GERADE kauft und die Inflation treibt.


    siehe oben. ohne Neuverschuldung kein zusätzliches Geld, keine zusätzliche Nachfrage, keine Inflation.


    Zitat


    Ich bin sicher, dass ich mit dieser Argumentation nun gegen irgendein Axiom oder eine Annahme Deiner reinen Modelllehre verstoßen habe. Sei´s drum. So sagt es eben die Realität oder besser die inflationäre Empirie.


    Falsch. Dabei handelt es sich keineswegs um Modelle, Axiome und dergleichen, sondern dabei handelt es sich um die schlichte Mechanik der Geldentstehung in der Praxis. Das ist also 100% empirisch belegbar und wird von keinem der gängigen Autoren auch nur im geringsten bestritten.


    Weder die FED noch die EZB noch irgendeine andere Zentralbank haben deshalb auch die "Geldmengen" als eigentliche "Ziele", sondern nutzen sie allenfalls als "Zwischenziele" oder überhaupt nur als "Indikatoren". M3 wurde von der FED meiner Meinung nach aus gutem Grund ad acta gelegt, weil absolut nichtssagend, außer, dass sich eine Menge Leute in der Vergangenheit eine Menge Kredite aufgenommen haben. M3 (oder auch M1,2) sagen darüberhinaus nichts aus, zur Gegenwart nicht und zur Zukunft auch nicht.


    Der Grund, warum dich und andere das etwas befremden mag, ist schlicht und simpel der, dass die gesamte Goldbugs-Szene einen riesigen Narren an den Monetaristen und ihrer unseeligen Quantitätsgleichung gefressen hat, was zu dem weitverbreiteten Aberglauben führt, dass hohes Geldmengenwachstum irgendwas mit hoher Inflation zu tun hätte. Dem ist aber nicht so. Hohes Geldmengenwachstum erklärt maximal eine hohe Inflationsrate in der Vergangenheit, aber nicht für die Zukunft. Empirische Beispiele dafür kann ich dir listenweise runterrattern, wenn es beliebt.

    Zitat

    Original von Louis
    Durch das gegebene Aussenhandelsbilanzdefizit der USA werden im Rahmen von Überweisungen nach Europa die Dollar zum einen als Einlagen von Unternehmen bei europäischen Banken landen.
    Damit verbunden sind Zentralbankdollar-Guthaben europäischer Banken auf ihren Konten bei der FED.


    Bei der FED eher nicht, sondern vermutlich bei ihren eigenen Geschäftsbanken im Euroraum. Entweder lassen sie dort die Dollars auf einem $-Sichtkonto stehen, oder wandeln sie in Euroguthaben. In beiden Fällen gehen die Geldmengen M1-M3 in Euroland hoch.


    Zitat


    In der Gesamtbilanz hat sich dabei die M1-Dollargeldmenge nicht erhöht, aber die M1-Eurogeldmenge.


    Natürlich hat sich die US-Geldmenge nicht erhöht, denn dort wurden ja Dollar-Sichguthaben (= Teil von M1) in irgendwelche Anschaffungen aus Euroland (= kein Teil von M1-3) gewandelt. Ist im Prinzip das gleiche wie in meinem Japan-Beispiel, nur halt von USA aus Richtung Europa


    Zitat


    Die "Giralgeldschöpfung" ist so in der Eurogeldmenge entstanden und nicht in der Dollargeldmenge. Das heisst das Inflationsrisiko wird aus den USA in einen anderen Währungsraum exportiert.


    Wenn du Herrn Friedmann und seiner Quantitätsgleichung Glauben schenkst, was ich EXPLIZIT nicht tue, dann ist das wohl so. In Wahrheit aber hat das Geld, das aus dieser "Giralgeldschöpfung" (= Geldmengenerhöhung) in Europa entstand, längst "gekauft", nämlich in USA. Inflatorischen Effekt in Euroland sehe ich daraus noch immer keinen, denn da ist schlicht kein neues Geld vorhanden, dass irgendwo was nachfragen und damit die Preise treiben könnte.

    Zitat

    Original von Louis
    Wurde die notwendige Verschuldung der USA durch Giralgeldschöpfung in anderen Währungsräumen realisiert?


    Nehmen wir mal Japan als das beste Beispiel, weil über den "Carry Trade" in vorderster Reihe an der Front exponiert: wenn sich jemand in Yen verschuldet, um damit Dollar-Assets zu kaufen, dann bewegt das zunächst mal die Yen-Geldmenge nach oben, i.e. wenn der Yen-Kredit in Yen auf das Bankkonto überwiesen wird. Nun will der Kreditnehmer ja aber nicht in Yen spekulieren, sondern in Dollar, daher muß er Dollars kaufen (mehr oder weniger direkt von der Zentralbank) und verkauft dafür Yen an die BoJ. Die überweist ihm den Gegenwert in Dollars. Das würde in Japan vermutlich noch immer als Erhöhung der Gedmenge gezeigt (wäre zumindest im Eurosystem so, Währung der Sichteinlagen ist da nämlich egal, solange von MFI im Währungsgebiet). Als nächstes kauft der Spekulant jetzt seine Dollar-Assets und überweist dafür Dollars in die USA. Damit würde die Geldmenge um diesen Betrag wieder sinken, weil Sichteinlagen aus dem Währungsraum verschwinden.


    Hat sich in Japan bis hierher irgendwas in Sachen Inflation getan? - I don't think so. Die Yen aus dem Kredit waren ja ratzfatz wieder aus der Zirkulation, und mit US Dollar kannst du dir in Japan nix kaufen. Das einzige, was hier am Schluß übrigbleibt, sind Yen-Schulden auf der einen, und Dollar-assets auf der anderen Seite der Bilanz.


    Zitat

    Welche Aussagekraft hat dann der Geldfaktor-M1 in den USA für mögliche Risiken?


    Wenn er stagniert/sinkt ist tendenziell Feuer auf dem Dach, weil "Transaktionsliquidität" fehlt.


    Zitat


    Seltsam nur das Handys, Computer und Digitalkameras ständig im Preis sinken und trotzdem gekauft werden wie am letzten Tag.


    Und deshalb gibt es noch genau wieviele Hersteller von Handys, Computern, Digitalkameras oder LCD-Flatscreens in Europa?


    Zitat


    Seit wann ist ein fallender Ölpreis schlecht? Unternehmensgewinne bleiben gleich, da ja ihre Produktpreise und ihre Kosten gleichzeitig fallen. Alles in Butter also, oder? ;)


    Die Kosten deiner zukünftigen Produktion mögen vielleicht fallen, aber nicht die deiner bereits auf dem Lager stehenden. Und um die dorthin zu stellen, hast du investiert und Schulden aufgenommen und eine Preiskalkulation aufgestellt, die jetzt aber leider nicht mehr aufgeht. Falls du also hier die erste Runde überlebst, und auf die "fallenden Kosten" der zweiten Runde hoffst, wirst du feststellen, dass dann die Verkaufspreise schon wieder ein Stück gesunken sind, und du daher erneut Verluste einfährst, usw.usw. ... nennt sich "Deflationsspirale" bzw. im Englischen (in den letzten Tagen häufiger in führenden Gazetten wie etwa FT zu lesen) "downward spiral" ... das ist keineswegs "nett", sondern das ist der Antichrist des Kapitalismus. Und weil die wenigsten das mehr als eine oder zwei Runden durchhalten, geht es in einem deflationären Kollaps auch ratzfatz nach unten, und nicht so schön gemächlich wie in der Inflation.

    Zitat

    Original von Louis
    Eine Inflation lässt sich also nur aus dem Geldfaktor-M0/M1/M2 der USA ableiten? Aha. Sehr beschränkt betrachtet. Könnte es sein, dass sich der M1-Geldfaktor der USA zur restlichen Welt gegenläufig entwickelt und wieso ist das so? Wer kann den Jungs auf die Sprünge helfen?
    Louis



    Verstehe zwar nicht 100%, was du hier genau sagen willst, aber ja: dein Posting, eine 1:1 Kopie meines Postings im Gelben, drückt alles aus, was es mM nach aktuell zu M3 zu sagen gibt, in USA als auch in Europa.


    Dass sich M1 in USA zu den M1 der Welt gegenläufig verhält, glaube ich nicht, habe es aber auch nicht geprüft. M1 ist normalerweise eine sehr "nationale" Angelegenheit, weil lediglich Banknoten und Giralguthaben, sprich im weitesten Sinne "Transaktionsgeld". M3 hingegen zeigt schon starke Tendenzen zur "Vermögensanlage", und das aktuelle Wachstum zeigt mM tatsächlich nichts weiter, als dass die Leute en gros aus assets wie Aktien in Geldmarktfonds und dergleichen "geflohen" sind.


    Warum das alles - ceteris paribus - trotzdem keine Inflation auslösen wird, habe ich im allerersten Posting dieses threads erklärt. Zumal die allerjüngsten News aus USA mM nach auf das krasse Gegenteil hindeuten.

    Zitat

    Original von GOLD_Baron
    The impending collapse of Carlyle Capital, the mortgage-backed securities scam set up by Carlyle Group, is best seen as a reflection of the actual bankruptcy of the two biggest mortgage entities in the US - Fannie Mae and Freddie Mac.


    Hi,


    super-interessantes Thema, das ich dennoch etwas anderes sehe: Fannie und Freddie sind zwar nicht staatsgarantiert, haben aber die Möglichkeit, sich jederzeit unbeschränkte Finanzierung bei der US-Regierung abzuholen. Ihre Assets als auch ihre Schulden dürften überwiegend in USD notieren.


    Damit sind sie implizit tatsächlich sowas wie "infallibel". Zumindest ist ihre Kreditwürdigkeit nach außen etwa so hoch einzuschätzen, wie die der USA selbst. Fannie und Freddie zu refinanzieren wäre für die US Regierung ein Klacks, dafür muß noch nicht mal die berühmte "Notenpresse" angeschmissen werden.


    Umsomehr erstaunt es, dass jetzt einer wie Carlyle (durchaus der US Regierung nahestehend) in dermaßen schwieriges Fahrwasser gerät. Im Gelben hatte ich dazu geschrieben, dass ich 2 Möglichkeiten sähe, Carlyle unmittelbar zu retten. Es gibt aber natürlich noch eine 3, nämlich dass die US Regierung die Anleihen von Fannie und Freddie in Pausch und Bogen garantiert, und damit quasi in den Rang von T-Bonds erhebt.


    Mein take ist nun der: wenn sich selbst dieses, vergleichsweise triviale Problem nicht durch Intervention der Herren Paulson und Bernanke lösen läßt, dann ist alles, was ich bislang geschrieben habe, reinster Fliegenschiß. Weil dann ist in Wahrheit alles noch VIEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEL schlimmer!

    Zitat

    Original von elsilbero
    Prechter, Hannich, dottore, weissgarnix, alles Deflationisten.
    Wenn die mit ihrem vielen Bargeld falsch liegen werden (was sie bis jetzt ohnehin schon tun), könnte es in ein paar Jahren für sie eng werden:
    Dann sind ihre Bargeldbestände durch die (Hyper-) Inflation entwertet und bestenfalls noch mit "Heiz"-Wert zu vergleichen.



    Danke der Fürsorgename. Gold habe ich reichlich (schrieb ich bereits des öfteren) und der alles entscheidende Vorteil von Bargeld, egal ob nun Infla- oder Deflation anliegt: du kannst schnell von einer asset-Klasse in die andere, ohne dir über Überweisungslimits, Bankmoratorien, Notkontingentierungen, Devisensperren und diesen ganzen Kram groß den Kopf zu zerbrechen. Soll also heissen, dass sobald sich Anzeichen dafür zeigen, dass die ZBs die große Mefowechsel-Nummer wiederbeleben, kann ich das umgehend in Schweizer Franken, Gold, Immos, oder was auch immer konvertieren (würde im Einzelfall noch zu entscheiden sein). Gold finde ich gut, keine Frage, hat aber den Nachteil, dass du in einem Defla-Szenario erst mal wieder raus mußt, um woanders reinzugehen, ergo diverse Risiken (Goldverbot, Verschiebung der relativen Preise).


    Keiner ist mM nach so blöd und hockt bis zum bitteren Ende auf einem Haufen Papier, wenn er mal sieht, was die Stunde geschlagen hat. Und ob die Stunde für Deflation oder Inflation geschlagen hat, ist nach wie vor nicht raus ...

    Zitat

    Original von GOLD_Baron
    Etwas passt da nicht! ;)


    Stimmt, hier eine aktuelle LIBOR-Übersicht aus der FT:


    Interbank Rates (Overnight)
    Interbank Lender Latest Today's Change
    Budapest:BUBOR 7.81% +0.10
    Canadian:LIBOR* 3.65% --
    EURIBOR 360 Day: 4.11% 0.00
    Euro:LIBOR* 4.02% --
    GBP:LIBOR* 5.34% --
    Oslo:OIBOR 5.78% -0.10
    Swiss:LIBOR* 2.29% --
    US$:LIBOR 3.15% --
    Yen:LIBOR* 0.59% --
    Latest fixings available.

    Zitat

    Original von BAAL
    Jemand, der einen deflationären Crash (klassische Deflation) herbeiwünscht, der will indirekt -evtl. ohne selbst zu merken, dass braun seine Lieblingsfarbe ist- dass radikale Kräfte an die Macht kommen.
    BAAL


    Ich traue es mich ja kaum zu schreiben, aber: vollste Zustimmung!


    Wobei ich nicht glaube, dass Hannich sich den deflationären Kollaps wirklich "wünscht", zumindest nicht in der von ihm offensichtlich beschriebenen Vehemenz, sondern dass das Erzeugen von drastischen und pseudo-wirklichkeitsnahen Bildern einfach eine Masche ist, um Bücher und Vorträge zu verkaufen. Ihm wäre es am liebsten, wenn es halt mal nur so ein bisschen "deflationär kracht", so nach ersten Anzeichen, weil das wäre für den Absatz seiner Bücher optimal.


    Jemand, der sich einen "deflationären Kollaps" wirklich herbeisehnt, hat hingegen nach meinen Begriffen echt nicht alle Tassen im Schrank.

    Zitat

    Original von Pauli
    Debitist ist er nicht - aber man kann ds leicht verwechseln, weil auch MAx an im Prinzip grenzenlose Aufschuldung glaubt - solange eben dezentral und gegen direkte Leistungserbringung Geld kreiert wird.
    P



    Pauli,


    welcher Debitist hätte sich denn jemals geoutet als einer, der an "grenzenlose Aufschuldung" glaubt?