https://www.businessinsider.de…hen-banken-dagegen-vor-a/
"Der Bundesgerichtshof stellte im April fest, dass Banken keine Gebühren erhöhen oder einführen dürfen, ohne eine aktive Zustimmung.
Zusätzlich können Kunden zu viel gezahlte Gebühren zurückfordern. Doch einige Banken reagieren, indem sie den Kunden kündigen, sobald diese Geld zurück haben wollen, wie das Portal Finanztip berichtet.
Für einige Banken sei dies ein „schöner Moment, den Kundenstamm zu bereinigen“, sagt Josefine Lietzau, Bank-Expertin von Finanztip."
https://www.finanztip.de/blog/…n-bruecken-zu-kunden-ein/
"Im April stellte der Bundesgerichtshof in seinem AGB-Urteil fest, dass die meisten Preiserhöhungen der Banken aus den vergangenen Jahren ungültig sind. Nun können Kunden zu viel gezahlte Gebühren zurückfordern. Mehr als Hunderttausend Leserinnen und Leser haben bereits unseren Musterbrief abgerufen. Einige Banken zahlen, doch viele Banken sperren sich. Besonders dreist ist die PSD Bank Hessen-Thüringen: Sie hat Kunden kurzerhand gekündigt, nachdem diese Gebühren zurückverlangten. Aber auch andere Banken spielen unfair, etwa die Volksbanken Stuttgart und Göppingen.
Das BGH-Urteil besagt im Wesentlichen: Eine Änderung der AGB für bestehende Kunden ist ungültig, wenn der Kunde nicht ausdrücklich zustimmt. Deshalb müssen Banken jetzt von allen Kunden erneut eine Zustimmung einholen, damit die geänderten AGB wirksam werden. Das ist die korrekte Vorgehensweise und Du solltest auch zustimmen, wenn Du Dein Konto dort weiter führen willst.
Irreführende Anschreiben
Doch stecken in manchen Bankschreiben böse Überraschungen: Ihr habt uns zum Beispiel Unterlagen der Volksbanken aus Stuttgart und Göppingen geschickt. Die bitten nicht nur um das Ja für die aktuellen Gebühren, sie verlangen es auch rückwirkend. Und verquicken beides miteinander.
Gehst Du darauf ein, verzichtest Du auf Deine Erstattung. Ein starkes Stück. Die Banken behaupten außerdem, dass Du auch zustimmst, indem Du das Konto weiter nutzt. Das reicht nach dem BGH-Urteil allerdings nicht aus.
Kläre direkt mit der Bankberaterin in der Filiale, dass Du die neuen AGB ab jetzt akzeptierst, aber nicht rückwirkend. Lass Dir das schriftlich geben und teile uns bitte redaktion@finanztip.de?subject=BGH-Bankgeb%C3%BChren mit, wie die Reaktion war.
Einfach gekündigt: Die PSD Bank
Die PSD Bank Hessen-Thüringen geht noch wesentlich weiter: Sie kündigte Lesern das Konto, nachdem diese Geld zurückgefordert hatten – ohne zu zahlen. Begründung: Die Kunden widersprächen damit den gültigen AGBs. Eine sehr eigenwillige Interpretation. Denn sie widersprechen ja den AGBs nicht für die Zukunft, sondern bestreiten nur ihre Gültigkeit in der Vergangenheit. Offenbar läuft es also nach dem Prinzip: Der Kunde stört, also muss er weg. Auf unsere Anfrage hat die Bank bis Redaktionsschluss nicht reagiert.
Vorschlag zur Güte
Ganz anders geht die Sparda Bank Baden-Württemberg vor. Ihr Angebot: Das zu viel gezahlte Geld, lieber Kunde, kannst Du gerne wiederhaben, dann steigen aber die Gebühren.
Die Vorstellung der Bank: 5 Euro kostet das betroffene Kontomodell derzeit monatlich. Wer alte Gebühren zurückfordert (etwa 50 Euro wären das), der muss künftig 7,50 Euro für das Konto berappen. Denselben Preis, der auch auf Neukunden ab Oktober zukommt. Wer keine Erstattung verlangt, erhält das 5-Euro-Konto noch drei Jahre länger. Es ist zwar nicht sicher, ob sich das ausgleicht, weil ja für verschiedene Leistungen weitere Kosten entstehen können. Aber immerhin: Die Bank macht ein Angebot, das sich lohnen könnte.
Im Zweifel wechseln
Viele Banken haben noch nicht klar auf Kunden reagiert, die Erstattungen fordern. Andere haben schon gezahlt, wie die Netbank. Auch einige Volksbanken und Sparkassen zahlen – oft aber weniger als eingefordert.
Andere Banken wollen offenbar Kunden loswerden. Zeit, Dir ein anderes Konto zu suchen, gute und günstige Angebote gibt es. Beim Wechseln muss die alte Bank Dir sogar helfen. Gebühren kannst Du auch nach dem Wechsel noch einfordern. Nutze unser Musterschreiben oder lass Dir von einem Rechtsdienstleister helfen."