Alles anzeigenIn der Regel sind fallende Zinsen ein Turbo für den Aktienmarkt. Die riskantere Aktie lohnt sich dann wieder stärker gegenüber dem "sicheren" Zins von Staatsanleihen, die zukünftigen Erträge werden bei fallenden Zinsen auch mit einem geringeren Satz abdiskontiert, also in der Gegenwart höher ausgewiesen und die Unternehmen selbst können sich auch günstiger finanzieren. Letzteres dürfte vor allem für die Hyberscaler und ihre AI Investitionen weiteren Schub geben.
Das die Märkte trotz steigender Zinsen nicht in den Simkflug gingen ist für mich ein Zeichen von mangelndem Vertrauen in die Staatsfinanzen.
Gruß
Magellan
In der Regel, also mal zurückblickend auf frühere "normale" Zeiten, baute man sich ein 60/40 Portfolio aus Anleihen und Aktien.
Warum? Weil eben Anleihen tendenziell steigen, wenn Aktien fallen.
Das Geld kann nur einmal investiert werden. Entweder es geht in/aus Aktien oder in/aus Anleihen und treibt/senkt dort jeweils die Kurse.
Erst nach 2008 endete die inverse Korrelation wegen der unsäglichen Zentralbankkäufe von Anleihen. seit dem stieg beides parallel. Bis die Anleiheblase vor 6 Jahren platzte.
Wenn nun Anleihen wieder anziehen sollten und gleichzeitig Aktien fallen, wäre das nichts anderes als die Rückkehr zu uralten Korrelationen und sollte eigentlich niemanden verwundern, der einen zeitlichen Betrachtungshorizont über die Lehmankrise hinaus hat.
Was seit 2008 lief, war eine Pervertierung , ja sogar eine erzwungene künstliche Invertierung der natürlichen Mechanismen. Und diese obsiegen am langen Ende - siehe auch EM Preise- halt immer. Wir dürften dieses lange Ende nun auch im Aktien und Anleihemarkt erreicht haben. Vielleicht gibt's sogar die Retourkutsche für die Verzerrung. Dass beides parallel fällt.