Ein Mann ohne funktionierenden Lkw überzeugte die Wall Street davon, er habe den nächsten Tesla gebaut. Sein Unternehmen erreichte einen Wert von 30 Milliarden Dollar. Dabei hatte er den Lkw lediglich ohne Motor einen Hügel hinuntergeschoben.
> Trevor Milton gründete Nikola im Jahr 2014 und benannte das Unternehmen nach dem Erfinder, der auch Tesla seinen Namen gab.
> Das Ziel war es, wasserstoffbetriebene Lkw zu bauen, die Diesel überflüssig machen würden. Er hatte keine Lkw.
> Im Jahr 2018 veröffentlichte er ein Werbevideo namens „Nikola One In Motion“. Es zeigte einen schnittigen Sattelzug, der sanft auf einer offenen Autobahn beschleunigte.
Die Investoren waren begeistert.
> Was niemand wusste: Der Lkw hatte keinen Motor, keine Brennstoffzelle und keinerlei Antriebssystem.
> Miltons Team schleppte ihn auf die Spitze eines Hügels, neigte die Kamera, um das Gefälle zu verbergen, und ließ ihn rollen.
> Die nächsten vier Jahre verbrachte er damit, dasselbe mit Worten zu tun. In Podcasts, im Fernsehen und in den sozialen Medien.
> Den Investoren wurde gesagt, Nikola könne seinen eigenen Wasserstoff produzieren. Das konnte es nicht. Man sagte ihnen, die Lkw seien serienreif. Das waren sie nicht. Man sagte ihnen, die Bestellungen würden nur so hereinströmen. Das taten sie nicht.
> Im Juni 2020 ging Nikola an die Börse. Innerhalb weniger Tage war das Unternehmen 30 MILLIARDEN Dollar wert, mehr als Ford.
> Miltons persönlicher Anteil stieg über Nacht auf 7,3 MILLIARDEN Dollar.
> Es folgte eine 32,5 MILLIONEN Dollar teure Ranch in Utah. Ein Rekord für den Bundesstaat zu dieser Zeit.
> Im September 2020 veröffentlichte Hindenburg Research einen Bericht, in dem Nikola als „komplexer Betrug“ bezeichnet wurde, der auf „einem Meer von Lügen“ beruhte. Milton trat innerhalb von zehn Tagen zurück.
> Ein Bundesgericht verurteilte ihn 2022 wegen Wertpapierbetrugs und Telekommunikationsbetrugs. Im folgenden Jahr wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt.
> Er musste nie ins Gefängnis. Er war gegen eine Kaution von 100 MILLIONEN Dollar auf freiem Fuß, während das Berufungsverfahren lief.
> Er und seine Frau spendeten 3,2 MILLIONEN Dollar für Donald Trumps Wahlkampf 2024.
> Im März 2025 sprach Trump ihm eine vollständige Begnadigung aus. Die Begnadigung hob die Rückzahlungsverpflichtung von 168 MILLIONEN Dollar an die betrogenen Aktionäre auf.
> Nikola meldete im folgenden Monat Insolvenz an und ließ Tausende von Investoren mit leeren Händen zurück.
Das Unternehmen hatte nie ein Produkt.
Das Einzige, was real war, war die Bewertung von 30 MILLIARDEN Dollar, die 7 MILLIARDEN Dollar, die in seiner Tasche landeten, und die Begnadigung, die sicherstellte, dass nichts davon zurückgezahlt werden musste.