GOLD : Märkte und Informationen

  • Habe den Artikel nicht ganz verstanden: was will er uns sagen?


    zur Erklärung:
    Backwardation, manchmal auch inkorrekterweise als backwardization bezeichnet, ist ein Zustand auf Future-Märkten, bei welchem Verträge, die ihrem Enddatum näher liegen, zu höheren Preisen gehandelt werden als Verträge, die noch länger laufen. Der Begriff stammt ursprünglich von den Londoner Edelmetallmärkten. Das Vorhandensein von Backwardation deutet manchmal auf Nachschubschwierigkeiten im korrespondierenden (physischen) Markt hin.
    (Wikipedia)


    D.h. in normales Deutsch übersetzt: die Äpfel auf dem Markt kosten mehr als die Äpfel am Baum.


    Bei Zerohedge lese ich daraus ein bärisches Signal.


    In der Tat ist es sicherlich ein bärisches Signal, wenn Öl zur sofortigen Lieferung 80 Dollar, im Dezember 70 Dollar und im März 60 Dollar kostet.
    Beim Goldmarkt, bei dem viele Insider von knappem Material ausgehen,
    halte ich die Wikipedia Erklärung, dass Backwardation für Nachschubschwierigkeiten spricht, passender.

  • Kenne kein Volk, dass vom Millionär bis zum Reisbauern über die letzten Jahrhunderte so konstant goldafin war und ist, wie die Chinesen

    Als da noch die Inder wären und die Araber sowieso!
    Die Chinesen haben doch eher eine hohe Affinität zu Silber und wenn das erstmal zum Ausbruch kommt, dann gute Nacht Marie. :D

    Demokratie ist die Diktatur der Dummen (Friedrich von Schiller)
    Das Grundprinzip der Parteien-Demokratie ist, die Bürger von der Macht fernzuhalten (Michael Winkler)
    Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird von ihr überrollt werden. 8o
    Wer Banken sein Geld überlässt, macht sich mitschuldig :!:

  • Das KARTELL holt zu seinem größten Schlag aus, auch wenn es mit dem Rücken zur Wand steht.
    Man wird Gold steigen lassen und wirft dann alles in die letzte Schlacht.
    Das Gerücht mit Gold und Öl ohne Dollar könnte von denen stammen.


    Wenn die Masse investiert ist, schlägt man zu. Papiergeld ist genug da.
    Die ersten Schafe investieren schon in Papergold per Kredit.
    Das wird der stärkste Kurssturz bei Gold, den man je gesehen hat.
    Spannend ist es jedenfalls.

  • Richtig runter bekommen sie den Preis nur mit Massen von physischem Gold, da sind 400 Tonnen ein Tropfen auf dem heissen Stein, wird von China Russland und Smart Money einfach aufgekauft. So 3000-10000 Tonnen würden den Unterschied machen, aber so blöd ist keine Zentralbank. Die USA hat es nicht mehr, die Europäer werden es nicht für grünes Papier abgeben. Ich bin sicher, das wir die 666 nicht mehr sehen werden, es zeigt im Moment alles in Richtung schnelle Infaltion/Hyperinflation. Schon die Aktienmärkte, die ca. 1/2 Jahr in die Zukunft schauen zeigen deutlich, wohin die Reise geht.

  • Richtig runter bekommen sie den Preis nur mit Massen von physischem Gold, da sind 400 Tonnen ein Tropfen auf dem heissen Stein, wird von China Russland und Smart Money einfach aufgekauft. So 3000-10000 Tonnen würden den Unterschied machen, aber so blöd ist keine Zentralbank. Die USA hat es nicht mehr, die Europäer werden es nicht für grünes Papier abgeben. Ich bin sicher, das wir die 666 nicht mehr sehen werden, es zeigt im Moment alles in Richtung schnelle Infaltion/Hyperinflation. Schon die Aktienmärkte, die ca. 1/2 Jahr in die Zukunft schauen zeigen deutlich, wohin die Reise geht.


    Nee so blöd nicht ( Zentralbanken ) doch wer sagt das die Amis nicht das hinterlegt Gold der Deutschen für diese Nettigkeit verwenden wird.
    So 3000 Tonnen aus der FED, ab auf den Markt... :thumbsup: [smilie_happy] [smilie_happy] [smilie_happy]


    VG
    Lord

    "Der Staatsapparat ist ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden." Ludwig von Mises


    „In der Masse sinkt der Verstand mit der Anzahl der Versammelten“ Gustave le Bon


    :thumbsup:

  • Richtig runter bekommen sie den Preis nur mit Massen von physischem Gold, da sind 400 Tonnen ein Tropfen auf dem heissen Stein, wird von China Russland und Smart Money einfach aufgekauft.


    Vielleicht, aber nur vielleicht, weil so die Masse denkt und gelenkt wird.
    Heute ist die Zeit des digitalen "Geldes", man erzeugt per Knopfdruck was man braucht.
    Physisches Gold zum doppelten des Marktpreises würde fast jeder verkaufen, selbst das hier im Forum vielgepriesene China. edit: Natürlich OTC, außerhalb der Börsennotierungen.
    Wäre ich beim Goldkartell, ich würde es so machen --- und wenn es der letzte Denkzettel ist, den sie austeilen. Für viele wäre es sowieso der letzte, in Bezug auf ihre Solvenz.


    Für die kommende Hyperinflation sind die Kartellheinis privat schon längst versichert - mit physischem Gold. Zeit genug zum Eindecken war da. Für den Rest - Schafschur.


    Übrig werden hier einige bleiben, weil sie nicht spekulieren, sondern EM's als Vesicherung betrachten. Auch für so einen gedachten Fall.

    Einmal editiert, zuletzt von bimetall ()

  • Physisches Gold zum doppelten des Marktpreises würde fast jeder verkaufen, selbst das hier im Forum vielgepriesene China.

    genau dann solltest du physisches gold kaufen. genau dann werde ich das erste mal darüber nachdenken, mein konto zu überziehen, um damit die letzte verfügbare goldunze zu kaufen. eigentlich sogar schon wenn die differenz für "günstiges" gold bei mehr als 15% liegt.

    • Offizieller Beitrag

    Der Ausbruch des Goldes ---in $ --- ist schön und gut. Weitaus bedeutsamer allerdings ist er gegen den internationalen Währungskorb, zu sehen im GCI:


    "Additionally, the Gold Currency Index confirmed today’s breakout with a move of its own to new highs (see chart linked below). From a technical perspective, today’s action is very significant as it both reconfirmed the breakout from the pennant in early August and confirmed the long-term breakout to new highs for the secular bull market. The next objective will be a weekly close at current levels or higher, after which we are very likely headed to much higher levels...."


    http://jsmineset.com/2009/10/0…-a-cause-for-celebration/
    ------------------------

    Spekulation.... Insbes. der letzte Satz des Zitates. Nicht so viel Prechterianer lesen und Elliottwellen sehen. =)


    Grüsse

  • @lordvadder: 'interlegt Gold der Deutschen für diese Nettigkeit verwenden wird.'
    Das ist bereits weg. Es wurde (Euphemismus AN) mit deep gold geswappt (Euphemismus AUS).


    Ist auch wenig sinnvoll, die Schweiz und andere "Kleinstaaten" diplomatisch völlig zu düpieren, wenn man das "Beutegold" des Besatzungsgebietes verwenden kann. Der Clinch mit der Schweiz zeigt für mich, dass das Wirtschaftswunder-Gold nicht mehr im Zugriff war.


    Andererseits: wenn plötzlich 3000 oder 10000 Tonnen Gold auf den Markt kommen - wie wesentlich für einen Chinesen ist der Unterschied zwischen 400t IWF-Gold und 10.000t irgendwoher-Gold? Immer verglichen mit dem Dollarstapel...


    Hm abc... das setzte aber voraus, dass das Gold auch real bewegt wurde und nicht nur per Zettelwirtschaft.
    Wenn nun man sämtliche Zettelchen per Dekret für nichtig erklärt und physisch eingreift...
    Na dann Hallelujah [smilie_happy] [smilie_happy]


    VG
    Lord

    "Der Staatsapparat ist ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden." Ludwig von Mises


    „In der Masse sinkt der Verstand mit der Anzahl der Versammelten“ Gustave le Bon


    :thumbsup:

    • Offizieller Beitrag

    Artikel in der "Welt" - Gold ist jetzt die härteste Währung


    Nun entdeckt die Presse scheinbar dass Gold Geld ist, dass Edelmetalle das einzige Geld ohne Countepartrisiko sind.


    Wirklich "elementare Erkenntnis".

    Vielleicht gucken die schlauen Redakteure mal auf diese Grafik hier: =)


    Grüsse

  • Nun entdeckt die Presse scheinbar dass Gold Geld ist, dass Edelmetalle das einzige Geld ohne Countepartrisiko sind.


    Sehr gut! Und wenn aller Augen auf Gold gerichtet sind wird es fallen. Und wenn dann endlich zweifelsfrei bewiesen ist das Gold eine schlechte Anlage ist muss man es kaufen, denn dann geht es endlich los. ^^

  • Zitat

    quote='Dr_Meyer',index.php?page=Thread&postID=438217#post438217]


    Habe den Artikel nicht ganz verstanden: was will er uns sagen?


    Der Autor weist völlig korrekterweise darauf hin, dass man es trotz des deutlichen jüngsten Preisauftriebs beim Gold immer noch mit einer Contango-Situation der Terminmärkte zu tun hat. Vereinfacht gesprochen (wir hatten das vor Jahr und Tag schon oft ausführlich hier besprochen) bedeutet dies, dass das Vertrauen in die LIEFERFÄHIGKEIT der Rohstoffbörsen (= vor allem Comex) immer noch stark ausgeprägt ist, was sich in einer positiven Basis ausdrückt.


    Die Basis drückt bekanntlich die Differenz zwischen dem aktuellen Geldkurs beim Spotpreis und dem Briefkurs für den nächsten Terminkontrakt aus.


    Erst wenn die Basis für einige Zeit negativ wird (und bleibt), kann man mit Fug und Recht von einer Backwardation-Situation sprechen, bei der der Spotpreis dann über dem nächsten Future liegt, sodass man als Goldhalter sein Gold teurer verkaufen könnte als was für den nächstfälligen Terminkontrakt und dem damit verbundenen Lieferversprechen zu entrichten wäre.


    Für die gegenwärtige Situation bedeutet das zunächst einmal nur, dass sich der Goldpreis - wie Du zu Recht anmerkst eben gleichzeitig mit den Aktienmärkten - nach oben schraubt, während die Marktteilnehmer jedoch keine physische Verknappungssituation einpreisen. Dies ist freilich nicht das "ideale" Szenario für einen irgend gearteten privilegierten Anstieg des Goldpreises, und genau darauf weist der Autor hin. Gefährlich natürlich vor allem für gehebelte Longspekulanten, die wieder einmal glauben könnten, jetzt sei der Bann endgültig gebrochen und ab geht die Post zum Reichtum trotz Minieinsatz.


    Wenn alles außer dem Dollar gleichzeitig anzieht, ist Gold ebenso rückschlaggefährdet wie etwa hochgelaufene Aktienmärkte. Deshalb wäre erst der von Leuten wie Prof. Fekete so oft schon herbeibeschworene "Letzte Contango in New York" ein unmissverständlicher Sieg des Goldes über die gehebelten Papiermärkte.


    Deshalb folgert der Autor - und ich mit ihm -, dass folgende Situation eintreten müsste, um zuversichtlicher zu sein bzgl. eines starken Goldpreises (d.h. keine Gewinnmitnahmen in FIAT und kein Gleichlauf mit den Aktienmärkten):


    1) Gold price firm despite equity declines, aka. a diminishing correlation coefficient with the equity market.


    2) Gold basis vanishing towards zero again, or a turn negative in the gold basis.


    Grüße
    auratico

    • Offizieller Beitrag

    (...)
    Der Autor weist völlig korrekterweise darauf hin, dass man es trotz des deutlichen jüngsten Preisauftriebs beim Gold immer noch mit einer Contango-Situation der Terminmärkte zu tun hat. Vereinfacht gesprochen (wir hatten das vor Jahr und Tag schon oft ausführlich hier besprochen) bedeutet dies, dass das Vertrauen in die LIEFERFÄHIGKEIT der Rohstoffbörsen (= vor allem Comex) immer noch stark ausgeprägt ist, was sich in einer positiven Basis ausdrückt.


    Ist es wirklich so, wage ich dagegen zu halten, was das Vertrauen der Märkte anbetrifft ? Mir ist wiederum nicht klar, warum nicht Preise--allgemein gesprochen--steigen sollten auch ohne Contango. Als Nicht - Kaufmann, schon gar nicht Rohstoff/Edelmetallhändler, sehe ich das so.....


    Der Goldmarkt hat sicher besondere Gesetze: Nirgends anders wird er von relativ wenigen Teilnehmern dominiert. Hier ist es offenbar so, daß die COMEX relativ nach Belieben die Spielregeln bestimmt: Wir haben hier gerade einen Gewährsmann von Sinclair zitiert, daß die CRIMEX Termine annulliert, Lieferungen verschiebt etc.,was nicht unterschätzt werden darf. Einige ETF arbeiten darüberhinaus ganz offensichtlich Hand in Hand mit der Comex, Papier gegen Ware und umgekehrt..usw.


    Nun gut, ist natürlich aber auch der Markt.....


    Da ich den Artikel auch gelesen habe, möchte ich den Autor hierzu pointiert zitieren:
    "....To confirm international monetary breakdown and gold launch into orbit, I would need to see the following:
    1) Gold price firm despite equity declines, aka. a diminishing correlation coefficient with the equity market...."


    Er will uns damit sagen, daß extremste Preisschübe "into orbit" erst mit den genannten Parametern möglich sind. -- Damit dáccord.--
    Preissschübe sollten nach ganz persönlicher Auffassung auch ohne Contango möglich sein.


    Was interessieren würde, was sich 1979/80 abgespielt hat, vielleicht hat ein Forenmitglied hierüber Infos. Ob beispielsweise damals vorwiegend die hohen Inflationszahlen marktbestimmend waren usw.


    Grüsse
    Edel Man

  • Hallo Edel Man,


    ohne groß auf Suche gehen zu wollen, nur soviel. Daten aus der Zeit 1979/80 wird man wohl im Netz nicht soviel finden. Das Termingeschäft war damals auch eher im klassischen Sinne durch Absicherungsgeschäfte geprägt. Sicher wird es da Backwardationen gegeben haben. (Back = Das Gold in der Hand war mehr wert als das Gold auf Termin - bei Contago ist es andersrum)


    Ich kann auratico nur zustimmen und mich bedanken, dass er das Thema so leicht verständlich hier erklärt.


    1979/80 glaube ich schon das die Inflation das treibende Thema war.


    Gruß

    :thumbsup: Risikohinweis: :thumbsup:
    Edelmetalle sind volatil. Deshalb kommen diese Strukturierten Produkte :hae: nur für Anleger in Frage, die das Risiko :wall: verstehen ?) und auch tragen [smilie_love] können.
    [smilie_blume] Eine laufende Überwachung (Goldbad) ist empfehlenswert. :love:

  • Hab das mal aus einem anderen Forum kopiert. :D


    Zur Goldhausse um 1980:




    [..]
    Ausgelöst durch neue Ölpreiserhöhungen und den Umsturz im Iran, wurde der Goldmarkt 1979 von einem Preisanstieg erfasst, welcher alles bisherige in den Schatten stellte. Anfangs wurde dieser zwar durch die monetären Goldauktionen der USA, welche sich vom Dezember 1978 bis zum Mai 1979 auf monatlich 1,5 Millionen Unzen beliefen, noch hintangehalten. Als aber überraschend diese Auktionen wieder auf die Hälfte reduziert wurden, begann sich der Preisanstieg immer mehr zu beschleunigen, und schon im August 1979 nahm der Unzenpreis die damals noch als sensationell angesehene Hürde von 300 $. Inzwischen hatte sich die Goldpreisentwicklung auch vom Dollar, der sich einer bemerkenswerten Stabilität erfreuen konnte, gelöst, und damit schlug der Preisanstieg auch auf die Notierungen gegen harte Währungen voll durch. Im September geriet zwar der Dollar nochmals kurzzeitig unter starken Druck. Die USA begegneten diesem aber erfolgreich mit einem neuen monetären Massnahmenpaket, in welchem im Gegensatz zu früheren Aktionen dieser Art der Hauptakzent nunmehr auf eine rigorose Kontrolle der Geldmengenvermehrung gelegt wurde, womit man das Übel der Inflation an der Wurzel zu packen versuchte.


    Gleichzeitig kündigte das Schatzamt an, dass die künftigen Goldauktionen fortan nicht mehr nach einem starren Plan wie bisher erfolgen würden. Sie sollten sowohl bezüglich des Zeitpunkts wie auch bezüglich der zum Verkauf gelangenden Menge flexibel gehandhabt werden. Damit hoffte man, die Entwicklung auf dem Goldmarkt etwas dämpfen zu können, nachdem es sich gezeigt hatte, dass die im voraus angekündigten Auktionen sich mehr und mehr zu einem Katalysator des spekulativen Geschehens entwickelt hatten. Knapp zwei Wochen nach Ankündigung des neuen Kurses wurde denn auch schon eine erste Auktion auf den 1. November 1979, und zwar in Höhe von 1,25 Millionen Unzen angesetzt. Der Goldmarkt, welcher eben erst die 400 $-Marke erklommen hatte, reagierte hierauf mit einem Preissturz.


    Dann aber begannen sich die Ereignisse erst recht zu überstürzen. Das Fanal bildete die Geiselnahme auf der amerikanischen Botschaft in Teheran, gefolgt vom Versuch des Iran, seine Guthaben bei den amerikanischen Banken abzuziehen, was von Präsident Carter prompt mit einer Ein-frrierung sämtlicher iranischer Vermögenswerte in den USA beantwortet wurde. Der iranisch-amerikanische Konflikt begann in rascher Folge zu eskalieren, und nachdem die USA durchblicken liessen, dass auch eine militärische Aktion zum Schutze ihrer Interessen in Erwägung gezogen werde, explodierte die antiamerikanische Stimmung auch in anderen islamischen Ländern. In Saudi-Arabien kam es zum Sturm reaktionärer islamischer Fanatiker auf die Heiligen Stätten in Mekka, welche zu schweren Befürchtungen über die Stabilität des Regimes in diesem für die westlichen Industrienationen so wichtigen Lande Anlass gaben. Begleitet wurden diese Ereignisse von pausenlosen Hiobsbotschaften über neue Ölpreiserhöhungen, noch bevor die auf den Dezember angesetzte OPEC-Preiskonferenz in Caracas zusammentrat.


    Angesichts dieser beunruhigenden Perspektiven jagte der Goldpreis von einem Rekord zum andern, zumal nun offensichtlich als Folge der amerikanischen Blockierung der iranischen Vermögenswerte sich in den mittelöstlichen Staaten eine verstärkte Tendenz zur Diversifizierung bei der Anlage staatlicher Gelder einsetzte, wovon besonders der Goldmarkt profitierte. Zwischen Weihnachten und Jahresende 1979 überschritt der Goldpreis bereits die noch kurz zuvor kaum für möglich gehaltene Marke von 500 $. Als dann die weltpolitische Lage durch den sowjetischen Übergriff auf Afghanistan eine erneute dramatische Verschärfung erfuhr, brach über die Goldmärkte der Welt vollends die Panik herein.


    Schon in den ersten Tagen des Jahres 1980 stieg der Unzenpreis auf 600 $, Mitte Januar auf 700 $, und am 21. Januar wurde in Zürich ein fast unglaublicher Höchstpreis von 860 $/oz. verzeichnet. Rückblickend lässt sich diese Preisexplosion nur durch die einmalige Kumulation hausseträchtiger Umstände erklären, auf deren Hintergrund sich eine ausser Rand und Band geratene spekulative Massenpsychose zu entwickeln vermochte. Den Anstoss dazu gab nicht zuletzt der Versuch finanzstarker amerikanischer und mittelöstlicher Gruppen, den Silbermarkt zu cornern. Als offenbar wurde, dass auch dieser Versuch zum Scheitern verurteilt war, zerplatzte die spekulative Seifenblase und machte einer Reaktion Platz, die den Goldpreis bis im März 1980 wieder auf 500 $ zurückwarf. Der Ausbruch des iranisch-irakischen Kriegs, welcher neue Befürchtungen um eine Gefährdung der westlichen Ölversorgung hervorrief, liess zwar den Goldpreis im Herbst 1980 nochmals bis auf 720 $ ansteigen, bevor er endgültig den Weg in eine mehrjährige Baisse antrat.


    5. Der Goldmarkt nach Beendigung der monetären Auktionen


    Im Mai 1980 war indessen das Goldauktionsprogramm des IWF ausgelaufen, und zudem war es offensichtlich geworden, dass auch die USA ihre Politik der Goldverkäufe aus den offiziellen Reserven revidiert hatten, obwohl dafür keine offizielle Bestätigung vorlag. Mit der Aussicht, dass damit der Goldmarkt in Zukunft nicht mehr durch offizielle Abgaben beeinflusst sein würde, war die Marktstimmung noch durchaus positiv, und es herrschte verbreitet die Meinung, dass der Markt seinen Trend nach oben früher oder später wieder aufnehmen werde. Es kam aber ganz anders. Im Hintergrund waren bereits Entwicklungen am Werk, deren marktentscheidende Auswirkungen der breiten Öffentlichkeit noch kaum zum Bewusstsein gekommen waren. Der Angebotsausfall aus den offiziellen Verkäufen wurde nämlich mehr als wettgemacht durch eine weltweite Enthortungswelle, die schon eingesetzt hatte, bevor das Preisniveau seinen Gipfel erreichte. In den USA begannen zudem die Zinssätze im Frühsommer 1980 erneut anzusteigen, nachdem sie sich eben erst von den rekordhohen Sätzen von über 20 Prozent im Frühjahr zurückzubilden begonnen hatten, und die westlichen Industrieländer verfielen immer mehr einer scharfen Rezession, welche die Inflationsraten deutlich zurückfallen liess. Nach dem Sieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ronald Reagan in den US-Präsidentschaftswahlen vom November 1980 wurde bald einmal offensichtlich, dass dessen neue Wirtschaftspolitik mittels einer strikten Geldmengenpolitik darauf angelegt war, die Inflationsbekämpfung zu seinem vordringlichsten Ziel zu erheben. Mit der Freigabe der Geiseln auf der amerikanischen Botschaft in Teheran fiel zudem ein politischer Unruhefaktor weg, der den Goldmarkt während Monaten in Atem gehalten hatte. Mehr und mehr zogen sich damit die Anleger aus dem Goldmarkt zurück, und in mehreren Schüben fiel der Goldpreis, bis er im Juni 1982 mit knapp unter 300 $ seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Die Wende trat ein, als der Markt zur Überzeugung gelangt war, dass nunmehr die Rezession in den USA bis zu einem Punkt gediehen war, dass eine Wiederankurbelung der notleidenden Wirtschaft unumgänglich sei und die Regierung das Primat der Inflationsbekämpfung einer entschlossenen Reflationierung opfern werde. Wenig später trat zudem ein völlig neues Element auf den Plan. Die Hochzinspolitik der Jahre 1981 und 1982 hatte die Lage vieler Länder, die sich in den vergangenen Jahren im Euromarkt hoch verschuldet hatten, dramatisch verschlechtert. Das wurde unvermittelt mit dem Ausbruch der mexikanischen Liquiditätskrise im Spätsommer 1982 der Weltöffentlichkeit drastisch zum Bewusstsein gebracht und weckte Befürchtungen über die Stabilität des westlichen Bankensystems. Mit einem Anstieg auf über 500 $/oz. schien der Goldmarkt neuem Glanz entgegenzugehen. Nachdem aber mit grossangelegten Um-schuldungsaktionen einstweilen das Schlimmste verhütet werden konnte, forderten die weiterhin anhaltend hohen Zinsen in den USA, der damit einhergehende markante Wiederanstieg des Dollars, der Rückgang der Inflationsraten in der westlichen Welt und zuguter Letzt die sich abzeichnende Überschussituation am Weltölmarkt erneut ihren Tribut vom Goldmarkt. Im Dezember 1983 war der Unzenpreis bereits wieder unter die 400 $-Marke gefallen, und auch 1984 stand er im Zeichen des starken Dollars und weiterhin tiefer Inflationsraten und war damit wieder einem anhaltenden Ab-bröckelungsprozess ausgesetzt, der das Kursniveau zu Beginn des Jahres 1985 zum zweiten Mal nach 1982 wieder unter die 300 $-Marke fallen liess, wobei Ende Januar mit 283.50 $ ein neuer Tiefststand seit Juni 1979 zu verzeichnen war. Als dann der Dollar im April 1985 nach seinem anhaltenden Höhenflug eine erste massive Korrektur erfuhr, erholte sich der Goldpreis wieder auf rund 330 $/oz. (Ende April 1985).


    Quelle: "Gold - Mythos und Realität"; Schweizerischer Bankverein 1985

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    • Offizieller Beitrag

    So der Titel eines Artikels, den ich seit Tagen gelesen, bisher aber zurückgehalten habe.
    Die Schlußfolgerungen sind teilweise frappierend, aber bestätigt, zB. daß bei den hohen NetShorts COI Goldpreisausbrüche erfolgen.-- Sh.S.33!!--
    Wenn sich Muster wiederholen, steht uns noch einiges an Preiserhöhung bevor.


    Ähnliche Charts mit offensichtlich wiederkehrenden vergleichbaren Ausbrüchen aus Dreiecken hatten wir schon früher hier...


    http://www.globalspeculator.co…nts/GoldPriceAnalysis.pdf
    .

  • Gestern im Heute Journal kein Wort vom Goldpreis. Wie das in der ARD war (Börse vor Acht, z.B.), weiß ich nicht. Aber solange das prinzipiell noch so bleibt und es keine "Comex vor Acht" in der ARD gibt, solange gibts auch keinen Goldrausch. Noch ist es immer noch smart money würde ich sagen.


    Tatsächlich? Das war mir neu, generell war ja physische Ware noch viel mehr in den Köpfen der Leute als heute. War im Prinzip vor meiner Zeit, aber an Verwandtschaft, die selbst zu den Hunt-Spitzenzeiten noch Silberbarren bekommen hat, kann ich mich noch lebhaft erinnern......;( :D

    Einmal editiert, zuletzt von Xray1 ()

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