Den Zinsen in den 80ziger stand aber eine boomende Wirtschaft gegenüber. Das ist heute nicht mehr der Fall. Ich habe neulich ein Video einen Bekannten Schweizers gesehen, der meinte, dass ist alle gefakt. Nichts entspricht dem, was man uns weiß machen will. So wie du schreibst, eine Erhöhung der Zinsen würde sofort die Wirtschaft abwürgen. Wollen die ZBs das die Menschen wissen, dass sie daran Schuld sind ?
Hier ist auf jeden Fall was im Busch und auch ein POS Anstieg von fast 5 % täglich ist nicht normal und schon gar nicht gesund.
Die Wirkung von Zinserhöhungen kann man nicht so pauschal als ' Wirtschaft abwürgend' sehen.
Zinsen per se sind zwar der 'Preis des Geldes' - aber aus Unternehmersicht spielen da einige Faktoren zusammen:
Zinsen sind ja immer relativ zur Geldentwertung zu sehen. Kreditzinsen minus Inflationsrate ergibt den zu zahlenden Nettozins - und ich denke auf den kommt es eher an.
Im Extremfall einer Deflation von 2% ergibt so selbst ein Zinssatz von 2% einen Nettozins von 4% - während z.B. bei einem langfristigen Kredit zu 5% und einer Inflationsrate von 7% ein Nettozins von minus 2% rauskommt.
Dann muss man natürlich auch die Effekte langfristiger Verschuldung in einem steigenden Inflations- bzw. Zinsumfeld betrachten:
Ist ein Unternehmen langfristig - z.B. mit einem Kredit über 10 Jahre - zu 3% Zins verschuldet, so wie das bis vor nicht allzulanger Zeit möglich war und das inflationäre Umfeld bzw. die Marktzinsen steigen deutlich drüber dann führt das zu einer relativen Entschuldung des Unternehmens.
Das heisst bei steigender Inflationsrate bekommt ein Unternehmen quasi 'Geld' geschenkt wenn es zu Investitionszwecken einen langfristigen Kredit zu fixen niedrigen Zinsen abschliesst.
D.h. eine Reindustrialisierung der USA die immense Investitionen in die heimische Industrie erfordert ist in einem steigenden Zinsumfeld durchaus denkbar.
Natürlich müsste dabei - sofern die USA das weitgehend intern finianzieren wollen - der Überkonsum (das Leben über die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse) dem Gegenteil weichen: Sparen und Investieren statt Lebensstandard auf Pump. Zur Konsumbremse gehören die von Trump erhobenen Importzölle.
Sehr positiv wären für die USA dabei Kapitalzuflüsse als Öl- und Gasexporteur - z.B. nach Europa. Die USA quasi als der Persische Golf des mittleren 21. Jahrhunderts.
Und deshalb ist die Venezuelageschichte ein ganz wichtiges Puzzleteil für die USA um wirtschaftlich die Kurve zu kriegen.
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Aber zurück zu der Zins- bzw. Inflationsgeschichte:
Den USA bleibt um wirtschaftlich und politisch nicht viel anderes übrig als Staats- und Unternehmensschulden durch steigende Inflationsraten zu entwerten
Hoffen wir mal dass sie das vom Zaun brechen eines dritten Weltkriegs wegen Aussichtslosigkeit auf einen Gewinn ad Acta legen und sie sich stattdessen auf ihre internen Probleme konzentrieren.
Und insofern scheint mir die bisherige Strategie der USA schlüssig:
- raus aus nicht zu gewinnenden Kriegen
- Importe reduzieren, Binnenwirtschaft stärken
- Europa, Taiwan etc. industriell kannibalisieren. deren Industrebetriebe in die USA verlegen
- Chaos in Europa produzieren um qualifizierte Arbeitskräfte für die USA zu gewinnen (Statthalter Merz
& VDL sorgen dafür)
- Ölindustrie als Exportmotor forcieren (Venezuela etc.)
- Südamerika unter Kontrolle bekommen und dessen Rohstoffe sichern, evtl. mit dem einen oder
anderen Vasallen ala Ukraine)
- Ansprüche in der Arktis sichern (siehe Grönland)
- witschftliche Autarkie anstreben (Rohstoffe, Energie, Elektronik...)
- Innenpolitisch die dekadenten, destruktiven Kräfte bekämpfen die z.B. Bildung sabotieren,
Sozialsysteme kannibalisieren und den Staat aussaugen
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Was bedeutet das Ganze für Silber:
Es dürfte mit dem Ziel der Entschuldung und einer von oben gesteuerten (autoritären) Reindustrialisierung der USA nach dem Beispiel Russlands seit 1990 zuerst zu steigenden Inflationsraten in den USA kommen. Sofern die USA innenpolitisch die Kurve bekommen und das Ganze nicht in Bürgerkrieg bzw. Sezession einzelner Staaten endet.
Wie lange dürfte so eine Entschuldung via 'mässiger' Inflation (10+ Prozent) dauern ? Ich rechne mal mit +- fünf Jahren bis der nächste 'Volcker Moment' mit 20% Zinsen ala 1980 dem ein Ende setzt.
Ich gehe für Gold daher weiterhin von einem Ziel von 1:1 zum Dow Jones und für Silber mindestens 1/15 davon aus.. Ein Grossteil des Zuwachses erwarte ich in der Beschleunigungsphase der Inflation - wie schon gehabt.
Ich sage bewusst MINDESTENS 1/15 von Gold da sich gegenüber früheren Peaks viele Faktoren zu Gunsten von Silber geändert haben:
- unglaubliche Geldschwemme über 7 Mrd Menschen (1980 1Mrd) --> Faktor 7
- industrieller Konsum seit 1980 explodiert, Förderung stagniert (Defizite) = Verknappung
- Basel 3 verengt den Anlagemarkt in EM --> Silber als Gold Substitut für den kleinen Mann
- globaler, simultaner Informationsaustausch --> alle fliehen gleichzeitig aus dem Fiat
Und damit mir nicht gleich wieder mit dem Hunt Brothers Unsinn als alleinige Ursache des Silberpreispeaks kommt hier der Gold Chart der 70er - mit dem Peak 1980 - wobei wir uns heute vom inflationären Umfeld erst vor dem Jahr 1973 (erster Ölpreisschock) befinden. Die Hunts hatten nichts mit dem damaligen Goldpreisanstieg zu tun und waren nur Opportunisten in einem inflationären Umfeld:.
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