Es gibt m.E. unbestreitbar eine hohe Korrelation und auch einen kausalen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation. Er ist aber nicht immer einfach und kurzfristig erkennbar.[/b]
Es ist sogar völlig unmöglich, einen kurzfristigen oder gar mittelfristigen Zusammenhang zwischen M3 und akuten Inflationsentwicklungen nachzuweisen. Jedenfalls ist es noch niemandem gelungen. Gegenbeweise wären höchst willkommen. M3 steigt seit 4 Jahrzehnten global stetig an, ohne dass dies irgendeine vorhersehbare Korrelation z.B. zum Öl- oder Goldpreis oder zu den Wechselkursen gehabt hätte. Oder noch viel bedeutender: zu den Zinsen. Wie oft schon sind trotz temporär starkem Anwachsen der Geldmenge die langfristigen Zinsen kollabiert? Da wäre man schon in den 80er Jahren sehr schlecht beraten gewesen, sich auf M3 zu berufen, während die anderen stramme Gewinne an den Aktienmärkten machten.
Mit einem solchen "Instrument" im Rücken, so eindrücklich es als Grafik mit diesem enormen Aufwärtstrend seit 40 Jahren auch aussehen mag, liess sich, ausser einer bedrohlichen Aussicht auf einen möglichen monetären Crash "Irgendwann", überhaupt keine Investitionsentscheidung treffen. Ich erinnere mich noch gut, dass einer der führenden Proponeten der "Österreichischen Schule" in USA, der liebenswerte Profesor Hans Sennholz vom Grove City College, zwar ständig den Zusammenbruch des Finanzsystems aufgrund der immensen Geldmengenausweitung für möglich hielt, doch gleichzeitig spekulierte er höchst erfolgreich und vergnügt mit Immobilien. Er ist letztes Jahr als vermögender, hochbetagter Mann verstorben, die wild ausufernde Geldmenge M3 hat ihn überlebt.
M3 steigt z.B. auch an, wenn, wie derzeit, Unsummen einfach in Geldmarktfonds geparkt werden. Und das hat überhaupt keine inflationssteigernde Wirkung, ganz im Gegenteil - trotzdem steigt M3 dadurch an.
Auch ist das, was oft so indifferent als M3 bezeichnet wird, keinesfalls in jedem Land genau das gleiche Geldmengenaggregat. So werden etwa in USA ( auch wenn dort M3 offiziell nicht mehr veröffentlicht wird) auch die Dollar-Devisenbestände der meisten nichteuropäischen Länder mitgerechnet. Auch dies ist von grosser Bedeutung für die Betrachtung des US-M3 im Gegensatz zu anderen Währungen.
grüsse vor dem Urlaub
auratico