Ein unmoralisches Händlerangebot

  • Gibt es einen solchen Thread bereits?


    Gemeint sind Händlerangebote, die Euch verwundern oder verärgern. Hier ein kleines Beispiel von Gold-Silber-Shop.de, der ja m. E. durchaus ein großer und renommierter Händler ist.


    Aber warum dann z.B. sowas:


    Eigentlich ein transparentes Angebot. Oben sind die Spotpreise vermerkt. Dann wird ein stolzer Preis für eine Unze Gold aufgerufen. Ok, kann man ja mal versuchen. Aber ist das seriös bzw. fair, wenn gleichzeitig nicht einmal Spot im Ankauf gezahlt wird? Nicht einmal Spot für eine hochreine 5x9 Feingold-Unze??? Das ist doch dreist. Die Spanne zwischen An- und Verkauf liegt bei runden 1.500 Euro. Für mich nicht stimmig, sondern Glücksrittertum.


    Wer kauft da, wer verkauft hier? Ich habe ein Exemplar. Aber Hr. GF Schieferstein wird sie von mir ganz sicher nicht bekommen. :thumbup:


    Gut, dass wir hier im Forum unseren eigenen An- und Verkauf organisieren können. Aber kleiner Tipp: der Mittelkurs ist hier immer noch zu teuer. ;)



    https://www.goldsilbershop.de/…ld-kanada-adler-2018.html


  • Hm, Zahlendreher? Vielleicht sollte es 2.393,72 heißen. Wäre immer noch ein stattlicher Preis, aber nicht mehr ganz so exorbitant. Versuchte Bauernfängerei kann zwar immer sein, gibt aber m.E. in dem Fall keinen Sinn.


    Die Münze ist ja nicht exklusiv von MDM oder sowas. Noch nicht mal nen Polymerring. [Blockierte Grafik: https://www.goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/pinch.png]

  • unmoralisch wäre das allenfalls, wenn irgendjemand gezwungen wäre, dort überteuert zu kaufen oder zu billig zu verkaufen oder dieser spread nur nach x klick im Kleinstgedruckten auffindbar wäre (wo findet man z.B. bei mdm/Reppa Ankaufspreise für das zeug?)
    sehe ich beides nicht, sondern einfach ein Angebot für Sammlerzeug, wo ich auch an anderer Stelle gesehen habe, dass der AK-Preis nur beim STandardanlagewareankaufspreis liegt

  • Mal folgendes gefragt:
    Wollen denn alle Händler überhaupt von privat knapp unter tatsächlichem Marktwert ankaufen?
    Dadurch ihre eigenen Abnahmemengen mit ihren Distributoren und vertraglich festgelegten Mengen bei Prägestätten mindern?
    Also ich würde dann auch den Preis so ansetzen, dass:
    -ein den markt kennender Mensch lieber einen anderen Verkaufsweg sucht
    ODER
    -wenn ich ankaufen muss und dadurch Liquidität binde, diese mindestens gleich (oder wegen Aufwnad auch etwas mehr) wieder hereinkommt.


    Jede von privat gekaufte Unze (egal welches Metall) bindet schließlich Kapital und mindert meine vertragliche Abnahmemenge.
    Und nur weil bei gold.de oder beim Händler nur POG (oder darunter angezeigt wird), heißt dies nicht, dass die Goldunze dafür zu haben ist....

  • @Silberfranke
    es ging ja eigentlich nicht um reines Bulion/Anlagemünzgold, sondern eher um "Sammlerstücke" bzw. "aufpreisige moderne Münzen".
    Und gerade hier finde ich, ist heubach nicht gerade ein gutes Beispiel.
    Für Massenanlagestücke, welche auch eindeutig sein Hauptgeschäftszweig sein dürften, hat er meist gute bis sehr gute Ankaufspreise. Vor allem, wenn die Stücke nicht ganz einwandfrei sind (Haarlinien, Randkerben, oberflächige Kratzer). Dort habe ich noch nie einen Preisabzug erfahren und habe keine Diskussionen mit privaten Interessenten.
    Bei Bullion ist es verständlich, dass nur bis zur eigenen Bedarfsdeckung angekauft wird.


    Aber für den ganzen Numismatikbereich sind die Ankaufspreise geradezu lachhaft !
    Beispiel gefällig: 100 Franken Schweiz 1925 und besondere Ausgaben des deutsches Kaisereichs.
    Was mich hier vor allem stört, ist die Tatsache, dass immer auch ein Verkaufspreis angezeigt wird, obwohl die Münzen in 10 Jahren nicht ein einziges Mal angeboten wurde. Einsteiger können hier sehr schnell meinen, dass es aktuell oder zuvor ein Angebot zu dem angezeigten Preis gegeben hat.

  • in der Schmelze kehren alle Sammlermünzen zu ihrem inneren Wert zurück ;)

    = jüngste Gericht :D macht die Nato auch bald [smilie_happy]

    Gruss
    alibaba :D

    " Wo ich willkommen bin' lass ich mich nieder ,ansonsten geh ich wieder " ;)


    " jeden Morgen steht die Lüge als erste auf ,bis die Wahrheit ausgeschlafen hat " :D


    "Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst" 8o

  • Moin Heike,


    der Ankaufspreis sagt, dass sich der Händler nicht mit Sammlerkram abmühen möchte.
    Es kann lange dauern, bis er das wieder verkaufen kann.
    Sein übliches Angebot zielt vermutlich auf andere Kunden.


    Also ist nichts an seinen Preisen unmoralisch.



    Ganz anders bei Lohmann. Er kauft diese Münze für 1973 € - deutlich über Spot an und wird sie natürlich möglichst mit Gewinn verkaufen.



    Wo ist das Problem?


    Bist Du mit dem falschen Fuß aufgestanden?


    Mit der Moral ist das so eine Sache. [smilie_blume]


    LG Vatapitta

  • Ich habe hier bewusst keine juristischen Begriffe wie Wucher oder Sittenwidrigkeit ins Spiel gebracht. Justiziabel ist das hier nicht, das ist richtig. Und gut ist hier sogar, dass diese Offerte transparent ist, da hier Spot, An- und Verkaufspreise auf einen Blick zu erkennen sind. Hatte ich in meinem Post oben auch gesagt.


    Über Moral oder Unmoral lässt sich trefflich streiten. Ich finde es jedenfalls bemerkenswert, wenn die Händlerspanne, wie natürlich auch bei anderen Händlern und bei den verschiedensten Angeboten, sich so weit öffnet.


    Muss jeder Händler mit sich selbst abmachen, wenn er über einen exorbitant hohen VK signalisiert, was für eine erlesene und begehrte Rarität er seinen Kunden offeriert, und auf der anderen Seite im Ankauf kundtut, dass man ihm diesen Dreck / dieses Schmelzgut bitteschön nicht andienen möge.


    Ich habe hierzu meine Meinung, ihr dürft eure hierzu gerne behalten.

  • Ich habe hierzu meine Meinung, ihr dürft eure hierzu gerne behalten.

    ooch, geben ist seliger als nehmen
    Foren haben es so an sich, dass man damit leben muss, anderslautende Meinungen mitgeteilt zu bekommen ;)


    wenn du nur gleichlautende Meinungen hören willst, solltest du das gleich im Eröffnungbeitrag dazuschreiben, dann weiß man Bescheid
    rechne aber nicht damit, dass sich alle an diese seltsamen Wunsch halten, sondern im Gegenteil.......

  • Vielleicht von mir nicht so toll ausformuliert. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass ich mit anderen Auffassungen auch gut leben kann.


    Letztlich haben sich hier einige Mitforisten am Begriff „unmoralisch“ gestört? Hätte ich „bemerkenswert“ geschrieben, wäre alles gut gewesen? Nicht immer alles so auf die Goldwaage legen, würde ich denken. Aber gut, wir sind ja hier schließlich im GSF. :rolleyes: Alles gut.

  • Mein Fall passt hier nicht perfekt rein, aber ich will keinen neuen Thread dafür aufmachen. Passiert ist Folgendes:


    Am 9.5. mittags bei einem Silberkurs von 25,72 USD habe ich über die Webseite gold.de im Preisvergleich ein Ankaufsformular eines bekannten Edelmetallhändlers für 2 x 1kg Silber Lunar II (1 Drache, 1 Schlange) geöffnet. Das Angebot des Händlers belief sich für "verschiedene Jahrgänge" Lunar II auf 852,xx EUR. und war das höchste. Ich habe den Vorgang abgeschlossen und eine Auftragsbestätigung mit den Konditionen per mail bekommen.


    Am Abend sah ich dann auf der Webseite des Händlers, dass der Ankaufspreis für 1kg Drachen und 1 kg Schlange bei jeweils 775,xx EUR ausgewiesen wurde. Nach wie vor stand aber bei "verschiedene Jahrgänge" 852,xx EUR!


    Daraufhin schrieb ich eine Mail und bat um Klarstellung, machte auch deutlich, dass ich nicht gewillt sei, zu 775,xx EUR zu verkaufen. Ich erhielt bis heute morgen keine Antwort.


    Ich rief dann den Händler an und hatte den Chef am Telefon. Ich schilderte ihm den Sachverhalt und sagte (im Konjunktiv!), ich würde den Auftrag stornieren, wenn ich nicht den auf der Webseite zuerst zugesicherten Preis bekäme. Er sagte, er würde sich die Sache anschauen und sich melden.


    Am Nachmittag (bis dahin gab es keine Nachricht vom Händler) gegen 15 Uhr schrieb ich eine Mail an den Händler, dass ich von einem gültigen Vertrag ausgehe und kündigte den Versand der Münzen an.


    Gegen 17:30 Uhr habe ich die Münzen bei DHL abgegeben (Versandetikett des Händlers hatte ich ja per mail in der Auftragsbestätigung erhalten).


    Um 18:15 Uhr schreibt mir der Händler, er würde die Münzen nur zu dem für die beiden Einzelmünzen ausgewiesenen, niedrigeren Preis beziehen, "so dass wir dies wie gewünscht stornieren".


    Ich schrieb dann nochmals zurück, dass ich davon ausgehe, einen gültigen Vertrag geschlossen zu haben, und dass die Münzen auf dem Weg seien.
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    Muss ich diesen Schwenk des Händlers akzeptieren? Kommt der so einfach aus der Nummer raus? Es ist sein Fehler, dass das Ankaufsangebot für "verschiedene Jahrgänge" zu hoch war (inzwischen hat er es natürlich (inkl. heutigem Absturz) auf 740 Euro herunter gesetzt) und im Widerspruch zu den Angeboten der Einzeljahrgänge stand.


    Habe ich durch die Aussage am Telefon "ich würde das stornieren, wenn..." eine gültige Stornierung des Auftrags ausgesprochen, die durch Zustimmung des Händlers wirksam geworden ist? Ich nehme an, dass alle Gespräche aufgezeichnet werden - allerdings: Würde das nicht gegen den Datenschutz verstoßen?


    Wenn der Silberpreis heute nicht um 5% abgestürzt wäre, würde ich das ein wenig lockerer sehen. Aber bei 2 kg sind das leider auch schon 78 Euro Verlust im Vergleich zum 9.5.



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    Die erbittertsten Feinde der Freiheit sind die zufriedenen Sklaven (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)


    Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande (Augustinus von Hippo)

    Einmal editiert, zuletzt von silberbuggy ()

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