Woernies Grabbelkiste.

  • Was hier und allgemein anders wo viel zu wenig zur Sprache kommt, ist die Spielerei im Yenkurs.


    Normalerweise bedeutet ein starker Yen starke EM Kurse.


    Und dann kam ein massiver Aufwärtsschlag im Yen. Reaktion im EM erstmal quasi null.


    Reaktion im Publikum oder Analysehäusern ebenfalls quasi null.


    Hat keinen wirklich interessiert. Zumindest der Fakt, dass es keine Seiteneffekte gab.


    Und einige Tage später zog EM dann durch. Beginnend mit den Platinmetallen, dann Silber und dann erst Gold.


    Im Grunde war das ein Geschenk, wenn man diese Sequenz so spielte.


    Das FX Spielchen hab ich verpasst, da zu schnell und nicht voraussehbar.


    Der Rest war eigentlich vorprogrammiert. Nur eben mit Zeitzünder. Man hat es am Pt und Pd Chart zuerst sehen können. Die verhielten sich schon ein paar Tage lang - direkt seit der Yen Intervention - äußerst giftig und wollten oben raus.


    Dann sind sie brutal oben rausgegangen, und man hatte immer noch mehrere Stunden lang Zeit, den Platinlong in einen Long im Gold zu wandeln. Ein Geschenk! Das hat richtig Spaß gemacht. :thumbsup:


    Und heute kollabiert der Yen bereits wieder, während EM wieder nicht - diesmal wäre abwärts fällig gewesen- reagiert.


    Man darf sehr gespannt sein, was nun passiert. Immerhin ist Japan eine der Hauptpumpen des Systems. Es steht intermarketmäßig gerade alles ziemlich Kopf die letzten Tage. Was nicht folgenlos bleiben dürfte.


    Um es mit den Worten von Walter zu sagen: Der Jongleur versucht verzweifelt, alle Teller gleichzeitig auf den Stäben zu balancieren. Und wird wahrscheinlich bald einen oder mehr runter fallen lassen. Weil nicht mehr haltbar.


    EM scheint den systemischen Stress zu wittern und steigt völlig unbeeindruckt von anderen Effekten. Die KI Blase ist heute trotz massiv schwachem Yen leicht rot. Das Gegenteil hätte passieren müssen... Es wird wärmer unterm Sitz!

  • Danke Bargold für deine Ausführungen:

    Da es stets eine Herausforderung ist Jim Rickards zu verstehen, fasse ich meine Infos zusammen.

    Zunächst der Text zum Video: Jim Rickards, Bestsellerautor und Experte für Finanzthemen, erklärt: „Japan ist der größte Halter von US-Staatsanleihen. Das Land hat diese Anleihen verkauft, um an Dollar zu gelangen, mit denen wiederum Yen gekauft werden, um den Yen-Kurs zu stützen. Was passiert, wenn man Staatsanleihen verkauft? Die US-Zinsen steigen. Glauben Sie, dass die Regierung Trump oder der Finanzminister wollen, dass die US-Zinsen steigen? ... Finanzminister Bessent rief in Japan an und sagte: ‚Behaltet eure Staatsanleihen. Wir stellen euch über eine Swap-Linie mit der Federal Reserve alle benötigten Dollar zur Verfügung.‘ Die USA nutzen also Dollar der Fed, um den Yen zu stützen. Auf diese Weise müssen die Japaner die Zinsen nicht anheben. Der Carry-Trade wird nicht aufgelöst. Die Märkte brechen nicht zusammen. ... Das ist extrem gefährlich. ... Man versucht, einen Wechselkurs zu verteidigen, der sich wahrscheinlich gar nicht halten lässt; es ist nur eine Frage der Zeit, bis er einbricht.“



    Es läuft etwas anders: Die japanische Notenbank gibt der FED Yen Anleihen, die die Fed mit Dollars bezahlt. Dann kann die japanische Notenbank mit diesen Dollars Yen kaufen um den Wechselkurs zu stabilisieren.


    Und vermutlich kann sie mit den gekauften Yen ihre Staatsanleihen von der Fed zurück kaufen.

    ... und alle sind gerettet und glücklich. [smilie_happy]  [smilie_happy] [smilie_happy]


    Das kannst Du Dir nicht ausdenken. :hae:


    Vielleicht kann man das auch beliebig oft wiederholen.

    Wenn der Yen durch die Intervention tatsächlich ansteigt, macht die japanische Notenbank bei jedem Trade am Ende einen kleinen Verlust, weil sie mit den Dollars etwas weniger Yen kaufen kann, als sie im Gegenzug der FED mit den Anleihen gegeben hat.


    Wie lange wird so etwas funktionieren, bis sich die Marktteilnehmer nicht mehr bluffen lassen?


    Der TLT hat heute wieder kräftig abgegeben und notiert knapp über den Tiefständen.


    Frage an KI: Was bewirkt der hohe langfristige Zins bei den Investitionen in AI? 23:55


    Der hohe langfristige Zins verteuert die Finanzierung kapitalintensiver Rechenzentren drastisch, erhöht die Rentabilitatshürden (Hurdle Rates) für KI-Projekte und zwingt Tech-Konzerne zu einer strikten Priorisierung von Anwendungen mit schneller Monetarisierung. Da der Bau von KI-Infrastruktur gigantische Vorabinvestitionen verschlingt, deren Gewinne erst Jahre später anfallen, reagieren diese Investitionen extrem empfindlich auf hohe Kapitalkosten. [1]

    Die wirtschaftlichen Mechanismen im Überblick

    • Explodierende Finanzierungskosten: Großprojekte für KI-Rechenzentren werden selten rein aus dem laufenden Cashflow finanziert. Hohe langfristige Zinsen verteuern die Emission von Unternehmensanleihen und Krediten massiv.
    • Steigende Hurdle Rates: Unternehmen müssen eine höhere Mindestrendite erzielen, damit sich ein KI-Projekt im Vergleich zu einer risikofreien Anlage (z. B. Staatsanleihen mit hoher Rendite) überhaupt rechnerisch lohnt.
    • Druck zur schnellen Monetarisierung: Während in einer Nullzinsphase jahrelange Experimente ohne Gewinn toleriert wurden, verlangen Investoren heute, dass KI-Infrastruktur zeitnah messbare Umsätze und Effizienzgewinne liefert.
    • Abwertung zukünftiger Cashflows: In finanzmathematischen Modellen (DCF-Verfahren) werden zukünftige Gewinne mit einem höheren Zinssatz abgezinst. Da KI-Investitionen oft erst in 5 bis 10 Jahren hohe Gewinne abwerfen, sinkt ihr barwertiges Bewertungspotenzial im Hier und Jetzt. [1]

    Gewinner und Verlierer des Hochzinsumfelds

    1. Die Big-Tech-Giganten (Hyperscaler)
    Unternehmen wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta verfügen über gigantische Cash-Reserven. Sie können die Milliardeninvestitionen (CapEx) weitgehend unabhängig von Banken stemmen. Der hohe Zins dient ihnen sogar als Markteintrittsbarriere, die kleinere Konkurrenten vom Markt fernhält. Allerdings geraten auch sie an der Börse unter Druck, wenn die gigantischen Investitionen die Margen belasten.


    2. KI-Startups und Mid-Caps
    Für kleinere Unternehmen und spezialisierte KI-Startups sind die Auswirkungen schmerzhaft. Da Risikokapital (Venture Capital) in Hochzinsphasen spürbar restriktiver vergeben wird, fehlt ihnen das Kapital für das extrem teure Training großer Sprachmodelle (LLMs). Sie müssen sich oft in die Abhängigkeit der großen Hyperscaler begeben oder auf Nischenanwendungen ausweichen.


    3. Die Infrastruktur-Zulieferer
    Anbieter von High-End-Chips, Kühlbaufirmen und Energieversorger spüren die Bremse bisher am wenigsten, da der akute Nachfrageüberhang im KI-Sektor die Zinsauswirkungen überlagert. Sollte das Hochzinsumfeld jedoch über Jahre anhalten, droht auch hier eine investitionsseitige Abkühlung, sobald die Budgets der Cloud-Anbieter gedeckelt werden.


    Möchtest du eine Beispielrechnung sehen, wie sich eine Zinsänderung auf den Barwert eines Rechenzentrums auswirkt, oder interessieren dich die aktuellen CapEx-Prognosen der führenden Tech-Werte?


    Das ist sehr freundlich formuliert. Wer Anleihen von Oracle gekauft hat wird sich nicht freuen:


    Ausgewählte Beispiele für Oracle-Anleihen

    • 2,80 % bis 01.04.2027 (WKN A28VP1): Kurs bei ca. 98,65 USD
    • 2,95 % bis 01.04.2030 (WKN A28VP2): Kurs bei ca. 89,83 USD
    • 4,10 % bis 25.03.2061 (WKN A3KNYU): Kurs bei ca. 59,00 % (Langläufer)
    • 4,125 % bis 15.05.2045 (WKN A1Z06P): Kurs bei ca. 66,47

    Rating-Abstufung: Die Ratingagentur S&P hat das Kreditrating von Oracle auf BBB- herabgestuft. Damit stehen die Anleihen nur noch eine einzige Stufe über dem spekulativen „Ramsch“-Bereich (Junk Bonds).


    Bei Meta sieht es noch relativ gut aus:


    Ausgewählte Kurse von Meta-Anleihen
    Hier ist eine Auswahl an repräsentativen Meta-Anleihen, sortiert nach ihrer Laufzeit:

    • 3,500 % bis 15.08.2027 (WKN A3K8EJ): Kurs bei ca. 99,70 % (Kurzlaufendes Papier nahe dem Nennwert).
    • 5,750 % bis 15.05.2063 (WKN A3LHG8): Kurs bei ca. 83,77 % (Sehr langer Euro- oder Dollar-Bond mit Zinsabschlag).
    • 5,550 % bis 15.08.2064 (WKN A3L2P1): Kurs bei ca. 79,79 %.
    • 6,450 % bis 15.05.2066 (WKN A4ET65): Kurs bei ca. 92,57 %


    Rekordniveau bei den Spreads: Der Fünfjahres-CDS-Spread für Oracle-Anleihen kletterte im August 2026 auf ca. 200 bis 215 Basispunkte. Das bedeutet, dass die Absicherung von 10 Millionen US-Dollar in Oracle-Schulden jährlich über 200.000 US-Dollar Prämie kostet. Zum Vergleich: Mitte 2025 lag dieser Wert noch bei rund 40 bis 50 Basispunkten. [1, 2, 3, 4]Das Liquiditäts-Zentrum für Big-Tech-Risiken: Die Oracle-Kontrakte gehören aktuell zu den liquidesten Papieren im gesamten Corporate-CDS-Markt. Das wöchentliche Handelsvolumen erreicht teilweise über 800 Millionen US-Dollar. Banken wie JPMorgan bieten sogar spezielle CDS-Korbzertifikate (Baskets) an, in denen Oracle neben anderen Hyperscalern wie Meta, Microsoft und Amazon abgebildet wird


    Und Körbchen gibt es auch schon wieder. Das kennen wir doch noch.

    Nicht die CDS aber die Anleihekörbchen wären doch was für unsere Landesbanken. ;)



    LG Vatapitta

  • So, inzwischen beginnt sich der Nebel zu lichten. Der Freitags-Move wurde jedenfalls nicht abverkauft. Die Minen sind weiterhin sehr robust.


    Die linearen Chartbilder 'hellen' sich auf. Ich denke in dem kurzfristigen Betrachtungs-Zeitraum ( ca 8/9 Monate) , ist linear legitim. Alle 'Kandidaten' haben den mittelfristigen Abwärtstrend geknackt. Haben aber noch mehr oder weniger substantielle Widerstandszonen vor der 'Brust'...trotzdem dürfen mal 'Kursziele' angedacht werden...





    Mal schauen ob die Amis (wie zuletzt) kostruktiv bleiben und , ganz wichtig, was morgen (und übermorgen PPI) passiert. Die Asiaten dürften jetzt so langsam auch mal wieder Mut fassen... :rolleyes:

    Der Optimist glaubt , dass wir zur Zeit im besten Deutschland aller Zeiten leben. Der Pessimist befürchtet es !

    Einmal editiert, zuletzt von woernie ()

  • Ich trau mich fast nicht, dieses Bild zu posten,
    aber ich sehe das Potential im Silberchart für 4… Anmelden oder registrieren

    Lachen soll gesund sein - in der Tat, es fiel mir lange schwer -
    Ich probierte es aber trotzdem. Selbst, ständig und immer wieder.
    Es gelingt mir zusehends öfter, neuerdings sogar über mich selber.

    Einmal editiert, zuletzt von fractalius ()

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