Die Sache ist wie gesagt kompliziert und man kommt je nach angenommenem Blickwinkel zu unterschiedlichen Resultaten. Im Fall von vor mehreren Jahren, wurden einige hundert Beiträge editiert und deren Inhalt durch einen Hinweis "gelöscht" ersetzt. Viele Fäden wurden hierdurch völlig unlesbar.
Im jüngsten Fall, waren es auch nicht nur die Beiträge im Faden "Was ist eigentlich in Ungarn los ?" sondern noch wesentlich mehr, was sich bei einer späteren Überprüfung im Laufe des Tages gezeigt hat. Als Moderator kann man sich den Versionsverlauf der Beiträge und auch deren Inhalt ansehen. Warum diese gelöscht wurden, blieb im Fall von heute völlig rätselhaft, denn sie waren sachlich, themenbezogen und enthielten weder Beleidigungen noch sonstige Inhalte, die auch nur im entferntesten Sinn justiziabel wären. Somit hat die Aktion schon großes Erstaunen und Irritation hervorgerufen.
Es ist generell auch kein Problem, wenn man mal einen Beitrag löscht, weil man im Nachhinein der Meinung ist, dass man etwas hätte so nicht sagen sollen. Problematisch wird es aber, wenn auf einen Schlag 10, 50, 100, 200 oder noch mehr Beiträge ohne erkennbares Muster und Begründung inhaltlich gelöscht werden, sowie zwischendrin dann welche stehenzulassen etc.
Die Editierfunktion dient generell zum Korrigieren von Grammatik- und Rechtschreibfehlern, hinzufügen von Ergänzungen oder z.B. zum Kennzeichnen erledigter Kleinanzeigen, indem man dort den Inhalt löscht und diese als erledigt kennzeichnet. Sie dient jedoch nicht dazu, massenweise Posts, die über Tage und Wochen hinweg verfasst wurden, einfach durch „del.“ zu ersetzten.
Es ist also ein Kompromiss, dass die Editierfunktion über mehrere Wochen im GSF aktiv ist, um einerseits den Interessen von Inserenten im Kleinanzeigenmarkt, wie auch den Interessen von Lesern und Diskutanten gerecht zu werden. Die Alternativen wären letztlich restriktiver und in einem libertären Forum kann man von Foristen meiner Meinung nach auch verlangen, dass sie mit gewährten Rechten verantwortungsbewusst umgehen, was auch bedeutet, dass man nicht alles bis Anschlag ausreizt, nur weil man es kann oder es nicht explizit verboten ist. Auch hier ist es wie im realen Leben, wird etwas zu sehr ausgereizt, führt das nicht selten zu Beschränkungen durch die Legeslative. Denn die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Ohne gegenseitige Rücksichtnahme geht es eben nicht und diese sollte von jedem selbst kommen und möglichst nicht vom Eigentümer angeordnet und von der Moderation durchgesetzt werden müssen.
In nahezu allen mir sonst bekannten Foren, ist die Editierfunktion auf wenige Minuten beschränkt oder komplett deaktiviert. Es wäre schade, wenn man im GSF auch auf derartige "Kindergartenregeln" zurückgreifen müsste, weil Freiheit und Eigenverantwortung mit Rücksichtslosigkeit verwechselt wird. Mein Apell daher: geht mit der Möglichkeit verantwortungsbewusst um und denkt immer daran, dass ein Beitrag einmal verfasst, aber hunderte Male gelesen wird.
So, das war nun mein Wort zur Editierfunktion und zum nahenden Wochenende.